Freudenstadt 125 ...viele Anfängerfragen

      Ich hab mal vor 10 Jahren in einem Trödelladen dieses Saba Freudenstadt 125 gekauft und es mir hingestellt. Durch das beobachten einiger eBay Auktionsfotos auf den Geschmack gekommen, wollte ich nun das Radio zum Laufen bringen. Frei nach dem Motto, etwas nicht zu können ist kein Grund es nicht zu tun! Mit anderen Worten ich hab keine Ahnung von der Materie und hoffe der Anfall geht schnell vorüber, bevor es teuer wird! Vor der Inbetriebnahme habe ich das Chassis ausgebaut, 5 Std. mit Pinsel und Sauger gründlich gereinigt, die Tasten und sogar den Zugschalter gangbar gemacht. Mechanisch funktioniert soweit „äußerlich" alles. Feinsicherung ersetzt, ich hatte keine 0,4 A nur 1A. Nach dem Einschalten fingen 2 Widerstände in der Nähe von ECH81 und einem großen Becherelko 50µF 350 /380 an zu qualmen. Stecker wieder raus und erst mal eine Menge Fragen an Euch! Ich besorg mir morgen mal ein Messgerät und einen Schaltplan. Und falls jemand Lust und Zeit hat wäre ich für jeden noch so einfachen Rat dankbar!



      1. Der Zugschalter sieht i-wie nicht mehr original verkabelt aus, kann mir einer sagen wie der richtig verlötet wird (Bild), oder ist das OK? Meine Vermutung, der war verklemmt, dann hat den einer gebrückt und diesen Kabelschalter eingebaut. Der Zugschalter schaltet ja in drei separaten Ebenen. Dann müsste man an einem intakten Schalter auf den oberen beiden Ebenen gelb auf blau schalten und in der unteren die dünnen Ltg. rosa und orange, oder? Die wofür sind? Augenscheinlich führt eine Ltg. zum Stereoschalter.



      2. Diese ECH81 sieht von 2 Seiten ziemlich Chromfarbend beschlagen aus, ist die hinüber? Ich habe leider kein Röhrentester.

      3. Wenn ich den Elko 1112s….50µF 350 /380 ersetzen will, kann ich da einen Becherelko ft. Cap Gewinde 50+50 µF/500V nehmen?



      4. Da ich wahrscheinlich auch einen Schaltplan nicht besonders lesen können dürfte, welchen Wert dürfte der schwarze verschmorte Widerstand neben den roten 1W 27k /5 haben. Da die beiden gequalmt haben würde ich die tauschen, kann sie morgen jedoch mal auslöten und messen.

      5. Die Bezeichnung 1W 27k /5 heißt, es ist ein normaler(?) Widerstand mit 27KOhm und 1W Leistung, oder? Hat die 5 auch eine wichtige Bedeutung?



      Mario
      Danke vorab erst einmal. Sorry wegen der Bilder, hab das mal gefixt und etwas übersichtlicher gemacht. Die Boardsoft THWBoard war mir nicht ganz geläufig. Den Schaltplan ziehe ich mir gleich und hoffe, dass ich diesen Widerstand darin finde.

      EDIT: Ich finde zwar diese Röhre ECH81 aber nicht den 50µ Elko auf dem Schaltplan, aber das liegt vermutlich daran, dass ich erst seit 6 Stunden Rundfunkmechaniker bin. :(






      Cu Mario
      Mario
      Hallo Mario,

      ich trage mal zusammen, was mir spontan einfällt:

      - Der Netzschalter ist gerne und häufig defekt, so auch hier, Ersatz gibt es, wenn auch nicht ganz einfach. Zur Not tuts auch ein 2-poliger.

      - Im Schaltbild findest du 3 Elkos á 50µF, allerdings weiß ich nicht in welchen Bechern die auf dem Chassis verteilt sind.



      - Den schwarzen Widerstand müßten wir noch identifizieren, vermute aber es ist der R85 mit 390 Ohm.

      - Du weißt dass viele Kondensatoren getauscht werden müssen - die dunkelbraunen und die auf denen ERO100 steht auf jeden Fall. Später dann Elkos.

      Das erst mal zum Anfang,

      Gruß, Dieter
      EDIT:

      Hallo Dieter, vielen Dank für Deine Mühe! Der Widerstand geht vom Elko (Masse [seitlicher Anschluss] auf Chassis Masse). Nochmal mit anderen Lichtverhältnissen ...sieht aus wie 47Ohm. Das müsste dann R89 47 Ohm / 1W sein, oder?

      Wodurch ersetze ich den Elko? ==> (Becherelko Ft cap Gewinde 50+50µF/500V) ...http://shop.antikradio-restored.de/product_info.php?cPath=15_30&products_id=615 ??

      Die Kondensatoren können wir ja erst mal hinten anstellen, ich hab es gelesen! Dazu brauche ich dann sowieso eine kompetente Empfehlung für den Ersatz! Einen Schalter habe ich heute bekommen..eBay....11€ :(

      Mario
      Stimmt, es ist R 89. Der ist von Natur aus schwarz, die Farbe sagt also nichts. Trotzdem kannst Du ihn selbstverständlich durch einen neuen ersetzen.
      Als nächste Arbeit ist der Tausch der Kondensatoren anzuraten, betrachte zunächst die Elkos als i. O., die sind unbedenklicher als die Papierwickelkondensatoren und Malzbonbons.
      Dann entfernst Du ersatzlos, falls noch vorhanden, die Kondensatoren C78 u. C 79
      Ein freundlicher Zeitgenosse hat irgendwann die C-Bestückung hochgeladen, ob sie komplett ist kann ich nicht beurteilen. Demnach sind folgende Werte verbaut:
      1x 0,015 µF
      2x 0,022 µF
      2x 0,047 µF
      6x 0,1 µF

      Die kriegst Du jedenfalls bei Volker. Du nimmst die 630V - Typen, dann bist Du auf der sicheren Seite und die Kosten unwesentlich mehr. Um den Rest kann man sich dann anschließend kümmern.

      Gruß Otto
      Gruß Otto
      Jetzt wo man den Wert lesen kann, ist es klar: es ist der 47 Ohm, der vom GR nach Masse liegt.

      Wenn irgendwelche Widerstände im Netzteil qualmen, dann hat das einen Grund und tauschen bringt gar nix. Du mußt feststellen, warum die hohe Last anliegt. In diesem Bereich kann der Gleichrichter oder die Sieb- und Ladeelkos schuld sein. Schön wäre ein Regeltrafo und Wattmeter...

      Die 4,7 nF Kondensatoren sind genau die, welche Otto meint.

      Gruß, Dieter
      Hallo Dieter, ich konnte der Widerstandswert erst auch nicht erkennen, aber nach einer schrägen Anleuchtung wurde es auf dem Foto sichtbar.

      Gehört denn dieser Widerstand zum Netzteil? Und dieser SABA NC 1112 /s (den ich im Vorfeld als Becherelko 50µF bezeichnet habe) ist ein Gleichrichter? Welches sind die Sieb und Ladeelkos?

      Vielen Dank für den Unterricht! :)
      Mario
      Hallo Mario,

      da ich keinen FS 125 besitze, kann ich immer nur ein wenig raten.

      Die Elkos im Netzteil sind in der Tat Aluminiumbecher, es steht auch 50µ + 50µ oder ähn lich drauf.

      Franz hat den Gleichrichter markiert, der geht auch gerne mal kaputt. Ersatz ist für dich als Lehrling im ersten Monat nicht ganz so einfach...

      Und nimm die Warnung bitte ernst: fummele nie im Gerät herum wenn es am Netz hängt und gar noch eingeschaltet ist. Wenn schon nicht anders möglich, sollte immer eine Hand in der Hosentasche verweilen. Die hohen Spannungen im Gerät sind lebensbedrohlich !

      Gruß, Dieter
      Man ihr seid ja echt cool!! Danke Franz, Dieter und Otto! Die Teile habe ich bestellt und ich gelobe nicht unter Spannung zu arbeiten. Nach dem Ausbau der C78/79 wird der 47Ohm Widerstand nicht mehr heiß. Ich habe den Seilschalter erneuern, das Netzkabel gekürzt. Nun dauert es 3-4 Minuten bevor es leicht anfängt woanders heiß zu werden. Ich werde nun erst mal die Teile tauschen. Einige sind ja echt haarig verbaut, da trau ich mich kaum ran. Besonders die Beiden, haben die 3 Anschlüsse?



      So mal nebenher gefragt, wenn Röhren so aussehen, ist das ein Indikator dafür, das diese ziemlich verbraucht sind, oder hat das nix zu sagen?

      Mario
      Ja, C48 u. C65 sind Koppelkondensatoren mit Abschirmung. Zwar hat die unser Volker auch im Angebot, i. d. R. kann man aber an dieser Stelle normale 22nF einlöten, so nah wie möglich am Chassis untergebracht ersetzt das die Abschirmung. Du kannst aber auch die Abschirmung selber bauen, indem Du den Kondensator mit einem Draht umwickelst und ein Ende mit Masse verbindest, meistens ist Masse das Röhrchen in der Mitte der Röhrenfassung.
      Beim Tausch der Kondensatoren solltest Du immer einen nach dem anderen erneuern, lötet man mehrere gleichzeitig aus weiß man oft nicht mehr, wo die mal angelötet waren. Den alten Kondensator direkt am Korpus abzwicken und erst beim Einlöten des neuen die Drahtenden entfernen, das erleichtert das Auffinden der Lötstelle. Es gibt keinen größeren Ärger als sich selber ein Ei zu legen und danach mühsam den Fehler suchen zu müssen.
      Eine milchige Eintrübung im Inneren der Röhre ist zumindest ein Zeichen, dass sie nicht mehr völlig i. O. ist, sie kann aber trotzdem noch funktionieren.

      Gruß Otto
      Gruß Otto
      Hallo Mario,

      Puristen können die Kondensatoren auch in passende Messing - oder Kupferröhrchen stecken, weniger anspruchsvolle Radioliebhaber greifen zum schwarzen Isolierband und umwickeln damit die Drahtwicklung. Beide Arten erübrigen sich, denn im Normalfall sieht die Kondensatoren in den nächsten Jahrzehnten keiner mehr.

      Gruß Otto
      Gruß Otto
      Ach ja, der Trafo (unten) wird nach 15s sehr heiß. Ich hab mal ein wenig gelesen und den Gleichrichter ausgelötet. Wie messe ich den richtig? Wenn ich das Netzteil prüfen will, muss ich die Sekundärleitungen trennen, welche sind das alles?

      Oder sollte ich generell damit warten, bis die ganzen Gerätekondensatoren erneuert sind? Ich kann nicht einschätzen ob da eine Kausalität besteht.



      Mario
    • Benutzer online 3

      3 Besucher