HIGH COM IC U401B Beschaltung TELEFUNKEN

      Es ist in der Tat nicht nötig für diese Änderungen Leiterplatten anfertigen zu lassen.
      Die gedruckte Leiterplatte an und für sich war mal dazu ausgedacht worden industrielle Serienproduktion wirtschaftlich rentabel und mit hoher Wiederkehrgenauigkeit zu ermöglichen.

      Das lohnt für private Bastleien nur selten.

      Den Bauelementen genügenden Halt unt Kontakt geben auch billigere Verfahren, Lochrasterplatten, Lötstützpunkte auf Pertinax, Lötleisten usw. was sich vor der Druckleiterplatte schon alles bewährt hat.
      Fertigt man komplette Module selber dann reicht es auch Lochrasterplatten zu nehmen, das taten wir damals auch bevor wir dann selbst hergestellte Druchleiterplatten verwendeten.
      Auf diesen Platten, egal ob Lochraster oder professionell aussehendes Modul kann man die paar Bauteile noch mit einplanen.

      Generell tendiere ich aber dazu das Gesamtsystem original zu belassen, wenn überhaupt dann kleinere Änderungen der Zeitkonstanten zu versuchen, und lieber die sich zeigenden Regelprobleme an den Wurzel zu packen, wie schon mehrfach erwähnt also die Störeinflüsse zu eliminieren. 1:2 Kompander sind nunmal in sich empfindlich und sie sind wie praktisch jede Technik nicht von sich aus in der Lage zu bewerten - also Stör- von Nutzsignalen zu diskriminieren.

      Wenn Kompressor und Expander direkt aneinander gekoppelt - ohne das Tonträgergerät dazwischen - einwandfrei arbeiten dann ist bewiesen das die Schaltungen selber nicht die Probleme verursachen.
      Der Kompander kann natürlich selber auch Probleme machen, dann ist die Ursache auf dem Weg erkennbar. Man muß dann halt danach suchen was sich außerhalb der Spezifikation bewegt, oft werden es aus dem Ruder gelaufene Bauteile sein.
      Aussagekräftig ist das natürlich nur für unverbaute originalgetreu wie vorgesehene Kompander, oder für eine Kombination die abgeändert wurde aber in sich schlüssig arbeitet.
      Gruß Jogi
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      Jogi schrieb:



      Man sieht es auch an anderen zeitgeschichtlichen Schätzen wie die heutigen Generationen zur Nachhaltigkeit und Erinnerungskultur halten. Ich habe noch nach dem Grundsatz gelebt, das wer keine Vergangenheit hat oder kennt auch keine Zukunft haben kann.
      Das ist mittlerweile eine Außenseiterposition, ist der Opa erstmal tot dann verbrennt man heute seine Fotoalben und schmeißt seine gehegten und gepflegten Dia-Sammlungen und Schmalfilme noch am gleichen Tag in die Drecktonne. Einzig das Moos wird noch auf den Kopf gehauen, irgendwelche Werte kennt man allgemein nicht mehr nur noch die kurzfristigen Vergnügungen, Einkaufsorgien, Spaßevents, das Leben als Dauerkirmes.


      Hi Jogi,

      deine Position kann ich komplett nachvollziehen. Sich heute noch mit Hifi zu beschäftigen, wirkt auf viele äußerst anachronistisch, nutz- und sinnlos oder mindestens drollig antiquiert. Da ist die Mehrheitsmeinung bei Oldtimern zweifellos ganz anders - bei prinzipiell identischem Hobbyhintergrund.

      Ich schraube allerdings nicht an alten Motorrädern oder Traktoren, sondern freue mich darüber, heute für meist kleines Geld damalige Geräte, Technik- und Klangversprechungen kaufen zu können, die sich erstens fast immer gut instandsetzen lassen und zweitens dann heute noch offenbaren, wozu sie wirklich fähig waren und weiterhin sind. Klar kommt das im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik viel zu spät, andererseits gibt es aber bis heute aus meiner Sicht viele gute Radiosendungen, deren Mitschneiden sich vielleicht nicht »lohnt« (nach welchen Maßstäben auch immer), die aber zumindest in der ursprünglichen Logik der Hifi-Kette bleiben.

      Aber zurück zum toten Opa: Bei vielen Verkäufen sieht man ja inzwischen den Zusatz "aus Nachlass". Mit dem gerade beschriebenen Hintergedanken habe ich dann auch tatsächlich mal eine Grundig-Anlage mit Aktivboxen von jemandem gekauft, der sie von seinem verstorbenen Vater "geerbt" hatte. Bedeutet hat sie dem Sohn (und dessen Frau) aber trotzdem nichts, weder kannte er sich damit auch nur ansatzweise aus, noch hatte er wenigstens 5 Minuten damit verbracht, den ungefähren Wert zu ergründen. Dafür war die Wohnung das perfekte Abbild des Ikea-Katalogs. Und so konnte ich dann die Anlage zum absoluten Schnäppchenpreis mitnehmen, während die Frau im Nebenzimmer an jenem Samstagnachmittag RTL schaute. Ich möchte gewiss nicht lästern oder werten, die von dir beschriebene kulturpessimistische Sicht teile ich aber, wie gesagt, völlig.

      Zur Hobbypflege gehört für mich jedenfalls, die HighCom-Zusatzschaltung dann wirklich mal auszuprobieren. Danke Michael und Andreas für die Tips und Hinweise. Eine erste Suche ergab zumindest keinen direkten Treffer für mögliche Anbieter der Elektor-Platine, eine Loch- bzw. Punktrasterplatine ist aber für die paar Bauteile definitiv eine sehr praktische und günstige Alternative. Ich bin gespannt!

      Schöne Grüße
      Thomas

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DerThomas“ ()

      Elektor hat nicht für jede Schaltung einen Platinenservice angeleiert.
      Es gibt also Schaltungen ganz ohne Leiterplatten-Entwurf,
      Schaltungen mit Entwurf einer Leiterplatte aber ohne Eigen- oder Fremd-Auflage
      Schaltungen mit umfangreicher Leiterplatten-Unterstützung.
      Schaltungen die andere Anbieter in Lizenz universalverfügbar gemacht haben.
      es gab Bausatz-Zusammenstellungen mit und ohne Leiterplatte, sogar mit und ohne Gehäuse,
      das Gleiche gab es als fertig bestückte Baugruppen
      usw. alles kenne ich auch nicht.

      HighCom war einst in aller Munde, so gab es auch von Elektor ein komplettes HighCom Gerät zum selber bauen oder als fertige Baugruppe. Das muß so um 1981 gewesen sein und es wurden wohl massenweise solche Geräte/Bausätze vertrieben. Die beiliegenden Module kamen im Original von Telefunken.
      Auch eine Bastelsendung im Fernsehen beschäftigte sich mit extra dafür von Telefunken entwickelten HighCom Zusatz-Geräten.

      Mich würde mal interessieren wo das alles geblieben ist, es müssen Mengen davon angefallen sein, aber wahrscheinlich gingen sie den Weg aller "von Opa" Dinge die nicht von RTL2 gehypt werden oder bei einem gewissen Möbelhaus auf die Klopse geschmiert werden. Outlet haben wir noch vergessen, selbst der größte Mist wird noch gekauft wenn man es im Preis utopisch anhebt und dann als Outletware wieder auf den Ursprungspreis herunterbringt.
      Gruß Jogi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Zur Elektor ein kleiner Tip, soweit noch nicht bekannt:
      Wer des Englischen mächtig ist, findet hier das fast vollständige Archiv aller Ausgaben von 12/1974 bis 11-12/2015. Die in guter Qualität gescannten Hefte lassen sich bequem durchblättern und sogar herunterladen.

      Highcom wurde dort im Heft 02/1981 sowie später im Heft 03/1982 nochmal die zugehörige Monitor-Erweiterung vorgestellt. Weitere Erwähnungen (auch der Zusatzschaltung) habe ich allerdings nicht gefunden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DerThomas“ ()

      In jedem Halbleiter-Sommerheft der "Elektor" verbarg sich so eine Nonsens-Schaltung und die Suche danach versetzte ganze Elektronik-Abteilungen in emsige Suchtätigkeit.
      Bei Siemens im Prüffeld saß ein Mitarbeiter der hatte alle jene Veröffentlichungen aufgebaut in der Schublade liegen.
      Ich meine dazu gehörte auch ein Logikgatter namens "Exclusiv Nothing". Der hatte auch einen "Geisterdetektor" ständig am Mann und meinte er könne damit schon vor Betreten der Werkskantine den Geist angebrannter Bratkartoffeln detektieren.
      Wenn man sich mal so überlegt für was man noch in den frühen Siebzigern am Arbeitsplatz alles so Zeit hatte und wie entspannt die Leute waren... "Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno..."
      Was ist bloß aus dem Volk der Dichter, Denker und Ingenieure für ein verfaulter Konsumisten-Haufen geworden.
      Gruß Jogi
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      Klar kann man eine Lochrasterplatine nehmen ... aber wenn's doch schon ein Layout gibt ? Kann man auch nachmachen, wenn man noch die Platinen selber herstellt. Mache ich schon lange nicht mehr ... Wenn ich mal Elektorplatinen suche, frage ich z.B. bei Geist Elektronik an. Was es noch gibt, haben sie, oder bekommen sie. So alte vielleicht nicht mehr ...

      Wenn ich kleine Stückzahlen brauche, frage ich auch schon mal bei Thale Elektronik an. Die arbeiten auch mal noch von einem Film, wenn man keine Datei hat. Zuweilen auch nützlich.

      Besten Gruss,

      Michael
      Klar doch, Michael.
      Man kann alles immer auf die maximale Ausbaustufe hin treiben, man darf sogar Silberlot benutzen und jeden Transistor sockeln und kühlen.

      Ich wollte lediglich die vermutlich auch mitlesenden Bastler ohne eine eigene Galvanikabteilung und ohne Lust auf Wartezeiten sowie Geldausgaben anleiten, das man auch aus der Bastelkiste mal sowas erledigen kann.
      Es geht nicht immer nur alles auf Premium-Goldstandard-Niveau als Minimum.

      Geist-Elektronik sowie der EPS-Platinenservice (keine Ahnung ob es das noch gibt) waren immer schon gute Ansprechpartner für sowas, wenn es sich auf Elektor bezog.

      Thale-Elektronik? An der Artlandroute, aha.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Bei Akai und bei einem heute unverständlicherweise ständig utopisch hoch gehandelten Quelle-Privileg High-Com Rekorder der damaligen Mittelklasse (damals günstiger Preis) gibt es einen einzelnen Zusatztransistor.
      Was der wo und wie macht ist mir noch nicht bekannt.

      Beim Nikko ND-500H ist der gleiche LW-Block enthalten wie in den preiswerteren Telefunken-Rekordern der Serie RC100
      Gruß Jogi
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      Hervorragend -- danke Hans !! Und das Platinenlayout gefällt mir zudem deutlich besser als das andere ... das sollte auch für Leute mit weniger Löterfahrung ohne irgendwelche Probleme nachzumachen und einzubauen sein.

      Ausserdem passt so die Theorie ... aber das kommt hier ja meist am Ende so raus, was dieses Forum auszeichnet ! Dazu aber noch eine Frage: Im Text wird erwähnt, dass eine Änderung des ICs selber geplant sei. Ist das realisiert worden, und wenn ja, wie erkennt man das, etwa an einer anderen Typenbezeichnung ?

      Besten Gruss,

      Michael
      Hallo Michael,
      meines Wissens kam nichts mehr von Telefunken selbst, AEG wurde abgewickelt.
      HighCom IC konnte man noch lange bekommen, aber keine neue Revisionen.
      Gruß Jogi
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      Danke -- das passt zu meiner Erinnerung. Ich habe damals recht viel mit HighCom aufgenommen (hatte das TC 750), und daher auch immer verfolgt, was es an der Front Neues gab. Da war mir dazu nichts aufgefallen, obwohl ich diese Zusatzschaltung damals auch gesehen hatte, und mir eine Notiz dazu abgeheftet hatte. Zum Glück ist das Material hier ja jetzt recht kompakt alles zusammen !

      Besten Gruss,

      Michael
      Ja, dank Hans können wir die Informationen bezüglich der Zusatzbeschaltung wieder lesen.
      Ich hatte die damals nur einmal zu Gesicht bekommen und mich nicht weiter darum bemüht, weil wie desöfteteren erwähnt wir damals keine Probleme mit der Originalschaltung hatten. Die Informationen wann es problemlos funktioniert hatte ich ja lang dargelegt.

      Wir hatten auch nur bis Ende AEG so cirka damit zu schaffen.
      Selbst entwickelte Kompander bebnutzte ich persönlich aber noch bis in die Neunziger, für Mutterbänder von denen Tochterbänder für Archivierung abgezogen werden sollten. Das ging auch reibungslos, besonders gefiel mir das man dank des recht unempfindlichen Systems bezüglich linearen Verzerrungen Korrekturen am frequenzgang vornehmen konnte ohne extra dafür zwischen-decodieren zu müssen. Im Gegenteil, mußte man übertriebene Höhen zurücknehmen dann gewann man nochmal deutlich an Rauschabstand und beschnitt man Rumpeln und Brummen dann ging auch das mit einem deutlichen Plus an Geräuschspannungsabstand - geht bei Dolby bspw. überhaupt nicht.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Ich hatte bis zum Digitalzeitalter noch ein paar Jahre Dolby C benutzt.
      Mit dem Ergebnis das alles aus dieser Zeit nur noch für die Tonne tauglich ist.
      Am besten erhalten sind meine sehr alten Aufnahmen auf echten Chromdioxyd- und Eisenoxyd-Bändern ohne solches Dolby-Gedöns.
      Gegen das bei ruhiger Musik schonmal störende Rauschen kann man heute viel machen, analog-hardware wie auch im PC. Wichtig ist das die Amplitudenstatistik der Aufnahmen der Standard-Heimaudio-Verteilung entspreicht, dann kann man Rauschen psychoakustisch ausmaskieren. Für "Rappelköppe" (was weiß ich wie diese neuartigen Musikarten alle heißen funktioniert das nicht, da ist die Amplitudenstatistik oft ausgehebelt)

      Kurz bevor ich nur noch digital arbeitete hatte ich mir extra noch Dolby S zugelegt.
      Ein elendiger Schund, schlimmer als Dolby C, zum Glück habe ich damit nichts mehr archiviert.
      Wer mit HighCom meint Probleme zu haben, der soll mal Dolby S nehmen...

      Ich schaute damals weit genug voraus mich auf DCC mit seinem PASC (nahe an MPEG-1 Audio Layer 1) einzulassen, bis heute bereue ich das nicht. Selbst stark beschädigte Bänder kann man wie bei Analogbändern noch abspielen, normale Alterung an sich ist bei DCC überhaupt nicht hörbar, das ist bei fast allen anderen Verfahren für Digital-Rekordern gänzlich anders, da reichen kleinste fFehler zur Unbrauchbarkeit.

      Einzig die Zahl der noch funktionierenden Digitalrekorder geht in den letzten zwei...drei Jahren zurück, da gehen die üblihen Sachen dran kaputt und zusätzlich die tollen Tonköpfe, die leider überhaupt nicht einzeln zu ersetzen sind. Wobei die Tonköpfe wohl auch viel durch Benutzerschuld sterben, die darf man nicht entmagnetisieren - was so eine Art Standardhobby von Analog-Rekorder-Freaks zu sein scheint. Einmal bei DCC machen und der Kopf ist unrettbar beschädigt.
      Gruß Jogi
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