Löten

      Den Salmiakstein benutzt man, um reine Kupferspitzen zu verzinnen, da Cu unter Hitze sehr schnell oxydiert und schwarzes Kupferoxyd in das Lot gelangen würde. Dies ist aber nur für Klempner interessant, die Elektronikerkolbenlötspitzen sind Dauerspitzen und brauchen keine Reinigung, außer ab und zu mal abgestreift zu werden.

      Entweder macht mans wie Achim oder manchmal sind auch diese feuchten Schwämmchen im Lötkolbenhalter.

      Gruß, Dieter
      Hallo Achim u. alle "Löter",

      ..... in 011 fragst Du welche Leistungen die Lötkolben bei der industriellen Fertigung von Geräten hatten? Das möchte ich Dir gerne beantworten.

      Bei SABA wurden in den Schaltabteilungen u. im Prüffeld Lötkolben der Firma ZEVA mit Leistungen von 60 W und 100 W mit Kupfer-Lötspitze verwendet.
      Ein 100W Exemplar, es ist mein Original-Lötkolben mit dem ich bei SABA 8 Jahre
      gearbeitet habe und der mir von meinen Arbeitskollegen zum Abschied geschenkt wurde, verwende ich auch ab und zu noch heute.Er funktioniert auch nach 50 Jahren noch einwandfrei.Halt deutsche Wertarbeit! (s.Bilder)

      100W Lötkolben wurden u.a. verwendet, weil die Lötstellen schnell heiss werden mussten, lange Wartezeiten konnten schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht hingenommen werden.
      Als Lötzinn diente Lötdraht Sn 60 (60% Zinn, 40% Blei) Stärke 1,5 mm mit eingeschlossenem Kolophonium als Flussmittel.

      Heute löte ich mit einer Lötstation, Kolben 50W, Temp. regelbar von 150 bis 450 Grad. Als Lötmittel verwende ich Lötdraht Sn 60 mit Kolophonium als Flussmittel, 1,5 mm Stärke. Als Lötspitze dient eine "Dauerspitze" (Material unbekannt) die zur Reinigung niemals abgefeilt werden darf.

      Noch ein paar Worte zum Lötvorgang selbst da dort immer wieder, hauptsächlich bei Anfängern, Fehler gemacht werden.
      Wichtig ist, wie Dieter schreibt, dass immer zuerst die Lötstelle zu erwärmen ist und e r s t dann das Lötzinn d i r e k t an die Lötstelle und den Kolben zu führen ist !!! (Ich werde dazu heute abend noch ein paar Bilder einstellen.)

      P.S. Gerade lese ich die Frage von Ivica zu was ein Salmiakstein dient.
      Hier die Antwort : Ein Salmiakstein dient zur Reinigung der heissen Lötkolbenspitze. Er wird aber in der Elektrotechnik so gut wie nie eingesetzt.
      In Klempnereien, wo grosse Kolben verwendet werden um Bleche zusammen zu löten wird er zur Reinigung der heissen Lötkolben gebraucht.

      Viele Grüsse
      Helmut



      Mein alter Lötkolben (Zeva) aus Saba-Zeiten 1950-1960



      FALSCH ! So fängst Du Dir eine "KALTE" ein. Du wirst Dich mächtig ärgern.



      So ist es richtig !



      Saubere Lötstelle !
      SABANESE von 1954-1962.
      Ich verwende bei meinen Lötarbeiten eine ERSA RDS 80 (80W) mit einer Meißelförmigen Dauerlötspitze.
      Als Lötzinn verwende ich meistens ein Lot Pb60 Sn40 mit Flußmittel(manchmal löte ich auch mit silberhaltigen Lot auf Keramikträgern).
      Klappt alles wunderbar mit der Lötstation, man sollte aber statt dem Schwamm zum Reinigen der Lötspitze doch lieber diese Dry-Cleaner verwenden, tut der Lötspitze ganz gut.

      MfG Marcus
      In Bild und Ton Schwarzwälder Präzision
      deltamike55 postete
      Den Salmiakstein benutzt man, um reine Kupferspitzen zu verzinnen, da Cu unter Hitze sehr schnell oxydiert und schwarzes Kupferoxyd in das Lot gelangen würde. Dies ist aber nur für Klempner interessant, die Elektronikerkolbenlötspitzen sind Dauerspitzen und brauchen keine Reinigung, außer ab und zu mal abgestreift zu werden.
      Genau! Und ich würde den Salmiak auch nicht verwenden, da es die Korrosion fördert!!!
      Guten Abend Jungs,
      Das ich jetzt mit dieser Anfrage um das Löten so eine Welle ausgelöst habe hätte ich nicht gedacht.Danke erstmal für die wertvollen Tip's rund ums Löten.Auch die Bilder von Helmut und die Vorgangsweise, wie gelötet werden sollte ist sehr aufschlussreich. Na dann bin ich ja gut bestückt mit einem Lötkolben 25Watt von Ersa und einen Adcola Invader /Henau der mit 410 Grad angegeben ist. Beide mit Spitzen
      Viele Grüße
      Jörg
      sabaheseen postete
      Hallo Markus,

      .... hast Du das Pb60 nicht verwechselt mit Sn60 ?

      Gruss Helmut
      Ups.. hatt ich doch verwechselt :D
      Ich habe ihr aber noch eine Rolle besser 1kg Lötzinn mit einen Anteil von Pb50 Sn50 und diese mal hab ich nachgeschaut :D keine Ahnung wofür man das verwenden könnte :?
      Wow, der alte Zeva Lötkolben ist aber ein ganz schöner Brocken
      In Bild und Ton Schwarzwälder Präzision
      Hallo zusammen!

      Ich grabe diesen Thread wieder aus, da bei mir der Kauf einer Lötstation ansteht.

      Ich habe mich im Preissegment bis 150€ umgeschaut und bin u. a. auf folgenden BMW und Mercedes gestossen:

      1) Weller Lötstation WHS 40 Digital
      2) ERSA Lötstation RDS 80

      Nun zu meiner Frage:

      Die Weller hat laut Datenblatt 40W, was für das Löten an Platinen und Saba Röhrenradios eigentlich ausreicht.

      Die Ersa wirkt moderner (wer das braucht), und hat einen getrennten Lötkolbenablageständer, was ich blöd finde.

      Laut Spezifikation hat der ERSA-Kolben 80W!
      Braucht man die jemals? Ich vermute, dass man mit 80W auch deutlich schneller Bauteile verschmorrt, oder?

      Gruß,
      Christian
      Hallo Christian,

      deshalb verwendet man ja eine Lötstation, damit immer nur ganz genau die gerade benötigte Leistung als Wärme abgegeben wird.
      Die 80 Watt der Ersa werden also nicht generell als Wärme umgesetzt, sondern nur, wenn es sinnvoll ist.
      Es ist ganz wichtig, dass eine ausreichende Leistungsreserve verfügbar ist, wenn etwa große Lötstellen in der Röhrentechnik, Masselötstellen oder Bleche gelötet werden sollen. 80 Watt sind da absolut nicht zu viel.

      Ich würde hier immer die Ersa Station nehmen, bin allerdings voreingenommen, weil ich im ganzen Laben ausschließlich Ersa Lötgeräte benutzt habe und benutze. ;)

      Ich habe über Weller Lötstationen (jedenfalls über die etwas größeren Modelle WDS81 und aufwärts) aber auch viel Gutes gehört.
      Achim
      Sandmaennchen postete
      Die Weller hat laut Datenblatt 40W, was für das Löten an Platinen und Saba Röhrenradios eigentlich ausreicht.

      Die Ersa wirkt moderner (wer das braucht), und hat einen getrennten Lötkolbenablageständer, was ich blöd finde. Laut Spezifikation hat der ERSA-Kolben 80W! Braucht man die jemals? Ich vermute, dass man mit 80W auch deutlich schneller Bauteile verschmort, oder?
      Ich selbst benutze eine Weller EC2002 mit 50W, die für die Militär- u. Raumfahrtindustrie entwickelt wurde und bin äußerst zufrieden damit. Der getrennte Lötkolbenablageständer ist ausgesprochen praktisch, da er weniger Platz beansprucht als die Station selbst und man ihn immer in greifbarer nähe haben kann. Außerdem beinhaltet er auch noch das Abstreifschwämmchen, welches vor dem Löten unbedingt naß zu machen ist, damit eine saubere Lötstelle mit homogener Verbindung zur Kontaktfläche gewährleistet wird.

      Wie bereits angedeutet, regelt die Lötstation die Temperatur an der Spitze automatisch, daher kann ich die jeweils eingestellte Temperatur genau kontrollieren und auf ±1°C bei einer Regeltoleranz von ±2% genau halten. Ein verschmoren der Bauteile ist damit weitestgehend ausgeschlossen, es sei denn man hat vom Löten nicht die geringste Ahnung. Da der Schmelzpunkt von reinem Zinn bei ca. 232°C liegt, sollte die Temperatur an der Lötspitze auch an die Größe der Lötstelle angepaßt werden, daher liegt der in der Elektronik verwendete Temperaturbereich für Handlötung in der Praxis zwischen 250°C und 450°C. Der technisch nutzbare Regelbereich ist hierbei wesentlich größer.
      Möchtest Du häufiger Lötarbeiten durchführen?

      Wenn nicht täglich für mehrere Stunden, würde sich eine gebrauchte Weller anbieten. Gegen
      Ersa spricht zwar nichts, habe selbst eine Lötstation von Ersa, bei Weller dürfte jedoch die Ersatzteilversorgung besser sein.
      Eine interessante Sache sind die (alten) Lötstationen Magnastat von Weller.
      http://www.berel-am-ries.de/WVSS/Arbeitsvorlagen/Weller_Loetstation.htm
      Die Temperatur bleibt konstant, kann aber nicht frei wählbar eingestellt werden, da sie durch die magnetischen Eigenschaften der Spitze gegeben ist, Stichwort Curie-Temperatur. Ich selbst habe schon häufiger mit Magnastat gearbeitet und kann so eine Station durchaus empfehlen. Die Spitzen halten zumindest beim Hobbyelektroniker fast ewig, wenn man sie nicht vergewaltigt.
      Spitzen von Ersa sind aber auch recht gut, Du hast die Qual der Wahl. :)

      Andreas, DL2JAS
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Moin,
      ich loete hier mal etwas Spaetes dran ;)

      Seit ca. 1978 loete ich mit Weller TCP, das sind die magnetisch geregelten Loetkolben, von denen auch Andreas sprach.
      Die Niederspannungs-Standardausfuehrung hat 24V/50W, es gibt auch eine 12V/30W Ausfuehrung, sowie TCP-Netzspannungskolben mit 100 und 200W (zumindest die habe ich).
      Der 50W Standardkolben kann ueberall dort eingesetzt werden, wo man mit ungeregelten Koblen von 15 bis 80W arbeiten wuerde.

      Die mitgelieferte Standardspitze hat eine Regeltemperatur von 370°C (7er-Spitze), eine andere wird man so schnell nicht brauchen. Nur fuer die langen, feinen Loetspitzen kann man die "8er-Spitzen" nehmen, die auf 390°C regeln, um den Waermeverlust auszugleichen.
      Eine einstellbare Loetstation habe ich auch schon benutzt, aber die Einstellerei fuer sinnlos befunden. 370°C einstellen und gut ist, da tun es auch die Weller TCP, fuer die man auch kaeltere Spitzen bekommen kann. Es ist allerdings wenig sinnvoll, denn mit kaelteren Loetkolben muss man laenger auf der Loetstelle herumheizen, um sie auf Loettemperatur zu bringen. Der Bauteilestress wird dadurch _nicht_ kleiner, er nimmt eher zu (der Waermeuebergang ist eine Funktion des Temperaturgefaelles).
      Eine Regeltemperatur von 370°C sorgt auch dafuer, dass das Zinn auf der Spitze nicht verbrennt, wie man es so oft bei ungeregelten Kolben sehen kann. Etwas oberhalb dieser Temperatur nimmt die Verbrennungsneigung stark zu.

      So ein TCP ist nicht billig, wer einen 24V Trafo hat, der wenigstens 35VA Leistung hat, braucht nicht unbedingt eine komplette Loetstation kaufen, die Loetkolben gibt es auch einzeln. Mit einer Leistung von 35VA ist der Trafo noch nicht ueberlastet, da er durch den als Zweipunkregler arbeitenden magnetischen Regler nur etwa 50% der Zeit belastet wird. Das haelt er aus, Trafos sind kurzzeitig ueberlastbar. Mein "Auswaertstrafo" ist so einer, er wird noch nichtmal richtig warm (vielleicht liegt es auch daran, dass es ein gutgebauter Industrie-Steuertrafo mit M-Kern ist).

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      Peter