Stereo-Decoder im 9250 defekt ?

      Stereo-Decoder im 9250 defekt ?

      Die FM-ZF-Module laufen wieder, nun flackert in meinem 9250 die Stereo Anzeige wirr hin und her. Im Empfangsmaximum ist die LED dunkel, sie leuchtet irgendwann wirr bei Abstimmung auf ein Seitenband, Stereo zu hören ist aber nie.
      Da der 9241 noch offen war, habe ich den Decoder verpflanzt und siehe da, alles läuft perfekt. Nun ist der Decoder aus dem 9241 ein 7501105300, der eigentlich lt. Modulliste im 9250 gar nicht verbaut werden darf, oder vielleicht "sollte" (7701305300).

      Frage wieder an die Experten: Wie prüfe ich den Decoder Baustein step bei step ?

      Natürlich werde ich zuerst Elkos und Tantals ersetzen.

      Gruß, Dieter
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      Hallo Dieter,

      da Stereo eine grössere ZF-Bandbreite benötigt als mono, bedingt irgendwelche Verstellung oder Änderung im ZF-Teil auch eine Beeinträchtigung des Stereoempfangs. Sei es, dass die Mittenfrequenz etwas verschoben ist, sei es, die Bandbreite ist etwas anders, ZF-Durchlasskurve,...

      Das heisst, jedesmal wenn man irgendwas am ZF-Teil macht oder es austauscht ist eine Neueinstellung des Decoders fällig. Meist genügt das Nachjustieren der Trimmpotis, hier P901 und P911, weil man Übersprechdämpfung verloren hat oder der VCO nicht mehr auf 19 kHz ist. Das letztere vermute ich bei Dir. Ich würde also erstmal P911 in Ruhe lassen.

      Wenn Du den Decoder vom 9241 in den 9250 steckst, wird das IC TCA4500 an dessen Pin 16 zwar nach wie vor mit 15V versorgt, aber die nachgeschaltete Transistorstufe des 9241 Decoders wird im 9250 die dann dort anliegenden 30V nicht (Klirr) oder nicht lange (Lebensdauer) mögen. Das geht (auf Dauer) nur gut, wenn man auf der 9241 Decoderplatine die Verbindung zwischen den Platinenpins 12 und 13 unterbricht. Umgekehrt kann man die Decoderplatine vom 9250 gefahrlos in den 9241 stecken, dort sieht dann die für 30V Versorgung ausgelegte Transistorstufe nur 15V. Bei dauerhafter Verwendung im 9241 müsste man die Widerstände R923/R943 neu anpassen, so dass man an den Kollektoren der beiden Transistoren 13V hat. Auch ohne die Widerstandsänderung für den richtigen Kollektorstrom hast Du die Möglichkeit, Dein nicht richtig arbeitendes 9250 Stereomodul im 9241 zu testen.

      Stecke das Decodermodul des 9250 in den funktionierenden 9241. Stelle den Empfänger bei einem gut zu empfangenden Sender auf Sendermitte ein (Stereosender, Stereo ein). Dann markierst Du möglichst genau, wo jetzt P901 steht. Nun drehst Du gaanz langsam P901 in eine Richtung, bis (hoffentlich) die Stereoanzeige konstant aufleuchtet. Wenn es in der ersten Richtung nicht geht, probiere die andere Richtung. Gute Chance, dass Du den neuen Punkt findest. Für weitere Einstellung (Maximierung der Übersprechdämpfung) brauchst Du einen FM-Signalgenerator mit Stereocoder. Wenn nicht vorhanden, ist für Dich an dem Punkt Schluss. Bei 10dB Übersprechdämpfung hat man schon den Stereoeindruck. zwischen 20dB und 40dB kann das Ohr nur im direkten Vergleich vielleicht noch unterscheiden, sonst nicht.

      Gruss,
      Reinhard
      Danke Reinhard, super Informationen mit denen man etwas anfangen kann !

      Nur zur Klärung: der nicht funktionierende Decoder und das reparierte ZF-Modul sind aus verschiedenen Geräten und haben nichts miteinander zu tun. Das war jetzt reiner Zufall, dass der Stereodecoder außer Tritt geriet.

      Ich werde deine Abgleichmethoden testen, ich berichte.

      Gruß, Dieter
      Hallo Dieter,

      Glückwunsch!

      Es ist immer nur ein bestimmter Typ (Hersteller?), der bei den Trimmpotis diesen Ärger mit den abfallenden Schleifkontakten macht, besonders, wenn die Geräte lange warm gestanden haben oder die Luftzirkulation behindert war. Habe ich in Saba und auch bei anderen deutschen Marken gehabt. Bei einem 9241 waren Trimmpotis verschiedener Hersteller oder Typen im selben Gerät verbaut, sah man an kleinen Unterschieden. Bei "Deiner" Sorte lösten sich bei allen zur selben Zeit der Schleifkontakt, die andere Sorte/Typ war immer noch einwandfrei. Oft sehen sie auf den ersten Blick noch gut aus, aber beim Versuch des Nachjustieren, bewegt sich der Schleifkontakt dann ohne Anpressdruck, viel zu leicht. Und dann fällt der Schleifer ganz ab. Besonders tückisch ist das bei den Ruhestrompotis. Bei den 92xx droht dann ein Endstufenschaden, wenn man nicht selbst Vorsorge getroffen hat, indem man neue Trimmpotis (z.B. Piher, gekapselt) eingebaut hat oder parallel zum Schleifkontakt einen Widerstand gelegt hat, der den Ruhestrom auch noch bei abgehobenem Kontakt im Zaum hält.

      Gruß
      Reinhard
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