Furnieren von großen Flächen

      Hallo,
      bei mir stehen in nächster Zeit Furnierarbeiten in größerem Umfang an: Seitenteile TB-Maschine, Zarge Plattenspieler und Kunststoffzarge Kassettendeck, Gehäuse Standboxen; ich habe über die Suchfunktion im Forum auch schon verschiedene Threads zum Thema "durchgeackert" und plane folgende Vorgehensweise:
      die kleineren Flächen, also Tonbandmaschine/ Seitenteile und Plattenspielerzarge beabsichtige ich mit Pattex als Klebemittel zu furnieren, da ich denke, damit eventuellen Schrumpfungen durch Feuchtigkeit bei Verwendung von Holzleim zu entgehen; außerdem denke ich, dass bei diesen kleinen Flächen die Gefahr geringer ist, das Furnier falsch anzusetzen;
      bei der Kunststoffzarge des Kassettendecks scheidet Leim schon aus Gründen des Untergrunds aus;
      Zweifel habe ich jedoch bei den Gehäusen meiner Standboxen:
      da die Seitenteile ca 110x35 cm haben und ich vorhabe, das Furnier längs der 110cm zu fügen, um eine schönere Spiegelung der Maserung zu erreichen, habe ich hier Bedenken, die Pattex-Methode anzuwenden, da eine Korrektur nach Ansetzen des Furniers bei Kontaktkleber nicht mehr möglich ist.
      hier meine Fragen:
      besteht die Möglichkeit, die Hälften der Furnierblätter vorher mit Klebeband o.ä. über diese Länge aneinanderzufügen, um so "ein" Blatt zu erhalten?
      alternativ: aufgrund der großen Fläche und der besseren Korrekturmöglichkeit erwäge ich, die Boxen mit Holzleim (Bügelmethode) zu furnieren; wie vermeide ich, dass nach Trocknung an der Fügekante ein Spalt entsteht; ich befürchte, dass die Feuchtigkeit des Leimes zum Quellen des Furniers führt, bei der Trocknung also eine Schrumpfung einsetzt und ich so über die Länge der Fügekante einen unschönen Spalt bekomme.
      Verwendet wird stärker gemasertes Nußbaumfurnier von 0,6mm Stärke, die Spiegelung des Musters plane ich im Bereich der stärkeren Maserung (also im dunklen "Hartholz"-bereich, der ja eventuell weniger schrumpfgefährdet ist ?)
      ich werde mich in beschriebener Reihenfolge über die Seitenteile etc zu den Boxen vorarbeiten, um die Materialeigenschaften besser einschätzen zu können
      Für Tipps bin ich dankbar
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Jörg,

      Soweit ich mich erinnern kann, gab es mal in der Hobby HiFi oder Klang&Ton einen Workshop zum Furnieren. Dort hat man wohl mit gutem Erfolg die Holzleim / Bügeleisen-Methode angewandt.
      Ich könnte mal schauen, ob ich den Artikel wiederfinde...

      Die Tischler setzen Furnierblätter meist mit gummiertem Klebeband (dieses braune Zeug mit wasserlöslichem Kleber) zusammen, um sie dann aufzulegen. Dann bleiben die Kanten schön zusammen (Quellung oben und unten etwa gleich). Das zieht sich auch beim Trocknen nicht allzusehr zusammen. Man muß nur das Papier von der Oberfläche schleifen.

      Es müsste aber auch noch immer für Heimwerker Furnierstreifen geben, die auf der Rückseite mit Schmelzkleber beschichtet sind. Solche hatte ich vor ein paar Jahren mal beim "Bauhaus" bekommen. Nur ist die Auswahl an Holzsorten nicht so überragend.

      Großflächig mit Pattex würde ich auch nicht machen, hatte da schon schlechte Erfahrungen. :(

      Gruß, Gunnar
      Gruß, Gunnar
      Hallo Gunnar,
      erstmal danke für die Antwort, den Artikel habe ich mir gestern nacht als "Gute-Nacht-Geschichte" einverleibt, der ist gut und über die Reihenfolge der Flächen beim Furnieren und das grundsätzliche Vorgehen bin ich mir ziemlich im Klaren; jedoch finde ich nichts über das Aneinanderfügen von Furnierteilen in der Fläche; weißt du zufällig, wie sich dieses Klebeband schimpft oder wie man diesen Kleber ersetzen könnte; ich hatte schon überlegt, einen Papierstreifen mit Leim über die Kante zu kleben, um ihn nach Trocknung abzuschleifen, jedoch kann ich ja dann Beizen oder Ölen des Furniers vergessen, da ich den gleichen Effekt wie bei durchgeschlagenem Leim bekomme
      Bügelfurnier scheidet aus, habe ich mir angesehen, taugt mir vom Bild her nicht, da bin ich bei Normalfurnier freier in der Gestaltung
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Jörg,

      wir haben hier im Dorfe einen Tischler, den ich fragen könnte. Dieses Klebeband hat man früher auch öfter zum Verkleben von Paketen genommen. Einfach über den Schwamm ziehen, drauf - und fest!
      Wenn ich was genaueres herausbekomme, poste ich nochmal. Aber vielleicht weiß der Franz es auch, und liest inzwischen mit! Er ist der Profi in dieser Hinsicht!

      EDIT: Womit Du es ersetzen könntest: Papierstreifen mit Tapetenkleister aufkleben. Der ist aus Zellulose, sollte sich ähnlich wie Holz verhalten, und ohne sichtbare Spuren nach Verschleifen beizen lassen können.

      Gruß, Gunnar
      Gruß, Gunnar
      Hallo Jörg,

      Furnier mit Weißleim kleben gestaltet sich recht schwierig, zumals wenn die Bügelmethode angewendet werden soll Du beide Flächen mit Leim besteichen musst. Bei dem dünnen Furnier passiert dann folgendes, Leim besteht zum Teil aus Wasser dass das Frurnier aufsaugt und seine Form dabei verändert (quillt). Es wird wellig und rollt sich zusammem wie eine abgewickelte Tapete. Durch kleine Ritze im Furnier läuft der Leim auch zur Außenseite, was später zu einem Problem wird wenn Du farblich beizen möchtst. An diesen Stellen wird die Beize nicht angenommen, auch das Furnier selbst, wenn Du es in natur belassen willst, verändert an der Stelle seinen Farbton was sich hinterher als Flecken auf der gesamten Fläche darstellt.

      Nimm am Besten Kontaktkleber(Patex) und bestreiche damit beide Flächen die Du zusammenfügen willst, achte hierbei darauf das gleichmäßig verteilt aufgetragen wird, sonnst entstehn Unebenheiten beim zusammenfügen. Nimm dazu einen Starkborstigen Pinsel und oder einen feinen Zahnspachtel womit Du gleichmäßig den Kleber aufträgst.Das muss ziemlich fix gehn da der Kleber schnell abbindet, lass beide Seiten gut ablüften ca. 10-15 min.
      Jetzt ist höchste Konzentration angesagt, sobald sich beide besrtichenen Flächen berühren ist nichts mehr mit verschieben, daher solltest Du zu jeder Seite 1-2cm an Furnierfläche dazugeben. Später kannst Du den Überstand abschneiden und beischleifen. Wichtig ist auch das verpressen der Klebeflächen, nicht die Dauer sondern der Anpressdruck ist maßgebend für die feste Verbindung. Dazu verwende ich die Finne eines Hammers mit ihr reibe ich mit allem Druck den ich aufbringen kann Stück für Stück die ganze Furnierfläche ab. Dabei entsteht auf der Furnieroberfläche ein leichter Glanz woran man erkennen kann wo man schon verpresst hat.

      Zusammenfügen von Furnierstreifen (Spiegeln)
      Dazu muss die Kante des Furniers 100% gerade geschitten sein. Mit dem Messer Cutter bekommt man längsseitig (Maßerrichtung) nie eine gerade Kante geschnitten. Dazu habe ich mir ein Hilfsmittel gebastelt, zwei stabile Alluwinkel (40x40mm 1,2 Meter lang) die ich mit Schraubzwingen gegeneinander schraube und damit zwei Furnierstreifen einkemme. Beide Furnierplatten stehen dabei ca 1-3mm über den Alluwinkeln die ich dann mit Schleifpapier (80 Körnung) und Klotz soweit runterschleife bis ich am Winkel angelangt bin. Die beiden geschliffenen Kanten lassen sich nun ohne Spalt zusammenfügen, am besten auf einer glatten Fläche (Tisch z.B.) Ein zweiter Mann/Frau wäre jetz nicht schlecht, einer der die zwei Furnierstreifen fest zusammen drückt und jemand der einen Klebestreifen über die Stoßkanten legt. Ich verwende dazu 40mm breites Tesaband tranzparent, das klebt gut und man kann direkt sehen ob noch eine Lücke nachkorrigiert werden muss. Das Klebeband fest andrücken (mit Hammerfinne), sollten später Kleberückstände auf den Furnier bleiben, lasen sich diese ganz leicht abschleifen was man ja eh machen muss.
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Hallo Franz,
      also hatte ich recht mit der Befürchtung, dass bei der Bügelmethode bzw. mit Leim das Furnier erst quillt, um anschließend beim Trocknen mit Spaltbildung wieder zu schwinden; das mit dem klaren Tesaband scheint mir die beste Methode zu sein, auf die ich bis jetzt "gestoßen" wurde; ok, ich werde Pattex aus der Dose mit 1mm Zahnspachtel verwenden, zum Beschneiden werde ich das Furnier zwischen zwei lange Wasserwaagen klemmen (Abfall aus Landschaftsgärtner-Zeiten) und die Stoßkanten schleifen (eigentlich wollte ich zuerst mit dem Skalpell und Stahllineal schneiden); gibt es eigentlich einen "Richtwert", wie lange ich das Furnier aklimatisieren lassen soll (analog zu Vollholz vor Verwendung), oder ist das bei der geringen Materialstärke zu Vernachlässigen?
      Fotos werde ich je nach Fortschritt einstellen, ABER DASS KEINER AUF DIE IDEE KOMMT, MEINE ERGEBNISSE MIT DENEN VON FRANZ ZU VERGLEICHEN !! ;)
      So, jetzt muss ich mich um meinen Reiskocher Made by MAZDA kümmern, die Möhre verlangt mit 17 Jahren nach einem neuen Satz Reifen (GRRRRR, da kann ich im Vergleich auch Brillies mit einem Gullydeckel fassen)
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Jörg,

      bei der geringen Materialstärke kannst Du die Zugabe vernachlässigen, sind ja max 1,5mm an der Kantenlänge. Tip, furniere immer 2 gegenüberligende Seiten, dann schneidest Du die Zugabe(Überstand) ab, "VORSICHT" beim Abtrennen, das Furnier reisst schnell ein bis über die Kanten hinaus, sieht dann hinterher aus als wenn die Mäuse dran waren. Ich verwende zum Abschneiden einen Dremel mit kleiner Trennscheibe und fahre damit in ca. 2mm Abstand an der Gehäusekante entlang, der Rest wir beigeschmirgelt. Wenn Du alle Seiten beklebt hast lässt Du das Gehäuse mal 2 Tage ruhen bevor Du mit Schleifarbeiten beginnst. Und noch etwas, komm bloß nicht auf die Idee die Trocknung der Klebeflächen zu beschleunigen indem Du Wärme zuführst (Heisluftföhn oder so), das geht in die Hose.

      Viel Spass mit Deiner Reisschüssel
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Lollocat postete
      Hallo Jörg,


      Viel Spass mit Deiner Reisschüssel
      Ich könnte das Furnieren ja mit meiner Reisschüssel üben, zum "Anpressen" würde ich dann aber die Schlagfläche eines 2kg-Fäustels nehmen, um sicheren Halt des Furniers an den Rundungen zu bekommen, fürchte nur, das gäbe schlimme Risse und Löcher im Furnier (bei DEM Untergrund)

      Spass beiseite, mit deinen Tipps sehe ich der Sache schon gelassener entgegen, mal sehen, wann das Furnier da ist, und dann schön "Step by Step" :)
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Jörg,

      dass bekommen wir schon hin, wir können uns auch mal am Tel. kurzschießen bevor Du die Sache in Angriff nimmst, es geht halt nichts über das gesprochene Wort. Sag einfach bescheid und ich gebe Dir meine Nummer per PN.
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Danke für das Angebot, bei Bedarf rühre ich mich; wie gesagt, fange ich mit den kleinen Baustellen an, um mich an das neue Material heranzuarbeiten, als Ex-Modellbauer in 1:35 ist aber auch eine gewisse "Fingerfertigkeit" vorhanden
      "Also schau 'mer Mal"
      hier ein Beispiel aus meiner vorigen "Karriere" im Maßstab 1:24 (dem für Grobmotoriker)
      http://saba-forum.dl2jas.com/bildupload/truck.JPG
      (ist ein umgebauter Brauerei-Werbetruck, fernsteuerbar, komplett zerlegt, neu lackiert, Auflieger kpmplett neu aufgebaut, Beschriftung am Computer erstellt und auf Transferfolie ausgedruckt, Länge ca. 78cm)
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Viel kann ich nicht zum Thema Furnier beitragen.

      Wenn mit Kontaktklebern gearbeitet werden soll, besteht meist das Problem, daß sie für diesen Zweck zu zähflüssig sind. Man kann sie verdünnen. Entsprechende Verdünner werden von den Herstellern angeboten. Nur sind sie meist schwer beschaffbar und teuer. Nicht selten sollte Aceton dafür geeignet sein, vorher natürlich ausprobieren!

      Andreas, DL2JAS
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Hallo Andreas, bei Aceton hätte ich Bedenken, schließlich wird das Zeug im Modellbau auch als Zelluloseverdünner verwendet, dürfte also mit Holzfurnier garantiert Probleme geben, ich werde mir Pattex in der Dose besorgen, ist in Neuzustand relativ dünnflüssig, mit dem Zahnspachtel sollte ein schneller und gleichmässiger Auftrag auf die Klebeflächen funktionieren
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Ihr Beiden,

      in meinem jugendlichen Leichtsinn :grins: habe ich eine viertel-Dose Pattex, die einwenig zulange offen gestanden hat, mit Nitroverdünnung wieder geschmeidig gemacht. Ach das ging ganz gut, nur geklebt hat anschließend das Zeug nicht mehr. Ich würde da keine Experimente machen, dafür ist es einfach zuviele arbeit, das Furnier ist futsch und der ganze Mist muss abgewaschen werden.
      Früher gab es mal Pattex-Verdünner im Handel, anscheinend war der Missbrauch zu hoch und das Zeug wurde vom Markt genommen. Wie das mit Aceton aussieht weis ich nicht, es löst zwar jeden Kleber auch Sekundenkleber, ob der Kleber dann hinterher noch seine Festigkeit bekommt?????. Ich hab mal einwenig gegoogelt Essigsäureethylester soll ein Bestandteil von Pattex sein was ihn verflüssigt, ich weis aber nicht ob man das Zeug so ohne weiteres kaufen kann. Und da gibt es noch ein Produkt namens Thomsit R730 http://www.thomsit.de/de/produkte/R%20730 aber wie es ausschaut nur in 5ltr.-Gebinde.

      Jörg, wenn Du Pattex verwenden willst dann nimm den Classic und nicht den Compact der angeblich keine Fäden zieht. Das stimmt, aber der Verbrauch ist viel zu hoch, man benötigt die doppelte Menge wie bei dem Classic und er braucht auch länger zum Durchhärten.
      Trag den Kleber wie ich es bereits angesprochen hab mit einem ca. 3cm breiten Flächenstreicher(Pinsel) mit festen Borsten auf und geh dann sofort mit einem feinen Zahnspachtel hinterher. Drittel oder besser noch viertel die großen Flächen indem Du wechelseitig Pinsel und Zahnspachtel benutzt.

      Zum Reinigen der Werkzeuge hat sehr gut Terpentin-Ersatzverünnung bewährt, Nitroverdünnung ist nicht so gut, der Kleber verkumpt. Stell den Pinsel nach jedem Gebrauch in ein Glas mit Terpentin und streich ihn vor jeden Gerauch an der Glaskannte ab, nur mit sauberen Werkzeug wirst Du auch sauber arbeiten können, das Gleiche gilt für den Zahnspachtel. Den Zahnspachtel brauchst Du aber nicht in das Glas mit dem Terpentin zu stecken, ein alter Lappen mit Terpentin getränkt ist ausreichend um die Zähne sauber zu halten.
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Hallo Franz,
      du kannst dich noch an das Gemischverhältnis erinnern?, dann hat die Mischung nichts getaugt ;)
      Ich war heute schon beim Baumarkt, Habe Pattex classic (war der einzige, der beim Schütteln gegluggert hat), einen Zahnspachtel etc. gekauft, lediglich mit der Verdünnung war ich mir nicht sicher (auf der Dose findest du keinerlei Hinweis mehr, womit Werkzeug etc. gereinigt werden, so berüchtigt ist der "Stoff" inzwischen), habe auf Verdacht Universalverdünnung gekauft, Terpentinersatz bekomme ich aber an jeder Ecke und Aceton zum Reinigen des Werkzeugs habe ich zur Not auch hier;
      da ich nächste Woche Nachtschicht habe, und gezwungen bin, das ganze in der Wohnung zu veranstalten, habe ich wegen verunreinigtem Werkzeug keine Bedenken, ich werde nächste Woche sowieso maximal eine kleine Fläche pro Tag schaffen einschließlich Zuschneiden etc.
      wenn das Furnier da ist, muß ich mir sowieso erstmal Gedanken machen, wie ich die Blätter wegen des Musters aufteile, vielleicht schaffe ich auch das Tonbandgerät und das Kassettendeck, mehr dürfte nicht drin sein, die Hauptarbeit (Boxen und Plattenspielerzarge) denke ich, werde ich übernächste Woche frühestens angreifen, ich will hier nicht tausend Baustellen anfangen, alles furnieren, um dann an einem gemeinsamen "Finishtag" alles zu versauen, weil ich nicht den kompletten Ablauf einschließlich Schleifen/Lackieren an den Kleinteilen bis zum Ende durchgezogen habe.
      Bezüglich Lackieren: gehe ich recht in der Annahme, das ich wegen der Eigenschaften besser auf Acryllack (Wasserlack) verzichte und Kunstharzlack verwende? beim Schleifen: mit welcher Körnung fange ich am Rohfurnier an, 240er ?? Materialstärke 0,5 mm, also Handschliff, ich denke nach der ersten deckenden Lackschicht wird das ganze unkritischer bezgl. Durchschleifen, plane 3 - 4 mal Klarlack SM mit nassem Zwischenschliff bei feiner werdender Körnung 320/400/600 und überlege, zumindest den letzten Lackauftrag leicht verdünnt mit einer größeren Single-Action-Airbrush aufzubringen, um eine glatte Fläche zu erreichen
      ich freue mich also schon auf ein paar Wochen Schlafen bei offenem Fenster und eingeschränktem Nikotingenuss
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo Jörg

      der Pattex Classic war schon mal der richtige Griff, die Verdünnung zum Reinigen spielt keine große Rolle, Universalverdünng ist ok. Du solltest nur direkt nach den Pattexgebrauch den Pinsel in ein Glas mit Verdünnung stecken, wo er auch bis zum nächste Gerauch auch verweilen kann. Das heisst wenn Du die nächste Fläche einschmierst den Pinsel vorher über die Glaskante abstreifen, richtig reinigen machst Du erst wenn alles geklebt ist.

      An das Gemischverhätnis kann ich mich nicht erinnern, ich habe bloß soviel Verünnug zum Pattex gegeben das er wieder streichfähig wurde, mach das aber nicht das wird nichts, der Pattex vierliert an kraft.

      Der Lack den Du später drauf machen möchtest spielt keine Rolle, wenn das Pattex mal abgebunden hat löst den so schnell nichts mehr an. Auch Wasser sollte dem Furnier nichts mehr anhaben können, da ich meine Gehäuse mit Wasserbeizen behandle.

      Den Grobschliff des Furnieres fängst Du mit 80-100er Schleifpapier an, ob mit Hand oder Excenterschleifer überlasse ich Dir, hängt ganz von Deinem Feingefühl ab. Also zuerst mit 80-100er bis die Fläche merklich eben wird dann mit 180-240er das ist fein genug zum Lackieren. Bevor Du aber anfängst zu beizen oder Lackieren wichst Du die Flächen einmal gut feucht ab, lässt sie trocknen und schleift nochmal fein 180-240. Das hat schon seinen Grund, beim feuchten abwischen stellen sich einige Holzfasern wieder hoch, nach dem zweiten Feinschliff nicht mehr, je glatter die Oberfläche desto weniger Arbeit beim Lackieren.

      Die erste Lackschicht sollte schon satt, besser noch mehrere Schichten im Abstand einer viertel Stunde auftragen, damit verhinderst Du einen schnellen Durchschliff des Lackes. Meine Zwichenschliffe mache ich Nass mit 240er, beim ersten Zwichenschlff musst Du aufpassen, es muss nicht gleich alles glatt sein. Nach der zweiten Lackierung geht das schon viel besser und nach der Dritten wirst Du eine geschlossene Fläche haben. Nur mit einer Airbrushpistole egal ob Saug- oder Fließsystem wirst Du bei so einer Fläche nicht zurecht kommen. ich spritze meine Gehäuse mit einer 1-1,3mm Düse.
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Ja Ja Franz,
      das mit dem Gemisch meinte ich eigentlich anders :) (in Südamerika ist Kontaktkleber bei den Kids sehr beliebt, die bekommen die Nase schon nicht mehr aus der Tüte mit der offenen Dose...)
      das mit der Körnung des Schleifpapiers hört sich ziemlich nach "Vollholz" an, da hatte ich Bedenken wegen der Materialstärke, anfeuchten geht auch klar, hört sich alles nach einem "normalen" Lackaufbau wie bei Vollholz an;
      bei der gemeinten Pistole ist "Airbrush" eigentlich übertrieben, Düse dürfte eine 0,7mm sein, Saugsystem mit 50ml Behälter, aber recht breite Fächerung (mit meiner Aztek bin ich schon in Rente, bevor ich die erste Fläche habe), für die Boxen kommt die sowieso nicht in Frage, das schafft mein Kompressor nicht, bei den kleineren Teilen ?, mal sehen
      Eventuell mache ich die Boxen mit der Lackierrolle, Schlußanstrich minimal verdünnt zwecks Verlauf, habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Das mit der ersten "satten" Schicht bevorzuge ich auch, weil sich die Folgeschichten leichter verarbeiten lassen
      Ich hatte eigentlich beim Anblick deiner Gehäuse zuerst gedacht, das du mit feinerer Körnung arbeitest, aber ich denke, für den Hochglanz ist dann doch die Gesamtstärke des Lacks und der perfekte letzte Zwischenschliff / Lackauftrag ausschlaggebend
      Falls Probleme auftreten sollten, schick ich Dir einen Hilferuf per PN
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten
      Hallo in die Runde,

      aus meinen "alten Tagen" als Chemiker wollte ich nocheinmal ein kurzes Statement zum Lösungsmittel im Pattex geben.
      Das Meiste Flüchtige im Pattex ist in der Tat Essigsäureethylester (kurz auch "Essigester"), erkennbar schon am absolut typischen Geruch. Ein weing Alkohole dazu und auch noch etwas aliphatische Kohlenwasserstoffe, das war's schon.

      Zum Verdünnen sollte daher der Essigester bestens geeignet sein, man muß nur bedenken, dass der einen erheblich höheren Dampfdruck als z.B. Wasser hat, und damit bei Raumtemperatur auch schnell wieder ausgedampft ist. Die Nebenwirkung auf das Nervensystem hat Jörg oben ja schon beschrieben :)

      Normalerweise sollte man Essigester noch über Apotheken bestellen können, ich glaube einen Giftschein braucht man für kleine Mengen auch heute noch nicht dafür. Leider habe ich derzeit nichts mehr, könnte mich aber umschauen, das Zeug kann ich sicher noch auftreiben.

      Gruß, Gunnar
      Gruß, Gunnar
      Hallo,
      kleiner Zwischenbericht ohne Bilder bzw. ergänzende Tipps

      auf ausreichende Belüftung achten
      gewelltes Furnier meiden, reisst mit hoher Wahrscheinlichkeit ein, Versuch mit vorsichtigem Anfeuchten, um das Material flexibler zu bekommen, führt zwar zu flächiger Verklebung, während des Trockenvorgangs aber zu Rissen (lieber als "Blindfurnier" verwenden)
      Nitroverdünnung ist nur bedingt geeignet, da der von Franz erwähnte Effekt eintrit: der Kleber wird zwar angelöst und das Werkzeug bleibt sauber, beim Kleberauftrag wird aber eine Restmenge mit eingebracht, die sofort an manchen Stellen zur Hautbildung führt, an den Stellen ist keine ausreichende Klebekraft mehr erreichbar
      zum Anpressen verwende ich das runde Ende des Holzgriffs einer großen Feile, Vorteil: Holz auf Holz, durch das runde Ende keine Gefahr von Scharten durch Abrutschen o.ä.

      UNBEDINGT Probebrettchen furnieren, ich war überrascht von den Eigenarten des Furniers, was Härte, Sprödigkeit und die damit verbundene Gefahr des Brechens / Einreißen angeht
      beim Entfernen des Überstands an den Kanten unbedingt in Richtung des Trägermaterials schleifen, um ausgefranste Kanten zu vermeiden
      Zwischenergebnis: Furnieren hat nichts mit Tapezieren zu tun, es liest sich leicht, aber bei Anwendung der Tipps von Franz ist es zu schaffen; mir macht's jedenfalls Spaß, die Kleinbaustellen sind furniert und befinden sich in unterschiedlichen Phasen ( Tonbandseitenteile als Versuchskaninchen, passt alles, wird mit den anderen Teilen gleichgezogen)
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten