Schauinsland T705

      Hallo Dieter,


      das ist ein sehr nettes Angebot von dir und natürlich würde ich dir dafür auch etwas bezahlen.


      Nun tausche ich normalerweise nicht routinemäßig alle Röhren aus.
      Die Zeilenendstufenröhren hatte ich mir ja bereits NOS gekauft, jetzt aber vorerst wieder die alten eingesetzt, da diese scheinbar noch genauso gut arbeiten.
      Sonst kann ich nicht wirklich beurteilen, welche Röhren man tauschen müsste. Neu sind nur die DY86 (statt EY86) und die PL84, da hier die originale Glasbruch hatte.


      Bei meinen Radios hatte ich bisher nur Endstufen-Röhren (selten) und jeweils einmal eine Gleichrichterröhre und eine Steuerröhre für die Automatic getauscht. Es könnte natürlich sein, dass einige Geräte mit "neueren" Röhren besser funktionieren würden - nur habe ich keine Möglichkeit, die Röhren zu überprüfen und möchte auch nicht "ohne Grund" alle austauschen.


      Grüße, Ingmar
      Hallo Ingmar,

      es gibt mehrere Methoden die Funktion der PCL84 im Gerät zu testen:

      1) Die einfachste wäre in diesem Fall, das Gerät, bezüglich der Regelung, in Originalzustand zu versetzen. Dann schließt du an pin2 (Y) der Messbuchse ein DC-Voltmeter (200V-Bereich) an. Und nun verbindest du pin1 und pin3 der PCL84. Nun sollte das Instrument eine negative Spannung anzeigen - ich schätze größenordnungsmässig mal so um die 20V. Wenn keine Spannung angezeigt wird ist sehr wahrscheinlich die Triode defekt.

      2) Wenn man jetzt etwas wissenschaftlicher vorgehen möchte, trennt man an "1" im roten Kreis die Regelungsschleife auf (der 470 pF muss dabei an der Anode der PCL bleiben!) sowie in dem SB-Ausschnitt gezeigt. An Punkt X' legtst du die mit "*" gekennzeichneten Bauteile. Nun speist du bei in X (wie bereits erprobt) die externe Regelspannung ein und stellst diese wieder auf ein vernünftiges Bild ein, wobei du jetzt am Punkt Y' mit deinem Instrument die Regelspannung beobachtest - sie müßte sich entsprechend der extern eingespeisten Regelspannung ändern. Bei optimaler Bildwidergabe sollten die Spannungen Y und Y' gleich groß sein. Falls an Y' keine Spannung ankommt PCL defekt oder der Arbeitspunkt liegt arg daneben - kann man auch hier durch Kurzschließen von G (pin1) und K (pin3) erzwingen. Falls jetzt volle neg. Spannung ansteht, kann man nach Entfernen der Verbindung mit P401 versuchen die Regelspannung Y' auf den Wert auf den Wert von Y einzustellen. Diesen Test könnte man sogar, wenn alles funktioniert zur abschließenden Einstellung heranziehen.

      3) Dann gibt es letzlich nochdie Möglichkeit eine veränderliche positive Spannung an pin1 der PCL einzuspeisen. Dazu wäre das Poti im roten Rechteck einzufügen und die Verbindung bei "2" im roten Kreis aufzutrennen. Jetzt sollte an Y' je nach Potistellung eine mehr oder weniger große neg. Spannung zu messen sein. Falls dies so ist könnte man dann mit dem 100k Poti, nachdem man die Unterbrechung im roten Kreis "1" aufhebt, die Regelspannung so, wie es im externen Modus der Fall war an Y und somit die Bildqualität kontinuierlich verändern.

      Nun ist es doch etwas viel Text geworden, obwohl eigentlich 1) ausreicht um die Taströhre als "Täter" zu überführen. Der Rest ist eigentlich mehr zum Experimentieren und Forschen bzw. Verstehen gedacht.
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      Freundliche Grüsse, sagnix

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „sagnix“ ()

      Hallo Sagnix,

      ich bin den letzten Tagen leider nicht dazu gekommen zu antworten, da ich im Moment recht beschäftigt bin.

      Ich werde versuchen, die beschriebenen Messungen in den nächsten Tagen durchzuführen.
      Damit es hier nicht zu einem Missverständnis kommt, möchte ich darauf hinweisen, dass sich der Fernseher (bezüglich der getasteten Regelung ) wieder in Originalzustand befindet d.h. die getastete Regelung aktiv sein sollte.
      Nachdem ich mit Hilfe der externen Regelspannung das Bild gut eingestellt hatte und es zum Stehen bekommen hatte, konnte ich anschließend auch nach Rückbau noch das Signal empfangen. Ich habe dann mithilfe von P401 die Regelung so eingestellt, dass das Bild sichtbar wurde. Das müsste dann doch eigentlich bedeuten, dass diese arbeitet, oder?

      Ich frage mich nur, ob sich das Signal noch verbessern ließe (ich habe das Flimmern nicht ganz wegbekommen und wenn ich das Bild optimal einstelle, ist der ton meist nicht ideal).
      Was ließe sich denn da als aussagekräfitges Bild hernehmen, oder soll ich mal ein Video verlinken?

      Grüße, Ingmar
      Hallo Ingmar,

      wenn du mit P401 ein gutes Bild einstellen konntest, ist das ein Zeichen, dass die getastete Regelung und somit auch die Triode der PCL84 ihren Dienst verrichtet. Demnach betsteht in der Richtung kein Handlungsbedarf und auch die von mir beschriebenen Messungen bzw. Methoden zur Fehlereinkreisung sind nicht mehr notwendig.

      Somit lag der Fehler in der Regelung wohl an einer Fehleinstellung des Arbeitspunktes. Du kannst ja noch testen welche Wirkung das zusätzlich eingefügte 500k-Trimmpoti in der Tunerregelspannung bewirkt. Wahrscheinlich wurde es werkseitig "nachgerüstet" um bei grenzwertigen Empfangsbedingungen die Tunerregelung zu optimieren - möglicherweise durch den Kundendienst vor Ort.

      Es ist jetzt schwierig aus der Ferne und anhand von Bildern irgendwelche Optimierungsvorschläge zu machen. Das Tonproblem könnte an einem Fehlabgleich der Tonfalle liegen - das kann man aber nicht durch blindes Verstellen korrigieren. Dazu sollte man die Durchlasskurve des ZF-Teiles wobbeln und über den geübten Blick zur Bewertung dieser Kurve verfügen.
      Freundliche Grüsse, sagnix

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „sagnix“ ()

      Hallo Ingmar,

      das "Telelupe-Poti", oder besser gesagt diese Bezeichnung, hat mich auch etwas verwirrt. Es hat nämlich -im Sinne einer Bildvergrößerung- nichts mit einer Lupe zu tun. Dieses Poti wirkt sich Bestenfalls auf die Konturenschärfe aus. Man könnte dieses Schaltungteil auch mit dem aus der Audiotechnik stammenden Begriff "Biamp" bezeichnen.

      In der vorliegenden Schaltung wird die "Video-NF" in zwei Zweige aufgeteilt- Die Tiefen (geschätzt 0-3,5 MHz) finden auf dem "grünen" Weg zur Video-Endstufe, während die Höhen (3,5-4,5MHz) über die PCF82 zu dem rot eingekreisten Trafo (L307-L305) gelangen und dort zu den tiefen Frequenzen addiert werden.

      Mit P301 (Telelupe) wird die Steilheit und somit die Verstärkung der PCF82 verändert. Auf diesem Wege werden dann die "Höhen" mit einstellbarer Amplitude den Tiefen zuaddiert. Damit kann man das Bild von scharfen Konturen bis zu weichen Übergängen beeinflussen. Bei voller Schärfe, P301=0 Ohm, findet durch das RC-Glied im Katodenzweig (R307-C304) noch eine zusätzliche Anhebung der hohen Frequenzen statt.

      Im Endeffekt verändert diese Einrichtung die Video Bandbreite und sorgt bei voller Aktivität für eine leichte Höhenahebung. Bei normaler Bildwiedergabe wird die Wirkung kaum wahrnehmbar sein - so richtig wahrmehmbar war die Wirkung wohl nur bei dem alten Testbild mit "Frequenzbesen". Da konnte man gut die Veränderung der Video-Bandbreite erkennen - leider gibt es solche Tesbilder nicht mehr. Letztlich könnte man dieses Poti als "Höhensteller" einordnen.

      Ich hoffe, dass diese Erklärung zutreffend ist - ansonsten würde ich mich sehr über Einwände und eventuell aufkommende Diskussionen freuen welche zur weitern Ableuchtung dieser Schaltung führen.
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      Freundliche Grüsse, sagnix

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „sagnix“ ()

      Hallo Sagnix,

      dann weiß ich ja jetzt immerhin, dass auch diese Funktion vermutlich nicht defekt ist. Die Bezeichnung Telelupe ist dann aber schon etwas verwirrend. Interessant ist diese Schaltung ja schon - aber auf deren Sinn wäre ich nicht gekommen. Bei meinem eingespeisten Videosignal kann ich jedenfalls keine deutlichen Auswirkungen feststellen.

      Ansonsten lasse ich den Fernseher jetzt erst einmal so, wie er ist - mit der Funktion bin ich soweit zufrieden.

      Außerdem möchte ich mich bei allen hier im Forum, die mich bei der Fehlersuche unterstützt haben, herzlich bedanken.
      Gerade den Fehler in der getasteten Regelung hätte ich vermutlich alleine nicht in den Griff bekommen. Ich finde diese Fülle an Fachkundigen Beiträgen jedenfalls großartig.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ingmar Mielke
      Viele blumige Bezeichnungen bot die Topsparte der Unterhaltungs-Elektronik für die Verbesserungen in der Fernsehtechnik an.

      Der Klarzeichner (nicht unser hier) konnte als eine Art Höhenanheber im Videokreis angesehen werden, er verstärkte die oft mauen höheren Videofrequenzen mehr als die niedrigeren und es erschien ein klarer gezeichnetes, höhenlastigeres, konturenverstärktes Bild. Bei Überreizung der Sache wurde das Bild allerdings Gemäldeartig.

      Die Telelupe war schlicht eine Bildvergrößerungstechnik, drückt man drauf dann soll das Bild aus der Mitte heraus um ca. 20% vergrößert dargestellt werden. Ist das nicht der Fall dann reicht die Hochspannung noch nicht aus, warum auch immer.+

      Modernere Fernseher hatten dazu die Funktion Bild-Zoom, hat sogar meine 10 Jahre alte Philips-CRT-Kiste und alle davor und daneben (Loewe, Schneider, Vestel usw.) hatten das auch. Und die neuere Flachglotze im Wohnzimmer kann das Bild sogar in Schritten mehrfach hochskalieren. Man kann so aus 480p Bildern wie es US-Stationen senden, auf das erwünschte 1080i in Letterbox-/Pillarbox-Format oder ganz aufgezogen mit gedoppelten Spalten oder im Panavisionsmodus (sphärischer Linseneffekt) hochskalieren und auch das in DVB gesendete 576p vieler Dritter auch aufblasen.
      Gruß Jogi
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      Hallo Jogi,

      die hier aktuelle "Telelupe" würde ich am ehesten als "Klarzeichner" einordnen - denn sie hat keine aus dem Schaltbild ersichtliche Funktion etwas zu vergrößern. Dazu müsste auch eine Beeinflussung im Ablenkteil erfolgen.

      Möglicherweise hat man die Funktion der Konturenverschärfung als Lupeneffekt im Sinne besserer Auflösung verstanden - bzw. versucht es dem Käufer auf diese Art zu suggerieren.
      Freundliche Grüsse, sagnix
      Moin sagnix.

      Wenn dem so ist dann ist die Umschreibung auch nicht falsch, es wird eine Lupe an die Kanten angelegt, ähnlich dem heute wohl eher bekannten Bildbearbeitungs-Effekt "Unscharf maskieren".
      Gruß Jogi
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