[GELÖST] Selengleichrichter ersetzen SABA MI-215 Position D1251 B30C300

      Es hapert bei den Grundlagen, nicht bei den Antworten. Man muß also nicht die Antworter anmahnen sondern die Antworten richtig einordnen.

      Jene Kondensatoren sind Wechselspannungs-Typen und für die resultierende Gleichspannung wie Wechselspannung geeignet. Den Kopf des Herstellers würde ich mir da nicht zerbrechen wollen, manches muß man als gegeben hinnehmen wenn man sich nicht zermartern möchte.

      Ist der Wert nicht explizid ausklamüsert und drauf gedruckt worden dann reduziert man vorsichtshalber die Nenn-Wechselspannung auf ca. die Hälfte der Nenn-Gleichspannung. Faustformel für die Praxis, höhere Mathematik ist da fehl am Platz und Zeitverschwendung.

      Viel wichtiger, ich wiederhole mich da, ist in dieser Anwendung die Impuls- und Ripple-Festigkeit.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Davon kann ich ein Lied singen!

      Ich habe schon Keramikkondensatoren mit Hochfrequenz beaufschlagt, die dann qualmten.
      Die HF-Spannung war höchstens 1/10 der Nennspannung, reichte aber locker.
      Das waren allerdings etwa 100 Watt HF-Leistung, die ich durch den Scheibenkondensator schickte...
      Das Dielektrikum erwärmte sich zu sehr, machte zu starke Verluste.

      Hier in dem Fall darf das Dielektrikum durchaus Verluste machen.
      Das ist sogar erfreulich, unerwünschte HF-Leistung wird in Wärme umgewandelt.
      Würde eine Diode 1 mW HF-Leistung erzeugen, ist das schon sehr viel.
      Selbst sehr kleine SMD-Bauteile lassen sich nicht von 1 mW Verlustleistung beeindrucken.
      Spannungsfestigkeit von Keramikkondensatoren wird gern in DC angegeben.
      Woher soll der Hersteller wissen, welche Wechselspannung der Anwender anlegt?
      50 oder 100 Hz ist für einen üblichen Keramikkondensator praktisch DC.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Moin Andreas,
      was du beschreibst kennen viele die sich mit der Leistungselektronik unter dem Spezialfall HF befassen.
      Man muß sich viel genauer mit den Bauelementen auseinandersetzen.

      Ich gehe bei Kondensatoren-Messungen daher nicht beliebig vor, sondern halte mich, wie von Siemens gewohnt, genau an die Herstellervorgaben.
      Es ist für jede Siemens-Bauart eine Meßumgebung vorgegeben, man mißt schon u.U. selbst mit dem supertollsten Meßeisen völlig falsche Werte allein dadurch das das Modellumfeld nicht stimmt.
      Auch wenn wir Meßvorrichtungen für die Prod-Technik entwickelt haben, haben wir nicht einfach irgendwo ein Multimeter bestellt und in ein Industrie-Rack gesteckt, sondern es wurde exakt auf den Zweck hin entwickelt und wäre damit dann auch nur eine einzige Kondensatorart, aber eben eine von der man den Wert genau wissen mußte, erfaßbar gewesen.

      Das ist es auch was die vielen Fehlmessungen und daraus resultierenden Aussagen über massenhaft defekte Bauelemente ausmacht, es wird irgendein Meßdings gekauft, das dem Anspruch nach drei Stellen hinter dem Komma anzeigt, was schon die simple Meßmethodik ad absurdum führt und was schon ein Anpusten des KuT zunichte machen würde, und jede Anzeige und erst Recht jede noch so kleine Abweichung vom Erwarteten ist dann das Bauelement in Schuld und nicht der der mit falschem Anspruch und falscher Methodik mißt.

      Gerade HF straft dann konsequent, wem erzähle ich das.

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      Die Antwort darauf woher der Bauteile-Anwender wissen soll was er tut ist praktischerweise bereits in meinem o.a. Text vorhanden.

      Der Entwickler muß sich in der Bauteilekunde bilden, er kommt nicht drum herum, er muß genaue Datenblätter/bücher kaufen, die findet man nicht lau im Internet, fand man schon früher nirgendwo, selbst Uni-Bibliotheken boten nicht meterlanger Werke wie die an anderer Stelle gestern erst erwähnten "Zweimeterfuffzig Sony". Alles andere ist aber erstens nicht authorisiert und zweitens zu vage gehalten.
      Gleiches gab es natürlich auch von Siemens und anderen Anbietern.
      Ich bin zwar auch ein Freund von preisgünstigen Besorgungen, aber Arbeits-Werkzeug mit einem gewissen Niveau sollte nicht der billige oder kostenlose Mist aus Internet oder Baumarkt sein, womit man Geld einbringen möchte, dafür muß man auch Geld ausgeben.

      Der Reparateur wird es einfach haben indem er 1:1 ersetzt, weshalb ich oftmals nicht erfreut bin über Ver(schlimm)besserungen. Irgendetwas übersieht man in der Hektik des Reparaturalltags dann doch mal und schon war´s Mist was man gemacht hat.

      Der Anfänger/Laie muß Grundlagen pauken, niemand der bei klarem Versand ist würde unausgebildet in einen Helikopter steigen und losknattern, wenn der Gasboiler Funken faucht und alles mit Abgasen verpestet dann läuft man im Gelopp nach dem Gasinstallateur; Aber am Stromnetz rumfummeln oder in Kisten herumlöten das macht jeder Depp so wie er gerade Lust hat. Bauelemente sind schön bunt und das muß doch alles einfach sein wenn es sogar die blöden Hersteller geschafft haben das alles zusammenzukloppen. Aber auch Bauelemente verdienen eben Beachtung der Anfänger tut gut daran und kaust nicht vom unsortierten Haufen, am besten einen Händler mit Ahnung kennen der ihn anhand es mitgebrachten alten Bauelements berät. Trotz Ahnung und rein aus Bequemlichkeit nicht genau hinzusehen habe ich auch schon Transistoren gekauft die abgekaspert sind weil ich gewisse Zeichen auf abweichende Eigenschaften oder Fake nicht genau betrachtet habe, wie soll das erst ein Laie ohne einen Fachhändler an der Hand unterscheiden.

      Sicher kann man Sachen beim großen "P" oder "R" bestellen, auch tütenweise unsortiert wenn man sich gut auskennt, aber ohne genaue Kenne und "die guten ins Töpfchen, die miesen ins Tönnchen" ist das ein Geldverbrennen.
      Gruß Jogi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Nun ja,

      die Frage ist ja viel einfacher zu beantworten, nämlich mit ja oder nein

      ein Elko nimmt das übel, wenn er verpolt eingesetzt wird. Die Kennzeichnung am Rumpf, meist mit - kommuniziert ja den ernsthaften Vorschlag, den Kondensator
      mit der richtigen Polung einzulöten

      wenn ich jetzt auf dem Gleichrichter die Keramikkondensatoren nutzen will, um Störgeräusche zu eliminieren, sie aber mit Wechselspannung beaufschlagt werden,
      ist die Frage mit Hinblick auf die Polung oder die Wechselspannungseignung wohl nicht falsch

      ich hatte erwähnt, daß ein MI-215 hier bei mir mit einem ganz normalen Brückengleichrichter läuft, ohne Irritationen im Signalweg zu veranstalten, mir es aber nicht gefällt,
      dass die Beinchen derart verdreht werden müssen, dass sie mit Schhrumpfschlauch isoloiert werden müssen, um Kurzschlüsse zu vermeiden

      Ich probiere es einfach aus, ich komme ja sonst nicht weiter
      Die Ja oder Nein Antwort kommt einer Pistole auf der Brust nahe, außerdem wird die Frage danach gerne als Lernresistenz wahrgenommen wenn knapp zuvor mit vielen Worten eine Vorgehensweise für weitere viele Fälle als nur ein Ja/Nein verkündet und begründet wurde und das nichtmal Beachtung fand.
      Die Polarität ist nur in Bezug auf gepolte (Gleichspannungs-)Kondensatoren relevant, und in jetzt nicht näher zu benennenden Sonderfällen die hier nicht vorliegen, ansonsten gilt das man jeden Wechselspannungs-Kondensator (ich sprach das bereits deutlich an) beliebig herum anlöten darf in so einer minimalkritischen Schaltstufe.
      Gruß Jogi
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      Praxisbericht alter Selengleichrichter raus, neuen Gleichrichter im DIP/DIL Gehäuse rein

      Hallo an alle Saba MI-215 User

      ich habe den Gleichreichter ersetzt und es ist rein gar nichts zu bemerken

      auch am Phonoeingang ist nichts zu hören, weder Störgeräusche wie Sirren, Pfeifen, Rauschen, nichts

      ich habe den neuen Gleichrichter einfach einglötet und alle Kondensatoren auf dem Netzteilsteckmodul ausgetauscht

      ich habe KEINE Keramikkonensatoren am Gleichrichter angelötet

      alles ist gut.

      Ich habe einen B70C1000DIP Baustein genommen, dessen Pinlayout und Pinabstand mit dem Original Selengleichrichter übereinstimmt.
      Es müssen keinerlei Änderungen am Bauteil oder an der Platine vorgenommen werden.

      Die Eingangsspannung liegt bei 16VAC, die Ausgangsspannung bei 20VDC

      Der Sound des MI-215, besonders am Phonoeingang ist einfach phänomenal. Die Höhen crisp, die Bässe satt, ledliglich der Mittenbereich
      ist für meinen Geschmack vom Frequenzbereich nicht so toll gewählt. Ich finde auch, dass der 212 etwas mehr im Bass vorne liegt. Aber
      alles Geschmacksache, jeder hat ein anderes Gehör.
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