Probleme SABA Freiburg 12

      Eigentlich ist das Fehlerbild einer schwachen Vorröhre keinen kurzzeitgen Schwankungen unterworfen. Der von dir beschriebene Effekt ist sehr schwer nachvollziehbar. Es könnte sich da um ein "pumpendes" Netzteil, eine akustische Rückwirkung auf eine Röhre oder... sonst etwas abenteuerlichem handeln.

      Die 6AB4 wird offiziell in Vergleichstabellen als äquivalente Röhre für die EC92 angegeben - sie sollte demnach als Ersatz geeignet sein. Wenn man die Datenblätter von Telefunken und Valvo - dabei speziell die angegebenen Kapazitätsangaben- mit dieser Röhre (Datenblatt von GE) vergleicht fühlt man sich jedoch etwas verunsichert. Da aber selbst zwischen der EC92 von Telefunken und der von Valvo leichte Differenzen in den Angaben bestehen, denke ich, dass die 6AB4 tatsächlich eine gute Wahl ist.

      Möglicherweise haben die Jungens damals bei etwas unterschiedlichen Messbedingungen diese Werte ermittelt.
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo Zusammen,

      ich habe die beiden EC92 ausgetauscht. Der Freiburg hat jetzt eine noch bessere Trennschärfe. Ich muss lediglich den Oszillator neu einstellen (Skala stimmte nicht mehr). Die Vorstufe habe ich auch noch leicht angepasst. Die Schwankungen der Lautstärke sind so gut wie weg.
      Bei der gestrigen Gartenparty erntete ich verwunderte Bemerkunken zur Soundqualität des Freiburgs.

      Gruß
      Andreas
      "errare humanum est"
      Hallo,

      ich habe meine kleine Restauration abgeschlossen. Die Technik funktioniert nun problemlos. Das Gehäuse habe ich poliert und teilweise neu verleimt.
      Eine Frage habe ich jetzt aber noch:

      Auf dem beigefügten Bild habe ich zwei Fragen formuliert:
      Ich bitte um Antworten :)






      Ich habe auch ein schönes Video online gestellt:


      http://www.youtube.com/watch?v=Y5_9i6jSGgQ



      Gruß
      Andreas
      "errare humanum est"
      Hallo Andreas,

      das bezeichnete Poti dient zur Einstellung eines minimalen Brummens in den Lautsprechern. In dem FB12 Schaltbild sind die Zusammenhänge schlecht erkennbar. Deshalb habe ich die für die Kompensation wichtigen Leitungspfade gesondert eingefügt und markiert. ---- Die stark zerklüfteten Originalpfade kannst du im Schaltbild nachverfolgen.

      Die Einstellung kannst du am Besten bei halb aufgedrehtem LS-Poti nach Gehör vornehmen. Aus messtechnischer Sicht ist es aber besser dieses mit einem Oszilloskop zu tun, da muss man sich nicht mit den Unzulänglichkeiten des Gehörs herumärgern. Doch letztendlich zählt ja wie das Ohr das Brummen empfindet und interpretiert, folglich: siehe oben...



      Das Prinzip der Kompensation besteht darin, dass die beiden um 180° verschobenen 50Hz Spannungen B(rot) und C(lila), welche dem Netztrafo entnommen werden, über RC-Glieder in passender Phasenlage gemischt werden. Der grüne Zweig ist mit dem Poti einstellbar, so dass auf der türkis-farbenen Leitung ein geeignetes Kompensationssignal verfügbar ist, welches den Gittern der Vorröhren zugeführt wird. Für die Brummkompensation wird die auf der tükis-Leitung "J" anstehende Wechselspannungskomponente ausgenutzt, während sie in ihren zweiten Funktion vom Suchlauftastensatz -über "H"- eine negative Sperrspannung für die Mute-Funktion zugeführt bekommt.

      Die für den Arbeitspunkt der Vorröhren zuständige Gittervorspannung von -1,4V wird diesen über einen zusätzlichen, getrennten, Pfad "G" zugeführt.

      Der in deinem Bild bezeichnete Kondensator sieht noch absolut zuverlässig aus.

      Bezüglich der "Restspinne" kannst du froh sein, dass es sich bei dem betroffenen Gerät um kein Fahrzeug handelt, sonst müsstest du diese beim TÜV in die Papiere nachtragen lassen. Es könnte sich ungünstig auf das resultierende zulässige Gesamtgewicht auswirken...
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo,

      danke für die schnelle Info.
      Der Kondensator kam mir verdächtig vor, da er so aussieht als ob eine Flüssigkeit ausgetreten ist. Kann mich aber auch täuschen. Die Funktion des Radios ist jedenfalls top.
      Einzig die Umschaltung des Klangregisters (Sprache - Musik) ist noch etwas gewöhnungsbedürfttig. Eine Umschaltung in schneller Folge ist nur 2-3 mal möglich, dann braucht sie Pause von einigen Sekunden bis sie wieder funktioniert. Ist das normal?

      Gruß
      Andreas
      "errare humanum est"
      Hallo Andreas,

      dass mit der Umschaltung Musik/Sprache ist normal. Das zugehörige Relais wird über die Entladung eines 200µF Elkos erregt, welcher vorher über einen Widerstand aufgeladen wurde. Bei schneller mehrmaliger Umschaltung zwischen Sprache/Musik ist dieser Kondensator nicht genügend geladen und der notwendige Strom steht noch nicht zur Vefügung. Dieser Becherelko ist oft augetrocknet und er hat seine Nennkapazität nicht mehr, zum tragen kommt diese meist nur wenn über eine Fernbedienung die Umschaltung zwichen MW und UKW betätigt wird. Die beiden großen Hubmagneten für die MW und UKW Umschaltung werden somit nicht mehr mit genügend Endladestrom versorgt und verricht ihren Dienst nicht mehr. Bei der Umschaltung Sprache/Musik kann die Kapazität aber noch ausreichend sein, also nachmessen und ggf. austauschen.
      Nur wer gegen den Strom schwimmt gelangt zur Quelle, tote Fische schwimmen mit dem Strom!

      Gruß "Plastik" Franz
      Hallo nochmal,

      ich habe heute die beiden EF86 der Endstufe gegen neue E80f, die ich recht günstig erwerben konnte, getauscht. Die Höhen sind jetzt viel deutlicher wahrnembar. Die alten EF86 sind wohl doch etwas schwach. Der einzige Unterschied den ich feststellen konnte ist der, dass im Automatiksuchlauf die Lautstärke nicht mehr vollständig ausgeblendet wird. Was sind die Ursachen hierfür? Angeblich sind die E80f voll kompatibel zur EF86. Sie sollen sogar die deutlich bessere Alternative sein (Langlebensdauer, Goldpinns, engere Fertigungstoleranzen).

      Gruss
      Andreas
      "errare humanum est"
      nightbear postete
      Hallo Andreas,

      na hoffentlich hast Du keine gefakete E80F erwischt. :(
      Hallo,

      da bin ich mir ganz sicher...
      Die E80F sind von VALVO und haben die typischen Kühlflügelchen am System und den Absatz im Glaskolben.

      Die Stempel sehen auch soweit gut aus.

      Wenn der Wunsch besteht, stelle ich noch ein Bild ein.


      Gruß
      Andreas
      "errare humanum est"
      Hier ein Bild einer neuen E80F von TFK:



      Eine dezidierte Audioröhre wie die EF804, EF804S, ECC803S oder E83CC ist die E80F eher nicht. Übrigens gilt bei ihr nicht der sonst zulässige Schluss EF80 <=> E80F.

      Hier die elektrischen Daten im Vergleich laut Franzis Röhren-Taschen-Tabelle (13. Auflage 1981):

      Achim
      Hallo,

      wie bereits erwähnt, hat sich der Klang zum positiven hin geändert. Lediglich die Stummschaltung beim Suchlauf ist jetzt etwas vermindert (Das Radio wird nur etwas leiser).

      Einen Weiteren Unterschied zwischen den Röhren ist die Bauhöhe. Die E80F ist deutlich höher als EF86. Beim Freiburg12 passt sie so gerade noch (Skalenseil).

      Gruß
      Andreas
      "errare humanum est"
      Hallo die Runde,

      wenn man oben in Post 052 die Daten vergleicht, zeigt sich, dass es schon deutliche Unterschiede gibt. Von einem 1:1 Ersatz würde ich da nicht sprechen. Die unterschiedlichen Daten erklären vermutlich auch das abweichende Verhalten beim Muting.

      Wenn das nicht stört und der Klang gefällt - warum nicht.

      Man muss dann noch abklären, dass die E80F hier nicht außerhalb ihrer Spezifikationen betrieben wird.

      Die 0,1A Heizstrom zusätzlich wird der Trafo wohl verkraften.
      Die abweichenden UG1 (-2V), UG2 (< 100V) und Eingangswiderstand wären zu überprüfen und ggf. anzupassen.

      Dann gibt es noch Parameter wie Mikrophonieempfindlichkeit, Funkelrauschen, Heizungsbrummen etc., die hier nicht im Datenblatt stehen, die sich möglicherweise aber bemerkbar machen können.

      All das sollte man bedenken, wenn man eine Empfehlung zur Ersatzmöglichkeit abgibt.
      Achim