Saba 9241 Receiver - eine ungeplante Überarbeitung

      Das Resultat sieht doch gut aus.
      Fragt sich nur ob es über Jahre so bleibt und ob man alle änlich gelagerten Vorgänge über diesen Kamm scheren kann, solche Virtuosen-Feinarbeit wie jetzt von dir Achim getan, ist nicht serienkompatibel, viel zu zeitintensiv, es konnte also im Werk so nicht gearbeitet worden sein, aber mit einem Bestandsfehler auszuliefern halte ich auch für nicht sehr wahrscheinlich.

      Folgerung, Alterungserscheinung an bisher nicht eindeutig eingegrenzter Stelle - wenn auch von mir weiter im Kontent gemutmaßter Stelle - und somit die Gefahr das beim Nachbau der empirischen Fehlerkompensation im noch immer weiter schreitenden Alterungsprozeß alles in alle möglichen Richtungen auseinanderlaufen könnte, früher oder später, und das auch noch bei jedem Gerät anders.
      Mir stößt diese werksseitige Umstellung von kompensiertem Doppeldioden-Betrieb zu Eindioden-Betrieb sauer auf, kein Kompensation der Einzel-Me´s der Dioden, ein zusätzlich erforderlicher Kerko mit seinem störenden TK, ein für das Redesign nicht mehr passendes Layout das sicher nicht die störenden parasitären Serieninduktivitäten so minimiert wie beim Original-Design...
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo Achim,

      Chapeau! Das wars! Siehe dazu Beitrag 075, dort der letzte Satz! Da wusste ich aber noch nicht Dein Endergebnis. Wenn es so gut ausgeht, haben wir es ja vorher alle gewusst. Klar, oder?

      Welchen Folientrimmer hast Du für den Keramiktrimmer C228 eingebaut, 2,5-10 pF? Kannst Du ein Foto machen?

      Die Frage bleibt noch, ob der Austausch des BF199 gegen den Originaltyp BF255 wieder Neuoptimierung erfordert, hoffentlich nicht!

      Ich werde mich dann bei mir natürlich an Deinen Endwerten orientieren!



      Hallo Jogi,

      in der Tat, wie Du sagst! das Bild ist jetzt klar.


      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Jogi,

      mein Verdacht bzgl. Alterung würde sich besonders gegen die Schwingkreisspule und den Keramiktrimmer richten. Aber wir wissen es nicht sicher.

      Auch wissen wir nicht, wie genau die Temperaturkompensation damals gepasst hat.

      Zum Zeitpunkt der Herstellung so zu kompensieren, dass 30 Jahre später noch alles stimmt, dürfte eine extrem anspruchsvolle und teure Angelegenheit sein, die sich für ein Consumergerät nicht anbietet. Trotzdem haben andere Hersteller bessere Ergebnisse erzielt, was Genauigkeit und Langzeitstabilität der Temperaturkompensation angeht, das muss man ganz klar sagen.

      Und warum wurde die Schaltung um das Jahr 1980 herum "on the fly" geändert? In genau dieser Phase erfolgte bei diesen Receivern die Umstellung auf 108 MHz. Kam der Oszillator mit der BB104 nicht so weit hoch?
      Interessant wäre auch, zu wissen, wie stabil die alte Version mit BB104 läuft.

      Auf der anderen Seite hat man die zweite Version unverändert in den 9260 übernommen - da müsste sie sich doch bewährt haben. ABER, wer sagt uns, dass nicht später Kondensatoren mit anderer Kennlinie zum Einsatz kamen? Wir müssten hier Fotos von den Printseiten der UKW-Boxen sammeln.

      Mir geht es nur - und das ist wahrhaft schon mühsam genug - darum, zu zeigen, wie man vorgehen kann, um heute ausgesprochen stabile Verhältnisse zu schaffen.
      Wer sich die Arbeit machen möchte, hat dann Anhaltspunkte. Wem es den Aufwand nicht wert ist, weil er "sowieso immer AFC an" hat, kann sich die Mühe sparen.
      Man muss auch darauf gefasst sein, den HF Teil danach neu abzugleichen. Fehlen dafür die Messgeräte, sollte man lieber alles unberührt lassen.


      Hallo Reinhard,

      der Trimmer ist ein runder grüner handelsüblicher Folientrimmer, die hatte ich mal auf Hans´ Rat hin bei Reichelt bestellt, als es um den 8120 ging. Der alte stand auf 10,5 pF, also ein Bereich 2...18/20 müsste passen.
      Fotos kommen auf jeden Fall noch.

      Ich nehme an, man bekommt es mit dem BF255 ebenso hin. Ich habe nur irgendwann den 199 drin gelassen.

      Übrigens kommt man, wenn die Sache genau genug optimiert ist, irgendwann in den Bereich des Temperaturkoeffizienten des Hauptabstimmpotis, das ist auch leicht in Richtung Anstieg Uabst. und damit Frequenzanstieg geneigt.
      Ich habe umschaltbar parallel noch ein Spindelpoti, damit ist die Stabilität - man glaubt es nicht - noch besser, regelrecht gespenstisch. Man denkt man hat die AFC aus Versehen angelassen.

      Nachtrag zum Trimmer:

      http://saba.magnetofon.de/showtopic.php?threadid=5203&pagenum=3

      Dort in Post 072 hat Hans schon Wesentliches zu dem Thema geschrieben!

      Dort heißt es:
      "...im Osz. wo die BB104 mit Verkuerzer-C arbeitet (150pF typ) nur 2- 6 pF wegen der TK- Beiwerte des Trimmers."

      Das passt doch zum Thema. Vielleicht liest Hans mit, wenn er nicht zu viel um die Ohren hat?
      Achim
      Hallo Achim,

      ja, vielleicht liest Hans mit und schmunzelt bereits über uns!

      Ich habe übrigens noch neue Keramiktrimmer 2,5-10 pF, vom gleichen Typ, der original eingebaut ist, nur dass sie neu sind. Damit könnte ich noch einen Vergleich Keramiktrimmer alt-neu machen.

      Aber nach Deiner Erfahrung werde ich danach letztlich auch einen Folientrimmer einbauen. Den 2-20 pF (grün) habe ich bestellt, 2-30 pF (rot) habe ich zwar vorrätig, aber 2-20 pF (grün) passt noch besser. Ich werde also Dein Rezept, C228 durch 2-20pF Folientrimmer ersetzen, C225 parallel aus (100 pF NP0) + (47 pF N150), ausführen.

      Wenn ich auch zu einem guten Resultat komme, dann liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ursache und Wirkung bei meinem Gerät gleich wie bei Dir waren und dann ist dies Problem sicher ganz weit verbreitet. Irgendwie überraschend, dass hier im Forum nicht noch viel mehr darüber geklagt wurde. Dann könnte ab jetzt Vielen zu helfen sein, die diese Drift auch stört.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Reinhard,

      bei mir hat der Folientrimmer einen niedrigeren TK, als der alte Keramiktrimmer. Mit dem Folientrimmer ist also die Schaltung nicht so leicht in der Überkompensation. Man sollte diese Folientrimmer hinsichtlich ihrer Stabilität nicht unterschätzen, die sind verdammt gut. Nichts gegen Keramik, gerade bei höheren Spannungen etwa in Röhrengeräten oder bei Sendern.

      Die Sache steht ziemlich auf der Schneide. Kleinste Variationen haben deutlichen Einfluss. Mit C225 und C230 als NP0 war das Verhalten sogar gegenläufig, der Zeiger ging auf -1 innerhalb von 1-2 Stunden.
      Dann hatte ich C225 100pF NP0 + 47pF N150 und C230 N150 -> Kompensation zu stark mit Keramiktrimmer, aber etwas zu schwach mit Folientrimmer. Mit N750er C230 passte es dann, wäre mit Keramiktrimmer aber zu stark gewesen.

      Man muss sich an die Lösung herantasten, das kann dauern (wegen der Testläufe) aber ich bin sicher, dass es für jede Box eine Lösung gibt.

      Ich glaube, wer schon viele Tuner verglichen hat, speziell hochwertige und Handabstimmung bevorzugt, den stört das Driftverhalten dieser Receiver gewaltig.
      Ich habe ja den Eindruck, dass es bei der Entwicklung dieser Geräte auch nicht um diese Klientel ging, sondern die Vorgabe war, wenn es im AFC Fangbereich bleibt, ist es o.k. Für den 9250 oder den 9240S mag das vielleicht noch angehen, aber bei den "Nur Handabstimmung" Modellen ist es nicht in Ordnung.
      Achim
      Hallo Achim,

      ist vermerkt!

      Deine Versuche zeigen, wie labil das Gleichgewicht für die Ausbalancierung der Tks ist. Das wird dadurch verstärkt, dass an Lüftungslöchern/Schlitzen in der Unterwanne gespart wurde. Die Stanzlöcher in der Hauptplatine zwischen FM-Box und ZF-Boxen helfen nicht viel, da darunter im Bodenblech keine Öffnungen sind. Es gibt Tuner / Receiver, die so aufgebaut sind, dass die Tunersektion kühl bleibt, auch wenn die Endstufe ordentlich Dampf macht.

      Ich bin aber eigentlich ganz zuversichtlich, dass die von Dir optimierte Lösung auch bei mir auf Anhieb zufriedenstellend funktionieren wird.

      Bis ich die Teile bekomme dauert noch ein paar Tage. Ich bin gespannt auf das Ergebnis!

      Nach wie vor bin ich überzeugt, dass die Balance der Tks ursprünglich (bei neuen Bauteilen) gestimmt hat. Ausnahmen bestätigen die Regel. Erst durch Alterung der Spule und/oder des Keramiktrimmers im Oszillatorkreis kam die Sache aus dem Gleichgewicht.

      Das führt schon ins nächste Thema: Was ist genauer über die Alterung von Spulen/Spulenkernen und Keramiktrimmern bekannt?

      Gruss,
      Reinhard
      Moin,
      mein 9260 lief eigentlich immer, etwa bis ans Ende der zentralen Null-Markierung des Instrumentes.
      Gestoert hat es mich nie, die AFC kommt damit klar und die Zeiten, wo ich einen schwachen Sender neben einem Starken herausholen musste, waren a) selten und b) der Tuner nach etwa einer Viertelstunde stabil.

      Man muss allerdings auch noch etwas Anderes beruecksichtigen. Das Mitteninstrument ist bei den 92xx sehr empfindlich, es zeigt geringste Verstimmungen schon ueberdeutlich an. Das habe ich bei vielen anderen Geraeten anders erlebt, so dass deren Drift kaum auffiel. Will man das wirklich vergleichen, muss man die Oszillatorfrequenz schon mit einer Aufloesung von wenigstens 1kHz messen. Stimme ich meinen 9260 so ab, dass der Zeiger ueber dem Ende der Mittenmarkierung steht, dann aendert sich die letzte Stelle im Zaehler _nicht_, die Aufloesung reicht also noch nicht aus. Und m.E. ist es fuer den freischwingenden Oszillator eines Grosseriengeraetes ziemlich viel verlangt, bei 100MHz nahezu Quarzstabilitaet zu haben.
      Um den Zeiger ueber die gesamte Mittenmarkierung zu bewegen, genuegt die Drehung von nur wenigen Grad am Abstimmknopf. D.h. der Drehko mit seinem Abstimmpoti bewegt sich fast ueberhaupt nicht. Es spricht fuer die Qualitaet des Abstimmantriebes, dass das alles vollkommen reproduzierbar und spielfrei/ohne "Gummi" im Antrieb laeuft.

      73
      Peter
      Hallo Peter,

      ich weiß nicht, ob man beim 9260 Verbesserungen in diesem Bereich vorgenommen hat, oder ob das Gerät weniger gealtert ist. Der 60er hat auch nicht die kochende Zählerbox neben der UKW-Box, ggf. ist die Temperaturdifferenz im Betrieb geringer.

      Bei dem hier vorliegenden 9241 habe ich mit einem Sender auf 89,30 getestet. Bei kaltem Gerät war der Zeiger knapp über den linken Rand des Mittelbalkens hinaus, Anzeige. 89,25. Nach ca. 1-2 Stunden war der Zeiger auf plus 1, manchmal weiter, die Anzeige bei 89,35.
      Das ist zu viel.
      Auch der Fall von Rolfs Gerät, das im Neuzustand schon von Null auf +1 zog, ist eigentlich nicht zu tolerieren, da macht die Frequenzanzeige zumindest einen Step nach oben. Auch die Feldstärkeanzeige fällt dann ab.

      Wenn Du die Box vom 9260 mal offen haben solltest, wäre ein Blick auf die nachbestückten Cs interessant.

      Der Hinweis mit der Charakteristik des Mitteninstruments trifft zu, ich würde Schwankungen, die sich innerhalb der Mittenmarkierung abspielen, als vernachlässigbar bezeichnen.
      Michael (kugel-balu) hat weiter vorne berichtet, dass die Geräte, bei denen dieser Bereich eingehalten wird, auch nach seinen Erfahrungen zu den bestmöglichen gehören. Aber es ist eben nicht die Regel, viele Geräte liegen weit außerhalb dieses Intervalls.
      Achim
      Hallo allerseits,

      ich teste weiter, aber es ist zeitraubend, weil man, wenn man vergleichbare Ergebnisse bekommen will, das Gerät ca. 6 Stunden abkühlen lassen muss. Das kann man einmal über Nacht und ein- bis zweimal am Tag machen.

      Festzuhalten ist:

      1. Dass der Skalenantrieb einen Teil (etwa 20%) der Aufwärtsdrift bei Erwärmung ausmacht. Diese Veränderung hatte ich einer Erwärmung des Abstimmpotis zugeschrieben, aber die Ursache dürfte das Skalenseil sein.
      Um das zu testen muss man das Gerät nur einmal mit vom Drehko abgenommener Seilrolle betreiben.
      Ich gehe davon aus, dass das Skalenseil bei Erwärmung seine Länge ändert. Die Hitze der direkt benachbarten 3 großen Skalenlampen dürfte dann nicht unmaßgeblich sein.
      Aber auch eine Längenänderung der Kunststoff-Frontplatte wäre als Ursache denkbar (Thermoplaste), schließlich ist die linke Umlenkrolle in dieser Front verankert, die rechte in der Metallplatte, die mit dem Chassis verschraubt ist.

      Vor diesem Hintergrund könnte die bereits von Mitforisten vorgeschlagene Umrüstung auf LEDs neue Aktualität bekommen.

      2. im Bodenblech könnte man zwei 10 cm lange Reihen Löcher mit 8mm Durchmesser im Bereich hinten rechts, links und rechts von der Fußschiene bohren. So könnte kühlere Luft den Temperaturanstieg der UKW-Box drosseln. Es macht einen Unterschied bei der Drift, ob das Gerät ohne Bodendeckel direkt bündig auf dem Untergrund steht, oder etwa 1cm hochgesetzt.

      3. Beim Löten an der UKW Box, auch wenn man nur kurz einen kleinen KerKo tauscht, darf man sich nicht verschätzen, was den Zeitbedarf zur Abkühlung betrifft. Auch wenn sich alles wieder kühl anfühlt, ist noch lange nicht der Zustand erreicht, der nach längerer Abkühlung herrscht. Messungen oder Wirkungen eines Bauteilersatzes lassen erst nach mehreren Stunden sinnvolle Aussagen zu.

      4. Mit der Fertigstellung der UKW-Box kann es erst weiter gehen, wenn das bestellte Material eingetroffen ist.
      Inzwischen habe ich die Klebstoffreste im Bereich des Oszillatortransistors vollständig entfernt und die Ferritperle nur am Anschlussdraht angeklebt.
      Achim
      Hallo Achim,

      der Weg zur Perfektion wird ein endlose Geschichte. Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen. Sonst wird das ja eine Neukonstruktion.

      Allerdings... LED machen Sinn. Die Lämpchen sind eine erhebliche Ursache der Gesamtwärmeeintwicklung im Gerät. Ausserdem - wie Du ja gesagt hast - beheizen sie direkt das Skalenseil. Da hast Du einen Punkt getroffen!


      So langsam trudeln bei mir auch die Teile ein...

      bisher angekommen: BF255 (Siemens, NOS), 150pF(Klasse 1, N150), 100pF(Klasse 1, NP0)

      Der Rest kommt die nächsten Tage. Von manchen habe ich dann so viele, dass ich was abgeben könnte. Dazu später mehr.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Reinhard,

      Perfektion heißt hier "gut genug". Absolute Stabilität gibt es ja nicht, im Sommer kann es deutlich wärmer werden, das Gerät wird bewegt, das Material arbeitet, die Bauteile altern usw.

      Aber ich denke, alles was ich im Bereich innerhalb des Mittenbalkens abspielt ist TOP.
      Der Weg dahin mühsam genug.

      Wir können ja dann am Ende unter "Überbestände" posten, was wir am Lager haben, falls jemand mal Bedarf hat.
      Achim
      Hallo Achim, Mitleser,

      ich habe mir mal die Datenblätter von Keramiktrimmern und Folien- (Film-) Trimmern angesehen. Der Toleranzbereich des spezifizierten Temperaturkoeffizienten ist erschreckend gross!

      Bei Keramiktrimmern (wie der original verbaute) ist Tk im Bereich -600 bzw. -750 (x 10^-6/°C) mit einer Toleranz von +/- 300, kann also beim selben Typ und Hersteller im Bereich -900 bis -300 liegen.

      Folientrimmer mit ca. 2 bis ca. 20 pF gibt es mit den Dielektrika (Vishay Datenblatt):
      PTFE (Teflon, geringer Verlustfaktor) mit Tk = -250 mit Toleranz +/-350, also -600 bis +150
      PET (schlechter Verlustfaktor) mit Tk = 0 mit Toleranz +/- 1100 (!!!), also -1100 bis + 1100
      PP (Polypropylen, geringer Verlustfaktor) mit Tk = -200 mit Toleranz +/- 500, also -700 bis +300

      Alle obigen übrigens von Vishay mit derselben Trägerfarbe "grün".

      Wenn Du Dir diese extrem weiten Streubereiche ansiehst und siehst, in welch kleinem Bereich Du dagegen den Tk des Kerko optimierst, wird sofort klar, warum es eine weite Serienstreuung des Temperaturgangs gibt.

      Man muss sich ja auch noch vergegenwärtigen, dass die Kerkos innerhalb ihres spezifizierten Tk noch eine Serienstreuung haben (allerdings nicht so stark wie die Trimmer).

      Fazit:
      Beim 9241 ist die Temperaturkompensation labil. Sie hängt zu stark von den tatsächlichen Tks der Trimmer (wenigstens) ab. Es wird wohl kaum eine Selektion der Trimmer auf Tk gegeben haben, Tk-Messung stelle ich mir zeitraubend vor.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Achim,

      wieder einmal eine super Arbeit von Dir! Ich habe das ganze mit großem Interesse verfolgt.

      Erlaube mir bitte noch zwei Fragen:

      Mit welchem Bauteil hast Du hier die „grünen Herrmann Brücken“ im Endstufennetzteil und auf der Netzteilplatine ersetzt?

      Und mit welchem Bauteil würdest Du den schwarzen Selengleichrichter ersetzen?

      Ich frage deshalb, da ich auch noch eine Überarbeitung plane.

      Viele Grüße

      Andreas
      Hallo Andreas,

      der Selengleichrichter auf der Grundplatine muss auf jeden Fall ersetzt werden, weil er früher oder später ausfällt.
      Ich habe hier einen "B250D" von Diotec eingebaut, der ist pinkompatibel und hat 250V 800mA.

      Die Gleichrichter für die Endstufen und auch auf der Netzteilplatine sind häufig mit Siemens Brücken bestückt, die man guten Gewissens lassen kann, bei den Herrmann ist Vorsicht angebracht, sie neigen zu Kurzschlüssen. Wenn man kein Risiko eingehen möchte, sollte man sie ersetzen, neue Teile kosten ja nur ein paar Cent.
      In den Endstufennetzteilen habe ich Diotec B500 C7000/4000 eingebaut. Ebenfalls pinkompatibel und ohne Kühlkörper - so wie hier - mit 4 A belastbar.

      Die hohen Nennspannungen erscheinen auf den ersten Blick unpassend, aber bei praktisch identischen Preisen schadet es nichts, Bauteile mit höherer Spannungsfestigkeit zu nehmen, umso robuster sind sie kurzzeitigen Spannungsspitzen gegenüber.
      Hier sieht man beide Brücken auf einem Foto:



      Auf der Netzteilpatine verwende ich B80 C1500 oder B250 C1500 von Diotec. Sie sind auch noch in der Pinreihenfolge "~+~-" erhältlich.

      Gerade wenn man die Lade- und Sibkapazitäten etwas höher wählt, oder wählen muss, weil es etwa keine 3300µF, sondern nur 4700µF im Handel gibt, ist es eine gute Idee, die Gleichrichter als nächstes Opfer hoher Einschaltströme auszuschließen. Bei den alten Herrmännchen kann man leider nicht sicher sein.
      Achim
      Intermezzo:

      Weiter oben hatte ich darauf hingewiesen, dass die Skalen- und Instrumentenbeleuchtung in diesen Receivern für einen beachtlichen Teil der im Gerät entstehenden Verlustwärme verantwortlich ist.
      Die Lampen haben in der Summe eine Leistung von 10Watt, davon dürften 7-8W als Wärme abfallen.
      Leider fördert diese Wärme die Temperaturdrift der UKW-Box und weil die Lampen unmittelbar das Skalenseil anstrahlen, ergibt sich eine weitere zusätzliche Verstimmung durch das Schrumpfen und Ausdehnen des Seils. Die Umrüstung auf LEDs ist naheliegend und hier auch schon mehrfach gezeigt worden. Ich dokumentiere hier nun noch meine Variante.

      Es wurden 6 Stück Nichia LEDs warmweiß, 5mm mit einem Abstrahlwinkel von 140° (das ist wichtig) 3,4V und 70 mA verwendet. (Hersteller Nr. NSDL570GS-K1)



      4 der LEDs ersetzen direkt die Stecklampen für die Skala. Auf der Anschlussplatine lassen sich auch bequem Gleichrichter und Ladeelko unterbringen. Einen der 1 Ohm Sicherungswiderstände habe ich als Schutzmaßnahme vor dem Gleichrichter liegend belassen.



      Die Platine wird wieder eingesetzt und auf der Lötseite erhält jede LED einen Vorwiderstand von 82 Ohm. So ergibt sich an den Dioden eine Spannung von etwa 2,85V, die Untergrenze, für die diese LEDs spezifiziert sind. Der Strom beträgt dann etwa 50 - 60 mA.
      Ein separater Widerstand für jede LED ist dem Parallel- und in Serie Schalten vorzuziehen, da die LEDs nicht identisch sind und unterschiedlich altern.



      Die 2 verbleibenden LEDs ersetzen dann noch die Lämpchen für die Instrumente.



      Nun kann man natürlich im Prinzip viele verschiedene LEDs hier verwenden. Solche mit nur 20 mA, solche mit einem Abstrahlwinkel von nur ein paar zig Grad, kalt-weiße etc.
      Das schöne warmweiße intensive und gleichverteilte Licht, wie es auch die Originallampen erzeugen, erhält man damit allerdings nicht.
      Ich bin vom Ergebnis begeistert, die Optik ist brillant, hell, warm und gleichmäßig.



      Die gesamte Leistung liegt bei knapp über 2 Watt, einschließlich der Verluste der Vorwiderstände.
      Achim
      nightbear postete
      Die Lampen haben in der Summe eine Leistung von 10Watt, davon dürften 7-8W als Wärme abfallen.


      Moin,
      du traust den Lampen einen so hohen Wirkungsgrad zu?
      ;)

      Rechne lieber mal mit 10W an Waerme, das bisschen Licht faellt kaum auf. Zumal ja noch ein gewisser Anteil an Verlusten im Trafo dazukommt ;)
      Der 9260 hat ja nur noch 4x 2W an Beleuchtung, die unter dem Abdeckblech fleissig heizen. Meine erste Massnahme war daher, auch weil ich die "Blendlaterne" nicht gebrauchen konnte, den Stecker auf der Lampenplatte zu ziehen. Eine Alternative waere gewesen, die Lampen gegen solche fuer 12V/150mA (oder was fuer ein Strom da ueblich ist) zu tauschen. Wuerde in der Dunkelheit noch etwas Licht geben und bei 6V kaum heizen.
      Das verbietet sich natuerlich bei der Durchlichtskala der aelteren 92xx Typen, es ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

      73
      Peter
      Klasse, und genau die richtigen LEDs genommen. Das ist wieder ein typischer Achim ;)

      Nur kann ich mir in sofern nicht helfen, weil LED-Licht in der Wirkung doch (noch immer) ziemlich inkompatibel zu glühenden Fäden ist. Habe gerade meine Wohnzimmerlampe wieder von LED-Krafunzeln die nichtmal dimmbar waren zurück gerüstet auf klassische wieder normal beziehbare Glühlampen ersetzt und dann auch den totgeschalteten Dimmer wieder eingeschleift habe. Zack ist die Stimmung wieder so schön wie früher und schon komisch maskenhaft und wie tot aussehende Menschen haben wieder sichtbar durchblutetes Fleisch.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Jogi,

      ich hasse dieses blasse, bläuliche LED Licht, das viele "weiße" LEDs abgeben, wie die Pest. Das ist etwa dasselbe, wie Leuchtstofflampen im Badezimmer, da sieht man morgens aus wie eine Wasserleiche.

      Diese hier genannte LED hat aber einen hohen Rotanteil, erzeugt ein kraftvolles warmes Weiß, kommt Glühlampen verblüffend nahe. Damit kann man leben. Sie gehört aber unter den LEDs mit 70 mA schon zu den Hochstrommodellen, mit 20 mA Typen gibt es dieses Farbspektrum einfach nicht.


      In der UKW-Box ist jetzt ein neuer Folientrimmer eingebaut, die etwas robustere Industrievariante der handelsüblichen grünen. Die 3 Widerstände im Oszillatorbereich hatte ich bereits ersetzt. Die Bestückungsseite wird jetzt so bleiben, wie auf dem Foto, die Feinabstimmung erfolgt mit den beiden Kapazitäten auf der Lötseite.



      Also wenn ich die Qualität des verwendeten Weißblechs so sehe, wie sich die Zinnschicht in Luft auflöst...
      Es lässt sich an den Stellen, wo Laschen durch die Platine ragen nur miserabel bis gar nicht löten. Andere verkupfern, versilbern, vernickeln hier.


      Ergänzung:

      Die gezeigte Kombination bewährt sich. Der gezeigte Folientrimmer C228 kompensiert das Temperaturverhalten der Spule L229 zum Teil, den Rest erledigt der original bestückte 6,8pF Philips mit N750 Kennlinie (lila).

      Der Verkürzungskondensator C225 besteht nun aus einem Philips 47p mit N150 (orange, verdeckt unter dem grünen liegend) und einem Stettner 100pF mit NP0 parallel.
      So sieht die derzeitige Versuchsanordnung aus, die ziemlich stabil zu arbeiten scheint:



      Wie man sieht hatte der 6,8pF schon einmal ein Bein verloren, das ich aber wieder angelötet habe ;)
      Achim
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