Philips Raffael SW Fernseher von 1958

      Liebe Mitglieder!

      Hier sind offensichtlich von mir als Admin ein paar Worte erforderlich.
      Dieters Handlungsweise ist unhöflich, wird allgemein in Foren nicht gern gesehen.
      Man darf ja durchaus in einem anderen Forum ein identisches Thema starten.
      Mindestmaß an Höflichkeit, man weist auch darauf hin, setzt einen Link!
      Hans war so nett und hat den Link gesetzt, wo es weiter geht, nicht Dieter.
      Nebenbei, gerade in Fachforen fällt das auf, dort ist die Welt eher klein...

      Allgemein zu diesem Forum
      Nicht ohne Grund heißt es Privates SABA-Forum.
      In erster Linie wird hier zu SABA geschrieben, Historie bis Aktuelles.
      Reparatur ist das häufigste Thema, Beiträge zur Firmengeschichte werden seltener.
      So ist halt der Wandel der Zeit, zum Glück durften wir hier einige SABA-Mitarbeiter begrüßen.
      Dank an diese und Umfeld, die in Wort und Bild für Dokumentation gesorgt haben!

      Absichtlich halte ich das Forum etwas klein, soll weiter SABA bleiben.
      Es gab mal Bestrebungen, das Forum zu vergrößern, weit mehr als SABA.
      Das wäre dann gegen meinen Willen ein weiteres Röhrenradioforum geworden.
      "Andere Marken" bleibt weiterhin ein Unterforum als Service, wird nicht weiter ausgebaut.

      Andreas, Admin
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Hallo allerseits,

      Seien es nun Röhrenradios, Fernsehgeräte oder HiFi Komponenten - die großen Player, wie Grundig, Saba, Philips und Telefunken standen damals alle in direkter und harter Konkurrenz und haben sehr häufig auch ganz verschiedene eigene Ansätze, Schaltungen und Konzepte bei Entwicklung, Fertigung und Vertrieb verfolgt.
      Sehr oft führt die genaue Betrachtung eines Nicht-Saba Gerätes hier daher auch zu direkten Vergleichen mit den Produkten von Saba. Stärken und Schwächen werden deutlich und wir wissen heute, was sich langfristig bewährt hat.
      Dieser Wettbewerb, das Wettstreiten(!), der Wettlauf der Techniken, diese harte Konkurrenz - das war es doch, was die Sache nach vorne gebracht hat, was den Fortschritt angetrieben hat und sogar das, was die Produkte schließlich für Jedermann erschwinglich gemacht hat. (Heute sind ja bezeichnenderweise alle im letzten Satz vor dem Gedankenstrich genannten Begriffe gesllschaftlich unerwünscht, ja suspekt.)
      So habe ich gerade bei der Philips Capella 753 die unterschiedlichen Automatickonzepte bei Saba, Grundig und Philips angesprochen.
      Und es ist wichtig zu sehen, wer eigentlich damals richtig lag, erfolgreicher war oder einfach mehr für´s Geld geboten hat.
      Ohne die Produkte der anderen Hersteller zu kennen, kann man darüber gar nicht diskutieren, sich gar kein Urteil bilden.
      Achim
      ...wenn Dieter dann irgendwann seinen T2000 hier ...


      Um etwas Wogenglättung bemüht, weise ich darauf hin, dass es auch von Saba einen T 2000 gab, mit vollem Namen Saba Schauinsland T 2000 color, der erste Farbfernseher aus Villingen, 1967. Anbei ein Schnappschuss aus meiner Sammlung.


      Gruß
      Stefan
      Bilder
      • Saba T2000 color.jpg

        137,37 kB, 1.592×1.140, 10 mal angesehen
      Schwer, die abgebildete SABA-Kiste, wir arbeiteten damals noch nicht wie Memmen sondern "ein Mann ein Fernseher". Ein Telefunken war dagegen an der Uhrenkette zu tragen.
      Gruß Jogi
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      Das Wahrheitsministerium gibt bekannt: In diesem Forum gibt es keine postfaktischen Fake-News, auch nicht über Elkokuren.
      "Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund" und "nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben";"Wir müssen" folglich "auf alle Fälle verhindern, daß Intelligenz wieder strafbar wird"
      [frei nach W. Reus]
      Sechzig Kilogramm, Achim. Da wird es schon wegen schlechter Handhabbarkeit durch den Brimborium schwierig, die bei uns sehr selten anzutreffende Kiste haben wir, wenn mich die Erinnerung nicht täuscht auf dem Kopf stehend befördert, weil besser zu packen.

      Da wir damals als einen unserer Stammkunden die Institution Kirche zählten, hatten wir es sehr oft mit dem Transport von Dreiwege-Konzerttruhen zu tun, also eine Türe für Fernsehen, eine Für Radio und eine für Tonband - Platten waren des Teufels, die warfen Folgekosten auf und waren schwieriger in ihrem Umlauf zu kontrollieren - bloß das mir da bloß keine Höllenklänge abgespielt wurden, wie Ted Herold oder Peter Kraus und nix mit Obsessionen.

      Stefan, zwei Kilo sind viel, es kann genau die Spanne zwischen (Er)Tragen und Umkippen sein. ;)

      So einen Treppenfall, im wahrsten Sinne des Wortes, erlebten wir öfter, Achim. In unserem Einzugsbereich lag eine Siedlung mit kleinen aber feinen Häusern deren Zimmer im wesentlichen übereinander angebracht waren, die Treppe nach oben war die Hölle, nicht selten fiel da einer von uns mit Fernseher auf den Armen kopfüber herunter. Den Birnen hat es nie geschadet, schwerere Verletzungen blieben aus, die Fernseher waren soweit ich mich erinnere immer gut von den relativ weichen Körpern geschützt und bekamen keine Schramme ab.

      (Das war alles gestern, aber gestern ist vorbei) <X
      Gruß Jogi
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      Das Wahrheitsministerium gibt bekannt: In diesem Forum gibt es keine postfaktischen Fake-News, auch nicht über Elkokuren.
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      [frei nach W. Reus]
      Zur Schwere der Fernseher fällt mir auch was ein:
      Reparaturen an Fernsehern wurden in unserer Gegend fast immer vor Ort gemacht. Das Werkzeug war leichter als der Fernseher. Die Reparatur musste man per Postkarte oder persönlich beim Reparaturbetrieb anmelden, dann kam ca. eine Woche später jemand vorbei, lud den Fernseher auf den Wohnzimmertisch und fing an zu messen und dann zu löten.
      Ich hab als Kind immer gestaunt, wie der Fernsehonkel genau wusste, was bei den vielen Teilen kaputt war und dass er sich nicht am elektrischen Strom weh tat, war es mir doch streng verboten, solche Teile zu öffnen.
      Bei der Reparatur-Bude habe ich später als Lehrling angefangen, aber nicht als Elektroniker, sondern im Metallbereich. Diese Firma hat neben dem Konsumelektronikverkauf und dessen Reparatur auch eine eigene Produktion gehabt. Da wurden z. B. Thyristor-Leistungssteller für Kinobeleuchtungen hergestellt, ein- oder dreiphasig, mit riesigen Drosseln zur Entstörung.

      filmvorfuehrer.de/topic/20192-elektronische-ddr-saaldimmer/

      Oder ein einfaches Oszilloskop, eher für Demonstrationszwecke an Schulen gedacht: ED2, Bild siehe unten

      Eine der letzten Entwicklungen vor der Wende war eine sogenannte Binaurale Hörhilfe - nichts anderes als ein im NF-Bereich in bestimmten Frequenzen selektiver Verstärker, so groß wie eine Brotbüchse. Diese Art Hörhilfen gibt es heute noch, nur passen sie nun in einen Brillenbügel.

      Im Rückblick war es schon irre, wie das lief. Der Betrieb hatte für die Fernsehmonteure eine ganze Flotte an Dienstautos. Für deren Wartung - Vertragswerkstätte war ein Fremdwort - gab es sogar eine firmeneigene Werkstatt mit Meister und Geselle.

      Viele Grüße,
      Christian
      Bilder
      • ED2.jpg

        57,98 kB, 800×600, 4 mal angesehen
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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Hallo Christian,

      bei den schweren Farbfernsehern haben wir auch alles was möglich war vor Ort repariert. Klassische Netzteil- oder Ablenkfehler, der Ersatz gealterter Leistungsröhren - all das waren typische "Hausreparaturen".

      Aber dann gab es unberechenbare Aussetzfehler, Temperaturfehler, Fehler, die nur 1 x in der Woche auftraten, Fehler, die nur mit extremem Zeit- und Messaufwand zu finden waren, oder auch Bildröhrenwechsel mit nachfolgenden Einstellarbeiten. All das kam aus wirtschaftlichen Gründen in die Werkstatt. Beim Kunden wochenlang im Wohnzimmer sitzen und auf den Fehler warten wäre zu teuer geworden, in der Werstatt konnte das Gerät auf einem leeren Werkstatttisch den ganzen Tag laufen und wenn der Fehler auftrat, ist man schnell hingesprungen. Ich hatte sogar ein selbstgebautes Alarmgerät mit Fotozelle und einem Saugnapf, das konnte man z.B. auf das Blaufeld des Testbilds aufsetzen und wenn Blau ausfiel, gab es Alarm.

      Bildröhren einbauen irgendwo auf dem wackligen Wohnzimmertisch bei schlechtem Licht und unter den nervigen drängelnden Sprüchen des Kunden, der in einer halben Stunde UNbedingt Fußball schauen wollte, war zu gefährlich.

      Der erste Farbferneher aus DDR Produktion, der "Color 20" war sehr fortschrittlich und schon transistorisiert, hatte aber massive Probleme mit russischen Bildröhren, die wie die Fliegen starben. Ich nehme an, da hat man das Gerät auch in die nächste RFT Werkstatt gebracht.
      Wenn ich in den 60ern und 70ern bei meinen Großeltern in der DDR war, habe ich stundenlang durchs Fenster der örtlichen RFT Werkstatt bei den Reparaturen zugeschaut. Die hatten dort auch jede Menge TV-Geräte (meist noch SW) in der Werkstatt.
      Achim
      Hallo Achim,

      das stimmt natürlich und war auch hier so. Wenn die Diagnose schwerwiegender war, kam der Fernseher in den Monteurstrabbi. Nach erfolgter Reparatur mussten wir ihn dann selbst wieder heim holen.
      Ich hoffe, Du hast mir meinen etwas zugespitzt formulierten Beitrag nicht krummgenommen.

      Die Menge an SW-Fernsehern war dem Preis geschuldet. Für Farb-Neugeräte musste man in den 80ern locker 5-7 Monatslöhne über die Theke reichen. Ich wusste deshalb nicht, welche Farbe das Fell von Jerry, der Maus, hatte.

      Viele Grüße
      Christian

      Im Sinne von Hans' Musikbeiträgen würden hier wohl in mehrfacher Hinsicht die Dire Straits mit "Money for Nothing" passen...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Es wird regelmäßig sehr interessant wenn das Nähkästchen offensteht :)

      Ostgeräte fielen bei uns nicht an, Japaner waren gänzlich geächtet, weil den absolut markentreuen Kunden nicht zu vermitteln.

      Für dunkel bleibende Fernseher kamen die Leute "Bescheid" sagen, nicht selten konnte ihnen noch am selben Tag geholfen werden. Nach dem regulären Werkstattdienst zogen wir dann mit dem Fernseh-Köfferchen los und reparierten vor Ort, alle wichtigen und erfahrungsgemäß oft benötigten Ersatzteile waren auf zwei Koffer verteilt dabei. Meist war ja eh nur eine Röhre verbraucht, hatte Feinschluß oder die Heizung war durch.
      Auf dieser Grundlage - Gesellesenbriefe Handwerk - konnte ich mein Fortkommen aufbauen. Und auf Fleiß, während andere in der Kneipe hockten und immer blöder dabei wurden, ging ich zu Fuß zur zwei Kilometer entfernten Abendschule und holte mir nach und nach alle benötigten Abschlüsse um nach genügend erarbeiteten Rücklagen studieren zu können, damals wurde man noch nicht vom Staat gepampert und von den Eltern bis 40 kostenlos mit durchgefüttert. Der Rückweg war noch anstrengender als der Versuch im Unterricht nicht einzunicken, manchmal wußte ich garnicht mehr wie ich nach Hause und in mein Bett gekommen war.
      ...
      jetzt kommt ihr wieder... ;)
      Gruß Jogi
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