Angepinnt Digitalanzeige, RDS etc. beim 9241 und 9260

      Hallo Reinhard,

      heute ist der/das ? IC angekommen - habe ihn/es natürlich sofort eingesetzt, die Box zurück in den Receiver gepackt und dann Strom drauf...

      Und nun sieh' selbst:


      Ich bin einigermaßen gefrustet, das muss ich schon sagen... :( - vor allem, wenn ich hieran denke:


      oldiefan schrieb:

      Wenn aber Durchgang von PIN15 des AO808 bis zur markierten Lötstelle des Displays vorhanden ist, kommt als Fehlerursache nur noch infrage:

      - IC AY-5-8100 in der Zählerbox (MOS Multiplextreiber, gesockelter grosser IC hinter dem AO808)
      - die LED-Anzeige selbst (sehr unwahrscheinlich, da alle D-Segmente ausgefallen sind)


      :(

      LG Carsten
      Bilder
      • 20200211_124146.jpg

        367,56 kB, 1.152×864, 43 mal angesehen
      Hallo Carsten, Mitleser,

      Tja, damit bin ich in dieser Aussage ja augenscheinlich widerlegt. So schnell kann man vorgeführt werden....
      Bitte meine Voraussetzung für die Aussage beachten: "Wenn Durchgang von PIN15 des AO808 bis zur markierten Lötstelle des Displays vorhanden ist..."

      Durchgang wurde gemessen, allerdings bei ausgebauter Box. Dieser Durchgang ist - wenn die Zählerbox wieder eingebaut ist - mglw. aber nicht mehr vorhanden. Ursächlich kann z.B mechanische Spannung auf der Platine in der Zählerbox sein. Oder andere, mehr exotische, z.B. ein Kontaktfehler der Fassung des AY-5-8100 am Segmentausgang "D" oder andere Kontakt-/Lötdefekte. Wenn das Gerät bei mir ist, kann ich mit Messungen tiefer einsteigen.


      Ich bleibe dabei:
      Ein solcher Segmentausfall bei sonst funktionierender Anzeige kann m.E. nur verursacht sein von

      a) ausgefallenen LED(s) in diesen Segmenten ("D") im Display selbst (von Dir getestet, 3 von 4 funktionieren, eins ist im Display selbst defekt)
      b) defektem Segmenttreiber AO808 (wurde ersetzt)
      c) defektem AY-5-8100 (wurde ersetzt)
      d) Unterbrechung in der Leitungsführung der "D"-Segment-Ansteuerung von AY-5-8100 - AO808 - Anzeigeplatte-Steckkontakt - Display-Lötanschluss (hast Du zwar geprüft, aber ...)

      Eine Ursache ausserhalb der genannten vier Möglichkeiten kann ich nicht erkennen. Denn die Zähler-Frequenz-information wird ja richtig an den Displaytreiber AY-5-8100 gegeben und erst der setzt sie in die Segmentansteuerung um. Zwischen ihm und der Anzeige, gibt es nur die vier genannten möglichen Ursachen a)-d).

      Wer noch eine von mir übersehene Möglichkeit sieht, bitte nennen!


      Mit dem Oszilloskop kann man die Rechteck-Ansteuerung (Logik-Level 0 oder 1) auf der Segment-Leitung "D" prüfen. Damit ist feststellbar, ob

      - der AY-5-8100 das "D"-Segment-Signal liefert
      - der AO808 das "D"-Segment-Signal liefert
      - es am Display korrekt anliegt

      Auch hier könnte, wie so oft, ein Kontakt/Lötstellenfehler die Crux sein, der sich bei den vergangenen Prüfungen gut versteckt hat und erst bei zusammengebauter / eingebauter Zählerbox zeigt.

      All das wird sich aufklären, sobald ich das Gerät vor mir habe und die genannten Messungen machen kann.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      So, nun geht es weiter... und es gibt die Auflösung.

      Gestern habe ich das Paket mit dem Saba 9241 von Carsten bekommen. Nach dem Auspacken, erster Test: In der Digitalanzeige fehlen in allen Digits die "D"-Segmente des LED-Displays(die untersten waagerechten). Also wie letzter Stand von Carsten beschrieben. Sonst nur Auffälligkeit von defekten Lötstellen auf der Netzteilplatte (an einem Elko und am 15V-Spannungsregler), die schnell behoben waren.


      Displayfehler:

      Ich hatte ja Unterbrechung in der Leitungsführung der "D"-Segment-Ansteuerung von AY-5-8100 - AO808 - Anzeigeplatte-Steckkontakt - Display-Lötanschluss vermutet.

      Erst als Carsten berichtete, dass er keine Unterbrechung finden konnte, blieb als letzte Möglichkeit nur noch der Treiberbaustein AY-5-8100. Die Verblüffung war dann gross, dass dessen folgerichtiger Austausch aber zu keiner Änderung führte. Carsten war daraufhin erst etwas "verstimmt". Ich hatte daraufhin in meiner letzten Antwort bekräftigt, dass ich davon überzeugt bin, dass in dem Fall doch eine Unterbrechung in der Leitungsführung vom AO808 zur Buchsenleiste am Displaymodul vorliegen müsse, die Carsten evtl. entgangen war.

      An dieser Spur wieder angesetzt, habe ich deshalb die Zählerbox ausgebaut und mit dem Ohmmeter als auf Durchgang von der Einlötstelle des PINs Nr. 15 des AO808 (zuständig für die Ansteuerung der ausgefallenen LED-Segmente) bis zum Steckerpin an der grauen Ader (Nr. 15) geprüft.

      Resultat:
      Kein Durchgang vom AO808 zum Stecker für den Displayanschluss.

      Damit war die Anfangs-Vermutung bestätigt und der Defekt schon so gut wie behoben, nur die Stelle, wo die Unterbrechung war, musste noch lokalisiert und instandgesetzt werden.
      Die Abschnitte vom Steckerpin - graue Ader bis zur Drosselpule und vom AO808, PIN 15 bis zur Drosselspule waren beide in Ordnung. Bei direktem Kontakt zu den Drahteinlötungen der Drosselspule gemessen war auch Durchgang über die Spule gegeben. Aber eine der beiden Lötstellen der Drosselspule war "kalt". Optisch nicht an einem Riss erkennbar, aber das eine Drahtende der Drossel hatte elektrisch keinen Kontakt mehr zur umgebenden Lötstelle.

      Im Foto im roten Kreis markiert:



      Kurz nachgelötet und Durchgang war danach wieder vorhanden.
      Zählerbox wieder eingebaut und das Ergebnis belohnt die Mühe.



      Die Vermutung bis dato, dass das LED-Segment im ganz rechten Digit im Display selbst tot sei, beruhte auf Carstens Messung, bei der er dieses nicht zum Leuchten bringen konnte. Das D-Segment im rechten Digit war allerdings doch in Ordnung.

      Bei der Gelegenheit wurden auch noch einige Bauteile ersetzt, die mit dem Displayfehler allerdings nichts zu tun hatten:



      sowie drei Trimmpotis, die sich erratisch verhielten, keine saubere Einstellung mehr zuliessen.


      Die vier kleinen axialen Philips Elko zeigen in den 92xy Geräten erfahrungsgemäss häufig Alterungsschwächen, bis hin zu starkem Kapazitätsverlust. Das war hier noch nicht katastrophal, der gemessene ESR betrug aber immerhin bereits 17-18 Ohm.
      Von den beiden kleinen Roederstein im weinroten Bakelitbecher, war einer der beiden rissig mit gelblicher Elektrolytverkrustung entlang der Risse, er mass aber noch ok. Dieser und sein Pendant auf den beiden Treibermodulen wurde ersetzt.

      Katastrophalen Ausfall zeigte der grosse 100µF/63V (C2056) weinrote Roederstein, der bei diesem Gerät hinter/an dem 1W / 820 Ohm Widerstand R2056 sitzt, der die 45V/30V Versorgungsspannung für den Stereodekoder mit je drei Filtern/pro Kanal bereitstellt. Wir erinnern uns: In Carstens 9241 war werksseitig original dieser neuere Decoder verbaut aber bei einer späteren Reparatur durch den älteren Dekoder mit zwei Filtern/Kanal ersetzt worden. Da am 2-Filter-Dekoder-Modul die erforderliche Adaptierung (Durchtrennung der Leiterbahn an PIN 13 des Dekodermoduls) für Verwendung in Geräten, die für den 3-Filter-Dekoder vorgesehen sind, unterblieben war, wurde R2056 mit einem grossen Ausgleichsstrom zwischen dem 45V Netzteilausgang und dem 15V-Netzteilausgang belastet (denn die 15V Tuner-Spannungsversorgung und die 45V-Versorgung sind in diesem Fall via unmodifizierten 2-Filter-Dekoder über diesen Widerstand direkt miteinander verbunden). So beheizte die Verlustleistung von R2056 kräftig den direkt daneben befindlichen Bakelit-Roederstein Pufferelko, für den die Wärme Gift war. Er wurde rissig und trocknete vollständig aus.



      Die RCL-Messbrücke zeigt bei 1 kHz für diesen praktisch "toten" Elko bei 1 kHz Messfrequenz nur noch eine Kapazität von ca. 5nF statt des Nennwerts 100µF und der Komponententester (AVR-Transistortester) starken Isolationsverlust.
      Man kann hier auch gut sehen, dass der Komponententester, der die Kapazität aus der Lade-/Entladekurve ableitet, eine andere Kapazität "findet" (allerdings in gleicher Grössenordnung). Nämlich 9nF statt der mit der RCL-Brücke ermittelten Kapazität von nur 5 nF. Der Komponententester zeigt auch 11% VLoss als Indiz für den mangelhaften Isolationswiderstand. Ein gesunder 100µF/63V Elko misst typisch VLoss = 0,6-0,9% und ESR = 0,5 - 0,6 Ohm. Bei der Messung mit der RCL-Brücke hängt die Kapazität davon ab, ob man ein serielles Ersatzschaltbild für Kapazität und seriellen Widerstand (=ESR) zugrundelegt oder ein Parallel-Ersatzschaltbild aus Kondensator mit einem parallelen (Leck-)Widerstand und von der Mess-Frequenz. Bei 100Hz Messfrequenz ergibt die Messung mit der RCL-Brücke für das serielle Ersatzschaltbild ebenfalls 9,9nF Kapazität und ESR = 60 Ohm. Dieses Verhalten als (komplexer) Wechselstromwiderstand entspricht bei 100Hz im Parallel-Ersatzschaltbild 8nF mit 528 kOHm Parallelwiderstand. Den schlechten Isolationswiderstand sieht man an der miserablen Güte (Q) von nur 2,7 im Vergleich zu Q=30 bei einem gesunden Vergleichselko. Der Gleichspannungs-Widerstand dieses (defekten) Elkos lag nach abgeschlossener Aufladung im Bereich 40-50 MegOhm.




      Solange kein 3-Filter-Dekoder eingebaut wird, hätte man diesen Elko C2056 an einem dann "unbenutzten Ausgang des 45V Netzteils" auch ersatzlos entfernen können. Im Sinne einer möglichst weitgehenden Erhaltung des Originalzustands habe ich ihn aber ersetzt.

      Nach diesen "Wartungsmassnahmen gab es noch einen Abschlusstest am UKW-Prüfsender/Stereocoder. Der fiel nicht voll zufriedenstellend aus: Die am Display angezeigte Frequenz war bei Mittenabstimmung (mit und ohne AFC) um 50 kHz zu klein. Abhilfe brachte der Neuabgleich des ZF-Ausgangsbandfilters des UKW-Mischteils und des Diskriminators im UKW-ZF-Verstärkers. Anschliessend wieder genaue Frequenzanzeige und Klirrfaktor von < 0,4% bei UKW-Stereo. Im Anschluss an Änderungen im ZF-Bereich ist immer der Stereodekoder neu abzugleichen, um gute Kanaltrennung zu gewährleisten. Hier wurde nach neuer Abstimmung >40dB Kanaltrennung bei 1 kHz erreicht.

      Nach Einstellung von Ruheströmen und DC-Offset der Endstufen und Nullabgleich des Stumm-Moduls waren die Arbeiten abgeschlossen und ich kann Carsten seinen 9241 wieder zurücksenden.


      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      auch nochmal an dieser Stelle meinen allerherzlichsten Dank für Dein absolut unübliches Engagement in dieser Sache. Ich kann Dir gar nicht genug danken.

      Allerdings ist es nicht ganz korrekt, mich als "verstimmt" zu bezeichnen, als der Tausch des Treiberbausteines AY-5-8100 nicht den erwarteten Erfolg brachte.
      Ich war enttäuscht, ja - da ich mich vermeintlich sehr freute, den SABA durch diesen finalen und auch nicht ganz preisgünstigen Tausch letztendlich selbst repariert zu haben (was natürlich niemals ohne diesen Wahnsinnsinput von Dir möglich gewesen wäre...).

      Im Nachhinein bleibt für mich die Erkenntnis, dass ich am eigentlichen Fehler der Signalunterbrechung zwischen Drosselspule und Lötstelle auf der Platine "auch dran" war, diesen letztendlich mit meinen Möglichkeiten jedoch nicht wirklich offenlegen konnte.
      Von der ersten Durchgangsmessung vom getauschten AO808 an hatte ich dort Probleme beim Messen, der Durchgang war mal da und dann wieder nicht, aber ich habe halt auch optisch nichts erkennen können.
      Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass ich bis hin zum Steckerpin der Digitalanzeige immer wieder Spannung messen konnte - evtl. war das Verschicken des Gerätes der finale Tropfen, den der Defekt gebraucht hatte, um wirklich ganz deutlich zutage zu treten, wer weiss....? Ist aber auch eigentlich egal.

      Um so mehr freut es mich jetzt, dass Du dort letztendlich Licht ins Dunkel bringen konntest.

      Abgesehen davon hätte ich natürlich niemals diese ganzen Nachweise über schlechte Bauteile erbringen können - genauso wenig wie die ganzen Einstellarbeiten an den diversen Bauteilen durchführen können - ganz einfach aus mangelndem Fachwissen sowie fehlendem Equipment.

      Nun erwarte ich absolut gespannt den Postboten, um dem 9241 endlich bei mir einen angemessenen Platz geben zu können...

      Bis dahin

      LG Carsten


      PS: was mich natürlich doch etwas verwundert, ist die Tatsache, dass sich eine als "überholt und funktionierend" erworbene Netzteilplatine im Nachhinein als "Defekt" bzw. "Fehlerbehaftet" herausstellt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „WBC“ ()

      Hallo Carsten,
      Ich freue mich mit dir über den Erfolg. Auch wenn Reinhard den Fehler gefunden hat, du hast ja auch ganze Arbeit geleistet, und das waren ja, bis hin zu der Drosselspule, ja nun wirklich keine Anfänger-Defekte.

      Was mich dagegen nicht wundert, ist, dass "sich eine als "überholt und funktionierend" erworbene Netzteilplatine im Nachhinein als "Defekt" bzw. "Fehlerbehaftet" herausstellt." Es wird, insbesondere zum Zwecke der Gewinnmaximierung, sehr viel geschwätzt, wenn der Tag lang ist.

      VG Stefan
      Hallo Carsten, Mitleser,

      Naja, bei mir war die Enttäuschung als Verstimmung rübergekommen, aber - Schwamm drüber!

      Um die Netzteilplatte wollte ich kein großes Tohuwabohu machen,hatte das deshalb nur an der Seite erwähnt.
      Aber da das jetzt hochgezogen wird..."überholt" würde ich die Netzteilplatte nicht bezeichnen, es sind Kondensatoren und Gleichrichter erneuert, das neue Relais eingebaut. Aber die Art und Weise, wie die neuen Elkos eingebaut wurden (unnötige Zusatzbohrungen, Art der Drahtbrücke) und die defekten Lötstellen...?









      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      vielen Dank für die Auflösung des Rätsels! Am Ende zeigt sich wieder, kleiner Fehler große Auswirkung. Zugegeben war die Auffindung des Fehlers etwas schwierig.
      Schön, daß wieder ein Receiver vollständig ins Leben zurückgeholt wurde und hoffentlich Carsten noch lange Freude bereiten wird.

      LG
      Wolfgang
      geht nicht - gibt's nicht!

      Nachteule schrieb:

      für Carsten ein Lob, da er sich die Mühe gemacht hat es selbst zu versuchen


      Ja, das denke ich auch!
      In vielen Fällen kommt es nicht zum Erfolg, weil die Fehlersuche manchmal Umwege macht (und machen muss, denn es gibt oft verschiedene Möglichkeiten abzuklären. Man fängt mit der einfachsten an und endet bei der Aufwendigsten) und die Gerätebesitzer bei der ersten kleinen Hürde gleich "hinschmeissen". Das ist dann für die Hilfestellenden frustrierend, denn am Ende ist es der gemeinsame Erfolg, der motiviert.


      wolfgang.h schrieb:

      Am Ende zeigt sich wieder, kleiner Fehler große Auswirkung. Zugegeben war die Auffindung des Fehlers etwas schwierig.


      Kleiner Fehler, große Wirkung, ja Wolfgang, das stimmt.
      Schwierig war es aber nicht, nur langwierig, was aber die Folge vom Austausch über das Forum, dazwischen Rückfragen, usw. ist. Schwierig nenne ich Fälle, in denen man an einem Punkt ankommt, von dem man nicht mehr weiterkommt. Das war hier nicht. Es gab ja immer den nächsten zielgerichteten Schritt voran.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hi Reinhard,

      die Sache mit dem toten 100 uF an der Decoder-Stelle hatte ich exakt aus demselben Grund auch einmal ... das müssen wir also wohl als einen Fehler ansehen, der häufiger auftritt, wegen Einbau des falschen Decoders.

      Die Lötstellen an der NT-Platine sind ja eigentlich so gewesen, wir wir das schon x-fach gesehen haben, und das sollte bei "revidiert" wirklich nicht mehr auftreten. Eigentlich krass ...

      Besten Gruss,

      Michael
      Hallo Michael,

      ja, "falscher Decoder" in Anführungszeichen. Denn der 2-Filter Dekoder ist auf einer 3-Filter-NF-Hauptplatine nur "falsch", solange bei ihm die Leiterbahn bei PIN 13 noch nicht durchtrennt ist. Danach ist er auch auf der 3-Filter-NF-Hauptplatine richtig und arbeitet nach Neuabgleich mit Stereo-Coder/Messsender auch genauso hervorragend wie der 3-Filter-Decoder. Ich habe bei Carsten's 9241 mit dem 2-Filter-Decoder eine UKW-Stereo-Übersprechdämpfung von 45dB bei 1 kHz, Pilottondämpfung von fast 70 dB und eine Hilfsträgerdämpfung von >90dB gemessen. Besser macht es der 3-Filter-Decoder auch nicht.

      Vielleicht war das nicht bei allen 2-Filter-Dekodern so exzellent wie beim Exemplar in Carsten's Receiver? Der Frequenzabfall oberhalb 15kHz ist auch steil. Die Frage bleibt, weshalb Saba später beim 9241 und 9240S auf den 3-Filter Decoder (wie im 4250 und 4260) umgestellt hat. Jedenfalls sehe ich beim Frequenzgang und Pilotton-/Hilfsträgerdämpfung oder Stereo-Kanaltrennung bei gutem Abgleich keinen Unterschied. Vielleicht gibt es aber da auch unterschiedliche Exemplarstreuung und Abgleich-Abhängigkeit und die sind ggf. beim 3-Filter-Decoder geringer?

      Gruß
      Reinhard
      Hi Reinhard,

      klar -- das Wort "falsch" trifft es nicht. Es ist auch problemlos möglich, die jeweils andere Version einzusetzen, wenn man die kleine Anpassung vornimmt. Ich weiss auch nicht, warum die Änderung vorgenommen wurde. Es ist nur offenbar so, dass im Service gelegentlich die alte Version eingesteckt wurde, wo eigentlich die neue vorgesehen war.

      Bei meinem Exemplar, das ich vor einigen Jahren vom Erstbesitzer für 50 Euro erstanden habe, war innerhalb der Garantie ein Problem mit dem Empfang aufgetreten, und der Decoder wurde dann getauscht. Offenbar ohne dieses kleine Detail zu prüfen. Lief dann viele Jahre ohne Ausfall, aber mit dem Problem der Erhitzung und dem Ausfall des 100 uF.

      Jetzt ist da ein Decoder mit 6 Filtern drin, und alles klappt seither bestens ... wobei ich keine so genauen Messungen machen kann wie Du. Bisher war mein Eindruck, dass die Trennschärfe mit dem 6er besser ist, aber das kann auch reine Einbildung sein. Einen deutlich größeren Einfluss auf die momentane Wiedergabequalität hat bei mir das Wetter, das sich an der Signalstärke auswirkt. Ich habe momentan keine wirklich gute Antenne installiert, sondern nur einen drehbaren Dipol.

      Besten Gruss,

      Michael
      Hallo Michael,

      die Trennschärfe (besser gesagt Stereo-Kanaltrennung, Übersprechdämpfung) hängt nur von der genauen Einstellung des Stereodekoders am IC TCA4500A ab, und die ist ja bei beiden Versionen identisch. Es kann trotzdem sein, dass Du einen Unterschied hörst, nur der könnte aber genausogut andersherum sein. (Auf die HF-/Empfangs-Trennschärfe hat der Dekoder ja keinen Einfluss.)

      Das ist der Grund:
      Es ist ein weit verbreiterter Irrtum im Service, die Module seien ohne Neuabgleich einfach austauschbar, so wie das trotzdem regelmässig gemacht wird. Tatsächlich reagiert der Stereodekoder sehr empfindlich auf nur kleine Verschiebung der ZF-Durchlasskurve und dessen Form und Bandbreite. Deshalb muss man immer mit den Einstell-Trimmpotis bei jedem Austausch des Dekoders und jeder Einstellungsveränderung der ZF, beginnend am ZF-Bandfilter im Mischteil, über den Mutingkreis und den Diskriminatorkreis im ZF-Verstärker, den Dekoder neu abgleichen. Jedes Gerät ist in Bezug auf seine genaue ZF-Durchlasskurve individuell etwas verschieden, deshalb ist der Dekoder nicht einfach ohne Neuanpassung austauschbar (er funktioniert dann zwar, aber nicht optimal hinsichtlich der Kanaltrennung = Übersprechdämpfung). Das ist der Grund, warum Du einen Unterschied wahrnimmst.

      Das häufige Problem ist, dass dem Service ein UKW-Stereocoder-Messender, der für die genaue Einstellung des Stereodecoders nötig ist, nicht zur Verfügung steht. Dann wird notgedrungen so vorgegangen: Mit dem linken Poti (P901) auf dem Decoder der Einstellpunkt gesucht, bei dem die Stereo-LED leuchtet ("19kHz Abgleich") und mit dem rechten Poti (P911) wird - wenn überhaupt - nach Gehör die Phase auf beste Stereotrennung eingestellt. Wenn die Stereo-LED ohne Neueinstellung auch nach Schalten auf "mono" und wieder zurück auf "stereo" zuverlässig leuchtet, was meist der Fall sein wird, wird am besten gar nichts gemacht.
      Einstellen der Phase nach Gehör auf maximale Kanaltrennung funktioniert nicht so gut, da von den Rundfunkanstalten kein UKW-Stereo Test-Ton mehr gesendet wird. In der Frühzeit von Stereo-UKW (z.B. noch 1968) gab es regelmässig "Stereo-Test-Töne", die über UKW gesendet wurden (1 kHz links, 1 kHz rechts, Rauschen aus der Mitte und Rauschen aus dem Raum). Damit konnte der Service auch ohne Stereo-Coder/Messsender den Decoder richtig einstellen und auch die richtige Phase kontrollieren. Es kann sonst leicht passieren, dass man beim Einstellen einen Phasenfehler erzeugt, dann fehlen hinterher bei der Wiedergabe bestimmte Frequenzen, die sich gegenphasig auslöschen und man hört dann "Raumton". Deshalb war auch der Rauschtest wichtig. Testtöne über UKW gibt es ja schon lange nicht mehr. Seitdem bleibt nur: Entweder man hat das nötige Equipment (Stereo-Messsender) oder man macht es nach Höreindruck oder gar nicht. Das Ergebnis nach Höreindruck ist typisch irgendwo zwischen 15 und 25 dB Stereo-Kanaltrennung, nur rein zufällig kann es besser sein. Denn bei 20dB Kanaltrennung bei 1 kHz hat man bereits einen guten Stereoeindruck, darüberhinaus wird es allein durch Hören schwierig, Unterschiede festzustellen, jedenfalls mit dem typischen Musikmaterial, dass man über UKW meist empfängt. Das gleiche gilt, wenn gar nichts gemacht wird, auch in dem Fall ist typisch die Übersprechdämpfung auf ca. 25-35dB verschlechtert, wenn ein Decoder nur einfach "umgesteckt" wird, der auf ein anderes Gerät abgeglichen war. Erst nach Abgleich mit Stereocoder/Messsender erreicht man zuverlässig 40dB Übersprechdämpfung (oder ggf. noch etwas besser).

      Carsten's 9241 hatte - so wie ich ihn bekommen habe - eine UKW-Stereokanaltrennung von 26dB bei 1 kHz (1mV HF, 40kHz Hub, zzgl. 7,5kHz Pilotton Deviation). Das lag aber nicht daran, dass der 2-Filter Dekoder es nicht besser könnte, sondern nur daran, dass er in diesem Gerät unabgeglichen war. Nach Abgleich des Stereodekoders resultierten >40dB bei 1 kHz, genauso gut, wie beim 3-Filter-Decoder angegeben ist. Es ist also in diesem Fall nicht empfehlenswert, den nun perfekt abgeglichenen 2-Filter-Decoder gegen einen 3-Filter-Decoder zu tauschen. Das Ergebnis wird eine Verschlechterung sein, es sei denn, ein Neuabgleich des Decoders mit Stereo-Messender wird durchgeführt.

      Btw. ...bei bewölktem Himmel/Regen merke ich auch eine leichte Empfangsverschlechterung bei UKW-Sendern, die etwas weiter entfernt sind. Bei starkem Regen geht bei mir auch kein Fernsehen über SAT mehr, erst Klötzchen, dann ganz weg. Digital ist also davon auch nicht verschont.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard, hallo all,

      es ist vollbracht, der SABA ist nach seiner langen Reise wohlbehalten und - dank Dir, Reinhard - in Bestzustand hier angekommen und spielt gerade an ITT HIFI 8092 (alles '76-'78)...dazu gerade passend "Hits der 70er" auf WDR 4... mega... :)
      Jetzt steht meine Retro-Anlage endlich.
      Der Dual 1214 kann noch nicht mitspielen, da noch eine DIN-Kupplung fehlt, wie ich gerade feststellen musste.
      Ich bin erstaunt, wie sauber und knackig die Oldies zusammen aufspielen - echt klasse...

      Nun werde ich erstmal ein wenig den Anblick und den Sound geniessen.

      Nochmal einen ganz großen Dank an das Forum hier - ohne euch wäre ich jetzt nicht in der Lage, dieses tolle Gerät hier erleben zu dürfen...thx...


      LG Carsten
      Bilder
      • 20200312_160838.jpg

        100,87 kB, 1.021×318, 13 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „WBC“ ()