Meersburg 125 technisch restaurieren

      Meersburg 125 technisch restaurieren

      Hallo ,
      meine beiden Meersburg 125 müssen technisch restauriert werden.
      Die kritischen Elkos, Gleichrichter und sonstigen "Wackelkandidaten" müssen getauscht werden, damit die Geräte alltagstauglich sind.
      Ich habe nun eine Werkstatt gefunden, die das erledigen wird. Serviceanleitung und Scahltplan habe ich auch.
      Der Meister dort in der Werkstatt braucht nun eine klare Ansage, was mit den radios genau gemacht werden soll.
      Kann mir jemand Hinweise geben, welche Bauelemente bei diesen Radios kritisch sind?

      Viele Grüße von der Ostsee!


      Jens
      Hallo Jens,
      willkommen im Forum.
      Auch ich bin hier noch recht neu, habe aber in der Vergangenheit bereits einige Radios repariert und möchte dir daher meine Vorgehensweise im groben schildern.
      Du wirst vermutlich bald sehen, dass es bei der Reparatur bzw, Restauration von Röhrenradios sehr unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Meine ist natürlich NICHT die einzige und vielleicht auch nicht die beste, hat sich in der Vergangenheit aber für mich bewährt. Letztendlich musst du bzw. "deine" Werkstatt entscheiden, ob alle Bauteile getauscht werden sollen, die fehleranfällig werden könnten oder nur die, die tatsächlich defekt sind.

      Meine Vorgehensweise war bisher folgende:
      Zunächst habe ich die Geräte gereinigt und auf Leichtgängigkeit aller "Regler" geachtet. Besonders bei Geräten mit Suchautomatik (wie deinen beiden Meersburg) ist es entscheidend, dass der Sendersuchlauf leichtgängig arbeitet.
      Anschließend habe ich einen Probelauf durchgeführt, um festzustellen, welche Funktionen überhaupt gegeben sind. Um diesen Vorgang für das Gerät möglichst schonend zu gestalten, ist es sinnvoll, es an einem Regeltrafo hohzufahren (falls vorhanden). Sonst bin ich auch gerne auf die Reihenschaltung mit einer Glühbirne zurückgekommen, die im Fehlerfall den fließenden Strom begrenzt (um Schäden zu vermeiden). Wichtig ist auch, dass der Wert der Netzsicherung stimmt (aber das wird die Fachwerkstatt vermutlich ohnehin überprüfen). Genauso, wie natürlich keine offensichtlichen Schäden an Bauteilen vorhanden sein sollten. Auch habe ich vor der ersten Inbetriebnahme stets die Entstörkondensatoren entfernt. Diese befinden sich entweder auf der Primärseite des Netztrafos (und könnten hier im Fehlerfall eine Gefahr darstellen, da unter Umständen Netzspannung am Chassis anliegen könnte) oder auf der Sekundärseite (und könnten hier im Fehlerfall den Netztrafo überlasten). Beim Freundenstadt 125 liegen sie auf der Sekundärseite - wie es bei deinem Modell ist, weiß ich in Ermangelung eines Schaltplans nicht, vermute aber, dass es genauso sein wird.

      Unabhängig davon, ob das Gerät funktioniert, habe ich stets sämtliche Papierwickelkondensatoren und WIMA-Kondensatoren getauscht, da diese nach vielen Jahren oft Feuchtigkeit gezogen haben und sich daher fast immer stark in ihren Werten geändert hatten und zum Teil auch keine ausreichende Gleichspannungsfestigkeit mehr gegeben war.
      Kleinere Elektrolytkondensatoren habe ich meist ersetzt (natürlich immer, bei offensichtlichen Defekten oder stark verringerter Kapazität).
      Was ich dagegen nur äußerst selten austauschen musste, waren der Gleichrichter oder der große Becherelko direkt nach dem Gleichrichter. Ersteren würde ich nur tauschen, wenn die Anodenspannung zu gering ist. Den Becherelko dann, wenn er starken Kapazitätsverlust hat, oder im Betrieb warm wird.


      Ob weitere Bauteile getauscht werden müssen, entscheidet sich, je nachdem, ob das Gerät im Anschluss an diese Arbeiten einwandfrei funktioniert.
      Idealerweise sollte das Radio natürlich noch abgeglichen werden, wobei die meisten meiner Geräte auch so gute Ergebnisse lieferten.


      Sollte dein Techniker weitere Informationen oder Bilder benötigen, sag bescheid. Informationen zu verschiedenen Kondensatoren (mit Bebilderung) lassen sich im Internet meist leicht finden.


      Ich hoffe, diese "Anregungen" sind für dich bzw. deine Werkstatt etwas hilfreich und wünsche dir, dass deine beiden Meersburg bald gut funktionieren.


      Grüße, Ingmar
      Hallo an euch,

      im Prinzip teile ich Ingmars Vorgehensweise, sehr sinnvoll !

      Im Netzteil gilt: Spannungswerte messen, danach Entscheidung treffen. Ein Elko darf nie warm werden, da ist schon Tausch angesagt, ein Selengleichrichter dagegen schon. Indiz ist in jedem Fall die Intensität des Netzbrumms.

      Der interessante Aspekt ist m.E. ein anderer: Wenn der Werkstattmeister all diese Vorgaben bekommt und umsetzen soll, wird die Rechnung eine immense !
      Das nur als Warnung.

      Gruß, Dieter
      Eigentlich sollte der Meister die Kenntnisse schon haben!

      Hat er hinreichend Fachkenntnis bei älteren Geräten, sollte zumindest grob eine Kosteneinschätzung hinbekommen.
      Mein Verdacht, der will einen Auftrag, welche Teile exakt getauscht werden sollen.
      Eventuell ist ein Fachbetrieb mit einem wirklich alten Meister kurz vor dem Ruhestand sinnvoller.

      Ich mache mal einen Vergleich mit Autoreparaturwerkstätten.
      Meist bekommen die Fahrzeuge, die wenige Jahre alt sind.
      Eventuell überspitzt, der Diagnosestecker wird eingestöpselt und auf dem Monitor sieht man die zu tauschenden Teile.
      Mein alter VW hat noch nicht so eine Schnittstelle, der muss mit Erfahrung und Sachverstand repariert werden.
      Damals in Berlin hatte ich eine freie Werkstatt mit älterem recht fähigen Meister.
      Im Gegensatz zu Vertragswerkstätten müssen die mit Verstand reparieren, nicht nach Auflistung Bildschirm.
      Das schon allein deswegen, weil nur die Vertragspartner die fahrzeugspezifischen Diagnosedinger bekommen.
      Der alte Meister hat nebenbei einen Käfer restauriert, wenn mal die Auftragslage eher bescheiden war.

      Was will ich damit sagen?
      So einen Betrieb, in dem Fall für Radio, solltest Du dir suchen!
      Will eine Werkstatt eine Anleitung, wie sie (in dem Fall) Ersatzteile tauschen soll, werde ich sehr nachdenklich.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      Meersburg 125 technisch restaurieren

      Wow - mit so schnellen , konkreten und echt hilfrecihen Antworten hatte ich nicht gerechnet!
      Vielen Dank!
      Die Idee, dem Meister genau zu sagen, was er machen soll, kam von mir.
      Ich werde das lieber lassen , ihn auf die von Euch genannten Bauteile hinweisen und das weitere Vorgehen ihm überlassen.
      Zuerst bringe ich ihm das Meersburg, dass bis vor 4 Tagen komplett funktioniert hat (incl. Automtic in beiden Richtungen).
      Es fing nach 3 Stunden an , zu "riechen" und empfängt nun nichts mehr.
      Wichtig ist mir, dass es nicht nur "repariert" wird , sondern dass es "alltagstauglich" gemacht wird.
      Der Meister sprach von ca.70-100€ und will mich anrufen wenn es mehr wird.
      Schaltplan und Serviceanleitung bekommt er dazu. Falls es kompliziert wird, würde ich gerne auf Dein Angebot zurückkommen , Ingmar (Bilder und Informationen).
      Nach dem Vergleich von Andreas (Autowerkstatt) stimmt es mich nun hoffnungsvoll, dass der Meister meinte, dass die Reparatur ggf. bis zu 30 Tage dauern kann.
      Danke auch an Dieter - ich selber werde das aber nicht anfassen.

      Mein zweites Meersburg werde ich danach rein prophylaktisch "überarbeiten" lassen. Es funktioniert alles außer der Automatic. Der Motor ist okay - bis vor Kurzem funktionierte sogar noch die autmoatische Feineinstellung.

      Ich bin seit 25 als IT-Inmgenieur selbstständig . Der ganze digitale Kram nervt inzwischen dermaßen, dass ich zum Feierabend möglichst analoge Geräte benutze. Da ich intensiv Radio höre, sind die beiden Saba mit ihrem einzigartigen Klang für mich erste Wahl.
      Das Forum hier ist auch irgendwie "analog". Ich bin es gar nicht mehr gewöhnt, dass man auf diesem Weg so konkrete Hilfe bekommt.
      In den Foren, die ich für meine Arbeit benötige (zb: administrator.de) geht es den "Ratgebenden" meist nur darum, den "Ratsuchenden" zu beeindrucken....

      Viele Grüße!


      Jens
      Lieber Jens!

      Reparatur für 100 Euro ist ein Freundschaftsangebot.
      Rechne mal grob, Handwerk allgemein, mit allen Nebenkosten beträgt eine Gesellenstunde etwa 50 Euro für den Endverbraucher.
      Meine Vermutung, der kalkuliert 1,5 Stunden und etwas Material.
      Du hast bestimmt schon einige Reparaturberichte hier im Forum gelesen.
      Restaurationen dauern meist sehr viele Stunden, mal eben wieder notdürftig in Betrieb gebracht geht schneller.

      Nehmen wir wieder das Beispiel Auto.
      Beim Käfer, riss der Keilriemen, ging auch zur Not eine Damenstrumpfhose für die nächsten Kilometer.
      Will man heute einen Käfer artgerecht mit TÜV restaurieren, sind schon einige Wochenenden nötig.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      deltamike55 schrieb:

      Um mit Andreas´ Käfer zu argumentieren hieße das "ich brauch kein Getriebe, ich fahr nur 30 km/h in der Stadt im ersten Gang".


      Äh Watt?

      Ich brauch kein Atomatikgetriebe, ich schalte selbst. Passt da eher.

      Micha94 schrieb:

      Die Automatik macht doch gerade den Reiz des Gerätes aus


      Ja, für Techniker die das zum ersten Mal reparieren ganz sicher.
      Praktischer Nutzen für den Benutzer= 0.

      LG
      old.
      Hallo Dieter,
      ich weiß das Unterwegssein in Foren ist mitunter ne schwierige Sache, nur nicht den Spaß vermiesen lassen...
      Im Grunde ist, wie Du selber schon geschrieben hast totale Nichtbeachtung die Methode der Wahl.
      Ich selbst mach/ versuche dies auch wenn irgend geht.
      Du bist hier ja schon sehr lange zugegen und ich auch schon ne Zeit, da kommen und gehen immer auch Leute mit denen man nicht so gut parat kommt,
      was solls......
      Viele aufmunternde Grüße, Tobias.
      Viele Grüße, Tobias.
      Ich brauchte an so einem guten alten Röhrenbrummer noch nie eine Automatik, ich wollte den Spaß der Sendersuche lieber mir selber gönnen als einer Automatik.
      Im KFZ hingegen kann eine Schaltautomatik den Fahrer gut von stupiden Tätigkeiten, die auch noch vom Fahrgeschehen ablenken, entlasten. Was ich nun überhaupt nicht brauche ist so ein anfälliges Zwischending mit hochgradiger Anfälligkeit wie ein DSG, wo man um sich selbst zu betrügen auch noch der Automatik ins normalerweise optimal vorprogrammierte Handwerk pfuschen können soll. Ich bevorzuge Wandlerautomatik mit Volkomfort - schalte aber dennoch immer noch von Hand, weil ich nicht einsehe mir das Angebot an Fahrzeugen künstlich verknappen und sinnfrei verteuern zu lassen (Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Aufpreis).

      Werkstattmeistern (KFZ) habe ich früher gerne sehr konkrete Aufträge gegeben, weil oftmals der 08/15 Betrieb die Monteure betriebsblind macht, sie fummeln eine Stunde lang an einer kleinen Vergaser-Düse herum und übersehen dabei das der Wagen garkeine Bremswirkung mehr hat (übertrieben). Bei mir hieß es also bspw. "die ganze Auspuffanlage ausbauen un ersetzen" statt "durchgerosteten Endtopf ausschweißen und ersetzen", oder beim Motorsteuerungs-Zahnriemen "Riemen + Spannrolle + Wasserpumpe ersetzen", weil sonst kann man durch das gestörte Zusammenspiel dieser Teile die alle im gleichen Eingriff stehen und regelmäßig annähernd gleich weit verschlissen sind, verteilt über ein Jahr gleich mehrmals in der Werkstatt vorfahren und hat jedesmal neu die ganzen von der eigentlichen Kernerarbeit unabhängigen Grundkosten in voller Höhe auf der Rechnung.

      Radios würde ich folglich mit einer aussagekräftigen Fehlerbeschreibung und einer Handlungsbereichs-Vorgabe beim Handwerker abgeben. Bspw. "alle Elkos prüfen und defekte so originalnah wie möglich ersetzen" oder "Sendersuchlauf gängig machen" oder Verstärker-Mißklang beseitigen usw.

      /Die einzelnen Punkte muß man sich für sich selber passend definieren
      - ich bspw. will alles nur originalgetreu haben, wenn ich bloß irgendwie Radio hören will dann nehme ich den Yachtboy-Taschenempfänger, wenn ich Röhrenradio hören will dann aber exakt so wie anno ´56, mit allen damals üblichen Attributen -
      vielen anderen ist es allerdings wie ich weiß schnurzegal wie es innen aussieht - eckige Kondensatoren, Folie statt Papier als Isolation womöglich auch noch egal welche Folie, eben was gerade zur Hand ist, auch kleine moderne Metallwiderstände anstelle Kohlemasse-Widerstände (sehr klangbildend und bezüglich Belastbarkeit bei Überspannungen und Impulsen entscheidend) usw. - hauptsache es kommt Musik nach außen heraus.
      Als IT-ler kannst du bspw. auch beurteilen ob du ein neues Aufrüst-Kit (Mainboard - Speicher - CPU) haben möchtest oder nur die wegen fehlender Kühlung verbratene CPU ersetzt werden soll, ob du Speichermodule ganz tauschen möchtest gegen anders organisierte größere oder bloß die vorhandenen aufrüsten, das schon humpelnde schwache Netzteil nur erneuern oder gleich eines mit mehr Leistung aufrüsten usw. den alles hat ja auch irgendwie seine Berechtigung je nach Anspruch/

      Zum Thema Störungen des Forenbetriebs:
      Wenn mir einer den Spaß vermiesen will, dann hau ich ihm erstmal was zurück, von wegen "andere Backe hinhalten" wenn immer nur die sprichwörtlichen Schlauen nachgeben erhalten die Doofen die Oberhand. Wenn das nichts bringt setze ich ihn auf "ignore" und fertig, ich sehe ihn dann nie wieder in meinem Konto.
      Wenn jemand allgemein das Forum schädigt indem er die wichtigsten Stützen eines Forums, die Stammposter/Fachleute unglaubwürdig erscheinen lassen und vom Sockel kippen will, also sich der Gemeinschaft als schädigend zeigt, gibt es moderative und administrative abgestufte Möglichkeiten, sowas kann man sogar ziemlich transparent ohne Mauschelei im Hintergrund abhandeln. Man könnte auch die Mitglieder insgesamt zu Rate ziehen, wer Forensoftware kennt der weiß was ich meine (Karmasystem, Beitragsbewertungen), ab Minus-irgendwas geht die Klappe automatisch runter.

      oldeurope schrieb:

      Um mit Andreas´ Käfer zu argumentieren hieße das "ich brauch kein Getriebe, ich fahr nur 30 km/h in der Stadt im ersten Gang".

      Ja, für Techniker die das zum ersten Mal reparieren ganz sicher.
      Praktischer Nutzen für den Benutzer= 0.

      LG
      old.[/quote]

      Da gebe ich dir recht! Für mich wäre ein solche Gerät zum restaurieren sehr interessant - da ich es noch nie gemacht habe. Da ich heute sowieso nur den einen gleichen UKW-Sender den ganzen Tag höre, ist die Automatik eigentlich obsolet.
      Früher in den AM-Wellenbereichen war die Automatik jedoch bestimmt sehr nützlich, gerade beim Fernempfang. Bei AM "läuft" der Sender öfters auch mal weg und man muss nachstellen.

      Ist halt eine reine Luxusfunktion. Ideal zum verblüffen von jungen Leuten, was "der alte Mist" alles kann. Mein Bruder geht mich regelmäßig wegen meinem Sammelsurium an alten Gerätschaften an, was ich den mit dem alten Krempel will.

      Jogi schrieb:


      - ich bspw. will alles nur originalgetreu haben, wenn ich bloß irgendwie Radio hören will dann nehme ich den Yachtboy-Taschenempfänger, wenn ich Röhrenradio hören will dann aber exakt so wie anno ´56, mit allen damals üblichen Attributen -
      vielen anderen ist es allerdings wie ich weiß schnurzegal wie es innen aussieht - eckige Kondensatoren, Folie statt Papier als Isolation womöglich auch noch egal welche Folie, eben was gerade zur Hand ist, auch kleine moderne Metallwiderstände anstelle Kohlemasse-Widerstände (sehr klangbildend und bezüglich Belastbarkeit bei Überspannungen und Impulsen entscheidend) usw. - hauptsache es kommt Musik nach außen heraus.
      Als IT-ler kannst du bspw. auch beurteilen ob du ein neues Aufrüst-Kit (Mainboard - Speicher - CPU) haben möchtest oder nur die wegen fehlender Kühlung verbratene CPU ersetzt werden soll, ob du Speichermodule ganz tauschen möchtest gegen anders organisierte größere oder bloß die vorhandenen aufrüsten, das schon humpelnde schwache Netzteil nur erneuern oder gleich eines mit mehr Leistung aufrüsten usw. den alles hat ja auch irgendwie seine Berechtigung je nach Anspruch/


      Im Grunde bin ich gleicher Meinung. Leider ist es mir als armer Umschüler leider nicht möglich, immer orginalgetreu zu restaurieren. MP-Kondensatoren sind unverschämt teuer geworden, manche Teile nur schwerlich und kostspielig zu erwerben. "Klötzchen und ähnliche Späße" kommen trotzdem nicht in meine Geräte. Damit zumindest die Geräteoptik einigermaßen erhalten wird, verwende ich die schwarzen, axialien Folienkondensatoren von ATR. Richtige MP wären mir lieber, aber das liebe Geld... Was nicht defekt ist, wird auch nicht unnötig getauscht.
      Die alten Teile werfe ich übrigens nicht weg, sondern hebe Sie auf und packe Sie in ein Beutelchen, dass an der Rückwand des Gerätes mittels Draht befestigt wird. Somit sind die Orignalteile für die Nachwelt erhalten.
      Moin.



      - ich bspw. will alles nur originalgetreu haben, wenn ich bloß irgendwie Radio hören will dann nehme ich den Yachtboy-Taschenempfänger, wenn ich Röhrenradio hören will dann aber exakt so wie anno ´56, mit allen damals üblichen Attributen -
      vielen anderen ist es allerdings wie ich weiß schnurzegal wie es innen aussieht - eckige Kondensatoren, Folie statt Papier als Isolation womöglich auch noch egal welche Folie, eben was gerade zur Hand ist, auch kleine moderne Metallwiderstände anstelle Kohlemasse-Widerstände (sehr klangbildend und bezüglich Belastbarkeit bei Überspannungen und Impulsen entscheidend) usw. - hauptsache es kommt Musik nach außen heraus.
      Als IT-ler kannst du bspw. auch beurteilen ob du ein neues Aufrüst-Kit (Mainboard - Speicher - CPU) haben möchtest oder nur die wegen fehlender Kühlung verbratene CPU ersetzt werden soll, ob du Speichermodule ganz tauschen möchtest gegen anders organisierte größere oder bloß die vorhandenen aufrüsten, das schon humpelnde schwache Netzteil nur erneuern oder gleich eines mit mehr Leistung aufrüsten usw. den alles hat ja auch irgendwie seine Berechtigung je nach Anspruch/

      Micha94 schrieb:

      Im Grunde bin ich gleicher Meinung. Leider ist es mir als armer Umschüler leider nicht möglich, immer orginalgetreu zu restaurieren. MP-Kondensatoren sind unverschämt teuer geworden, manche Teile nur schwerlich und kostspielig zu erwerben. "Klötzchen und ähnliche Späße" kommen trotzdem nicht in meine Geräte. Damit zumindest die Geräteoptik einigermaßen erhalten wird, verwende ich die schwarzen, axialien Folienkondensatoren von ATR. Richtige MP wären mir lieber, aber das liebe Geld... Was nicht defekt ist, wird auch nicht unnötig getauscht.
      Die alten Teile werfe ich übrigens nicht weg, sondern hebe Sie auf und packe Sie in ein Beutelchen, dass an der Rückwand des Gerätes mittels Draht befestigt wird. Somit sind die Orignalteile für die Nachwelt erhalten.

      Solche Beutel hängen bei mir auch in vielen Geräten die ich bearbeitet habe. Es gibt vielerlei Gründe nichts wegzuwerfen was im Original enthalten war.
      Auch noch zu behandelnde Geräte bekommen ihre "ausgefallenen Zähne" samt einer aktuellen Zustands-/Fehlerbeschreibung in so einen Beutel beigelegt, so weiß man auch gleich auf einen Blick warum man ein Gerät einst ins Regal gelegt hatte.

      Zu den Original-Bauelementen hatte ich bereits mehrfach erwähnt - man findet hier nur so schlecht etwas wieder - das meine Arbeitsweise der angestrebte Idealvorgang ist, den ich selber auch nicht immer erreiche. Aber zumindest sollte man das Ziel nicht aus den Augen verlieren und Leuten denen man gut raten möchte erzählt man auch nur den idealen Endzustand damit sie sich mit ihrem Sammelgut auch wirklich Mühe geben und sich selber ein Hochvergnügen daran bereiten.

      Zur Wiederholung nicht mehr auffindbarer Anmerkungen ein Minimum an Wiederholung:

      - VDE-gerechte Benutzersicherheit steht mit Abstand auf Platz 1 - selbst der häßlichste quaderförmige Schutzkondensator ist besser als ein nasser Sack Typ Tropydur, original hin oder her es wird kein unsichere Radio eingeschaltet oder gar in Umlauf gebracht. Man sollte es erst garnicht zu riskieren was ich in meinen frühen Kundendienst-Jahren öfter mal zu erleben gab, nämlich eine abgebrannte Bude durch einen Fernseher oder Radio mit einem primären, nicht über den Netzschalter laufenden Papierkondensator oder Tropydur der irgendetwas im Gerät vor sich hin schmorend in Brand setzt.

      - Vorübergehend geht es notfalls auch mal besser ohne Entstörkondensator als mit einem bösen Brandstifter-Typen.

      - Man entscheidet am Anwendungszweck wie hoch man die Angst vor einem Versagen eines Kondensators für den man keinen Originalersatz hat ansetzt - es sind nicht alle Stellen im Radio wirklich ängstlich zu betrachten, eine mangelhafte Kopplung der Endröhre aber wäre so ein Punkt, wer möchte schon einen unkalkulierbaren Gitterstrom riskieren, der eine rare Endröhre abfrühstückt. Andere Kondensatoren beenden evt. aber bloß eine untergeordnete Unterfunktion und gefährden auch nichts wenn sie zuviel Reststrom erreichen.

      - Augenmaß bei allen Dingen ist wichtig, so auch hier.

      - Man muß sich auf alle Fälle ehrlich machen, nicht für Ebay-Betrug herablassen - Ein Radio ist nicht "fachmännisch toll originalgetreu restauriert" wenn es voller unpassender Bauelemente steckt und eigentlich nur noch der Holzkasten so einigermaßen dem Katalogbild entspricht. Man weckt sonst falsche Erwartungen die andere evt. viel zu teuer vergüten.
      Gruß Jogi
      -------------
      Das Wahrheitsministerium gibt bekannt: In diesem Forum gibt es keine postfaktischen Fake-News, auch nicht über Elkokuren.
      "Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund" und "nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben";"Wir müssen" folglich "auf alle Fälle verhindern, daß Intelligenz wieder strafbar wird"
      [frei nach W. Reus]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Micha94 schrieb:

      Da gebe ich dir recht! Für mich wäre ein solche Gerät zum restaurieren sehr interessant

      Warte mal bis Du einen Freiburg mit Fernbedienung bekommst.
      Da bewegst Du auch die UKW-MW-Tasten von Geisterhand.

      Jogi schrieb:

      vom Sockel kippen

      Ich kenne keine Forennutzer auf einem Sockel.
      Wenn ich meine das jemand etwas Falsches sagt, diskutiere ich das aus.

      Jogi schrieb:

      Zum Thema Störungen des Forenbetriebs:
      Wenn mir einer den Spaß vermiesen will, dann hau ich ihm erstmal was zurück

      Normal, mache ich auch. Da ich nicht mit verdeckter Identität schreibe,
      kann ich nicht so ... zurückhauen wie Du.

      Jogi schrieb:

      Wenn das nichts bringt setze ich ihn auf "ignore" und fertig, ich sehe ihn dann nie wieder in meinem Konto.

      Hat etwas von Vogel-Strauß. Ich möchte auch andere Meinungen lesen.

      Jogi schrieb:

      also sich der Gemeinschaft als schädigend zeigt, gibt es moderative und administrative abgestufte Möglichkeiten

      Bin wohl zu liberal um mich damit anzufreunden. Hat etwas von Todesstrafe.
      Lässt sich nicht mehr Rückgängig machen wenn herauskommt dass die "Gemeinschaft" falsch liegt.

      LG
      old.
      Ich habe mir das gerade einmal alles durchgelesen.....
      Viel Interessantes ist für mich nicht dabei. Umso mehr aber "Eitelkeiten" und Befindlichkeiten".
      Schade.
      Ich freue mich für alle, die Spaß daran haben, mit viele Zeit und Aufwand die alten Radios originalgetreu zu restaurieren.
      Darum geht es mir aber nicht. Ich höre einfach nur gerne Radio und mir gefällt der Saba-Klang.
      Momentan habe ich wieder ein paar kleinere Probleme mit einem der beiden Meersburg125.
      Wo kann ich denn die Fragen dazu loswerden, ohne gleich wieder eine zermürbende Grundsatzdiskussion anzustoßen?
      Allen ein gutes 2017.

      VG Jens
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