Saba HiFi Lautsprecherbox 1

      Saba HiFi Lautsprecherbox 1

      Hallo!
      ich bin Armin aus Zülpich. Wie fast alle anderen , die Armin heißen, bin ich schon über 50.
      Ich suche eine Info zu einer kleinen Saba HiFi Lautsprecherbox 1, ein Prospekt oder Katalog.
      Die Box ist ca. Baujahr 1965, 2 wege geschlossen mit einer Frequenzweiche, Luftspule und Kondensator, und 2 Widerständen.
      Nicht zu verwechseln mit der größeren Saba Lautsprecherbox 1, von dieser wurde ein Modell im Radiomuseum angelegt.
      Aber von der HiFi Lautsprecherbox 1 gibt es noch kein Modell im Radiomuseum, daher meine Anfrage hier in diesem Forum.
      Fotos kann ich nachreichen.
      Grüße Armin
      hallo Achim, das ging ja schnell. Vielen Dank!
      Ich denke, diese Info ist auf jeden Fall ausreichend um das Modell anlegen zu können.

      Habe diese Box beim Aufräumen gefunden, ich hatte mal 2 davon, jedoch war eine Box defekt, diese wurde entsorgt.
      Ernsthaft Musik hören kann man damit eigentlich nicht, da diese Box ziemlich flach klingt, sie hat zuwenig Volumen.



      Gruss Armin
      Hallo Armin,

      diese frühen Stereoboxen wurden ja mit Steuergeräten kominiert, welche eine "physiologische Lautstärkeeinstellung" aufwiesen. Mit heutigen Geräten und ihrem i.d.R. linearen Frequenzgang ergibt sich kein ausgeglichenes Klangbild.

      Vor einigen Jahren hatte Hans (decoder) hier im Forum ein Diagramm eingestellt, welches die Entzerrung eines der 50er Saba-Röhrenradios zeigte. Soweit erinnerlich war es in einem Faden zum Modell Freiburg (?)
      Die von Dir angefragte Box ist sicher auch mit einer Variante dieser Breitbandchassis bestückt - aus dem Konusmaterial (Pappe) geprägte Sicke , relativ hohe Eigenresonanzfrequenz, recht hohe Empfindlichkeit.
      Viele Grüße
      Eberhard
      Hallo Armin,

      falls Du nicht gewohnt bist, solche Abbildungen, wie von Hans gezeigt, zu lesen.

      Bei normaler Zimmerlautstärke (Radio-Hören, nicht Party!) werden tiefe Frequenzen (Bass) bei der sog. physiologischen Lautstärkeregelung um 20 dB, das ist bei der Spannungsamplitude des Tonsignals am Lautsprecher der Faktor 10x, angehoben. Höhen (10 kHz) werden viel weniger angehoben, um ca. 6 dB, das ist Faktor 2x bei der Spannung. Selbst kleine Boxen bekommen so Bass. Aber vor allem ist unser Gehör bei kleiner Lautstärke für niedrige Frequenzen unempfindlich, das wird so ausgeglichen. Je lauter man hört, um so weniger braucht man die Bassanhebung.

      Ich bin über 60 und vermisse in den letzten Jahren immer mehr vom Hochtonbereich. Soll heissen, das Hören von hohen Frequenzen leidet im Alter. Bei einem mehr als beim andern. Mir reicht bei den Höhen die 6 dB Anhebung nun nicht mehr und muss auch noch mit dem Höhenregler zusätzlich nachhelfen.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Armin,

      ich muss eine Korrektur/Ergänzung anbringen. Wie Hans (Decoder) mir freundlicherweise mitgeteilt hat, habe ich es mir mit meiner Erklärung etwas zu einfach gemacht (Hans, Dank an Dich, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast!).

      Hans' Kurven sind so zu interpretieren:

      Der LS-Steller ist voll aufgedreht, die Kurve. <0dB> gilt.
      Jetzt wird der Steller bei 1kHz um exakt –10db zugedreht. Damit die Kurven auf ein Blatt passen und besser lesbar sind, wird der Eingangspegel bei 1Khz erhöht, bis wieder <0dB> am Ausgang stehen. Dann wird der Frequenzgang gemessen und die "-10dB Kurve" zeigt bei 20 Hz (Skalierung ist 2,5dB/cm) 5,5dB Anhebung.

      Jetzt wird der Steller auf –20db gebracht und der Vorgang wiederholt. 1Khz wieder auf 0 dB gestellt. Die Frequenzgangkurve zeigt 14 db max. Anhebung (5,6 cm x 2,5dB).

      Entsprechend:
      Bei Stellung –30db ist die Anhebung 20dB (8 cm x 2,5dB).
      Bei Stellung -40dB ist die Anhebung 29dB (11,5 cm x 2,5dB).

      Meine Erklärung oben gilt dafür aber immer noch sinngemäß.
      Eine Bassanhebung von 29dB bei Stellung -40dB ist (sehr) stark. Diese kräftige Anhebung war vermutlich für niedrigen Eingangspegel des Tonsignals in den NF-Verstärker (< 0,5Veff?) und/oder extra mit Augenmerk auf kleine/bassschwache Boxen konzipiert.

      Vielleicht kann Hans noch etwas dazu sagen? Hans, ist die Vermutung zutreffend?

      Herzlichen Gruß
      Reinhard
      Meine Erklärung oben gilt dafür aber immer noch sinngemäß.
      Eine Bassanhebung von 29dB bei Stellung -40dB ist (sehr) stark. Diese kräftige Anhebung war vermutlich für niedrigen Eingangspegel des Tonsignals in den NF-Verstärker (< 0,5Veff?) und/oder extra mit Augenmerk auf kleine/bassschwache Boxen konzipiert.

      Vielleicht kann Hans noch etwas dazu sagen? Hans, ist die Vermutung zutreffend?

      Herzlichen Gruß
      Reinhard[/quote]
      Hallo Reinhard.
      Alles richtig. Nach DIN 45310 it der Audiolevel "high" min. 02Volt eff, Norm 0,5 Veff und max. 2,0Volt eff.
      Die Boxen Schuhkartons ! Mir viel Steinwolle innen.
      radiomuseum.org/r/grundig_hifi_lautsprecher_box_204.html
      = 15Watt HiFi
      oder auch das hier:
      radiomuseum.org/r/grundig_lautsprecher_box_13.html
      10Watt not HiFi
      zum RTV800 diese hier.
      radiomuseum.org/r/grundig_lautsprecher_box_31.html

      Gruss hans

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo Hans,

      Danke, für die Bestätigung meiner Vermutung!


      Hallo Armin,

      die üblichere (für größere Boxen und /oder höhere Eingangspegel) physiologische Loudness hat z.B. Grundig RTV 1020 und viele andere Modelle von Saba, Telefunken, .... . Hier ist die Darstellung etwas anders. Denkt man sich alle Kurven bei 1 kHz auf die oberste Kurve (bei 0dB) übereinandergeschoben, ergibt sich dieselbe Art der Darstellung wie oben beim RTV 800.



      Hier sieht man schön, dass der Bass weniger stark angehoben wird.

      Güsse
      Reinhard


      Nachtrag
      Aber hier:

      Meine Messung an einem Dual Verstärker CV40 (1969) bei einem Eingangspegel von 316 mVeff. Auch er hat starke Bassanhebung bei eingeschalteter Loudness. Geht man da mit heutigen Zuspielgeräten ran, die einen Pegel von 0,8-1Veff haben, hat man den Lautstärkesteller bei Zimmerlautstärke noch weniger weit offen, entsprechend stark ist die Bassanhebung. An grösseren Boxen dröhnt es dann leicht. D.h. man muss mit dem Bassregler wieder absenken oder die Loudness-Funktion (gehörrichtige Lautstärkeregelung) abschalten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo in die Runde,

      sehr praktisch war daher bei Grundig SV 80 und 140 die Möglichkeit, mit "Contour I" und "II" zwei verschiedene Ausmaße an physiologischer Korrektur wählen zu können. Wobei beim SV 80 bei "Contour II" auch "nur" maximal 33dB Bassanhebung vorgesehen waren. Schuhkartonboxen hatten diese Spitzenmodelle eh nicht zu erwarten.

      Gruß
      Stefan
      Hallo,

      das Hauptproblem bei der Loudness besteht darin, genau den schlechten Frequenzgang des Ohres und die Bassschwäche der verwendeten Lautsprecherboxen bei kleinen und mittleren Lautstärken auszugleichen.

      Das funktioniert in der Regel nicht, weil

      - Jedes Ohr anders hört, vor allen Dingen altersbedingt
      - Sich die Basswiedergabe von verschiedenen LS-Boxen auch unterscheidet
      - Die Kurven für die Anhebung der Frequenzen bei den meisten Loudnessschaltungen fest vorgegeben sind.

      Eine Möglichkeit diese Probleme zu umgehen sind Pegelregler oder -schalter. Damit kann die Wirkung der Loudness individuell an Gehör und Boxen angepasst werden. Genau diese Möglichkeit in 6 Stufen bieten die SABA-Receiver der 92xx-Reihe mit ihrem Pegelschalter. Die meisten Benutzer verstehen den Sinn dieses Pegelschalters leider nicht, hat man aber verstanden wie er funktioniert, lässt sich der 92xx sehr gut an alle Varianten anpassen. Egal ob Bassreflexbox oder bassschwache Minibox, es passt (fast) immer.

      Man kann sagen, Hifi ist bei Zimmerlautstärke nur mit einer regelbaren Loudness zu realisieren. (Es sei denn, man hat das Glück, dass Loudness, Boxen und Gehör zufällig zusammenpassen, was aber sehr unwahrscheinlich ist)

      Geeignete Vertreter sind übrigens:

      - Alle Yamaha-Verstärker und Receiver von ca. 1970 bis 2005 (Low-End mit einer Anzapfung)
      - Viele Denon-Verstärker und Receiver von ca. 1970 bis 2005 (Low-End mit einer Anzapfung)
      - Telefunken TA 750 (High-End mit zwei Anzapfungen)
      - Grundig V5000, XV 7500 und V7500 (High-End mit zwei Anzapfungen)
      - Nordmende 80-Serie
      - Saba 9240, 9241, 9260 (High-End mit zwei Anzapfungen)

      und als Höhepunkt der Entwicklung die Spitzenklasse-Vollverstärker von Pioneer aus den 90ern,
      wo der Pegel der Loudness für Tiefen und Höhen noch separat eingestellt werden konnte.

      Gruß

      Rolf


      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „KOR“ ()

      Neu

      Eigentlich muß man ja nichts ausgleichen, man muß nur die Lautstärke originalgetreu einstellen.
      Ein klassisches Konzert bringt es auf um die 90dB Dynamik zwischen Grunzen des Trompeters, Klappern der Klaviertasten und dem Schlag uff die dicke Trum, bei Schalldrücken jenseits von Gut und Böse.

      Bei allen leiseren Darbietungen lauter Ereignisse stimmt also der Frequenzgang rein subjektiv nicht mehr.
      Wenn man nun nicht die gesamte vorgesehene und aufeinander abgestimmte Gerätekette inklusive Konturenschaltung lieber nicht benutzt und lieber alles selber zusammenstellt, ist man sozusagen "Hersteller" eines anderen Klangbildes. Meistens ungewollt und sich dessen ungewiss und unbewußt.

      Das man Konturenschaltunge variabel machte, kam erst sehr spät, erst zwei- bis mehrstufig, dann teils noch variabeler.
      An der Aufgangslage ändert das alles nichts, man lebt entweder mit den Originalbedingungen (Dampfhammerlautstärke) oder mit den Unperfektheiten selbst frei gewählter Abstimmung der kompletten Anlage.

      /Gut, manche Hersteller haben sich auch einen Mist zusammenkonstruiert, meistens hat man aus Fernost völlig unbrauchbare Schaltungen, ich hatte mal ein Gerät da wurden die Höhen garnicht behandelt (kleiners Übel), eins da wurden nur die Höhen angehoben (Dummheit zum Quadrat), und eines da konnte man einen Overdrive einschalten der die Bässe regelrecht aufpumpte, ganz toll zum Abhören rumpelnder Schallplatten geeignet, hört sich dann an wie anno unnemals an der Ostfront.
      Gruß Jogi
      -------------
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