Saba TG 664 Endstufe defekt

      Hallo zusammen.

      Ich habe mein Abitursgeschenk ein SABA TG 664 wieder entdeckt. Ja, lang ist's her...und stolz war man drauf - sehr stolz.
      Nun beschäftige ich mit der Restaurierung dieser Antiquität und soll in mein privates Museum. Darin befindet sich schon ein Grundig City Boy 1000 und ein Philips EL-3302 natürlich VOLL funktionstüchtig ond optisch wie NEU !
      Nach gründlicher Reinigung des SABA TG 664 und Welchsel der Antriebsriemen (gibt es in der Bucht) funktioniert das Gerät schon wieder fast.
      Bis auf die rechte Endstufe.
      Hier im Forum gibt es ja den Schaltplan der Endstufe -vielen Dank dafür :


      http://saba-forum.dl2jas.com/bildupload/Endstufe%20Klangregler-Tonband-TG-664_H-0013.jpg

      Tausche ich den Ausgang der Endstufen (rotes/grünes Kabel) wandert der Fehler mit. Lautsprecher also OK.


      http://saba-forum.dl2jas.com/bildupload/IMG_7472_kl.jpg

      Tausche ich den Eingang der Endstufe (Kabel rot/weiß-grün/weiß) an C313, R330 wandert der Fehler mit.
      Fazit: Endstufe rechter Kanal EINDEUTIG defekt.
      Alle Lötstellen nachgelötet (kalte Lötstelle ausgeschlossen). Leiterbahnen durchgeklingelt (Unterbrechungen) alle OK.
      Alle DC Spannungen gemessen wie im Schaltplan eingezeichnet sind OK. C323 getauscht. Alle Transistoren gemessen (Diodenstrecken BE, BC scheinen auch soweit OK. C318 getauscht.
      Leider verweigert die Endstufe immer noch ihren Dienst. Hat hier vielleicht noch jemand eine gute Idee dazu, wie ich weiter vorankommen könnte ?
      Vielen Dank schon mal im Voraus.

      Edit: Bilder auf sinnvolles Maß gebracht, DL2JAS
      Hab ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt... Sorry !

      Ausgangszustand: Gerät ist auf Wiedergabe Stereo.
      Linker Kanal OK (Wiedergabe). Rechter Kanal NOK (NotOK) Keine Wiedergabe.

      Also nochmaliger Versuch der Erklärung:

      1) Tausche ich die AUSÄNGE der Endstufen (rotes/grünes Kabel)
      wandert der Fehler mit. Lautsprecher also OK.

      Also jetzt: Wiedergabe rechts OK. Linker Kanal NOK

      2) Rücktausch der Kabel am Ausgang (rot/grün)
      Linker Kanal OK (Wiedergabe). Rechter Kanal NOK Keine Wiedergabe.
      Also wieder Ausgangszustand.

      Tausche ich nun die EINGÄNGE der Endstufen (Kabel rot/weiß-grün/weiß) an C313, R330.
      Linker Kanal OK (Wiedergabe). Rechter Kanal NOK keine Wiedergabe.
      Fazit: Endstufe rechter Kanal EINDEUTIG defekt. Läge der Fehler weiter vorne hätte ich erwartet: Links :NOK, Rechts: OK.
      Bei SABA und vielen anderen Tonbandgeräten heißt die Parole immer: Kontakte.

      Ich habe nichts davon gelesen das Fehlerquelle Nr. 1 an Tonbandgeräten mit eingebauten Lautsprechern schon auf dem Tapet stand, nämlich den in der Lautsprecherbuchse versteckten Ausgangs-Umschalter mal probeweise zu überbrücken.

      Ansonsten kann es eigentlich nur wenige Szenarien geben in denen alle statischen Spannungen stimmen, alle PN-Übergänge der Halbleiter ok sind, alle Kondensatoren sperren und alle Widerstände leiten (in ihrem Wertebereich) und es kommt ein Ton der reingeht nicht zumindest irgendwie wieder raus.

      Es gibt auch Abhängigkeiten die redundante Schritte sparen helfen, um mal einen Punkt herauszugreifen kann die Mittelspannung nicht mehr stimmen wenn die Mitführung nicht stimmt, wenn einer der Transistoren nicht verstärkt (Unterbrechung) oder zusammengeschweißt ist (Schluß). Was es bspw. sinnlos macht am Ausgangs-(Mitführungs)-Kondensator einen Mangel an Isolation zu vermuten. Den Fall hatte ich erst neulich, er bewirkt ein Braten aller Transistoren (die dabei nicht unbedingt alle den SOAR verlassen müssen) bei völlig entgleister Mittelspannung. Ebenso muß der Vorstufe-Transistor zwingend arbeiten wenn die Mittelspannung stimmt.

      Was "sagt" denn die Endstufe überhaupt? Nichts gibt es nicht, denn dann ist es wie schon oben beschrieben ein Kontaktproblem am Buchsenschalter oder sonstige Totalunterbechung direkt am Ausgang. Alle anderen Fehler hört man mesitens, wenn vielleicht auch sehr leise. Da muß man auch mal mit dem Ohr in den Lautsprecher kriechen.
      Gruß Jogi,
      der im Forum von jedem dahergelaufenen Neuling verspottet, beleidigt und als charakterlos tituliert werden darf.
      Klar Achim, das mir der Widerspruch schon beim Verfassen bekannt war.
      Aber wie oft wöchentlich hat man den Fall "Wenn du denkst du denkst dann denkst du nur du denkst", sprich der TO meint nur er hätte getauscht.

      Das kann man über ein Forum immer sehr schlecht beurteilen. Manch einer geht dann gleich in die Luft, manch anderer schaut nochmal nach und - bingo - nur gedacht das er gedacht hat und irgendwas anderes gelötet, falsch Stelle, Massedraht anstelle des Heissen usw. erdenkliche Dinge.
      Gruß Jogi,
      der im Forum von jedem dahergelaufenen Neuling verspottet, beleidigt und als charakterlos tituliert werden darf.
      Hallo SABA_FAN,

      wie wäre es mit einer eher analytischen Methode?
      Du hast zwei gleichartige Endstufen, eine geht, die andere nicht.
      Hast du ein Oszilloskop, dann schließe die Eingänge zusammen, sorge also für ein Monosignal und messe Schritt für Schritt durch.
      Hast du kein Oszilloskop, dann nimm einem 100Ohm Widerstand und verbinde jeweils einen Punkt im linken Kanal mit dem entsprechenden im rechten. Taste dich vom Eingang weiter in Richtung Lautsprecher vor. Du sagst, alle Gleichspannungen passen, dann ist diese Methode unkritisch und abgesehen davon, die 100Ohm schützen vor Überraschungen. Daher bitte nicht einfach ein Stück Draht nehmen. Damit solltest du schnell den Fehler einkreisen können.

      Schau mal hier, da kannst du bestimmt erkennen was ich meine:

      saba.magnetofon.de/showtopic.php?threadid=5807



      Gruß aus Franken!
      Hallo zusammen,
      nach der Wochenendbastelei funktioniert das Schätzchen wieder (teilweise). Besser gesagt, die Fehler sind nun bekannt und zum Teil schon behoben.
      Nach dem Tausch der Elkos die im Schaltplan eingezeicht sind, hat sich ein Erfolg ja noch nicht eingestellt gehabt. Dass C313 und C 316 auch Elkos (Tantalperlen) sind, hatte ich leider übersehen. Diese nun durch KerKos getauscht und siehe da, der rechte Kanal gibt wieder Leben von sich.
      Es wurden mittlerweile ALLE Elkos der Endstufenplatine durch neue ersetzt - sicher ist sicher.
      Allerdings hat der Lautsprecher Lsp 103 ein Problem, dass er nicht immer Durchgang hat. Offensichtlich liegt ein Bruch des Anschlussdrahts unter der schwarzen Vergussmasse vor (siehe Bild roter Kreis/Pfeil). Theorie: Kurzschluss von C323 (der ist defekt - allerdings JETZT hochohmig) und somit DC am Lautsprecher, was zum Defekt führte.



      Bewegt man die Membran an dieser Stelle, gehts oder gehts nicht. Auch ein Blick durchs Mikroskop verrät nicht unbedingt, ob das reparabel ist.
      Meine Frage an dieser Stelle wäre, ob jemand noch so einen funktionierenden Lautsprecher (ist ein Hochtöner) übrig hat und mir verkaufen könnte.



      Nächste Pläne: Alle Tantalperlen und Elkos auf Regler- und Entzerrerplatine duch neue Elkos und wo möglich durch KerKos zu tauschen. Habe den Verdacht, dass da auch noch nicht alles ganz zum Besten ist.
      Aufbereitung der Gehäuseteile und der Plexiglashaube (Kratzer).

      Viele Grüße und wir basteln weiter...halte Euch weiter auf dem Laufenden.
      Hallo zusammen,
      den Lautsprecher konnte ich schon mal reparieren.
      Den Bruch des Anschlussdrahts unter der schwarzen Vergussmasse habe ich mit einem spitzen heißen Lötkolben freigelegt. Die Unterbrechung ist also gefunden. Kaputt ist kaputt, mehr kann man ja nicht kaputtmachen - dann los. Der Permanentmagnet wurde vorsichtig abgehebelt. Dann eine Windung (die unterste) der Lautsprecherspule geopfert. Den von der Lautsprecherspule abgewickelten Draht (eine Windung) an eine dünne Stecknadel gelötet, die Stecknadel durch die Membrane gepiekt, Draht hinterhergezogen und wieder angelötet siehe Bild. Den Magnet im Schraubstock auf den Lautsprecher Korpus wieder aufgepresst und voila, Lautsprecher ist wieder in Funktion. Die fehlende Windung stört offensichtlich nicht. Dann das Ganze noch mit Klarlack und Schmelzwachs fixiert.


      http://saba-forum.dl2jas.com/bildupload/Lautprecher%20Reparatur_kl.jpg

      Am Wochenende gehts weiter.....

      Viele Grüße


      Edit: Bild verkleinert, DL2JAS
      Moin,
      da gibt es aber ein paar Ungereimtheiten.

      Weshalb funktioniert eine Endstufe auch dann nicht, wenn man die heile Lautsprecher-Anordnung an sie ankoppelt?
      Alternativ wären LS und Endstufe defekt? Oder die Testanordnung doch nicht so wie beschrieben.

      Weshalb willst du in der NF-Kopplung Tantal-Elkos unbekannten Zustands - von Test habe ich nichts gelesen - die vermutlich funktionieren, ausgerechnet gegen KerKo´s austauschen, ist dir der Klang bisher zu gut? Keramik-Kondensatoren haben für den Zweck da nichts zu suchen. Wenn überhaupt ein Tantaltropfen kleiner Kapazität < 1uF defekt ist würde ich ihn entweder 1:1 tauschen oder gegen einen Folienkondensator. Tantal-Elkos wurden wegen ihrer Eigenschaften mit Absicht verbaut, nicht weil zufällig gerade dreißig Container voll im Lager herumstanden. U.a. haben diese ein besseres Reststomverhalten als AL-Elkos, kleinen Platzbedarf, verhältnismässig niedrigen Preis bei guter Qualität aufzuweisen. Das in der NF-Kleinsignal-Kopplung kaum relevante Überlastverhalten (Tantal-Elkos dürfen nicht an Überspannung gelegt werden, auch nicht kurzfristig) spielt hier so gut wie keine Rolle, wenn die Entwickler und Serien-Rationalisierer nicht wild geträumt haben.

      Auch ist mir bei den vielen über meinen Arbeitstisch gegangenen SABA-Tonbandgeräten keine gesteigerte Ausfallrate an passiven wie aktiven Bauelementen aufgefallen. Wie ich bereits schrieb sind die Allerweltsfehler fast aller Bandgeräte, so auch derer von SABA, Kontakte-Kontakte-Kontakte. Und manchmal geht etwas in der Mechanik fest, wegen mangenden Gebrauchs (kaputtgestanden) oder die Kupplung rattert weil irgendein Unhold das Reibrad-Getriebe im Stand über Jahre und Jahrzehnte hinweg nicht ausgekuppelt hat.
      Gruß Jogi,
      der im Forum von jedem dahergelaufenen Neuling verspottet, beleidigt und als charakterlos tituliert werden darf.