Schaub Baden 40W

      Die beiden abgebildeten Kondensatoren passen zwischen Foto/Schaltbild/Wirklichkeit wohl nicht überein ??
      100cm ~ 110pF | 200cm ~ 220pF, von 330pF oder gar mehreren nF sehe ich da nichts. Der ausreichend genaue Umrechnungsfaktor ist x1,1 (bzw. x0,9).

      Papierkondensatoren mit Keramikondensatoren zu ersetzen kann manchmal, speziell bei HF, zu Problemen führen. Verantwortlich sind andersartige HF-Eigenschaften des Dielktrikums.
      Richtige Vorgehensweise um das Radio zum Spielen zu bringen ist das man vermutete heikle Teile - zumal wenn sie vermutlich eh noch brauchbar sind - erst dann angeht, wenn alle weiteren Fehler auszuschließen sind und dann Schritt für Schritt und 1:1, nicht mehrere Vorgänge ineinander verschlungen.

      Die scheinbar zu hohe Wechselspannung an der Gleichrichter-Eingangsseite ist teilweise der Messung über beide gegenphasige Spitzen und vermutlich einer Leerlaufsituation zuzuschreiben. Belastung der Gleichrichter würde den Wert sicher deutlich drücken. Entscheidend ist was hinten rauskommt, bei deutlich mehr als 300V belastet würde mich was wundern. Der Spannungswähler muß natürlich auch noch richtig eingestellt sein, wenn man auf weniger als Netz-Nennspannung stellt wird je nach Position evt. deutlich hochtransformiert.
      Gruß Jogi,
      der im Forum von jedem dahergelaufenen Neuling verspottet, beleidigt und als charakterlos tituliert werden darf.
      Moin Moin
      Dieter, sehe ich das richtig, in der Röhre sind zwei Anoden untergebracht?
      Hier nochmal der Schaltbildausschnitt, diesmal mit der Sockelbeschaltung der ECL11.

      Schaub Netzteil 1.jpg

      Jogi, der 300pF Kondensator ist der schwarze auf dem Bild. Da steht auch 300 pF drauf.
      Bei den anderen habe ich mich auch ein wenig gewundert über die cm-Angabe und den
      Angaben im Schaltbild. Ich habe dann einfach den nächst höheren Wert bestellt.

      Kondi 300pF 1.jpg

      Der Spannungswähler ist außer Funktion da der Trafo neu gewickelt wurde.
      Ob für 220 Volt oder 230 Volt gewickelt kann ich nicht sagen.

      Es kann jetzt was dauern bis es weiter geht, da ist noch so viel anderer Kram zu erledigen.
      --
      Gruß Manni
      Hallo allerseits.
      Jetzt habe ich endlich mal wieder ein wenig Zeit gehabt am Radio weiter zu machen.
      Wenn ich den Bereichswahlschalter auf TA stelle und einen der beiden Tonabnehmeranschlüsse berühre
      habe ich ein lautes Brummen im Lautsprecher. Dann ist der AÜ doch in Ordnung oder?
      Dann habe ich mal den Stromfluss an den Anoden der ECL11 gemessen.
      Amperemessung.jpg
      Mir ist erst jetzt der Aufkleber auf der Röhre aufgefallen, die Aufschrift ist nur noch mit der Lupe zu erkennen.
      Dort steht ein Prüfvermerk mit dem Hinweis "unbrauchbar".
      Kann es sein das darum der geringe Stromfluss an einer der beiden Anoden zustande kommt?

      Wenn jemand noch eine brauchbare ECL11 übrig hat bitte PN mit Preisvorstellung an mich.

      Ich wünsche allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
      --
      Gruß Manni
      Hallo Manni,

      der viel zu geringe Anodenstrom bedingt die zu hoch gemessene Spannung. Damit wäre dies schon ein Indiz, dass der Aufkleber seine Berechtigung hat - die Emission der Anode fehlt. Miss aber trotzdem die Spannung am Steuergitter der Penthode, falls hier etwas Negatives liegt kann dies auch die Röhre sperren.

      Gruß, Dieter
      Hallo,

      hier noch eine Ergänzung bezüglich Gittervorspannung. Hier, im Falle einer "halbautomatischen" Gittervorspannungserzeugung muss man schon eine negative Spannung am Gitter der End- und auch Vorröhre messen. An dem Endröhrengitter sollten es ca. -6V sein und am Vorröhrengitter ca. -1,5V bei normaler Emissionsleistung.

      Bei der automatischen und ebenso der halbautomatischen Gittervorspannung besteht ein gewisser Regelungseffekt, welcher den Arbeitspunkt bei Röhrenalterung (und auch Abweichungen der Röhrendaten) etwas nachfährt - und dies "automatisch".

      Wenn also die Emission der Röhre etwas nachlässt, wird die GV entsprechend geringer und damit die Röhre in Richtung "höherer Anodenstrom gesteuert", somit "legt" der Anodenstrom etwas zu und so bleibt er nahezu stabil. Wenn nun die Katode soweit erschöpft ist, dass sie nichts mehr nachliefern kann, wird der Anodenstrom, trotz weiterer Aufsteuerung des Gitters nicht mehr zunehmen können und es geht dem Ende des Röhrenlebens zu, der Katodenstrom wird mit abnehmender Emissionsfähigkeit immer geringer...

      Zur Verdeutlichung und Analyse möglicher Fehlerquellen habe ich das Schaltbild mit eingetragener GV, an der Stelle wo sie abgegriffen wird, noch einmal eingestellt. -- Also: ein möglicher Fehler wäre ein hochohmig gewordener Fußpunktwiderstand (128+43 Ohm) im negativen Stromkreis des Gleichrichters. Dies hätte einen ehöhten Spannungsabfall zur Folge, welcher die Röhre zuregeln würde --> GV > -10V.

      Nur in unserem konkreten Fall ist wohl vordergründig mit einer verbrauchten ECL11 zu rechnen.
      Dateien
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Hallo Peter,

      es ist immer wieder interessant zu lesen, wenn Profis Schaltungsdetails erläutern. Die "halbautomatische" Gittervorspannungserzeugung war mir so nicht bekannt, ist aber dafür jetzt umso einleuchtender.
      Ich habe zufällig ein Triberg W Chassis hier liegen, hier messe ich ich am Triodengitter so gut wie keinen Gleichspannungsanteil und an der Penthode -0,6 V. Ich dachte hier an gleiche Verhältnisse oder täusche ich mich.

      Gruß Dieter
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      • ecl11_triberg.jpg

        (313,1 kB, 4 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Hallo Dieter,

      das ist richtig (hatte die beiden "Zwischenbeiträge übersehen). Auch bei dem Triberg handelt es sich um eine halbautomatische Gittervorspannungserzeugung. In diesem Falle wird die GV jedoch nicht allein durch den Anodenstrom der Endröhre hervorgerufen, sondern auch die Ströme der übrigen Röhren fließen hier mit über die Widerstände 80+40 Ohm. Durch die Widerstände fließt somit ein Strom von ca. 37mA (Katodensrom der ECL11) plus ca. 13mA von den restlichen Röhren --> Iges ca. 50mA.

      Wenn du nun nur -0,6V am Gitter der Endpentode mißt, könnte diese total taub sein, aber allein der Stromfluß der "Reströhren" einen Spannungabfall von ca. -1,5V an den 80+40 Ohm Widerständen hervorrufen sollte. Da Scheint sonst noch einiges nicht so richtig zu stimmen.

      Zu Verdeutlichung der GV-Versorgung der ECL11 habe ich noch einen SB-Auszug mit farblich gekennzeichneten Pfaden beigefügt - ich denke da bedarf es keiner weiteren Worte mehr...
      Dateien
      Freundliche Grüsse, sagnix

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „sagnix“ ()

      Fehlersuche geht weiter

      Hallo Manfred und alle Die mitmachen,
      ich hatte eine Röhre gesendet und leider brachte diese keinen Erfolg. Nun dachte ich wir machen hier mal wieder gemeinsam weiter, das bringt wahrsch.
      ein schnelleres Resultat und wir mehren den Wissensspeicher des Forums.

      Manfred schrieb mir das die (meine) Ecl mikrofonisch sei, aber sonst nichts aus dem LS rauskommt.
      Jetzt erst habe ich mir mal den ganzen Thraed durchgelesen (hab leider kaum Zeit), da stellen sich mir folgende Fragen:
      Weiter vorne wird geschrieben das durch/nach wechsel von ein paar C`s totale Stille herschte, ist dies den schon behoben?
      Wurden alle C`s der Schaltung kontroliert bzw. getauscht?
      Nun wurden Meßzungen eingestellt die viel zu hohe Spannungswerte aufweisen, speziel zwischen Schirm und Anode der Tetrode/Pentode,
      tja was soll man sagen, da wird viel zuwenig Strom verbraucht; aber AÜ muß ja beisammen sein sonst könnte man ja nicht die Mikrofonie der Verbundröhre bemerken, also wird ja etwas übertragen, die paar mA der EF können durch ihr fehlen ja auch nicht so eine Spannungserhöhung hervorrufen.
      Also muß, mal vorrausgesetzt wenigstens eine der Ecl`s ist brauchbar, ja entweder der AÜ schadhaft oder die Schaltungsperiferie der ECL den Fehler beherbergen?!?

      Also ich würde mal Vorschlagen:
      Alles nochmal kontrlieren was bisher repariert wurde; Verdrahtungsfehler usw.
      AÜ und Bauteile rund um die ECL prüfen
      Spannungsmeßungen an der ECL wiederholen, auf richtigen Maßebezug achten (Minuspol des zweiten Elkos)

      Mehr fällt mir leider auch im Moment nicht ein, aber vielleicht kommt der Thraed so wieder in Schwung.
      Viele Grüße, Tobias.
      Hallo Tobias, Hallo an alle Mitleser und Unterstützer.

      Sorry das es hier nur schleppend weiter geht. Neben einer Acht-Stunden-Schicht habe ich im Moment
      sehr viel privaten Kram um die Ohren, immer kommt irgendwas dazwischen :( .
      Und wenn man dann schon seit 4 Uhr auf den Beinen ist hat man manchmal einfach keine Lust mehr.
      Aber nun zum Radio:
      Tobias, mit der Röhre von dir verhält sich das Radio wie folgt:
      Es ist ein Rauschen im Lautsprecher zu hören, ähnlich dem Rauschen wie bei einem Radio mit UKW.
      Drehe ich den Senderwahlknopf nach rechts wird das Rauschen dumpfer. Als würde man einen
      Klangregler betätigt.
      Wenn ich am Wochenende dazu komme werde ich nochmal alle Spannungen überprüfen.
      Das macht bei der ECL11 richtig Spaß, der Sockel ist genau im Bereich der Lötleiste, da braucht man
      schon fast Chirugenhände um die Anschlüsse abzulöten.
      Die Kondensatoren die ich getauscht habe werde ich dann auch nochmal überprüfen.
      Vielleicht habe ich ja auch irgendwo ein Bauteil aus Versehen zur Seite gedrückt und das verursacht
      jetzt einen Kurzschluss.
      Wie in Post 10 beschrieben hatte ich ja schon schwach und sehr leise ein paar Sender empfangen können. Plötzlich gab es für
      ca. 5 Sekunden einen Pfeifton im Lautsprecher, so ähnlich als wenn man mit einem Mikrofon zu nah am Lautsprecher kommt.
      Seit dem herscht Funkstille ?( .
      Dann ist mir noch aufgefallen das drei der fünf Schalterzungenpaare trotz geöffnetem Zustand Durchgang haben.
      Vielleicht ist das ja die Ursache. Im Moment habe ich das Gefühl als wenn ich den Wald vor lauter Bäume nicht sehe.
      --
      Gruß
      Manni

      Es geht weiter

      Hallo Manfred,
      ich hab mir nochmal das SB angesehen, die Schalterkontakte sind ja auch über Spulen/einen Wiederstand gebrückt im geöffneten Zustand, da wirst Du mit dem Ohmmeter Durchgang meßen, schaue doch nochmal selber drauf.
      Das Baden ist ja kein Superhet, sondern,( bitte bei Fehlern berichtigen!!!!!,) ein Audion mit Rückkopplung. Die Funktionsweise (in etwa aus der Hüfte geschossen): Die EF wird mit dem Dreko auf einen Sender abgestimmt, an ihrer Anode wird nun diese (durch die EF schon verstärkte)HF abgegriffen und den Spulen zwischen den beiden Röhren zugeführt, links der Spulenstrang 1 ist nur für die EF und die Spulenstränge 2 u. 3 nur für die ECL. Wobei der 2 die Aufgabe der Rückkopplung(Lautstärkereglung) übernimmt, es wird ja von der Pentode über den zweiten Drehko ein Teil der nochmal verstärkten HF auf die Spulen zurück gegeben und so die Gesamtverstärkung "geregelt".
      Mit besagter Rückkopplung muß man gefühlvoll umgehen: wenn man die zu stramm aufdreht gerät das Radio schnell in Selbsteregung und entwickelt ein als Kreischen geläufiges Geräusch aus dem LS.

      Vielleicht hilft Dir das ein wenig der Sache auf den Grund zugehen?!
      Ich hab wie Du leider gerade richtig viel um die Ohren und weiß noch nicht wann ich hier wieder reinschauen kann.
      Viele Grüße, Tobias.
      Hallo alle zusammen
      Tobias, das mit den Schalterkontakten leuchtet mir jetzt auch ein.
      Die ECL11 von dir ist auch in Ordnung.
      Ich habe jetzt nochmal die Spannungen gemessen. Hier das Ergebnis:

      ECL11 Spannungen iO.jpg

      Spannungen hinter AZ1.jpg

      Spannungen EF12 iO.jpg

      Ich habe noch ein mal alle Bauteile die ich getauscht habe überprüft und
      konnte keinen Fehler feststellen.
      An dem Radio hat definitiv schon jemand vor mir rumgewerkelt und vielleicht
      auch schon an den Filterkernen rumgedreht ;( .
      Und ich vermisse die Spule und den 2nF Kondensator auf dem nächsten Bild:

      Fehlteile.jpg

      Wenn jetzt jemand genau dieses Radio in seiner Sammlung hat wäre es super
      wenn ich ein Foto von der Unterseite bekommen könnte :P.

      Auf dem nächsten Foto sieht man das von dem durchsichtigen Kunststoff ein
      Stück abgebrochen ist. Vielleicht war ja dort die fehlende Spule und der
      Kondensator verbaut ?( .

      Radio Spule fehlt.jpg

      Ich habe heute morgen das Radio noch mal eingeschaltet und festgestellt das,
      wenn ich mit einem isolierten Schraubendreher den Anodenanschluss der EF12
      berühre, das Rauschen im Lautsprecher lauter wird und dann auch Abstimmgeräusche
      zu hören sind. An einer Stelle ist sogar ein Sender zu hören, allerdings sehr leise und
      verzerrt.
      --
      Gruß
      Manni

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Mannitou“ ()

      Hallo Manfred,
      hast Du mal ein Signal auf die TA gelegt und wurde das dann auch verstärkt wiedergegeben?
      Mir scheint die fehlende C/H-Kombi eine Falle zusein um vielleicht HF vom Überträger fern zuhalten. Da sind ja zwei Spulen eingezeichnet, beide weg?
      Schau mal bitte ob es vor dem Gitter der EF im Anntennen/Senderdrekoschaltungsteil alles richtig gelötet ist, die Drekokontakte nicht zu oxidiert sind und was ist mit dem 10pF in dem Strang der Antennenankopplung/Eingangsspulen zur Masse hin?
      Viele Grüße, Tobias.
      Moin Moin

      Tobias, ein Signal am TA-Eingang wird verstärkt und ich bin mir zu 100% sicher das die
      Spule und der Kondensator feht, aber:

      Was lange währt wird endlich gut. Ich habe den Fehler gefunden :) .
      Ich habe bei laufendem Betrieb den Antennenstecker abgezogen und festgestellt das es keine
      Veränderung gibt. Also Leitung verfolgt und festgestellt das am kleinen Drehko ein Kabel ab war.
      Dieses Kabel ist zwei mal um die Achse gewickelt und hatte sich hinter der Kunststoffscheibe
      versteckt.

      Kabel ab.jpg

      Jetzt empfängt das Radio endlich wieder Sender, aber viel ist da ja nicht mehr los auf MW und LW.
      Zum Netzkabel:
      Das originale Netzkabel bestand aus den beiden Adern welche nur mit einem Stoffgeflecht
      ummantelt sind und an dem ein Schuko-Stecker verbaut war.
      Ich denke mal das mit dem Schuko-Stecker kann so nicht richtig sein weil der Schutzkontakt ja nicht angeschlossen ist.
      Dieses Netzkabel habe ich durch ein heute gebräuchliches Kabel mit Eurostecker ersetzt.
      Abschließend wurde von einem Elektromeister noch eine VDE-Prüfung vorgenommen.
      Also Ende gut alles gut, und vielen Dank an die Helfer für die Tipps und Ratschläge.
      --
      Gruß
      Manni