Saba Freiburg Automatic 6-3D

      Hallo

      Ich möchte heute einen Neuzugang vorstellen. Ein Saba Freiburg bekam ich, mit den Worten, hier du bist doch mit sowas vertraut. Der Stand bei mir noch von der Vorbesitzerin. Aber alles hat seinen Preis: ich muß ein Grundig wieder zum leben erwecken, das er mir auch gleich ins Haus schleppte.

      Nun zum Freiburg. Ungewöhnlich gut hat dieses schöne Stück die Zeit überstanden. Kein Rost, Nichtraucher Haushalt, also keinerlei gelber Belag, aber technisch ist der Freiburg am Ende. Mit Vorschaltlampe nur kurze Zeit, beendete ich diese Probe. Die Stromaufnahme war zu hoch, vermutlich die üblichen Verdächtigen, Gleichrichter, Elkos und diverse Kondensatoren. Was mir auch noch auffiel, das Skalenseil zum UKW Tuner vom Motorantrieb fehlte und ein Röhrchenkondensator ist verschmorgelt. Das Gehäuse hat altersspuren , aber solche Problemchen sind das wenigste. Der Lautsprecherstoff erstrahlt immer noch, so das es hier auch keine Probleme gibt.

      Hier ein paar Fotos von meinem Neuzugang

      Da hab ich mich gleich verguckt in den Freiburg. Grüne Skala, feines Radio



      linke Seite, auch noch schön erhalten, aber wie auch die Oberseite rissig und leichte Kratzer. Einige Blaupunkt leisten dem Saba Gesellschaft, links ein Chassis von einem Blp. 5W647, das zur Zeit in Arbeit ist.



      rechte Seite, hier ist auch keine grobe Beschädigung, nur der Lack ist schlecht.



      Nun gibt es das innere zu sehen. Das der Freiburg gut erhalten ist, kann man trotz des ungereinigten Zustands gut sehen. Kein Rost, nur Staub und ablagerungen



      Das Seil auf dem UKW Tuner fehlt. Da hat schon mal jemand etwas gemacht, denn die Reste fanden sich nicht mehr an. Auch gut zu sehen, der Automatikmotor ist noch gut erhalten. Logischerweise lief dieser bei dem Probebetrieb sofort an, konnte jedoch nicht einwandfrei arbeiten , da keine Seilverbindung zum Tuner vorhanden ist



      Blick auf die rechte Seite, der Netztrafo ist sauber, wie auch der Rest vom Chassis



      Wie man schon beim Gehäuse sieht, ist das Freiburg das Modell "Schweizer Ausführung" also die hellere Version. Ich denke mal, das technisch keinerlei Unterschiede sind.

      Nun habe ich noch keinerlei Unterlagen von dem Freiburg, Schaltpläne und Abgleichanleitungen wären von großer Hilfe. Vielleicht hat jemand Infos für mich

      Über den Werdegang des Freiburg werde ich weiter berichten, immer als Ergänzung zu diesem Beitrag. Allerdings muß ich erst noch die Blaupunkt Projekte fertigstellen, ( 2 muß ich noch )

      Grüße aus dem Weserbergland
      Hans Detlef
      Rock hilft gegen Rheuma
      Hallo
      Heute ging es bei dem Freiburg weiter. Das Chassis habe ich ausgebaut und mich als erstes um die Reinigung und die Mechanik gekümmert. Vermutet habe ich es ja schon und bei den folgenden Arbeiten wurde mir klar, das hier schon mal jemand versucht hat, die Friktion, oder auch Kupplung zu reparieren. Das erklärt auch das fehlende UKW Skalenseil, wo sich derjenige kein Mühe mehr machte, es einzubauen. Dabei braucht man vor solchen Bauteilen wirklich keine Angst haben.


      Staub, keinerlei Rost, aber Spuren des letzten Mechanikers. Krumme Pins an den Röhrensockeln sind kein gutes Zeugnis.


      Der Staub und die letzten Fremdwohner müßen entfernt werden.


      Auch in den verwinkelten Stellen sind keine Roststellen zu finden. Die Fremdwohner sind alle schon verendet.


      Viele Fotos , teils aus der Nähe sind hilfreich bei der Reparatur.


      Hier werde ich als erstes anfangen, die Mechanik um den Automaticmotor.


      Das Chassis wird gereinigt, die Röhren werden gezogen und bei Gelegenheit im Funke geprüft.


      Die Skalenscheibe wurde in Sicherheit gebracht, dahinter Staub und glücklicherweise keine Lackschäden am Skalenhintergrund.


      Ein schönes Ergebnis, nicht jedes Radio, sieht noch so lecker aus.


      Die Kupplung mag trotz einstellen der Federvorspannung nicht einrasten. Spätestens als probeweise ein Seil auf der UKW Rolle saß, zeigte sich, das die die Kupplung rutschte.


      Die kleinen Madenschrauben außen,dienen zur Vorspannung der Federn für den Klappmechanismus, hier von innen. Der Halter mit der kleinen Schraube, der als Abstützung wirkt, ist auf der Welle fest fixiert.


      Also als erstes den Motor ausbauen.


      Vor dem Ausbau mache ich Skizzen, mit der Lage aller Bauteile. Grob gesichert, damit nicht alles auseinanderfällt. Besser ist ein 5mm Bohrer, der in etwa der Achse der Welle entspricht.


      Der verhärtete Schaumstoff von der AM Seilrolle.


      Der Zusammenbau beginnt. Leider habe ich nur helles Mossgummiähnliches Material für die Kupplung. Das geht auch und wird getestet. Der Zusammenbau geschieht nach der Handskizze. Aber letztendlich muß alles auf die neue Einbauposition eingestellt werden.


      Gefühlvolles einstellen aller Schrauben ist Feinarbeit. Hier sieht man noch mal die Madenschrauben für die Federvorspannung. Die Klemmschelle dient als Begrenzung für die FM Seilrolle, falls hier der Anpreßdruck nicht genügt, etwas verstellen, also auf der Achse links oder rechts schieben.


      Das Seil wird wieder aufgelegt. Überzeugendes Ergebnis, alles funktioniert leichtgängig . Die Seilknoten werden noch gesichert, ebenso die Befestigungsschrauben der Zahnradhalter, wenn sich nichts weiter verändert. Die Schrauben werden noch nicht gesichert, erst wenn die neuen aufgeklebten Moosgummibeläge sich bewährt haben.

      Mechanisch ist noch mehr zu prüfen, der Tastensatz, der Lautstärkeregler mit Motor und alles was mit Mechanik zu tun hat, aber das kommt demnächst hier wieder als Fortsetzung.

      Sehr hilfreich waren die diversen Beiträge zu dem Saba Freiburg und den Automatik-Instandsetzungen hier im Forum. Vielen Dank

      Detlef :winker:
      Rock hilft gegen Rheuma
      Ein Amerikaner geht durch die Wäscheabteilung eines Kaufhauses in München, nimmt ein Handtuch heraus, schaut aufs Preisschild und fragt die Verkäuferin: "Fortyfive?"
      Sagt die Verkäuferin: "Naa, foa die Häänd!"

      Er schaut sich ein größeres Badetuch an, sieht das Preisschild und fragt: "Sixtyfive?"
      Sagt die Verkäuferin: " Naa, s iis lang gnuag!"
      Achim
      Hallo

      Kein Witz :D

      Mal ne ernsthafte frage: Im Schaltplan vom Freiburg zähle ich 9 Elkos, also 7 einzelne und den 50+50µF
      Im Gerät sind aber 10 verbaut , also 8 einzelne = 3 x 2 µF 2 x 50 µF 1 x 100 µF 1 x 5 µF 1 x 32µF und die 50+50 µF
      kann ich nicht mehr gucken? ich finde keinen 10. , also einen weiteren 2µF im Schaltbild

      Detlef :winker:
      Rock hilft gegen Rheuma
      Hallo Achim
      Danke, da tun mir jetzt die Augen weh, denn es ist ein Druckfehler in meinem Plan. Ich möchte ja nichts blindlings tauschen, nur die Kandidaten, die zweifelhaft sind. Deshalb verbringe ich viel Zeit mit dem vergleichen von Plan und der Lage der Bauteile am Chassis.
      Wie ich ja schon am Anfang des Beitrags geschrieben habe, ist so ein Freiburg Neuland für mich.

      Mal schaun, mit was für banalen Zeug ich demnächst wieder hier nerve. =)

      Detlef :winker:
      Rock hilft gegen Rheuma
      Hallole, beim betrachten der Bilder am Anfang des Threads ist mir noch eine Frage zu dem Gerät eingefallen. Stichwort grüne Skalenscheibe; was hat es damit auf sich?? Diese Scheiben habe ich auch schon bei anderen Modellen gesehen. Wurden die so ab Werk eingebaut (Exportgerät?) oder ist das ein Resultat von starker Sonneneinstrahlung die ja schon so manches gebleicht hat. Die grünen Skalenscheiben wirken beim betrachten irgendwie gebleicht weil die Beschriftung nicht so gut zu erkennen ist wie bei den dunkelbraunen Scheiben.

      Gruß Frank
      Es toent so schoen wenn des Sabas Roehren gluehen!
      Aha, das deckt sich mit meinen Beobachtungen: Bei zwei der drei Geräten die ich bisher entdeckt habe, war Schweiz als Herkunftsland angegeben. Ist natürlich Geschmackssache, da das grün relativ hell ist gegenüber der goldenen Beschriftung ist auch der Kontrast geringer als bei den dunklen Scheiben und wirkt irgendwie verwaschen/ausgebleicht. Ist immerhin für manche ein Grund zum "sammeln".

      @ Helmut: Wie ich Deinem Kommentar ganz unten lese warst Du bei Saba beschäftigt. Kannst Du mir evtl. sagen wie die Skalenabdeckung bei den Freiburgs befestigt war? War die nur in die zwei Löchlein der Skalenscheibe eingesteckt oder zusätzlich auf der Rückseite befestigt? Meistens fehlt dieser Aufsatz ja; bei mir ist er vorhanden und war notdürftig angeklebt. Hat auf der glatten Scheibe natürlich nicht besonders gut gehalten. Ich hab den Aufsatz vorsichtig entfernt und eingetütet damit nix verloren geht. Nun überlege ich wie ich das fragile Teil in etwas stabileren Form wieder anbringen kann.

      Gruß Frank
      Es toent so schoen wenn des Sabas Roehren gluehen!
      Hallo Frank,

      ja ich war 8 Jahre bei SABA in Villingen in den 50/60 ziger Jahren beschäftigt.
      So einige Zehntausende Rundfunkgeräte von Mainau bis Freiburg sind mir als
      Schlussprüfer durch die Hände gegangen. Es war eine schöne Zeit als SABA
      noch sehr erfolgreich war.

      Zu Deiner Frage: Der Rahmen für die Aufbringung der UKW-Slalenreiter wurde
      mit einem Spezialkleber auf die Skala aufgeklebt. Das Skalenglas musste also
      sehr sauber sein.
      Eine andere Möglichkeit gibt es wohl auch heute noch nicht!

      Gruss Helmut
      SABANESE von 1954-1962.
      Gedächtnisschwund (altersbedingte Demenz) war wohl auch damals schon ein bekanntes Übel, sonst hätte es dieser Skalenreiter nicht bedurft.
      In einer Schublade schlummern hier auch noch einige dieser Skalenvorsätze, die werden möglicherweise eines schönen Tages montiert.
      Montiert werden müssen, aber noch kann ich mir die Position meiner bevorzugten Sender auf der Skala merken.

      Gruß Otto
      Gruß Otto
      Hallo Helmut, vielen Dank für die Information. Dann dienten die beiden Stifte an beiden Enden nur dazu, damit der Vorsatz die richtige Position an der Scheibe hat. Die ganze Konstruktion ist auch etwas fragil gemacht. Ich hätte vier Stifte genommen; an jeder Ecke einen. Wenn man die Abdeckung zum abnehmen nach links schiebt, dann gibt der Träger der Reiter schon verdächtig nach. Ich habe vor, den braunen Rahmen auf ein sehr klares "Bastlerglas" auf zu kleben; das Bastlerglas selbst hat dann zwei Zapfen die durch die beiden Löcher am Glas gehen. Auf der Rückseite werden auf die beiden Zapfen Ringfedern auf gedrückt; das sollte dann halten.

      Hallo Otto, hab mir auch überlegt ob ich die wieder montieren soll. Ich denke, wenn ich schon ein Gerät haben wo der Aufsatz noch existiert (bei den meisten fehlt der) sollte der auch wieder dran. Wenn ich den in der Tüte lasse und irgendwo rein legen ist der mit Sicherheit in ein paar Jahren nicht mehr auffindbar weil man sich nicht mehr an das "Versteck" erinnern kann. :D Da ist der Aufsatz am Gerät wohl noch am sichersten aufgehoben.

      Viele Grüße

      Frank
      Es toent so schoen wenn des Sabas Roehren gluehen!
      Hallo Frank,

      ich bin nicht überzeugt, dass der Vorsatz ab Werk aufgeklebt war, ich hatte schon einige Freiburg bei denen dieser Vorsatz auch nicht die Spur eines Klebers aufwies.
      Eher denke ich, dass tatsächlich nur diese beiden Pins als Halterung vorgesehen waren, anfangs ihre Aufgabe auch sicher erfüllt haben, im Laufe der Jahre jedoch bei der Abnahme des Deckels einer oder vllt. beide abgebrochen sind und der damalige Besitzer dann kleben musste.
      Das Aufkleben sollte doch eigentlich kein größeres Problem darstellen, es gibt doch heute Kleber in Hülle und Fülle für jeden Zweck, eben auch Kleber die auf Glas haften.

      Gruß Otto
      Gruß Otto