Überdimensionierte Hifi Box am Röhren Lindau oder Mainau F ?

      Überdimensionierte Hifi Box am Röhren Lindau oder Mainau F ?

      Hallo,
      Mir ist eine funktionsfähige Hifi Box vererbt worden, und ich frage mich, ob ich sie bedenkenlos an meinen Saba-Geräten als Zusatzbox betreiben kann.
      Zur Box:
      Mission 780
      2-Wege Reflex (Frequenzweiche drin)
      Ausgangsleistung: 25-75 W/C
      Impedanz: 6 Ohm

      Meine Saba Geräte, an denen ich sie einsetzen möchte sind z.B. das Röhrengerät Lindau E oder das Transitor-Gerät Mainau F. Bei beiden steht auf der Rückwand "5 Ohm" als Impedanz.
      Desweiteren betreibe ich die Röhen-Stereo-Geräte Freudenstadt 15 M und Stereo I-18
      Kann ich die Box ohne Bedenken anschließen oder muss ich unmittelbare Schäden oder Langzeitfolgen/-schäden befürchten?
      Danke für eine Antwort.
      Die Photos sind nur "gestellt", angeschlossen habe ich die Box noch nicht.
      Grüße
      Sascha
      Dateien
      Noch gibt`s UKW - hört mit Saba, das ist schön!
      Ich glaube nicht das das besonders gut klingt.
      Der gute Klang kommt von der Gesamtkonstruktion aus Gehäuse, wirkungsgrad-starkem Breitbandlautsprecher, Endstufe.
      Technisch sehe ich wie die anderen keine zerstörerischen Faktoren.
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Hallo Forum,
      habe heute morgen, nachdem ich den Hinweis von Andreas gelesen habe (danke dafür!), gleich die Box an das Mainau F angeschlossen, ein paar Stunden laufen lassen und muss sagen....
      ... bin beeindruckt, wie das Mainau damit klingt!
      Der Mainau-Lautsprecher scheppert schon, wenn die Box noch schön klar die Bässe und Höhen rüberbringt. Man ist fast versucht, den Mainau-Lautsprecher abzuklemmen....
      Das spricht für die Endstufe des Mainau.
      Die Box kommt jetzt in die Küche, dann gibt`s die Lieblingssender in rauschfreiem Mono empfangen mittels Dunstabzugshauben-Dipol jetzt mit noch besserem Sound! Wenn man die Box etwas dreht - klingt`s fast wie Stereo - fehlt noch der Balance-Regler :)
      Besten Dank und beste Güße
      Sascha
      Noch gibt`s UKW - hört mit Saba, das ist schön!
      Hallo Sascha,

      der Mainau F ist ein sehr ordentliches Radio mit leistungsfähigem NF-Teil und ausgezeichneter Empfangsleistung.
      Ich habe selber einen gehabt Anfang der 70er. Später habe ich einen Stereodecoder eingebaut und eine zweite kleine Germaniumendstufe mit AC187K/AC188K, dann noch eine zweite Lautsprecherbuchse.
      So hatte ich meinen ersten kleinen Stereoreceiver, der mit verschiedenen externen Boxen lief. Für den Hausgebrauch, wenn der Wirkungsgrad der Lautsprecher hoch ist, eigentlich schon völlig ausreichend.
      Achim
      Moin Achim.
      Ich hatte mir damals ein Bella Modern zugelegt (Sechziger Jahre), noch mit Voll-Röhren-Bestückung. Das Konzept dieser Regalradios war ja bei allen guten Firmen ähnlich. Gerade der ab Werk Klang "out of the box" gefällt mir noch heute an dieser Geräteklasse, es ist nicht "HIFI" und ich will es auch garnicht "HIFI". Ich kam dann mal auf die Idee ein nagelneues Leergehäuse mit eingebautem LS als Stereo-Box anzuschließen, es hörte sich gut an. Verglichen mit heutigem Brüllzeug das einem sogar als "HIFI" angedreht wird war der Klang schon richtig gut.

      Noch so ein Beispiel - Ich benutze in einem Raum einen kleinen Flatscreen-Überall-Digital-Fernseher, überwiegend aus Informationszwecken. Das Manko war immer der Ton, im Gegensatz zur Röhrenära als die Tonteile und LS in Fernsehern noch sonor klangen, klang es was man auch versuchte immer lächerlich und flachbrüstig, eine testweise verbundene HIFI-Aktivbox hingegen belästigend loudness-mäßig für Informationssendungen. Die Lösung fiel mir neulich ein, ich stellte einen vor sich hin schlummerten Schallplattenkoffer mit gutem Breitband-LS unter das Flachteil und schloß es an, seitdem habe ich Fernsehen des einundzwanzigsten Jahrhundert mit dem guten Ton eines Sechziger Röhrengerätes. Würde ich wert darauf legen, könnte man das Konstrukt nun einfach hinter die Frontverblendungen in einem entkernten alten Fernsehschrank einbauen und die Besucher zum Staunen bringen.

      Was das alles heißen soll - für mich muß sowas nicht klingen wie eine achziger Jahre Konsumer-HIFI-Anlage, schon garnicht gemessen und gestempelt nach der DIN45500, sondern einfach nur authentisch, unbelästigend aber gut.
      Gruß Jogi
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      Hallo Jogi,

      Du erinnerst dich sicher auch noch an den phänomenalen Klang der SW-Fernseher der 50er Jahre. Meist war ein runder Lautsprecher mit ca. 18-20cm seitlich im riesigen Holzgehäuse eingebaut, manchmal noch ein frontseitig abstrahlender Hochtöner unter der Bildröhre, teilweise als flacher Hornstrahler.
      Da haben bei der Tagesschau Fanfare die Fenster geklirrt. Absolut musiktauglich und bei Sprache wie du schon sagtest sonor und klar. Man verstand im Vorbeigehen auf der Starße jedes Wort vom Programm aus dem ersten Stock.
      Das tiefe Holzgehäuse muss wohl mit dem sich verjüngenden 90° Bildröhrenkonus einen sich nach hinten öffnenden Horntrichter gebildet haben.
      Von da an, schon ab den 60ern ging es - von wenigen einzelnen Modellen oder Vitrinen abgesehen - beim FS-Ton bergab.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Hallo Achim,
      ja sicher erinnere ich mich gut. Das waren ja die Geräte die wir in Mehrzahl in die Werkstatt einfuhren wie der Bauer den Weizen.
      Wir hatten von denen die die Kunden nicht mehr wollten - es war damals schon eine durch Kitzeln zum Lachen gebrachte Wegwerfgesellschaft - alle paar Jahre kam ein Feature das der Kunde unbedingt haben wollte und das ihn sein noch gutes Altgerät aufgeben ließ.
      Der größte Kaufanreiz war damals das Adenauer-Fernsehen - dieser Regierungssender den man heute als ZDF kennt...

      Das hieß dann für die Trendsetter - weg mit dem sonor klingenden funktionierenden 1000DM-Fernsehkabinett (ca. drei Brutto-Monatslöhne für einen Industriearbeiter) und her mit einem mieser klingenden, aber UHF-Kanäle empfangenden, Neugerät.
      Der sparsame Gucker kaufte sich eine Konverter-Box - das erinnert mich fatal an das heutige von den Regierenden forcierten Systemchaos beim Digitalfernsehen - ich weiß garnicht wieviele von diesen Boxen durch meine Finger liefen, es müssen gefühlte Millionen gewesen sein ;)

      Die nicht mehr geliebten Altfernseher, teils unwahrscheinlich aufwändige, handgelötete Modelle mit zwei 30cm Bässen die schon an einer 2W Eintakt-Röhrenendstufe richtig laut wurden und richtig gut klangen, die Beatles spielten förmlich in der eigenen Kellerbar die sich dabei in den Kaiser-Keller oder den Star-Club verwandelte, wenn man nur die Augen schloß oder von draußen die Musik hörte. Also machten wir uns die Schallwände selber zu Nutze und sicherten sie uns ehe die Geräte auf den Müll wanderten - sowas wurde damals noch frei von jeglichem Grünpalaver auf dem "Monte Klamotte" abgeladen und von der Stachelwalze in den Boden einmassiert.

      Eine Kellerbar mit vier solchen Schallwänden, offen, in den Zimmerecken montiert, konnte man mit bloß einem Watt zu lautem wohlklingendem, sich realistisch wie die Wirklichkeit anhörenden Musikkeller verwandeln. Wie du schriebst, mit kristallklaren Stimmen und warmtönenden Instrumenten. Mit bloß 4 Watt (gemeint sind hierob immer Röhrenverstärker) konnte man das ganze Haus über dem Keller von Staub freiblasen, mit einem tollen Klang bis auf die Schornsteinspitze.

      Wer früher an einem lauen Abend durch unsere Wohnsiedlung spazierte, die noch gemütlich mit Gaslaternen beleuchtet war - der Laternenanzünder schritt leise vor sich hin pfeifend um die Ecke - der konnte ... praktisch unterbrechungsfrei die Tagesschau aus den Wohnzimmern mithören.
      Es war ein irgendwie beruhigendes Gefühl, die vollständige Entspannung und der gute Ton aus guten einheimischen Stuben.
      ...

      Der Ton macht die Musik, ich beziehe das mal jetzt auf die Fernseh-LS aus den Fünfzigern ;)

      ~ leicht gestrafft
      Gruß Jogi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Hallo Jogi,

      ich habe hier sogar noch zwei alte UHF Konverter und einen UHF Nachrüstsatz mit Aufblashaube von GRUNDIG (unbenutzt in OVP). Aber die ZDF Einführung war natürlich ein beliebtes Argument zum Neukauf, zumal ja auch die Dachantenne erweitert oder ersetzt werden musste.

      Beim Ton hat man bei den 50er Jahre Modellen durch die Kombination aus Gehäuse (nach hinten offen), großzügig dimensioniertem Breitbandlautsprecher und einer eigentlich völlig unspektakulären Endstufe mit meist PCL86 ein Maximum an Effizienz und Klangfülle erreicht.
      Ich habe auch die Schallwände der großen Tischgeräte und Vitrinen bei entsorgten Geräten (die sich hier meist auf unbebauten Grundstücken, d.h. Baulücken von ausgebombten Häusern) sammelten, ausgebaut und zur heimischen Beschallung weiter verwendet. Man musste schnell sein, bevor es regnete!
      Achim
      Moin Achim.

      Wer damals keinen Schrott sammelte, der hatte weniger zum Basteln, wenn ich überlege wieviel Geld man ausgegeben hätte ohne diese Art der Beschaffung...
      und es waren ja fast ausschließlich teuerste und hochwertigste Sachen die man so fand, der Fernseher war DAS Hightech-Produkt schlechthin da wurde das blenke Gold direkt aus der Schmelze reingegossen. Heute hätte ein gewitzter Händler der damals auf den vielen wilden Müllkippen herumgegraben hätte bei einer speziellen Klientel den ganz großen Reibach machen können, 50 Jahre Geduld und viel kostenlosen Platz vorausgesetzt.

      Bei uns wurden damals die Unterhaltungsgeräte sowie auch andere interessante Gegenstände die die Wohlstandsgesellschaft ausspuckte bis hin zu Kleinautos noch sozialverträglich in eine der üblichen und allen Sammlern bekannten Hausnischen gestellt - Die Siedlerhäuser waren noch in einem üppigen, leicht verspielten einheitlichen Stil der Gründerjahre gebaut - da waren sie von oben bedacht gegen Witterungseinflüsse und gegen deintegriert werden durch Narrenhände...
      ~ leicht gestrafft

      Bei uns gab es damals das Komplettpaket "zweites Programm":
      - UHF-Konverter von Thorn oder Kuba
      - Yagi-Antennen-Konstrukt
      - Mastweiche
      - Ableitung 75Ohm, als Ersatz für das bereits liegende 240Ohm-Kabel
      - Empfängerweiche UHF&VHF
      - Blitzschutzererder (Kreuzerder)
      - Blitzschutzleitung (16qmm)
      - Dachrinnen-Überspannung
      - Mintagematerial
      - Zwei Mann, zwei Stunden Pauschale
      zum Vorzugspreis.

      Da die Siedlerhäuser alle einheitlicher Bauart waren, lediglich sich in der Größe von Straßenzug zu Straßenzug unterschieden, war die Kalkulation damals gut zu generalisieren.

      Unfälle in Form von Techniker-Abstürzen gab es auch mal, die Häuser hatten überspitze Satteldächer und man rutschte, so man das Gleichgewicht darauf verlor, sehr lange auf dem Hosenboden bis die Dachrinne nahte. Sicherungsgurte gab es schon aber die Vorschriften waren lasch und man konnte nicht gut arbeiten, wenn man am Schornstein festgebunden war. Außerdem mußte ja erstmal ein Trapezkünstler heil bis zum Kamin gelangen um den Gurt anzubringen. Die Häuser hatten aber ein gestalterisches Auffangsystem, man fiel für gewöhnlich in sehr schmerzhaft wirksam werdende Dornengebüsche, so überdeckte dieser Schmerz locker den Notlandeschmerz. Die Leute waren noch bei weitem nicht so zimperlich wie heute, oftmals aber brachten sie die Antenne gleich mit nach unten beim verzweifelten Versuch sich irgendwo anzuklammern, dann konnte man den Mast auch besser vormontieren und wieder hoch bringen.
      Gruß Jogi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Ooooh, die Montage der Dachrinnenüberführung war hier extrem unbeliebt, die Häuser durchweg 5-stöckige Altbauten mit einer Traufhöhe von gepflegten 20m aufwärts, steile Dächer noch dazu.
      Ich habe es maximal fünf mal gemacht , dann den schwarzen Peter anderen zugeschoben oder die Koaxleitungen "enfach so" über die Rinne laufen lassen. Elektrisch erforderlich waren sie ja ohnehin nur bei 240 Ohm Bandleitung.
      Einmal musste ich zur Montage aus einer Gaube haerauskrabbeln und noch ein paar Meter am Schneefanggitter entlang. Da hat´s mich beinahe erwischt, mit 2 Fingern konnte ich mich gerade noch am Rand der Gaube fangen, ein Bein war schon über Bord.

      Der Blitzschutz wurde hier extrem locker gesehen. Nur wenn eine Wasserleitung bis ins Dachgeschoss lief, oder wenn bei Neubauten (hatten wir fast keine) eine Blitzschutzanlage vorhanden war, wurde eine Verbindung hergestellt.
      Achim
      Hallo Achim,
      bei uns wurde die Installation später an eine neu gebildete Abteilung für Elektroinstallationen abgegeben als die Firma wuchs. Elektriker waren einfacher zu ersetzen als hochwertige Fernsehtechniker, wenn sie mal kaputt gefallen waren :D

      Blitzschutzerdung war ja etwas aufwändiger als bloße Nullung/Erdung (Potentialausgleich) des Mastes an der Elektroanlage.
      Es mußte alles nach VDE und Durchführungsanweisung des örtlichen EVU abnahmefähig sein. Wichtige Vorraussetzung war bspw. das die Schutzerderanlage nicht mit der Elektroanlage verbunden werden durfte, es mußte komplett separat und direkt bis zum separaten Erder verlegt werden. Das gesamte Gebilde mußte sogar noch auf den Ableitwiderstand bei Hochspannung mit einem speziellen (teuren) Erdungsprüfer unter Hochspannung durchgekurbelt werden und wenn der Wert nicht stimmte, dann wurde langsam der Nacken schweißnaß und es drohte Abriß und Neubau der Anlage..
      Gruß Jogi
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      Jogi, Achim,
      Grandiose Schilderungen von Euch!
      Den Gang durch die mit Gaslaternen beleuchtete Wohnsiedlung, bei der aus allen Wohnungen die Tagesschau klingt, erlebt man förmlich mit! Ein herrliches Stück Kulturgeschichte, was Ihr da beschreibt, das sollte man drucken.
      Bin selber ein Kind der 70er und habe das so nicht erlebt.
      Die alten Rundfunkgeräte bei uns im Haus - z.T. Erbstücke - sind eine Erinnerung an das 20. Jahrhundert. Meine Kinder müssen damit UKW-Rundfunk und CD`s hören. Mit Dampfmaschinen müssen sie auch spielen und Zinnfiguren gießen. Das macht denen sogar Spaß.
      Ich weiss, dass das nicht die Geschwindigkeit verlangsamt, mit der wir nach Absurdistan gebeamt werden...
      Es vermittelt aber ein bisschen die Illusion...
      Beste Grüße
      Sascha
      Noch gibt`s UKW - hört mit Saba, das ist schön!
      Hallo Sascha,
      aus jenen Zeiten habe ich noch unendlich viele Erinnerungen, was ein wenig über den Ist-Zustand unseres Landes und der lieblos gewordenen U-Elektronik hinwegtröstet. Schön zu wissen das es positiv überkommt.

      Desweiteren sind nur wir es, solange wir noch in einem kaum noch zu erkennenden Abklatsch einer demokratischen Ordnung leben dürfen, die das Ruder herumreißen könnten wenn wir wollten. Dazu ist aber leider die Masse der Lemminge schon zu debil und zu faul geworden, lassen sich einlullen von Medien die jegliche investigativen Werte in den Wind geschrieben haben und bestimmen ihre Belange massiv beeinträchtigenden Sachverhalten freiwillig und willfährig wie Schlachtlämmer nicht mehr mit.

      Wir, die Hüter solch schöner Dinge von Gestern und Vorgestern, sind da wenigstens noch ein wenig im Vorteil. Wir haben das denken noch nicht an die allübergreifende Maschinerie abgegeben, sondern versuchen wenigstens noch unser persönliches Umfeld in einem angenehmen Stand zu erhalten. Solange man uns noch läßt, die DXer und andere Rundfunkfreunde hat man ja schon teilkastriert um Wellenlängen und Sender, erst neulich wurde der traditionsreiche Sender Oranienburg bei Berlin (Deutschlandsender, Stimme der DDR, Deutschlandradio) durch Sprengung der Sendeantenne niedergeholt, es wird allerorten verbrannte Erde hinterlassen, damit bloß keiner mehr in der Lage ist von den Standorten aus bei Bedarf und gutem Willen wieder den Sendebetrieb aufzunehmen.

      Na solange es noch "Radio Jogi" gibt ist Polen noch nicht verloren... :D
      Gruß Jogi
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      Wenigstens mit den Gaslaternen kann ich dienen. Hier in Berlin sind noch ca 60.000 in Betrieb, ganze Viertel sind gasbeleuchtet. Ein herrliches Licht, aber eine Straße nach der anderen wird elektrifiziert. Ist halt billiger und nur das zählt. Und na ja, die Tagesschau gibt's auch noch, aber ohne die alte Fanfare...

      Gruß
      Stefan
      Vorsicht Falle, hier haben bzw. hatten wir auch noch ganze Straßenzüge mit Gasbeleuchtung. Die Stadt elektrifiziert sie aber heimlich. Die Platte mit den Glühstrümpfen wird durch eine mit täuschend ähnlichen LED-Lampen eretzt, eine Leitung wird durch das Standrohr gezogen, kurz am Fuß aufgegraben und umgeklemmt.
      Am nächsten Tag sieht alles aus wie immer, die Laterne steht wie eh und je, nur wer ganz genau hinschaut, bemerkt die Mogelei.
      Angeblich kostete der Betrieb der wenigen Straßen mit Gaslicht mehr, als die elektrische Beleuchtung der ganzen Stadt. Die Stadt braucht das Geld für "wichtige Aufgaben".
      Achim
      Hallo Jogi,
      es wird weitergehen wie bisher, egal wo ich im September meine Kreuzchen mache. Die sich freiwillig selbst gleichschaltenden Medien und das sich selbst gleichschaltende Bildungssystem wird dafür sorgen. Das klingt krass, aber wer ehrlich ist wird zugeben, dass es so ist.
      @ Stefan: Dann mach ich mal in 3 Wochen die Augen auf, bin mit der Familie in Potsdam, vielleicht gibt`s da ja auch noch Gaslaternen...
      Bleibt guter Laune
      Sascha
      Noch gibt`s UKW - hört mit Saba, das ist schön!
      Gaslicht ist tatsächlich recht teuer!

      Der Wirkungsgrad ist wesentlich schlechter als der einer Glühlampe.
      Allerdings kostet Erdgas pro kWh (Endverbraucher) nur etwa 1/4 gegenüber Strom.
      Vermutlich ist die Wartung entscheidend, Glühstrümpfe müssen häufiger gewechselt werden.
      Rüstet man auf LED um, ist normalerweise über Jahre beim Leuchtmittel Ruhe.
      Ich bin schon dafür, daß einige Straßenzüge mit Gaslaternen erhalten werden.
      Auch ich kenne wie Achim und Stefan die Gaslaternen, lebte knapp 30 Jahre in Berlin.
      So Laternen sind Kulturgut, was in kleinerer Menge recht günstig erhalten werden kann.

      Ich mache mal ein kleines Gedankenmodell.
      Eine Stadt wie Berlin bemüht sich um Touristen, die ja bekanntlich Geld bringen.
      Denen muss man was bieten, die kleinen und großen Attraktionen stehen in den Fremdenführern.
      "Nachtbummel in der XYZ-Straße ab KuDamm, komplett mit historischen Gaslaternen beleuchtet!"
      Plötzlich ist das eine Touristenattraktion, nicht nur Japaner und Amerikaner staunen.
      Laue Sommernacht bei Gaslicht, die Gastronomie serviert draußen und auch die Stadt hat Einnahmen.
      Ab da rechnet sich wieder die ach so teure Gaslaterne, wen man sie NICHT auf LED umrüstet!

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Hallo Leute,
      ja Berlin und Potsdam haben imho beide auch noch Gaslaternen, ich bin seit langen Jahren beinahe regelmäßig da.
      Neuerdings ist allerdings ein immer weiter anschwellender Hype entfacht um die Hauptstadt, der den Aufenthalt weniger gemütlich macht wie noch vor 10 Jahren. Auch ist es nicht mehr so ganz ausgeschlossen das man im Leichenwagen
      zurück kommt, wenn man zufällig in "bestimmten" NoGo-Areas Gaslaternen
      sucht.
      Potsdam wird regelrecht überrannt, besonders im Zentrum und in den Parkanlagen von Sanssouci bekommt man bald kein Bein mehr durch bis zum Erdboden. Das war nach der Wende noch ganz anders, da konnte ich mich quer auf die Magistrale legen ohne einem Auto in den Weg zu kommen und mitten auf der Glinicker Brücke für ein Foto posieren.

      Bei uns hat man wirklich prima Energie und andere Ressourcen gespart als man die Gaslaternen ausgebuddelt hat, ja die wurden mit Stumpf und Stiel und Gasleitung gerupft, danach waren die Bürgersteige für Monate eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Buddler und Pflasterer.
      Man setzte dann elektrische Laternen mit vielen einzelnen Leuchtstoffröhren, geschätzt waren das sicher einige hundert Watt je Latüchte, die kaum heller am Boden anlangten als das Gaslicht zuvor.
      Die kamen nach ein paar Jahren wieder weg, wieder mitsamt dem Bürgersteig. Dann kamen Quecksilberdampf-Hochdrucklampen in anders geformten Laternen zum Einsatz. Auf Dauer natürlich nicht, was gut war mußte weg und aufgrund irgendeiner dieser EU-Deblitätsverordnungen kamen Energiespar-Lampen hin, wieder in völlig anderen Laternen, wieder mit völlig zerstörten Gehwegen. Diese "Großglimmlampen" waren die Krönung, sie blendeten Autofahrer und Fußgänger aber schafften es nicht einmal das nähere Umweld einigermaßen auszuleuchten, das Licht war außerdem unnatürlich grellorange. Gleißende Spitzlichter wurden von großflächigen Dunkelfeldern umgeben, die Pupillen schlossen sich dadurch und man sah garnichts mehr bei Nacht.

      Sehr preiswert und umweltverbessernd, diese Vorgehensweise, ich glaube das die Gasbeleuchtung für das gleiche Geld noch 500 Jahre hätte leuchten können und das der Gaslaternen-Anzünder und die Glühstrümpfe darin schon mit abgerechnet gewesen wären.
      Laßt uns sparen um jeden Preis und koste es was es wolle.

      Zur Krönung tauchten dann noch Pinselquäler auf und malten im Auftrag der Stadt - es ist immer eine Sonderstrafe für die Bürger wenn grünlackierte Latzhosen sich in den Sesseln des Stadtparlaments lümmeln - sogenannte Fahrradwege um die Laternen herum, die Straße ist nun um die Hälfte kleiner weil man diese Striche nicht überfahren sollte, Fußgänger können wenn sie können schnell davon spritzen, sobald so ein Fahrradwegbenutzer auftaucht, und dreht er sich um um seine angerichtete Konfusität zu bewundern klebt er auch schon an so einem Sparlaternen-Mast, denn die stehen mitten drin im Chaos.
      Gruß Jogi
      -------------
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