Angepinnt Grundlagen der Röhrentechnik, Vorwort

      Hallo an alle,

      ich möchte mit diesem neuen Beitrag den Versuch starten, die Grundlagen der Röhrentechnik allen etwas näher zu bringen. Achim und Peter stehen sicher schon in den Startlöchern und auch Peter L. und andere möchte ich nicht aufhalten...

      Der Aufbau wird systematisch sein, d.h. der Beitrag wird sich in mehrere Kapitel untergliedern.

      Prinzipiell soll dieser Beitrag als "read only", also als Informationsstand zu sehen sein, Zwischenposts, die nichts unmittelbar mit dem Thema zu tun haben, werden gelöscht oder verschoben. Natürlich darf jedes Kapitel sinnvoll ergänzt bzw. Fehler angesprochen werden.

      Sollte ein Mitleser Fragen haben, dürfen diese selbstverständlich auch gerne gestellt werden.

      Gehen wir es an !!

      Gruß, Dieter
      Ich hatte mich ja schon als Laie in Bezug auf Elektronik geoutet.

      Aber vielleicht gerade deshalb schwebt mir eine Frage im Kopf herum.
      Wenn man mit einer Röhre einen Strom schaltet oder steuert, ist das doch vom Ergebnis sicher dasselbe wie bei dem Nachfolger der Röhren; dem Transistor.

      Das heißt, ich könnte doch theoretisch eine bestimmte Schaltung (z.B. einen Schmitt-Trigger) sowohl als Röhrenausführung als auch mit Transistoren verwirklichen.
      Die Schaltung sollte dann auch sehr ähnlich aussehen.
      Von der Peripherie, die man zum Betrieb einer Röhre braucht (Heizung etc.) einmal abgesehen.

      Wieso (und das ist die eigentliche Frage), haben Röhrenradios über Jahre der Entwicklung und bei gutem Klang nur bis zu knapp 10 Röhren verbaut, während die jeweiligen transistorisierten Nachfolger nur ein Modelljahr später durch die Bank mit einem Vielfachen an Halbleitern auftauchen.

      Mir ist das auf der Suche nach einem Röhrenreceiver in alten Musiktruhen aufgefallen. Bei "radiomuseum.org" kann man den Sprung in der Zahl der Regelkreise Ende der 60er mit Einführung der Halbleiter schön sehen.

      Klangmäßig ist allerdings kein entsprechender Quantensprung erfolgt; eher im Gegenteil.
      Gruß vom Bert
      Wie in einer anderen Beitragsfolge schon geschrieben wurde- Wikipedia- Zeug ist mit Vorsicht zu genießen !

      Und... Wenn man sich die Mühe macht, eine Wiki- Antwort für eine vor 3 Jahren (!) gestellte Frage zu suchen- dann doch erst mal die passende Antwort zur Frage !!!

      Der Fragesteller fragte nämlich nicht, welche Bauelemente besser seien.

      Die Antwort geb`ich mal hier, weil es ja auch Mitleser gibt:

      Man kann Empfänger durchaus mit der gleichen Anzahl Röhren (-funktionen !) und Transistoren bauen. Das ging sogar schon sehr kurz nach Einführung der Transistoren.
      Beispiel: A130 "Transit", ein Autoradio- Ende 60er bis etwa Mitte 80er Jahre gebaut, letzteres ist nicht mal bei Radiomuseum nachlesbar.
      Ich hatte Tausende auf dem Tisch, darum den mal als Beispiel.
      Transistoren:
      1 x Abgestimmte Vorstufe AM
      2 Stück im UKW- Tuner
      1 x (selbstschwingender) Mischer
      2 Stück in ZF
      1 x NF
      1 x NF
      1 x Treiber
      2 Stück Trafo- Gegentaktendstufe
      2 Dioden Ratiodetektor
      1 Diode AM- Demodulator
      (Stromversorgung mal weggelassen)

      Das entspricht einem Großsuper (AM- HF- Vorstufe !) mit ECC 85 (Tuner), EF 89 (Vorst.), ECH 81, EF 89, EF 89, EABC 80, ECC 81/83 (NF), 2 x EL 84(Trafo- Gegentakt). (Stromversorgung mal weggelassen)
      3 Trioden in NF- Vorstufen gab es oft, zwischen 2 Trioden waren pegelschluckende Klangstellnetzwerke verbaut, die 3. Triode holte den Pegel wieder hoch.

      Also ein durchaus ähnliches Empfängerkonzept.

      Warum mit der Zeit mehr Transis (und andere Halbleiter)?
      Transistoren sind viel kleiner, und benötigen keine "Eigenenergie" in Form von Heizung, so liegt es nahe, ...zig Sonderfunktionen zu realisieren, die bei Röhren eher unüblich sind.

      (Auch das genannte Transisror- Autoradio hat eine Stabilisierung, 2 Transis, 1 Selenstabi, die man evtl. gegen eine Netzgleichrichtung mit den 2 Röhrenfunktionen einer EZ aufrechnen könnte)

      Es waren stabilisierte Netzteile, eisenlose Endstufen, Stereodekoder und Fernbedienungs- Baugruppen, die bald die Anzahl derTransistoren in die Höhe trieben.
      Es ist alles bereits gesagt, nur noch nicht von jedem.

      Also ich auch noch.
      Es war in der frühen Transistorzeit durchaus üblich Schaltungen aus Röhrenzeiten abzubauen, in der Evolutionskette entwickelten sich diese dann organisch weiter und es kamen neue hinzu.
      Empfänger-Röhren sind im (hinkenden) Vergleich zu anderen aktiven Bauteilen eher Multifunktions-ICs mit Heizung, aber keine Einzeltransistoren.

      So eine Regelheptode/Hexode eines Röhrensuper kann man mit einem Einzeltransistor garnicht gut nachbilden. Eine andere Herangehensweise oder mehr Transistoren müßten sie ersetzen.

      Die Wiki schreibt in dem Link natürlich auch gleich wieder Käse, wie erwartet. Besser gesagt eine Klein-Fritzchen-Ansichtsweise der Sache, wenn sie da behauptet:
      "Röhren zerren auf harmonischen Obertönen. Dadurch wurde schon Rockgeschichte geschrieben."

      Von dem unsachlichen Ende mal ganz abgesehen, ist das schlicht falsch.
      Das Verzerrungsverhalten von Scheltungen bestimmt der Entwickler über die Wahl und Auslegung der Schaltung.
      Oder konkret und relativ anschaulich geschildert:
      Eine nicht gegengekoppelte Emitterschaltung des Transistors, klingt unter Umständen k2-lastiger (wärmer? Vorsicht mit solchen Verzierungen) als eine gut gezügelte und ideal beschaltete Pentode.
      Was ist da nun dran schuld? Voodoo?
      Nein Elektrotechnik, und die allüberall geltende Physik, die auch vor gekrümmten Kennlinien nicht halt macht.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      So eine Regelheptode/Hexode eines Röhrensuper kann man mit einem Einzeltransistor garnicht gut nachbilden. Eine andere Herangehensweise oder mehr Transistoren müßten sie ersetzen.

      Es ging mehr um den Vergleich der Anzahl der Funktionen.
      Eine Heptode/ Triode sind selbstverständlich 2 Röhren(funktionen), aber nur 1 Gesamtfunktion Mischer, die sogar nur EIN Transi erfüllen kann.
      Klar hinkt der Vergleich, weil diese regelbaren Verbundröhrenmischer der Standard waren, es gibt aber durchaus auch "1- Röhren- Mischer".
      Ausarbeitung dazu.

      Ja, Jogi, der Wiki- Artikel ist so grottig, daß ich mir da einen Kommentar erspart habe.

      Olaf (br16)
    • Benutzer online 1

      1 Besucher