Graetz Belcanto 300

      Hallo an alle,

      leider kein Röhrengerät dafür ein solider, aufgeräumter Receiver aus deutschen Landen anfangs der Siebziger.

      Die Empfangseigenschaften sind sehr gut, die Leistung der Endstufen mehr als ausreichend, das Design absolut ansprechend.

      Problem bei meinem Gerät: kein Stereo, Decoder stellt sich tot. Ich komme ohne Schaltbild nicht weiter.

      Wer es auf seiner Harddisk oder im Ordner hat möge es mir zukommen lassen.





      Gruß, Dieter
      Hallo zusammen,
      auch wenn das Thema hier schon etwas älter ist, möchte ich gerne eine Frage zum Graetz Belcanto 300s stellen.

      Ich habe das Gerät vor kurzem gekauft, weil ich den 4-fach abgestimmten UKW-Tuner in Kombination mit den noch mit Germanium-Transistoren bestückten Endstufen interessant fand.

      Mein Gerät funktioniert nach dem Tausch einiger der kleinen Elektrolyt-Kondensatoren, der Reparatur der diversen Lämpchen und des Abstimmungs-Anzeigeinstrumentes (hing fest) zufrieden stellend. Auch der Stereo-Dekoder funktioniert nach Austausch der kleinen Elkos wieder (ging am Anfang nicht).
      Bei den getauschten Elkos war auch derjenige des Ratio-Detektors.

      Übrigens ist dies mein erstes Gerät, bei dem die ZF-Filter nicht auf das obere sondern das untere Maximum abzugleichen sind (steht so im Service-Manual).

      Leider ist es bei meinem Gerät so, dass bei UKW-Empfang ein merklicher Brumm in Modulationspausen zu hören ist, welcher bei allen anderen Quellen nicht da ist. Da ich mir diesen Brumm, der vor den Lautstärke- und Klangstellern entsteht, nicht so recht erklären kann und das UKW-Mischteil mit nur 1cm Abstand zum Netztrafo montiert ist, habe ich die Vermutung, dass das Magnetfeld des Netztrafos in das UKW-Mischteil einstrahlt und das Brummen verursacht. Um dies zu überprüfen, habe ich probeweise die Versorgungsspannung mal mit einer separaten Gleichspannungsquelle eingespeist und siehe da, das Brummen war weg, das Niveau der Hintergrundgeräusche entsprach dem der NF-Eingänge.
      Hat zufällig noch jemand hier so ein Gerät und könnte meine Beobachtung gegen prüfen?

      Kurz zu mir:
      Nach der Überarbeitung diverser Röhrenradios (ca. 1955 bis zu diversen HF-Stereo-Geräten) kamen Geräte mit Frequenzzählern in die Sammlung (Grundig T3000, R3000), einige Nordmende-Japaner und - was sonst - ein SABA 9241. Die Grundig-Geräte und der 9241 konnte ich dank der vielen Infos hier im Forum erfolgreich überarbeiten, wobei ich für das Stationstastenproblem bei den Grundigs statt der Kugelschreiberfeder lieber eine Lösung mit sogenannten "Schaltschieberfedern", die man sonst in alten Märklin-Loks findet, verwende. Ich bin auch schon einem gealterten Eingangstransistor in einem der Grundig-Frequenzzählermodule auf die Schliche gekommen, das sporadisch eine falsche Frequenz anzeigte.

      Gruß

      Claus

      CanC schrieb:

      Leider ist es bei meinem Gerät so, dass bei UKW-Empfang ein merklicher Brumm in Modulationspausen zu hören ist, welcher bei allen anderen Quellen nicht da ist. Da ich mir diesen Brumm, der vor den Lautstärke- und Klangstellern entsteht, nicht so recht erklären kann und das UKW-Mischteil mit nur 1cm Abstand zum Netztrafo montiert ist, habe ich die Vermutung, dass das Magnetfeld des Netztrafos in das UKW-Mischteil einstrahlt und das Brummen verursacht. Um dies zu überprüfen, habe ich probeweise die Versorgungsspannung mal mit einer separaten Gleichspannungsquelle eingespeist und siehe da, das Brum


      Hallo Claus.
      Welche Spannung hast Du ersetzt? Nur die UKW-Box oder Alles.
      d.h. der Trafo war dabei total stromlos, oder im Leerlauf am Netz ?
      2.0: ist es ausgeschlossen, das weder Du noch sonnst wer, den UKW-Osz.-Kern erneuert hat?

      decoder

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      Netzteil einfach nochmal gründlich checken, da wo die Versorgung abgeleitet wird.
      Gab damals nicht selten Netzteilprobleme mit diesen ansonsten gußeisernen Geräten.
      Gruß Jogi
      -------------
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      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo zusammen,
      sorry für die unpräzise Formulierung und Danke für die ersten Denkansätze.
      Ersetzt habe ich die komplette Gleichspannungsversorgung, ich habe dazu die Ersatzspannung hinter dem großen grauen Gleichrichter quasi am 5000µF-Lade-Elko eingespeist. Der originale Trafo war dabei spannungslos. Den Stromkreis des Lämpchens für die Stereo-Anzeige habe ich unversorgt gelassen (hat einen separaten Selen-Gleichrichter, der an der Versorgung der Skalenlampen hängt).
      Die UKW-Box habe ich nicht aufgemacht, noch an einem der Abgleichpunkte herum gedreht. Da das Gerät jedoch erst seit kurzem in meinem Besitz ist, kann ich natürlich nicht zu 100% ausschließen, dass jemand da schon seine Finger drin hatte. Werkzeugspuren sind aber so nicht erkennbar, auch der Rest vom Gerät sah vor der Kondensator-Kur jungfreulich aus.

      Gruß
      Claus

      Jogi: was meinst Du mit der Formulierung "da wo die Versorgung abgeleitet wird"?

      Gruß

      Jogi schrieb:

      Netzteil einfach nochmal gründlich checken, da wo die Versorgung abgeleitet wird.
      Gab damals nicht selten Netzteilprobleme mit diesen ansonsten gußeisernen Geräten.

      Ja Weil JOGI kein Schaltbild hat , Du keines zeigst, kann er nur pauschal antworten.
      Er meint:
      es gibt eine Sieblette mit R802 330 Ohm, einen Elko C803 500uF, eine Z-Diode D7601 ZF12.
      Arbeitet diese Kette nicht richtig, wird der UKW-Osc. brummmoduliert und die NF ist verseucht.
      Also, die +12 Volt ersetzen, den Rest mit TRAFO laufen lassen und das Ergebnis zeigen.
      decoder

      Nicht jeder ist bereit im RMorg gegen Punktabzug das Schaltbild zu kaufen- ;(
      IN NL Hier: nvhr.nl/gfgf/schema.asp?Zoeken…rterenOp=&isSubmitted=yes

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      Hallo,
      danke für den Hinweis, dem ich gerne nachgehe.
      Bezüglich dem Hochladen von Schaltbildern bin ich vorsichtig, ich weis ja nicht, ob es da noch Rechteinhaber gibt. Ich selbst war bei elektrotanya fündig geworden, wobei die Qualität trotz der Dateigröße nicht die beste ist. Auf die sehr datenreduzierten Versionen vom RM Org greife ich nur dann zurück, wenn ich keine andere Quelle finde.
      Gruß

      Claus
      Hallo,
      ich habe den Vorwiderstand der Z-Diode auf der speisenden Seite ausgelötet und mit 2 9V-Batteriene 18V eingespeist, Stromfluss knapp 19mA. Leider brachte dies im unmittelbaren Vergleich keine Besserung. Das Hochlaufen der Spannung an C803 (500µF) deuet zumindest darauf hin, dass dieser noch funktioniert. Testweise habe ich parallel zu C802 (1000µF) einen weiteren 1000µF-Kondensator angelötet. Auch das brachte keine Verbesserung.
      Gruß
      Claus
      Hans sagts :thumbup:

      Ich habe mir leider immer mal und am Ende so gut wie alle Service Manuale abluchsen lassen.
      Es gab mal den gesamten Bestand einer größeren Werkstatt eines Freundes der aufgeben mußte, als man davon nicht mehr leben konnte.
      Außerdem sehe ich mehr Bedenken ohne fundierte Diagramme aufzutauchen und von Sonne Mond und Sternen zu reden als die Gefahr einer Abmahnung, vor der außerdem noch Kniffe wie das Bringen von Auszügen stehen.

      Das Netzteil war bei der Serie so einfach das es nicht viel falsch zu machen gibt beim Messen.
      Den Lastabwurf hast du schon geprobt, schließe im Umkehrschluß solange die Spannungsverbraucher wieder an, bis der drankommt der das Brummen verursacht.

      Weitere, selber einzubauende Brummquelle ist auch eine "Kondensatorkur" (pfui).
      Nicht selten wird sich dabei vertan und verpolte oder zu niedrig belastbare Sieb-Kondensatoren in irgendeiner hinterletzten Baugruppe, und sei es der Entzerrer-Vorverstärker, sieden still vor sich hin und überlasten die Spannungsversorgung, was dann Brummen auslöst.

      Nochmalige Kontrolle, bedächtig und mit Ruhe, kann da nicht schaden.

      //Überschneidung, sehe ich gerade.
      Gruß Jogi
      -------------
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Claus.
      Alles gut gemacht, aber ?
      Viele Moeglichkeiten gibt es nicht mehr.
      Eine vage noch die AFC. Die pins 209 mit 210 an der UKW-Box galvanisch verbinden . Und ?

      Dass der Entwickler sehr mutig war kann ich ihm bescheinigen.
      Keine Abschirmung mit Fe oder Cu, schneidig!"

      Wir wissen nicht was in der UKW-Box gemacht wurde. (Kern im Oszillator)
      Nachdem heute die Netzspanung höher und damit der Trafo hoch in die Induktion fährt, konnte der ITT Mann nicht wissen. Der ganze Störnebel auf dem Netz, folgt nicht mehr der Theorie des Entwicklers, dass er das Streufeld „im Griff hat“
      Ich kann jetzt nicht einfach behaupten das sei nornal oder Du zu kritisch mit den Ohren.

      Ich gebe daher den Auftrag an Seite 1 zurück,
      „Hat zufällig noch jemand hier so ein Gerät und
      könnte meine Beobachtung gegen prüfen?“
      hans

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      Hallo Jogi, hallo Hans,
      die Kondensator-Kur war an diversen Stellen nötig, da die Elkos (Kapazitätsbereich bis 10µF) tatsächlich keine brauchbare Kapazität mehr und teilweise auch Kurzschlüsse hatten.
      Ich habe mich bemüht, alle Elkos richtig herum einzulöten, werde dem Hinweis aber nachgehen. Die neuen Elkos habe ich vor dem Einbau getestet - was aber nichts heißen muss, wie ich jetzt bei einer Charge 330µF-Elkos lernen musste (für LED-Beleuchtung in einem anderen Projekt - verloren kurz nach der ersten Inbetriebnahme gut 85% ihrer Kapazität).
      Den Test "pins 209 mit 210 an der UKW-Box galvanisch verbinden" werde ich morgen mal ausprobieren und mal eine niedrigere Netzspannung (über Stelltrafo) versuchen.
      Ich werde auch noch ein Oszi-Guck anschließen, damit ich eine Größenordnung zwischen Nutzsignal und Brumm benennen kann, kann aber etwas dauern, jenachdem, wann auf WDR5 wieder längere Sprachbeiträge eine solche Untersuchung zulassen.
      Wenn das getan ist, berichte ich.
      Schönen Sonntag Abend noch.
      Gruß
      Claus
      Hallo Claus.
      Eine brummfreien UKW -Träger kannst Du selbst erzeugen:
      Den GRAETZ auf ca. 108MHz stellen. Ein UKW-Batterieradio Koffer mit kurz ausgezogener Antenne) in die Nähe der Antennenbuchsen des GRAETZ halten. (notfalls dort einen kurzen Draht in die Ant-Bu stecken)
      Den Koffer ca. auf 108 -10,7(ZF) MHz stellen bis Du den Träger des Kofferoszillators empfängst (Rauschen wir mininal )
      hans

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      Neu

      Hallo zusammen,
      ich war gestern fleißig, konnte mir aber die Ergebnisse noch nicht so recht erklären, so dass ich meine Tests heute nochmal wiederholt habe.
      Vorab: Die korrekte Polarität der von mir ausgetauschten Elkos habe ich anhand des Service-Manuals geprüft, wobei auffiel, dass C365 im Platinenprint verkehrt herum eingezeichnet ist - im Radio hatte ich die Polarität des ursprünglichen Elkos übernommen. Die gemessene Spannung zeigte die korrekte Polarität. Dazu habe ich die anderen im Gerät verbliebenen Elkos der Siebkette mit dem Elko-Tester untersucht und nichts auffälliges erkennen können.

      Ich hatte gestern meinen Stereocoder (Grundig SC5A) als HF-Quelle benutzt - den Tip von Hans hatte ich da noch nicht gelesen.
      Heute habe ich die Messung mit dem batterie-betriebenen Kofferradio wiederholt.
      Um eine Vorstellung zum Pegel zu bekommen, die normale Radiosender am Lautsprecher ergeben, habe ich einen solchen ebenfalls gemessen, dieser ist im folgenden mein Bezugspegel. Dabei zeigt sich folgendes Bild:

      bei Versorgung mit externem AC-Netzteil und mit Spannung am internen Trafo: Pegel-Differenz ca. 26dB
      bei Versorgung mit externem AC-Netzteil und spannungsfreiem internen Trafo: Pegel-Differenz ca. 34dB
      bei Versorgung mit externem DC-Netzteil und mit Spannung am internen Trafo: Pegel-Differenz ca. 29dB
      bei Versorgung mit externem DC-Netzteil und spannungsfreiem internen Trafo: Pegel-Differenz ca. 52dB
      bei Versorgung mit internem Netzteil: Pegel-Differenz ca. 28dB

      Die Pegeldifferenz bezieht sich auf meinen Bezugspegel. Gemessen wurden die Spannungen mit einem Hameg 20MHz Oszilloskop.

      Die Einspeisung vom externen AC-Netzteil erfolgte in den geräteeigenen Gleichrichter Gr 801 an der Lötleiste des Netztrafos, dessen eines Windungsende abgelötet wurde.
      Die Einspeisung vom externen DC-Netzteil erfolgte parallel zum 5000µF-Ladeelko (hinter dem Gleichrichter Gr 801.

      Spannend ist aus meiner Sicht die deutliche Differenz bei der Versorgung mit dem externen DC-Netzteil, wo der Unterschied zwischen spannungsfreiem und mit Netzspannung versorgten internem Trafo (Netztrafo des Belconto) über 20dB beträgt. Ich würde das so deuten, dass der Netztrafo tatsächlich Auswirkungen auf das UKW-Mischteil hat. Unterstrichen wird dies auch durch die Messung mit dem externen AC-Netzteil als Stromversorgung, wo der Unterschied aber deutlich kleiner ausfällt, was ich mir aber noch nicht erklären kann.

      Keine nennenswerte Auswirkung hat die mit 230V heute höhere Netzspannung. Ich habe die Spannung mittels Stelltrafo bis auf 210V reduziert, ohne dass sich das Brummen merklich reduziert hätte.

      Ich bin immer noch etwas ratlos. Vielleicht muss ich noch einen prüfenden Blick auf den Gleichrichter bzw. den Stromverlauf auf der AC-seite werfen?

      Soweit für heute.

      Gruß

      Claus
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