VS56_Schwingungsbäuche an Signalflanke bei Vollaussteuerung

      VS56_Schwingungsbäuche an Signalflanke bei Vollaussteuerung

      Hallo liebe Saba-Freunde!

      Allen voran möchte ich mich mal vorstellen, da ich neu im Forum bin.
      Ich bin also der Michael aus Berlin und seit einiger Zeit der Röhrentechnik verfallen.
      Ich freue mich auf spannenden Austausch hier im Forum!

      Nun zu meiner Frage:

      Ich habe hier einen K+H VS56 auf der Bank.

      Es handelt sich um die Version mit fünf ECC83 in der Vorstufe. Die ECC83 sind alle soweit ok und die ECL82 sind neu.
      Das Netzteil wurde, nicht von mir, auf ein MOS-FET stabilisiertes Netzteil umgerüstet.
      Alle ElKo´s sind neu, die Koppel C´s auch.
      Die AÜ´s sind nachgewickelt von Haas, da einer der beiden mal den Geist aufgegeben hat. Der Frequenzgang ist so wie er sein soll und die Ausgangsleistung liegt bei den angegebenen 12 Watt.

      Der Verstärker zeigt bei Vollaussteuerung Schwingungsbäuche an der rechten Flanke des Sinussignals.
      Ich kann mir da keinen rechten Reim darauf machen.
      Es besteht außerdem sehr starkes Übersprechen zwischen den Kanälen.

      Ich freue mich über eure Meinung und wünsche nachträglich noch ein gesundes neues Jahr!


      Viele Grüße,

      Michael

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      Zwei Fehler, eine Ursache?

      Hallo Michael.

      Wie beim Schach, ich eröffne mit: Wenn der ELKO C29 gleich nach der EZ ?? defekt ist, kann das Übersprechen und eventuell das Signal an der Flanke sein. C29 ABLOETEN !!! Und einen probeweise anschalten.

      Aber auch mit geaenderten Ausgangstrafos, stimmt die Phasenkorrektur in der Gegenkopplung nicht mehr.
      C26 A und B muessen dann variiert werden. Den 1500pF nach unten oder oben varriieren.

      Ohne Gewehr ;) decoder

      Nachtrag:
      Über diesen Elko laufen doch die Ströme der push-pull Endstufen. Wenn das Netzteil nicht als dynamische STROMSENKE von low bis high Audio arbeitet, werden dort im Ri die Endstufen verkoppelt. Ohne Elko geht das wie ich meine nie.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo decoder,

      danke erst mal für die schnelle Antwort!

      Den ElKo C29 gibt es nicht mehr weil, wie im Eröffnungspost erwähnt, ein stabilisiertes Netzteil anstelle der EZ81 + Siebkette-Variante eingebaut ist.
      Aber trotzdem macht deine Aussage Sinn!

      Ich muss mal checken was das Netzteil bei Volllast macht. Wenn das NT da nämlich Quatsch macht könnte das der Grund für die Sauereien an der Signalflanke sein.

      Die Gegenkopplung ist schon auf die AÜ´s angepasst. War auch meine erste Idee! :thumbsup:

      Ich checke also mal das Verhalten des Netzteils bei Volllast und melde mich dann mit dem Resultat!



      Schöne Restwoche wünscht,

      Michael
      Also gut,

      das Netzteil geht bei Vollaussteuerung zwar etwas in die Knie, aber nicht in auf eine Art die mir unbekannt wäre.
      Das Netzteil schließe ich als Fehlerquelle also aus. Zumal ich testweise einen Kanal mit einem externen Netzteil versorgt habe und das Schwingen ebenfalls auftrat.

      Nun habe ich die Kathodynstufe im Verdacht... Davor ist das Signal nämlch sauber.
      Dass der Kathodyn-Phasendreher nicht für sauberes symetrisches Clipping sorgt ist klar, aber Schwingen hatte ich noch nie!

      Warum hat K+H/Saba sich eingentlich nicht für die klirrärmere LTP-Variante entschieden?! Sollte doch in ähnlicher Konfiguration ohne eine zusätzliche Röhre umsetztbar sein, da das LTP ja selbst eine nicht zu verachtende Verstärkung aufweist. Die beiden Triodensysteme der ECL82...


      Es grüßt,

      M.
      Nachdem das doch etwas ins glauben abtrifftet, gebe ich die Diskussion weiter
      Immerhin hat GRUNDIG mit diesem Inverter u.A. den HiFi Amp. NF20 gebaut.

      http://saba-forum.dl2jas.com/board4-sonstige-miscellaneous/board52-andere-marken/5266-grundig-nf2-stereo-endstufe/first-new-post.html?highlight=NF20
      Dateien
      • NF20detail1.png

        (21,89 kB, 16 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Kathodyn verlangt nach gleichmäßiger Last, ich würde also die folgenden Bereiche der Endstufe mal abklopfen auf Bauelemente-Defekte oder verschlissene Röhren.
      Long tailed Pairing hätte man auch verwenden können, warum der Entwickler so und nicht anders geschaltet hat, wird er mit ins Grab genommen haben. Manchmal hatte es schon Sinn was die Leute sich aus dem Kopf gezogen haben. dies heute nachzuvollziehen ist schwierig bis unmöglich.
      Die A-Trafos sind wirklich einwandfrei? Die wären meine ersten Verdächtigen, auch die Gegnekopplungsverhältnisse.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Glauben heißt Nicht Wissen,



      da hast du natürlich Recht, aber ein bisschen Spekulation hat der
      Bastlerei/Repariererei schon immer gut getan. :D



      Leider habe ich nie einen NF2 am Oszilloskop arbeiten sehen, somit fällt mir
      ein Vergleich natürlich schwer.

      In einem meiner eigenen Projekte habe ich die Vor-, Kathodynstufe
      allerdings ähnlich wie im NF2 umgesetzt und das Ergebnis war
      zufriedenstellend. Das Konzept ist mir also durchaus vertraut.



      Mir fehlt aber gänzlich die Erfahrung mit Verbundröhren wie der ECL82. Hier
      wird ja nicht eine separate Röhre für Vor- und Kathodynstufe genutzt sondern
      die beiden Triodensysteme der ECL82, welche in zwei unterschiedlichen Kolben
      sitzen und durch ein Blech von der Endpentode abgeschirmt sind . Dieser Schirm
      liegt allerdings nicht auf Massepotential sondern auf Kathodenpotential der
      Pentode. Die Schwingerei findet übrigens auch nur an der Flanke der
      oberen Halbwelle statt. Auch deshalb habe ich in Richtung der Kathodynstufe als
      Übertäter gedacht.



      @ decoder:

      Das Netzteil ist so ausgelegt, dass die die beiden Endstufen separat
      stabilisiert werden. So sollte ein Verkopplung eigentlich ausgeschlossen sein,
      oder?









      Naja, aber nachdem das Phänomen auf beiden Kanälen auftritt werde ich mich
      nochmal in den Schaltplan vertiefen. Muss ja irgendein systematischer Ansatz zu
      finden sein.







      Einen schönen Sonntag wünscht,

      Michael
      OH NEIN!

      Oh je, ich habe habe gerade nochmal Litze für Litze nachverfolgt, wo was hingeht und herkommt und herausgefunden, dass Herr Haas den AÜ´s, obwohl eigentlich nach Vorlage des Originals gewickelt, noch Schirmgitteranzapfungen verpasst hat!
      Der Vorbesitzer hat das Gerät also auf Ultralinearbetrieb umgerüstet. Mir wurde das bei der Übergabe zwar gesagt, aber das ist nun schon ein paar Monate her und ich hab einfach nach originalem Schaltplab gearbeitet und diesen Fakt völlig vergessen. :S
      Ohje, das sollte nicht passieren. Entschuldigt bitte! So kann einem natürlich keiner weiterhelfen...

      @Jogi:

      Deinen Rat werde ich auf jeden Fall auch beherzigen. C´s sind zwar alle getauscht (ein gelber Mullard hat tatsächlich geleckt, glaubt mans!!! 8| ;( ), aber die Widerstände werde ich nun doch alle mal Messen.


      Grüße,

      Michael
      Hallo Michael,

      generell kann man ja bei einer nicht optimalen Funktion eines Gerätes von einem Defekt ausgehen, da man in der Regel davon ausgehen kann, dass das Gerät einstmals einwandfrei funktionierte - sonst hätte es ein namhafter Hersteller so nicht in Serie gebaut. Dein Exemplar ist ja nur leider kein Seriengerät mehr, sondern ein individuell geschaltetetes "Experimentalgerät", bei dem nicht gewährleistet ist, dass es überhaupt jemals einwandfrei gearbeitet hat. Das macht die Sache schwierig.

      Es ist aber davon auszugehen, dass auch mit Trioden als Bestandteil von Verbundröhren, wie in der ECL 82, einwandfrei Schaltungen möglich waren. Sonst hätte ein Hersteller wie KuH das nicht gebaut. Es wäre mal interessant, wie sich ein einwandfreier und originaler VS 56 so am Skop darstellt. Hat wer einen?

      EIne NF2 habe ich, klingt übrigens hervorragend, gemessen habe ich sie vor etlichen Jahren auch mal und keine Schönheitsfehler in Erinnerung.

      Dass ein "Senfkondensator" auch mal leckt, ist sehr selten, kann aber vorkommen. Die sind sehr gut, aber nicht perfekt. Perfekt ist nach 50 Jahren nichts. Die sind übrigens, zumindest hierzulande, nicht von Mullard (auch wenn das gerne kolportiert wird), sonsern von Valvo, made in Hamburg-Langenhorn.

      Grüße aus Steglitz
      Stefan
      Hallo Klarzeichner,

      ich kann dir nur zustimmen!
      Nichtsdestotrotz werde ich natürlich versuchen dem Gerät seine Schwingerei abzugewöhnen um am Ende einen einwandfreien Verstärker zu haben.
      Und zwar ohne neue Ausgangsübertrager.

      Ein Vergleich zu einem Originalgerät wäre tatsächlich sehr hilfreich und interessant.
      Also wer einen hat, ich wäre dankbar ein Oszillogramm bei Vollaussteuerung des K+H VS56 sehen zu dürfen!

      Grüße aus Kreuzberg,
      Michael
      Hallo alle zusammen,

      des Rätsels Lösung war eine Anpassung des Arbeitspunktes der EC(L)82 vor der Kathodynstufe in Richtung mehr Anodenstrom.
      Nun sieht das Signal schick aus.

      Leider ist der Gleichlauf der Potis ziemlich im Eimer, vorallem der der Höhenregelung. Da bleibt einem außer Ersatz zu besorgen nicht viel übrig, nehme ich an.


      Viele Grüße,
      Michi