Zögerndes spulen beim Saba CS 2000

      Und ich muss mich berichtigen- das Zwischenrad/Kupplung links im Bild ist nicht der Antrieb für das Umspulen einer Kassette- sondern treibt lediglich
      bei Play-Betrieb den rechten Wickel mit an. Der Umspulantrieb erfolgt über das
      rechte Rad mit Gummi, das seine Kraft von der Schwungmasse erhält. Wieder was gelernt.


      Die Kupplung im Zwischenrad macht ja nur dann Sinn, wenn die Kraft bei "Play" zum rechten Bandwickel schwächer als der Kapstanantrieb ist und verzögert auf den Wickel übertragen wird.
      Meine Zeit war die Zeit, als man noch Zeit hatte, sich Zeit zu nehmen...
      Kopf hoch,au wenn de Hals dreckig isch ;( .....
      Jetzt muss ich erst mal sehen, dass der Gummi rechts auf dem Rad wieder griffig wird, ob auswechseln so einfach geht.....? :undnun: Da müsste ich an den Grundrahmen gehen, diesen zu öffnen ohne eine "Explosionszeichnung" des Laufwerkes ist riskant. Weiteres morgen, für heute reichts mir erst mal, sonst....:confused: --Hans--
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      So, heute ist es mir gelungen, die Kupplung auszubauen. Der Filz ist glatt und die zwei Scheiben der Kupplung ließen sich leicht gegeneinander drehen. Bei genauer Betrachtung fällt mir ein weislicher Belag am inneren Rand des Filzes auf, es sieht aus, als ob die Achse, die im Bronzelager läuft, mit etwas Silikonfett oder ähnlichem geschmiert wurde. Von diesem Schmierstof scheint sich im Laufe der Zeit ein bischen in Richtung Filz bewegt zu haben und hatte diesen kontaminiert. Vielleicht könnte es genügen, die Komponenten der Kupplung unter gut warmem Wasser mit einem Fettlöser unter Zuhilfenahme einer Zahnbürste wieder davon freizubekommen.


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      Die Kupplung ist wieder im Laufwerk und in Ordnung, die Schwungmasse wieder eingesetzt, die Riemen aufgezogen. Funktion ist gegeben, als nächstes müsste ich versuchen, den Klappenmechanismus abzubauen um an die Wickelteller/Dorne zu gelangen. Dazu müsste ich noch die Frontplatte abbauen, der Klappenmechanismus ist erst richtig zugänglich und abbaubar, wenn das Laufwerk ganz ausgebaut/freigeschraubt ist. Die Funktion Spulen hängt noch gravierend vom Zustand der Wickeltellergummis ab. Ob ich da heute noch rangehe, mal sehen....
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      Ich habe mich heute noch entschlossen, die Wickelteller freizulegen, die Gummis können abgenommen, überarbeitet oder ausgewechselt werden. Dazu ist vorher der hintere Klappenmechanismus abzubauen, nicht so einfach.


      Nach Entfernen der hinteren Klappe sind die Wickelteller gut zugänglich


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      Vor Abnahme des ersten Tellers habe ich zur Sichtkontrolle noch die Rücklauftaste gedrückt und bekomme so ein Bild des Funktionsablaufes von vorne. Die Kraft wird hinten mittels Riemen vom Motor zum Schwungrad, vom Schwungrad auf das gummibereifte Kunststoffrad zwischen den Wickeltellern übertragen, dieses treibt auf der Vorderseite blank wieder auf ein kleines Zwischenrädchen mit Gummi auf den linken Wickelteller für den Bandrücklauf- ziemlich viele Durchrutschmöglichkeiten.


      Hier ist der linke Wickelteller abgenommen, der Gummi kann leicht bearbeitet oder gewechselt werden.

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      Heute habe ich noch die Bereifung der Wickelteller bearbeitet, der Gummi ist noch gut im Material und wieder griffig, ebenso der Gummi auf dem kleinsten
      Zwischenrädchen. Eine gewaltige Pfrimelei ist das Wiedereinsetzen der Sicherungsringchen, welche die Wickelteller auf den Achsen halten, die sind gerade mal 1,5mm im Durchmesser. Probiert hab ich`s auch schon, der Anzug ist wieder enorm. Später nach dem Zusammenbau wird noch mit Kassette getestet, dann ist gut.

      Alles wieder glücklich reinbekommen...
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      Mein Projekt CS2000 ist erstmal beendet, das Gerät wieder zusammengebaut.
      Arbeit war genug damit verbunden. Resumee: Play geht gut, der schnelle Vorlauf zieht stramm bis ans Bandende durch, der Rücklauf zieht ebenso stramm an, das Band hält an kurz, ein paar Wickelumdrehungen vor Anfang der Kassette. Vielleicht hat noch jemand eine Idee dazu, die Federn der Zwischerollen etwas nachspannen oder ähnlich. Wenn es der Motor wäre, dann würde er den Capstan auch nicht ordentlich und gleichmäßig antreiben können, sowas merkt man dann auch. Vielleicht ist ja auch die Idee der Transmission fürs Rückspulen bei diesem Gerät etwas unglücklich realisiert.
      Im Moment kann ich damit leben. --Hans--
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      Hallo Hans,

      so etwas habe ich schon geraume Zeit nicht gemacht, weiss aber, wie mühsam das Zerlegen und wieder Zusammenbauen ist.

      Erstaunlich finde ich: Damals hat man beim Erscheinen dieser Geräte darüber gelästert, wie klein und empfindlich diese Lauufwerke waren. Man war von den schweren Tonbandmaschinen verwöhnt. Heute hat man den umgekehrten Eindruck- so ein Laufwerk ist stabil und massiv gebaut, super solide, für die Ewigkeit.
      So ist alles relativ...
      Achim
      Hallo Hans,
      das 2000er ist doch ein 2-Motor Deck. Der eine Motor treibt doch nur den Capstan an, der andere die Wickeldorne. Oder erinnere ich mich da falsch?
      Ist denn der Riemen von dem Motor für das Spulen noch OK? Wenn der leicht rutschen kann, braucht nur eine Bremse (für Rücklauf) etwas stramm sein, und das Problem ist da.
      Aber die Idee mit den Federn der Zwischenrädchen ist nicht schlecht. Ich habe in der 9940 Anlage diesen Pabst Toplader, ein tolles Ding, aber bei dem habe ich auch eine Feder für ein Zwischenrädchen einfach zwei Spiral-Umdrehungen gekürzt. Seitdem spult es wieder viel besser.
      Gruß, Gunnar
      Ja, Achim, der CS2000 ist mir über den Weg und ins Werkstättchen gekommen und ich konnte dazu schlecht nein sagen, bevor schlimmeres damit geschehen wäre. Die Anlage war übrigens komplett mit Verstärker und Tuner, ein anspruchvolles Projekt. Die Geräte sahen fast alle aus wie frisch aus der Fabrikation- eine Haushaltsauflösung, beim Vorbesitzer wahrscheinlich gehegt wie ein Heiligtum.
      Gunnar- ja der kleinere, obere Motor, zu sehen auf den Bildern des rückwärtigen Aufbaus, treibt tatsächlich nur den rechten Wickel, um das Band gleichmäßig aufzuwickeln im Play-Mode-und möglich auch das schnelle Vorspulen- war gut, dass ich die wieder gerichtet habe. Die anderen Spul/Wickel- Funktionen übernimmt der Motor, der das Schwungrad antreibt- hier Capstan und über die Transmission über das kleine Zwischenrad vorne den schwächelnden Rückspuler...
      Übrigens- kombiniertes Vor-und Rückspulen bräuchte ein schwenkbares Zwischenrad mit Schleifkupplung, das zwischen linkem und rechtem Wickelteller schwenkt, je nach Funktion. Diese Lösung habe ich bei japanischen Decks des öfteren verbaut gesehen, nur eben hier nicht
      Meine Zeit war die Zeit, als man noch Zeit hatte, sich Zeit zu nehmen...
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      Hallo,

      ich wollte hier noch eine Zusatzinfo geben. Habe selbst die letzten Tage ein Saba CS 2000 wieder aufgearbeitet und instand gesetzt das jetzt sehr gut läuft, auch Bestens spult usw. sowie sehr stabil abspielt. Es ist Teil meiner Saba-Anlage, bestehend aus dem Saba 910 Direct Drive Plattenspieler, dem TS 2000 Tuner sowie dem VS 2160 Verstärker. Letzteren ich noch gemäß dem "Optimierungsthread VS 2160" hier im Forum:

      Link: VS 2160 / Hybridendstufe

      umbauen muss (da beide Darlington-STK sind kaputt).

      Mein CS 2000 machte auch Probleme, selbst nachdem ich die Rutschkupplung überarbeitet hatte (Filz gereinigt, aufgeraut). Die finale Lösung kam mir dann bei mehrmaligem Probieren eher zufällig: Die Rutschkupplung läßt sich nämlich einstellen (Federspannung). Dazu kann man die hintere Blechscheibe mit dem kleinen, weißen Plastikteil (nennen wir es mal "Plastikmutter", gesichert mit dem grünen Lack) weiter nach vorne auf der Achse (Richtung Kassettenfach) verschieben. Mit etwas Druck den Lack lösen. Somit die Federspannung entsprechend erhöhen und damit greift die Kupplung und alles weitere wieder prächtig. Habe bereits +10 komplette C90 Kassetten (beidseitig) "runter" alles Bestens. Nicht vergessen wieder mit etwas Lack die Metallscheibe/Plastikteil an der Achse sichern. Ggf.probieren welche Einstellung (Vorspannung) optimal ist, habe ca. 50% nach hinten auf der Achse versetzt. Die Gummis/Riemen habe ich auch erneuert und allen Bandlauf, Reibräder usw. gereinigt. Der ganze Antrieb hat nun wieder ordentlich Kraft und packt richtig zu.

      Vielleicht hilft dieser Tipp ja dem einen oder anderen eine der schönen alten Teile wieder instand zusetzen.

      P.S. Ich verwende nochmals das Bild von User Hyperspace (unten) an dem ich mit den orangen Pfeilen die betreffende Einstelloption markiert habe.

      Gruß Hifi61

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hifi61“ ()

      Ich muß mal etwas schwärmen.

      Solche Laufwerke für CompactCassetten - damals oft genug etwas mitleidig belächelt - sind imho welche von den immer weniger werdenden zukunftsfähigen Kassettenabspiel-Möglichkeiten.

      Sie haben einige Zutaten die kein völlig überladenes, von Mechanik- und Elektronik-Spielereien nur so strotzendes "Superhype-NakaRevoHERkeidemahamichi" für die Zukunft bieten kann.

      - Die Mechanik ist überwiegend robust und aus Metall.
      - Das Grundkonstrukt entspricht etwa der originalen Ur-Ausführung von Philips, die Betätigung der Funktionen ist mechanisch und somit fast unzerstörbar.
      - Der Nebentrieb für den Aufwickeldorn ist mittels Andruckarm und großer Rolle direkt an der Schwungmasse abgenommen, nicht wie bei manchen Geräten mit klemmigen/brüchigen Zahnrädern, die beim Ableben so gut wie irreparabel sind.
      - Der Umspul-Betrieb geschieht autark über Reibrolle, Umsetzung auf die Oberseite der Chassis-Platine und dort wieder mit robusten Reibrädern.
      - Reibungsverluste sind jederzeit reversibel durch weichmachen der Gummibeschichtung oder deren Ersatz, Ersatzteile hat jeder in der Kiste liegen, der mal ein paar Jahrzehnte lang Schrottlaufwerke nicht ungeschlachtet wegwirft. Notfalls gehen O-Ringe.
      - Einzig ein schlagendes Kapstanrad/-welle oder deren Lagerbeschädigung wären etwas schwierigere Fälle.

      Die hier aufgeführten Fehlerfälle stellt man recht einfach ab.

      - Wiedergabe-Nebentrieb:
      Die Friktion auseinander nehmen, alles entfetten, reinigen mit Iso, Schraubenfeder nachspannen, Filz mit Zahnbürste von Fremdmaterial reinigen, Weißfett/Vaseline auf die Achse und überschüssige Reste abwischen, alles zusammenbauen, Klemmung wie vorgesehen festlegen.
      Aufwickelkraft muß hinterher auch bei schwerlaufenden und klemmenden Kassetten ausreichen das sich keine Schlaufen bilden. Die Automatik muß abschalten können bevor eine Bandschlaufe austritt.

      - Wickeltrieb:
      - Die Gummiringe auf den Reibrädern müssen weich und nicht rissig sein.
      Einfache Reinigung mit Iso
      Fortgeschrittene Reinigung durch Abziehen und Einweichen in kochendem Wasser,
      Pflege mit Glycerin/Walzenreiniger.
      Bei dennoch fehlender Wickelkraft sind die Federspannungen und Rastungen der Betätigungsarme zu prüfen.

      Das Laufwerk ist so wie von mir beschrieben in sich schlüssig, was da ein zweiter Motor tun sollte ist mir nicht ganz einsichtig, wenn das jemand aufklären kann, dann raus mit der Sprache. Die Drehmomente zweier Motoren an ein und der selben Stelle würden zu Rucken und Schlägen im Antrieb führen, genau das was man nicht haben will. Aus den Abbildungen geht auch nichts hervor das auf einen zweiten Motor schließen ließe.


      Gruß Jogi
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      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

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