Erlkönig

      Hehehe.
      Heino ist dir denn überhaupt nichts aufgefallen.
      Der arme Mann hat einen Kopf wie ein Radio.




      Ein seltenes Exemplar eine ausgeprägten "Radiohead"
      :D
      Gruß Jogi
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      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Ich hatte nach Abweichungen des Geräts von der Beschreibung gesucht. Die läßt es ja durchaus offen, dass es eine Mariage sein könnte - was es ja offensichtlich auch ist. Aber ist es deshalb wertlos? Ich denke, es ist schon eine Überlegung wert, aber 200,- würde ich wohl nicht dafür bezahlen.
      Gruß Heino - der Unkaputtbare
      Ich vermute, es war ein frühes Modell, ein schnell fertiggestelltes Unikat oder eine Kleinstserie für die Funkausstellung, wie der Verkäufer auch angibt. Das Truhenchassis hatte man gerade zur Hand.
      Dann kam der 3D Hype noch rechtzeitig vor der Serienproduktion und man hat die Öffnungen für die "3D" Lautsprecher schnell noch mit der Stichsäge mitten durch die Dipolfolie gesägt und ein paar Kunststoff TV Lautsprechergitter außen davor geschraubt. Es musste so schnell gehen, dass die Seitenlautsprecher zunächst von Isophon zugekauft werden mussten.

      Also ein früher Freiburg Automatic (3DS) noch ohne 3D mit Truhenchassis und einem Gehäuse, das es sonst bei keinem Saba Radio gibt.
      Hat auf jeden Fall Seltenheitswert!
      Achim
      200 Tacken fürn olles Radio, es müssen schon einige Leute hier einen Dukatenscheißer in der Garage stehen haben. Lieber zünde ich mir da mit den Hunderten die Pfeife an, wenn kein Fidibus mehr da ist.

      Auch wenn meine Erinnerung nicht mehr sehr konkret ist, habe ich sicher, sehr sicher niemals mehr als die symbolische Kiste Bier (was heute bei 15 Teuro gleich wucherhafte 30 DeMark auch schon deutliche Überzahlung bedeuten würde) gegeben. Die Kiste DAB kostete zu der Zeit etwa 10 DeMark - also fünnef Euro für diejenigen die durch den Teuro schon ganz fern von Relationen sind. Der typische Preis war allerdings Nullkommagarnix ein weiterer üblicher Preis lag bei einem Heiermann (echte harte gute fünf Deutsche Mark).
      Selbst für wertvollere/wertgeschätztere Geräte als Radios habe ich in gleicher Münze gezahlt. Hier stehen vier vor wenigen Monaten reingekommene Marken-Dolby-Surround-Verstärker der 2000DM-Klasse herum die mich garnichts gekostet haben, Bandmaschinen habe ich erst vor Jahr und Tag in rauhen Mengen abgestoßen, da hatte ich für die Merhzahl garnichtts und für einige wenige ausgewählte und begehrte unter 40 Mark also unter 20Teuro bezahlt.
      Das teuerste je gekaufte war ein UHER Report Monitor 4400 in Top-Neuzustand für nen Fuffi. Aber das Ding sieht aus wie gerade vom Band gelaufen, hat nur im sauberen Wohnzimmerschrank gestanden und hat maximal zwei 13er Bänder von einem Ende zum anderen gespielt.

      Bedenkt doch mal WER die Preise für Altblech in so utopische Höhen jagt. Ein Jeder der mitspielt bei dem Wucher, ein Jeder der solche Preise schönredet oder sogar bezahlt.

      Noch ein Tip, hat man mir selber erst kürzlich genannt, weil es immer heißt Wo-wo-wo, ich sage nur Trödeltrupp (RTL-Fernsehen). Da schießen die teilweise einen ganzen Berg Radios für nen Zehner raus. Habe ich mir auf den Tip hin mal selber in einer Aufzeichnung angesehen (diese Art Fernsehen ist sonst nicht gerade meine Standardkost)
      Gruß Jogi
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      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo Achim,
      Du liegst mit Deinen Vermutungen genau richtig.
      Diese Art von Geräten wurden bei uns als sogenannte" Labor-Chassis" bezeichnet. Sie wurden während der Entwicklung x-mal neu beschaltet und geändert. Sie wurden nach Anlauf der entsprechenden Serie meist an "Insider"
      zu Schleuderpreisen verkauft.
      Die Käufer haben dann versucht, Gehäuse und noch notwendige Teile, günstig zu
      erstehen und haben sich dann die tollsten Kisten- ohne sich an das Original zu halten zusammengebaut.
      Dass dieses Chassis bei einer Funkaustellung als Ausstellungsstück zu sehen war glaube ich nie und nimmer !!!
      Die abgebildeten Stempel auf dem Chassis sagen deutlich aus woher es eigentlich stammt !
      Derjenige, der dieses "Gerät" kauft, wird nie genau wissen welchen Typ er da für
      vielleicht teures Geld erstanden hat.

      Herzl.Grüsse Helmut
      SABANESE von 1954-1962.
      So wird es leider sein, Peter. Die Dummen werden nicht alle, es stehen jeden Tag neue auf.

      Helmut, danke für die aussagekräftige Erklärung. Solche Insider-Sichten sind es die für mich außerordentlich interessant sind.

      Solche Geräte gab es bei vielen Herstellern auch bei denen wo ich mal meine Arbeitskraft zu Markte trug. Einmal erzählte ich von einem Labormuster eines Grundig-Kassettendecks das ich zufällig in meinen Bestand bekam und wurde dafür ziemlich angepfiffen, nicht nett aber die selbsternannten Päpste dürfen sowas ja immer.
      Ein andermal ging es um ein mehrfach auffälliges Philips-Bandgerät, sowohl ab Werk geändert als auch in Händen eines bekannten Fachbuchsautors von diesem geändert. Auch da gab es Palaver.
      Foren sind leider oft schlimmer als Bewahranstalten für Schwererziehbare.
      Gut das das hier so schön klappt mit den Insiderberichten.
      :)
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Helmut,

      noch ein Indiz, das für die Labor-Chassis These spricht: Auf dem Chassis, vor den beiden EL84 sieht man eine große kreisrunde Öffnung, die nachträglich wieder verschlossen wurde.



      Auch den Lautsprecher Umschalter, der möglicherweise in der Truhe sinnvoll ist, hätte man für ein Messeexemplar sicher nicht so provisorisch in die Rückwand hineingebastelt.
      Und der fehlende Goldstreifen hätte auch für Spott und Fragen der Messebesucher gesorgt.

      Über der Seriennummer erkennt man noch gut den Stempel

      "saba(?) Eigentum
      unverkäuflich"

      Achim
      Hallo Heino,

      das lief bestimmt so, wie Helmut oben beschrieben hat: Das Gehäuse mit dem vergessenen Streifen war eigentlich eine Fehlproduktion - Ausschuss.

      Der Sabanese, der das Chassis abgestaubt hat, hat das Gehäuse in der Schreinerei ergattert und schon hatte er wieder einen Baustein für sein Radio. Dann noch ein paar Lautsprecher und eine Rückwand und fertig war der Frankenstein-Freiburg...
      Achim
      Hallo Achim u. Peter,

      ........ja, und in der Rückwand, die genauso zusammengeflickt ist, wird an dieser Stelle eine EABC80 nachgewiesen.
      Das Teil stammt ja aus meiner SABA-Zeit, gerne würde ich den Verkäufer
      fragen, auf welchem Wege er zu diesem guten Stück gekommen ist.
      Gespannt bin ich ja, zu welchem Preis es weggeht?

      Gruss Helmut
      SABANESE von 1954-1962.