Saba Meersburg WII entkernt

      Hallo Ivica,

      so wie du das jetzt angeschlossen hast, kann es nicht wirklich funktionieren. Bei deiner Konstruktion ist jetzt lediglich der Fußpunkt des Anodenkreises der EC"H"81 kapazitiv geerdet, während die Katode der EF85 (pin1/3) nur mit deiner Abschirmung kontaktiert ist - sie hängt also an dieser Stelle in der Luft.

      Du kannst diesen Fehler beheben, indem du jetzt noch einen zweiten Kondesator von pin1/3 an GND legst. Deine Abschirmung, wenn du sie denn beibehalten möchtest musst du dann aber auch noch an GND anschliessen - sie schadet nicht, bringt aber auch keinen Vorteil.

      Um das Gesagte zu verdeutlichen und das recht unübersichtlich gezeichnete Schaltbild etwas aufzuhellen, füge ich noch einen Schaltbildauszug bei. Dort habe ich die beiden beteiligten µ1 Kondensatoren gekennzeichnet und zusätzlich die Spannungszuführung zur Anode der EC"H"81 markiert. -- Ich denke damit ist auch konkretisiert, was Achim in post039 sagte.



      Die Unübersichtlichkeit des Schaltbildes hängt wohl auch damit zusammen, dass die EF85 bei TA-Betrieb im höher verstärkenden Modus (wahrscheinlich für magnetischen Tonabnehmer) als zusätzlicher NF-Vorverstärker "missbraucht" wird.
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Vielen Dank für den Anschauungsunterricht Peter!
      Ich habe den 2 x 0µ1 Kondensator nun eingebaut.
      Am Chassis wurde vor mir defintiv schon gearbeitet:
      Man erkennt die nachträglich eingelöteten WIMA Durolit Kondensatoren, die allesamt noch korrekte Werte anzeigen (gemessen mit meinem Fluke Multimeter).







      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      Hallo Ivica,

      die nachträglich eingebauten Durolit Kondensatoren sind nach meinen Erfahrungen von guter Qualität und daher langlebig. Und der "Vorgänger" hat dir auch die Arbeit abgenommen den 10nF am Gegenkopplungstrafo zu erneuern - es sieht so aus, als würden bereits einige der wichtigsten Kondensatoren erneuert worden sein...

      Es ist interessant zu beobachten, wie du jetzt schrittweise wieder Leben in das sorgfältig aufbereitete Blech einbringst - und das nach der ultimativen Methode, wie sie bisher nur Achim durchzog.

      Ich wünsche dir weiterhin ein gutes Vorankommen und ungetrübten Spass bei der recht umfangreichen Aktion.
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo Peter,

      ja so allmählich nimmt das Ganze wieder Gestalt an.
      Mir graut etwas vorm Aufzug aller Seile und Laufzüge (aber bis dahin ist noch ein sehr weiter Weg). Der Lautstärke Poti und Klangwähler sind noch unberührt, das sieht auch nach Arbeit aus.
      Den 10nF am GK Trafo übrigens habe ich im ausgebauten Zustand angelötet.

      Die Hilfe aus dem Forum, Dein Zuspruch wirken Wunder, herzlichsten Dank an dieser Stelle!
      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      dl2jas postete
      Unser Ivica hat sich echt gemausert!

      In seinen ersten Beiträgen fragte er zaghaft, wie einfache Reparaturen durchzuführen sind. Nun traut er sich sogar an solche Projekte, die wirklich nicht ohne sind.

      Andreas, DL2JAS
      Vielen Dank Andreas, Deine Ermutigung tut gut.
      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      Hallo Ivica, ich beobachte deine Beiträge schon länger und komme zu der Erkenntnis: radikal im positiven Sinn und unerschrocken, dabei sehr kreativ in der Problemlösung, ich habe keinerlei Bedenken, dass Du dieses Projekt erfolgreich zu Ende bringst, vorab schon mal Glückwunsch
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Vielen Dank, Jörg! Die Ermutigungen sind sehr ermunternd.

      Beim Einbau des Ausgangsübertrager sind mir einige Unterschiede zum Ersatzchassis aufgefallen:

      hier mein Reparaturgerät:



      hier der AÜ des Ersatzgerätes:
      Edit: der 4nF Styroflex-Kondensator auf dem AÜ fehlt hier gänzlich



      Anbei der Schaltungsabschnitt um den AÜ:




      Bei meinem Reparaturgerät stimmen die Widerstandswerte mit denen im Schaltplan angegebenen überein. Der markierte 2500pF (Wechselspannungsfestigkeit 500V!) unterscheidet sich ebenfalls: im Schaltplan sind es 1000pF/ 500V.

      Desweiteren wollte ich den 200Ohm Widerstand parallel zum 100µ Elko an der EL34 ersetzen: kann ich da entweder 180Ohm/ 5W bzw. 220Ohm/5W nehmen (200Ohm Widerstände kriege ich nicht her?
      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      Hallo Ivica,

      ich habe mir im Gesamtschaltbild einmal einen Überblick über die Situation verschafft. So denke ich, dass die im Schaltbild dargestellte Variante nachvollziehbar ist und im Wesentlichen auch der Bestückung deines Reparaturgerätes entspricht; ich würde in diesem Fall schon empfehlen, dass du dich nach dem Schaltbild richtest. Für den Kondensator an der Anode würde ich 1nF wählen, weil der 2,5nF bei UKW einen leichten Verlust an Höhen verursachen könnte.

      Der 200 Ohm Widerstand in der Katodenleitung der EL34 bestimmt maßgeblich deren Arbeitspunkt - er sollte möglichst wieder seinen originalen Wert bekommen; denkbar wären zwei 100 Ohm Widerstände in Reihe geschaltet. -- Jedoch unter Berücksichtigung der mittlerweile auf 230V erhöhten Netzspannung wäre es nicht verkehrt als Katodenwiderstand einen 220 Ohm zu verwenden. In diesem Fall würde sich der ursprünglich vorgesehene Arbeitspunkt nur geringfügig verlagern. Der Anodenstrom wäre dann etwas geringer, wodurch letztendlich die Endröhre einige Tage länger leben würde.

      Soweit ich erkennen kann sieht doch der 200 Ohm Widerstand in deinem Ersatzchassis recht gesund aus - es ist ein nach alter Väter Sitte drahtgewickelter Widerstand an welchem man noch direkt nachvollziehen kann was mit Widerstand gemeint ist. Und da es sich eingebürgert hat die Anodenspannung bei Gleichrichterwechsel mittels Vorwiderstand am Ladeelko auf den Schaltbildwert "niederzumetzeln" wäre es am Ende doch nicht verkehrt den Katodenwiderstand bei 200 Ohm zu belassen.

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      Begründung (muß nicht unbedingt gelesen werden): würde der Katodenwiderstand auf 220 Ohm erhöht werden, zöge die Endröhre etwas weniger Strom, dadurch würde die Spannung am Ladeelko leicht ansteigen. Folge: es käme die Idee auf jetzt den Vorwiderstand (am Gleichrichter) zu erhöhen, damit sich wieder die schaltbildmäßige Anodenspannung einstellt. Ergebnis: durch diese letzte "Anpaassungsmaßnahme" wäre der Innenwiderstand des Netzteils noch einmal unnötig erhöht worden...
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo Zusammen,

      leider bliebe es mir, wie auch bereits zu erwarten war, nicht erspart, den Klangschalter zu zerlegen.
      Vom Kunststoff war ein Stück abgebrochen, so dass man 360 Grad durchschalten kann.

      hier der defekte Teil:


      und das intakte Pendant:



      Abgesehen von diesem Defekt schien mir eine Komplettzerlegung sinnvoll, da das Gerät ja offensichtlich einige Zeit feucht eingelagert war und sich das Pertinax mit Grind und Feuchtigkeit vollgesaugt hatte.



      Ich befolgte auch hier wieder Achim`s Rat die Einzelteile bei ca. 90 Grad 3h in den Backofen zum Austrocknen zu legen.

      Anschliessend geht es wieder an die korrekte Zusammensetzung, wo ich sicher Hilfe brauchen werde, da beim vergleichbaren Ersatzchassis die Verdrahtung wiederum anders ist.

      Soweit bin ich vorserst. Details folgen:



      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      Halo Ivica,

      dein Chassis sieht ja bereits blendend sauber und aufgeräumt aus, die Qualität der Verdrahtung übertrifft bereits den Originalzustand.

      Und die konsequente Reinigung und Instandsetzung des Klangregelschalters beweist, dass du dich bis ins letzte Detail wagst und keine Mühe scheust. Es beweist aber auch, wie man sich als junggebliebener aufgeschlossener Zeitgenosse mit etwas Geschick, Einfühlungsvermögen und Ausdauer neue Aufgabenbgebiete erschließen kann - das war das Rentnerwort zum Sonntag.

      Wer hätte das bei deinen ersten postings gedacht... Also grosses Lob und viel Glück bei deiner weiteren Vorgehensweise.
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo Peter,

      ein solches "Sonntagswort" von Dir lese ich nur allzu gern. Herzlichsten Dank für die Ermutigung und Hilfe!!!

      Momentan gehts etwas zäh voran, da ich grade beruflich sehr stark beansprucht werde.
      Im Zusammenhang mit dem Klangbildwähler werde ich sicher noch die eine oder andere dämliche Frage stellen müssen und vor der ersten Inbetriebnahme ists noch eine Weile hin, aber die Spannung, wie der Meersburg W2 in restaurierten Zustand klingt, steigt in mir.
      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
      Nachdem ich mich nun endlich ausgeheult habe, und mit einer Träne im Knopfloch wieder an den Meerburg W2 heranwagte, ist ein erster Erfolgsbericht zu verzeichnen: nur kurz, da ich nicht am Platz bin (Fotos folgen)

      - Klangbildwähler montiert
      - UKW Box montiert
      - erneute Prüfung der Verkabelung ergab mehrere Flüchtigkeitsfehler

      Erste Inbetriebnahme verlief zufriedenstellend:

      - Bandeingang: funktioniert
      - auf KW Empfang
      - alle anderen Bänder rauschen/ UKW tot
      - Klangbildwähler "scheint" auch zu funktionieren: bei Betätigung desselbigen verändert sich das Klangbild: ein genauere Prüfung folgt.

      Ich bin zunächst mal zufrieden, dass es nicht raucht bzw. das Chassis unter Strom steht.
      Der NF Teil scheint also zu funktionieren.
      Gruss, Ivica, harter Knochen - weiche Birne.
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