Defekte Feldstärkeanzeige beim MD292 (und andere)

      Hallo SABA Freunde,

      ja, ich weiß, es gibt einen Thread der das Thema schon mal angesprochen hat, ich finde ihn nur nicht mehr, trotz intensiver Suche. Es ging dabei um den Kleber zwischen Spule und Zeiger, der versagt hat. Das sieht dann so aus:


      Das kann repariert werden, ihr benötigt:
      - eine spitze Lötkolbenspitze,
      - eine sehr feine Pinzette (besser zwei davon)
      - eine ruhige Hand (besser zwei davon)
      - Geduld und ein wenig Glück

      Los geht es:
      Was da so runterhängt ist die Rückstellfeder für den Zeiger, die gleichzeitig auch als Stromzufuhr für die Spule dient. Das heißt auch, dass die Spule selbst nicht mehr angeschlossen ist.
      Daher zunächst das Instrument ausbauen, die Plexiabdeckung öffnen und die Feder hier (Pfeil in Bild 2) ablöten. Die Feder nicht verbiegen oder verdrehen, einfach nur ablöten und erstmal zur Seite legen.


      Nun an der Spule das abgerissene Ende suchen und an dieses Ende einen sehr feinen Draht anlöten (wurde aus einer dünnen Litze gewonnen).




      Den Zeiger mit neuem Kleber fixieren, dabei darauf achten, dass der U-förmige Bügel nirgends anschlägt. Auch ist es hilfreich einen Kleber zu verwenden, der keine Fäden zieht. Nach dem Trocknen kann die Feder wieder angelötet werden. Dabei darauf achten, dass alles leicht drehbar bleibt. Ich benötigte mehrere Versuche, weil man auf die horizontale Lage achten muss, sonst schleift es. Je nach Anlötposition kann hier auch eine Justage des Nullpunktes erfolgen.

      Die Skala selbst hatte ich beim Löten mit Papier abgedeckt, damit diese nicht durch Lötspritzer beschädigt wird, man kann die Skala aber auch herausnehmen.

      Zuletzt nun die neue Litze mit dem Zeigerträger verbinden. Hier hilft die zweite Pinzette, eine hält den Draht fest, die andere biegt ihn zum Zeigerträger, damit der äußerst dünne Originaldraht nicht verbogen wird und abbrechen könnte. Mit Ohmmeter auf Durchgang prüfen, der Widerstand sollte bei 1k7 Ohm liegen. War die Reparatur erfolgreich, wird der Zeiger auch schon ungehindert ausschlagen, dazu reicht der Strom bei Widerstandmessung erfahrungsgemäß aus.


      Noch eine Vermutung:
      Ist das in Bild 3 zu sehende abgerissene Ende nicht auffindbar, dann sollte durch leichtes Kratzen an der Spule die Lackisolierung entfernt werden können, dort dann verzinnen und die neue Litze anlöten. Das kostet vielleicht eine Lage der Spulenwicklung, aber mit einer Lage weniger sollte das Instrument noch immer funktionieren.

      Nun nur noch den obligatorischen

      Gruß aus Franken








      EDIT: Subject geändert, Tippfehler korrigiert
      Hallo Vorex,

      einer der Beiträge zur abgerissenen Spule vom Zeigerwerk bei Drehspulinstrumenten und der Reparatur war von mir:

      http://mbhg.ath.cx/saba/showtopic.php?threadid=3113&highlight=Drehspulinstrument&s=d8066ac075ef12a1f2da891119bfbc0c

      Dort Beitrag Nr. 14 und der nachfolgende mit einem sinnvollen Rat von Andreas.

      Du hast sehr schöne Bilder gemacht! Bei meinem Element habe ich zwei Lupen hintereinaeinder gebraucht und dann doch aus Versehen die zarte Rückholspirale vom Zeigerwerk abgerissen. Mit viel Geduld konnte ich sie kleben und den elektrischen Kontakt mit Leitsilber wieder herstellen. Denn über sie fliesst ja der Spulenstrom.

      Herzlichen Gruss,
      Reinhard
      Hallo Reinhard,

      danke für die Blumen. Du hast recht mit dem: "Das Original war das gelötet. Das dürfte aber bei der Reparatur sehr schwierig sein, zu löten." Daher sieht die Lötstelle auch nicht sehr gut aus. Ich war froh dass es hält und funktioniert.
      Aber deine Lösung mit Leitsilber hat auch was, die Stromstärke durch so ein Instrument liegt bei ca 250µA, da kommt es auf ein paar Ohm nicht an, und ich brauche nicht mit Wärme zu arbeiten. Muss ich mir merken!

      Andreas rät zu kleinen Tropfen Sekundenkleber. Ich bevorzuge bei solchen filigranen Sachen gar keinen Sekundenkleber, denn, wie Andreas schon sagt, ein kleiner Fehler und alles war umsonst. Sekundenkleber trocknet halt sehr schnell und läßt sich dann nur schwer korrigieren.

      Die Fotos sind mit einer Canon SX130 im Macro-Modus ohne weitere Lupe gemacht, das können andere Kameras sicher auch.

      Bei der Arbeit nutze ich eine LED-Lupenleuchte mit 125mm Durchmesser und 5 Dioptrien, dazu nochmal eine Brille mit 3 Dioptrien, dann geht es.

      Gruß aus Franken