Saba 9241 Receiver - eine ungeplante Überarbeitung

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      Hallo Raymond,

      genau dieser Zusammenhang ist mir auch schon aufgefallen: Heute sind bei den üblichen Plastikgeräten mit kleiner Platine mit einem Satz Chips alle Funktionen perfekt fernbedienbar, unbegrenzt Speicherplätze vorhanden, Raum- und Umgebungsprofile speicherbar, alles ist bis ins Detail steuerbar, aber die Lebensdauer ist massiv gesunken. Wenn Chips oder proprietäre Bauteile nicht mehr iieferbar sind, es keine Softwareupdates mehr gibt, schon kleine mechanische Belastungen oder Überspannungen aus der Antenne oder dem Netz massive Schäden anrichten, ist der Lebenszyklus beendet - oft nach wenigen Jahren.
      Die Geräte der späten 60er bis späten 80er waren mechanisch extrem robust, meist fast ausschließlich mit Standardbauteilen bestückt. Sie lassen sich langfristig am Leben erhalten.
      Darüber hinaus sind ihre technischen Daten, z.B. Ausgangsleistung, Empfangsempfindlichkeit oft hervorragend und heute noch aktuell. Dafür muss man ggf. mit einem Kontaktproblem hier oder einem Knacken da leben.
      Möchte man das volle Leistungspotential heute ausschöpfen und keine Abstriche machen, bedeutet das meist beträchtliche Kosten und viel Arbeit. Mit dem reinen Anschaffungspreis für ein Gebrauchtgerät ist es da nicht getan.
      Achim

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      Weitgehend kann man den Meinungen dazu beipflichten, aber die Ausgangslage ist vielschichtig und es führen viele Wege nach Rom.
      Was man uneingeschränkt sagen kann ist, daß solcherart Geräte einen Entwicklungsstand um den Zenit herum besaßen. Noch ein bisschen mehr und es geht wieder bergab.
      Das sind für mich die Achziger gewesen, es wurde noch weiter entwickelt, es gab vereinzelte Lösungen die noch feiner wurden oder noch umständlicher. Das Resultat aber rechtfertigte eigentlich nicht mehr den Mehraufwand, ja schlimmer noch, die zusätzlich überfrachtenden Gimmiks gingen wieder zu Lasten des Klangeindrucks.

      Ich wurde zu den Zeiten eher minimalistischer, die Millionen-Knöpfchen Kisten kamen in die Ecke, ein Ideal-Verstärker hat nur einen Knopf, An/Aus. Der Rest ist vor Inbetriebnahme auf Originalklangerlebnis fest einzustellen, auch die Lautstärke, ein Paukenschlag ist nur originalgetreu, wenn das Zwerchfell massiert wird.

      Als ich meinen ersten CD-Spieler kaufte, hatte der nicht einen Knopf zuviel, es gab keinen Programmspeicher, keine Leuchtorgel mit Kinoeffekt.
      Es gab nur An/Aus, Start, Stop, Vor, Zurück, und Schubladenbewegung. Dazu ein *voll einstellbarer Kopfhöreranschluß mit rauschfreiem, gutem Klang und ausreichender Anpassung für meine Kopfhörer.
      Was brauchte es mehr, ich hörte das nur mit Kopfhörer und schloß es nirgendwo anders an. Wollte ich etwas überspielen auf Tonträger so wurde nur zu dem Zweck eine NF-Leitung von Line-Out zum Fronteingang** des Rekorders gelegt und später wieder entfernt.
      Später, wenn mal andere mithören wollten, wurde der Steuerverstärker samt Vorstufen nicht benutzt sondern der Endstufen-Direkteingang des Verstärkers benutzt. Dazu kam dann noch eine weitere Anlage - Uher - bei der der Verstärker eine "direkt" Taste besaß. Das Signal lief damit vom CD-In über den Lautstärkesteller direkt zur Endstufe, alles andere wurde von dem Schalter aus dem Weg geräumt.

      *Voll einstellbar - von Null, also garnichts, auch kein Rauschen oder Brummen. Bis viel zu laut, aber ohne bemerkbare Eigenverzerrungen.

      **Fronteingang - Sowas nützliches gab es damals wirklich, ein vollwertiger Eingang den man erreichen konnte ohne ales von der Wand oder aus dem Schrank zu stemmen.

      Heute gibt es nur noch Müll, den Leuten ist es aber auch irgendwie völlig egal.
      Ich höre noch das Klingen in den Ohren aus Zeiten die um die dreißg Jahre her sind, die Leute, also entsprechende Klientel, suhlten und wälzten sich förmlich in hochtrabenden Selbsteinschätzungen über ihr gehör, ihre HIFI-Anlage, ihre nimmerleere Brieftasche und Möglichkeiten. Manche kauften sich mit jedem Erscheinen eines Prospektes "ihrer Marke" alles wieder neu, noch ehe sie am Alten auch nur jeden Knopf einmal angefaßt hatten. Der olle Krepel, gerade aus der Garantie heraus, wurde billig abgegeben oder gleich verschrottet.

      Manchmal frage ich mich heute ob diese Leute alle aufgrund ihres Anspruchsdenkens und schnellebigem Maximalkonsumverhalten schon alle verstorben sind oder ob sie wie die Asseln, sich schämend für ihren unnachhaltigen Lebenswandel, in eine Ecke gekrochen sind oder wo sie sonst alle geblieben sein könnten.
      Was kaufen die eigentlich heute, wo alles nur noch wertloser Chinaschrott ist, und wo sind ihre fürstlichen Ansprüche an sich selbst und alles was sie unbedingt wie im Fieberwahn haben müssen?



      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]

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      Und es gibt Neues von der Brummfront!
      Zuerst wurde für den Klangregelbaustein ein U-förmiges Abschirmblech aus Mu-Metallblech gebogen und von innen mit 0,5mm Pertinax isoliert.



      Nach dem Einbau und dem Verlöten des Masseanschlusses:



      Nun ist der Bereich Klangregelung unempfindlich gegen Einstrahlungen aller Art. Man sieht auch die neuen geschirmten Zuleitungen.

      Aber es gab immer noch im linken Kanal ein vor dem Lautsprechger deutlich hörbares Brummen, während rechts praktisch Stille herrschte. Also habe ich mit einem Blechstück experimentiert und tatsächlich ließ sich das Problem im linken Kanal reduzieren.
      So wurde kurzerhand zwischen Netztrafo und Verstärkersektion ein Trennblech (auch Mu-Metallblech) mit 10 cm Höhe eingebaut und mit dem Chassisrahmen verlötet.



      Im Ergebnis ist der Linksbrumm verschwunden und auch ohne Gehäusedeckel übersteigt der in beiden Kanälen gleich laute Restbrumm kaum noch das Grundrauschen - hörbar ist er nur mit dem Ohr im Mitteltonhorntrichter.

      Ich glaube, weitere Verbesserungen sind nun mit vertretbarem Aufwand nicht mehr möglich. Bei Stellung des Pegelschalters auf +4 oder darunter ist gar nichts mehr hörbar.

      Ach ja, wenn man den Fön auf halber Heizleistung im Bad nebenan einschaltete, war bislang immer noch ein deutlicher Brumm aus den Lautsprechern zu hören. Nicht mehr so brutal laut, wie mit dem originalen "schlechten" Trafo, aber deutlich.
      Nun, seit den Abschirmmaßnahmen mit Mu-Metallblech löst der Fön keinerlei Brumm mehr in den Lautsprechern aus - absolut nichts.
      Also kam auch diese Störung letztlich nur per magnetischer Abstrahlung vom Trafo ins NF-Teil.
      Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass der vorher beim vollen Aufdrehen der Lautstärke bei offenen Line-Eingängen kräftige Brumm nun gar nicht mehr auftritt. Es ist nur noch Rauschen zu hören.

      Es bleibt dabei, was Hans schon ganz am Anfang der Diskussion gesagt hat:
      Zitat: "Dann steht noch der Netztrafo mit seinen Leitungen ungeschütz neben dem Treibermodul und der Endstufe. Wenn UKW oder AM zugeschaltet wird, können aus der Wicklung realistische Feldlinien in den Raum austreten. Auch ein Schnittbandkern !!!!! kann einem da zusetzen."
      Genau das ist hier das Problem.

      Meine Güte, was für ein Unterschied zwischen dem Zustand beim Beginn der Forschungen und jetzt!


      Achim

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      Glückwunsch!

      Ob nun Akribie oder Perfektionismus, Deine umfassende Dokumentation gehört da jedenfalls mit dazu. Falls bei mir mal etwas brummt und es handelt sich nicht gerade um meinen Schädel, habe ich jetzt eine Menge Ansätze zum Suchen.

      Viele Grüße
      Christian
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      Weltpremiere - der erste 9241 mit optimiertem Restbrumm!

      Achim,
      wenn Du den Restbrumm unter definierten Bedingungen bei Dir messen könntest, würde das einen Refrenzpegel definieren und man könnte quantifizieren, wie das eigene Gerät dazu liegt.

      Beispiel nach SABA (S/N-Abstand bei 50mW):

      Eingang: AUX, 1 kHz oder 400Hz Sinus, 260-400mVeff Eingangspegel
      Pegelsteller auf Null,
      Lautstärkesteller gerade so weit auf, daß am LS-Ausgang 450mVeff (an 4 Ohm Last, geht hier notfalls auch mit Messung am offenen Ausgang)
      Dann LS-Steller und Pegelsteller nicht mehr verändern, AUX-Eingang ohne Signal, AUX Eingang gegen Masse mit 47kOhm und parallel 250pF nach Masse abschliessen.
      Wie gross ist die gemessene Störspannung im NF-Bereich am LS-Ausgang?

      SABA Werksangabe: min. 58dB bei 50mW --> d.H. NF-Noise <0,55 mVeff

      Gruß
      Reinhard

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      Hi Reinhard,

      es gab auch die geaenderte Massefuehrung (von Rolf ?), die auch den Restbrumm reduziert. Das habe ich einmal bei einem 9260 nachgemacht, mit deutlichem (wenngleich nicht perfektem) Resultat. Es gibt in der Tat einige Masseschleifen um die grossen Elkos herum, und da koennen die Feldlinien auch eingreifen. Kann sein, dass dies mit dem mu-Metall-Teiler weitgehend unterbunden ist.

      Besten Gruss,

      Michael
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