Gretchenfrage

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      Tja Markus,
      die Idee ist nicht schlecht, da meine Nachbarn ihr Haus auch schon auf Mehrgenerationen-WG umgestellt haben und ihren Nachwuchs samt Enkel in die aufgesetzte Dachbox einquartiert haben, um bei Inkontinenz oder späteren Altersleiden spontan Hilfe zu bekommen.
      Leider missfällt mir dieses System (manch Nachbarn auch mittlerweile), da es doch viel zu einfach ist, Kinder eben mal zu den Großeltern zu geben, denen die Ruhe häufig mehr wert ist als lärmende Kindeskinder. Zudem mag ich es nicht, wenn mir jemand auf dem Kopf herum trampelt, insofern muss ich sagen "passt scho so !!"

      Gruß, Dieter

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      In unserer Familie wird man aus Gewohnheit alt, sehr alt, wir "feiern" selten und ungerne Beeerdigungen. Einer meiner Onkel, als der vorläufig erstmal Letzte feierte denn sein Ableben auch vor Jahren mit deutlich über 100 Lebensjahren und ging dann "schlag"artig und ohne vorher weich unter der Glocke zu werden.

      Ein Aspekt von dem das abhängt ist vielleicht auch das wir alle nicht bis 65 die alle Belange ausblendenen denk- und inputresisten Blindklopper im Beruf spielen, und dann wenn die Rente droht, wie so viele andere die Birne samt Inhalt am Personalbüro zurückgeben und auf das Ende warten, sondern den Verstandsapparat ständig vielfältig beschäftigen. Besagter Onkel leistete noch bis zum Schluß in einem gesellschaftlichen Zirkel eine rege Vorreiterrolle und kümmerte sich um die Hygiene der heute und seit Jahren total verkommenen und versifften politischen Kultur und Beliebigkeitsgesellschaft.
      Mir ist es vielleicht mit auch deshalb, aber bestimmt aus persönlicher Vorliebe im Blut oder in den Genen mitgegeben einem durchorganisierten Mehrgenerationenhaushalt anzugehören. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit das in unserem Hause auch ein Platz für die jeweils älteste Generation ist - man staune aber ich bin das nicht, es gibt noch Ältere.
      Fazit, das Haus ist groß genug auch ohne Aufstockung, über dem obersten Bewohner reicht es sogar noch für einen großen Dachboden.
      Es steht nur für die heutige, über lange Jahre mit vielen Detailungejörigkeiten und Nadelstichen absichtlich herbeigeführten Lage und Zustand einer in einander bis aufs Messer verfeindeten und inhomogenen Gesellschaft nicht mehr an der richtigen Stelle. Nur Räder drunter zu schrauben würde die Struktur wohl nicht mitmachen, damalige Häuser waren noch wie ihre Errichter standfest auf der heimatlichen Scholle und keinem Ansturm aus feindlicher Fremde weichend gebaut gewesen.
      Gruß Jogi
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      Hallo in die Runde,

      die Liebe zu älteren Radios und Verstärkern habe ich vor etwa 8 Jahren entdeckt. Immer schon technisch interessiert und in elektronischer Richtung (allerdings kein RF-Techniker) ausgebildet, liegen mir diese älteren, wertig gebauten Geräte am Herzen. In meinem Arbeitszimmer stehen Saba MI 215 + MD 292, als auch Grundig T5000 + SV2000 und auch ein ST6000, außerdem ein Telefunken TR500 und ein RFT Tonica R81. Diese Geräte spielen abwechselnd an RFT BR50. In meiner Werkstatt betreibe ich ein Grundig R3000 an selbst gebauten Lautsprechern. Im Wohnzimmer läuft immer noch ein Sony Receiver der ES-Reihe an Selbstbauboxen sowie einem RFT PA1205 Dreher.
      Am meisten Spaß macht es mir immer wieder Neues auch mit Hilfe dieses Forums hier zu lernen. Die Zufriedenheit die entsteht wenn man selbst Probleme bewältigt und Neues lernt, ist durch nichts zu ersetzen.
      Die ganze Radiogeschichte ist allerdings nur mein Zweithobby, deshalb bleibt das auch finanziell im Rahmen, was ich gut finde.

      Was den politischen Teil der Diskussion angeht, bin ich auf Jogis Linie, da läuft derzeit vieles schief was unser Land nachhaltig zum Schlechten verändern wird.
      Zum Glück konnte ich noch ein Haus in ruhiger Lage im Speckgürtel meiner Stadt erwerben, das ist derzeit fast unmöglich geworden.

      Gruß Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „matt109“ ()

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      Vor 8 Jahren? Hört sich spät an oder bist du noch relativ jung?
      Wir haben damals als es noch nichts gab schon (Westzone, Amerikaner und Engländer) versteckte Radios aus Scheunen und speichern gezogen um sie wieder brauchbar zu machen, Radios zu besitzen war den Deutschen ja nach dem 2.WK von den Besatzern verboten worden. Die Umerziehung zu "besseren Menschen" sollte durch keine freien Informationen unterminiert werden können. Das hielt sich allerdings nicht lange, man kann - das werden heute einige erst wieder schmerzhaft zu kapieren haben - auf Dauer kein ganzes Volk dumm und klein und unter Propaganda halten.
      Natürlich fanden sich so überwiegend einfache Empfänger auf (bspw. Göbbels-Schnautzen - Volksempfänger) die absichtlich im 1000 jährigen Reich so konstruiert waren, daß sie nicht viel mehr als ein paar politisch erwünschte Sender empfangen konnten. Die Großsuper der Vorkriegszeit erlitten oft ein hartes Schicksal - Einsammeln und in riesig aufgetürmten Halden verbrennen war der übliche Fall - weil sie nicht so leicht zu verstecken waren ob ihrer Abmessungen.

      Da haben wir es heute doch besser, wird dürfen die Radios behalten, nur die Analogsender werden irreparabel zusammengekloppt und ihre Sendemasten final umgelegt.
      Aber ehe wir weitschweifig werden kann ich den Tip loswerden sich das alles mal eingeordnet selber anzusehen, bspw. auf dem Funkerberg bei Berlin in KW, dort, an einer der geschichtlich interessanten ersten Großsendestellen in Deutschland wurde ein Museum eingerichtet. Den Sendemast sieht man schon von der Autobahn aus (Berliner Ring - heute von den Anwohnern ob der Realitäten spöttisch Warschauer Allee genannt)
      Gruß Jogi
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      Jogi schrieb:

      Vor 8 Jahren? Hört sich spät an oder bist du noch relativ jung?


      Alter ist ja relativ, bin Jahrgang 74, den Durchschnitt des Forums werde ich wohl drücken. :)

      Der Funkerberg ist schon seit Jahren auf meiner Agenda 2030, einmal pro Jahr fahre ich an der Autobahnausfahrt vorbei, das Problem ist dass da immer zwei Kinder im Auto sitzen und hinten ein Wohnwagen dranhängt. Irgendwann krieg ich das noch hin...

      Dass ich im Osten der Republik sozialisiert wurde, ist sicher leicht an den aufgezählten RFT-Geräten zu erkennen. :thumbsup:

      Gruß Andreas

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      "Alter ist ja relativ, bin Jahrgang 74, den Durchschnitt des Forums werde ich wohl drücken."

      Aber nicht viel, sage ich als 68er!

      Aber eine schöne Geräteauswahl hast du.
      Einzige Kritik:
      Das Ding mit dem man Platten spielt ist ein Plattenspieler. Kein Dreher. Dreher ist ein ehrbarer Metallberuf. Und Dreher ist Neusprech von Hifi-Magazin-Redakteuren und Hipstern, die die Schallplattenära nicht mehr erlebt haben. Und Platten wurden immer Platten genannt. Vinyl ist... siehe oben. Und ein schön klingendes Kürzel für profanes PVC. Aus Trotz nenne ich CDs mit der gleichen Logik inzwischen Carbonat. "Tolles Album, hast du das auf Vinyl?" - "Nee, auf Carbonat"

      Sorry, das musste ich loswerden.

      Beste Grüße
      Stefan

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      Es tut dem Forum gut, wenn nicht nur alte Knöppe es bevölkern ;)

      Etwas weiter südlich Funkerberg, in Zeesen, sind leider aller Anlagen bis auf die Funkbude die anderweitig genutzt wird niedergelegt worden.
      Dort stand der erste ernstzunehmende deutsche Kurzwellensender genügender Reichweite und sendete den Deutschlandsender (Großdeutscher Rundfunk) in die Welt, die Modulation kam direkt von Berlin und wurde weitergefunkt an weitere großdeutsche Sendestellen. weshalb der Sender auch Vorzugsziel alliierter Luftangriffe war.

      Zu Zeiten der deutschen Teilung wurde von hier die "Stimme der DDR" abgestrahlt und der "große Bruder" sowie die Abteilung "Horch und Guck" hatten dort diverse Spionagesender in Betrieb (Oins-oins-zwo-sibben-sibben-noien-noien).
      Nach dem ersten "Weiter so" also dem "Wiedervereinigung" genannten Anschluß der östlichen Bundesländer an das Westsystem sendete von Zeesen und zeitweise von KW aus das "Deutschlandradio".
      Heute gibt es nach langer umzäunter und unzugänglich gemachten Brachliegungszeit an der Stelle ein Siedlungs- und Gewerbegebiet. Nur die Verwaltungsräume wurden nicht abgerissen sondern renoviert einer neuen Nutzung zugeführt.
      Gruß Jogi
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      @matt109: dein Telefunken TR 500 ist ein feines Gerät, :) Vor allem der Endstufenteil, das Chassis 2000 hat ordentlich was zu bieten :) Ich selber beherberge zwei TA 750, die mit dem selben Chassis 2000 bestückt sind.

      Dazu nur eine kurze Info: die beidenr Treiber IC´s LM 391 an dieser Endstufe laufen hart am Limit mit den Spannungsbelastbarkeit und ziehen meist einige weitere Bauteildefekte nach sich sollte dir einer davon überlasten und das zeitliche segnen. Ich habe getauscht gegen 100 Volt IC´s. Sollte man dem TR 500 gönnen.
      Achja, da ihr es gerade vom Jahrgang habt - man kann es schwer erraten, ich bin 71er Jahrgang :)
      Eine Frage stellt immer den Bedarf zu lernen dar, somit sind grundsätzlich alle Fragen aufgrund Dummheit / Unwissenheit basierend - soviel zu "Dummen Fragen" :)

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      Hallo Jogi, quer über die Wohnung verteilt aufgebaut im Moment 8 Stereoanlagen und 2 Röhrenradios, von Saba im Moment aber nur mein 8120; die Baujahre reichen von 1955 (Nordmende Othello) bis 1997/98 Marantz PM68 und ein sehr seltenes SD635 Doppeltapedeck mit Schubladentechnik.
      Alle Anlagen haben Receiver oder Verstärker/Tuner, Plattenspieler, Kassettendeck und Tonbandmaschine mit angeschlossen, zum Teil doppelt. Lautsprecherboxen sind teilweise über Umschaltpulte anwählbar.
      Kassetten und Tonbänder werden nach wie vor aufgenommen, Schallplatten gesammelt. Zur Zeit habe ich eine Revox A77 in Arbeit, Tonkopfträger musste gewechselt werden, aber bei ca. 6mm Kopfspiegel beim alten war kein vernünftiger Frequenzgang mehr erreichbar, zur Zeit warte ich auf Furnier, um das Gehäuse zu überholen, da das Chassis sowieso zum neu Einmessen und für die Grundreinigung ausgebaut ist.
      Als nächstes wartet danach ein Tandberg TCD 310 MKII auf Durchsicht, das im Senkrechtbetrieb Kassetten unfein zerknittert, ausserdem klingt es dumpf und die Wiedergabepegel stimmen auch nicht. Naja, bei knapp 50 Geräten wird es nicht langweilig, die Revox zum Beispiel wurde tags nach der Nachtschicht instandgesetzt, weil ich noch unbedingt Aufnahmen von 3sat auf Band ziehen wollte, solange sie noch online sind. Du siehst, ich gehe sogar den Weg von digital auf analoges Speichermedium, was aber hauptsächlich mit der Haptik der Tonträger zu tun hat und nicht unbedingt mit der Tonqualität. Nach der Arbeit komme ich einfach besser wieder "runter", wenn ich mir in Ruhe eine Schallplatte auflege und anhöre, als wenn ich mir was über Smartphone oder PC "reinziehe". Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich 1979 nach zwei Halbjahren Physik Grundkurs abgewählt habe, als es mit Elektronik so richtig los ging. Aber Mittwoch nachmittag war im Internat nun mal Skat angesagt, und "Elektronik braucht kein Mensch mehr". So kann man sich täuschen. Daher meine Schwäche, wenn es um Schaltungsprobleme geht, während ich die mechanischen Probleme bei Plattenspielern und Bandgeräten ganz gut gelöst bekomme.
      Jörg - wenn ich Benz fahren will, geh ich arbeiten

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      Moin Jörg.
      Ich habe - beim Lesen deines Beitrags - realisiert das ich wieder begonnen habe vorhandene Aufnahmen, besonders die noch nie irgendetwas Digitales gesehen haben, auf Tonbänder zu spielen. der Zweck ist einfach nur Spaß am der Dreherei der Spulen, der Klang wird nicht - meßtechnisch beweisbar - besser, aber die Zelebrierung beim Abhören wird wieder so wie früher, schöner, beruhigender.
      Ich schleppe sogar ab und an wieder ein Tonbandgerät irgendwohin, ein kleines mobiles, und alle Münder besonders der jüngeren Generationen bleiben da offen stehen. Früher war das oft so, Familienfeiern, Treffen mit Bekannten usw. das Bandgerät war immer dabei, mit einer zuvor fertig aufgenommenen musikalischen Untermalung, die auch nach Stunden noch nicht am Ende ist.
      Während andere sich dann bei lautem Gesprächspegel versuchen gegenseitig wieder ausgegrabene Musikfetzen aus ihren Smartphones in die Ohren zu pusten, drücke ich auf "Play" und es hört 8 Stunden lang nicht mehr auf 8o

      Ich benutze übrigens der Authentizität wegen ausschließlich Heim-Tonbandgeräte. Ich bin kein Musikproduzent, kein Tonbildner, ich benötige keine semi oder vollprofessionellen Produktivwerkzeuge um fertig produzierte und von Profis abgemischte Musikstücke abzuspielen. Zeitweise schockierte ich meine Zuhörer mit Ost-Geräten, das ist heute natürlich mangels Kenntnisse derer kein "Gag" mehr, die meisten Jüngeren wissen eh nicht mehr was das für komische, sich drehende Gebilde sind.

      Nicht das ich hinter dem Mond wohnen würde, einen Bluetooth-Pimpelinus der an jede Musikabspiel-Apparatur anzuschließen geht habe ich meist auch in der Tasche, und die vorgesehenen Titel 400 Stunden hoch, getagt und betitelt, mit Albumbild und Lyrics, auf dem Hemdtaschen-Computer.
      Gruß Jogi
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      Wo sind all die Indianer hin,
      Wann verlor das große Ziel den Sinn?
      Ein Text von Pur, ich werde es mal anders interpretieren:
      Wo sind all die Röhrenradios hin,
      Wann verlor das große Ziel den Sinn?
      Es ist viel geschrieben worden, aber was ist mit den ganzen geretteten Radios passiert?
      Geldanlage, Heimatmuseum, Kindheitserinnerung, Sammlung?
      Oder welchen Sinn erfüllen sie!
      Macht es nicht viel mehr Sinn:
      Diese Geräte wieder unter das Volk zubringen?
      Ein Zeichen setzen das alte Technik nicht unbedingt ersetzt werden muss?
      Armen Menschen ein Stück Lebensqualität zurückgeben?
      Aufzeigen wie weit die sogenannte Evolution wirklich voran gekommen ist?
      Wenn man bedenkt das die Geräte über die wir heute schmunzeln, damals oft mit einen Kredit finanziert wurden, so stellt sich mir jedenfalls die Frage ob wir nicht ein wenig mehr Achtung vor diesen Geräten haben sollten.
      Es kann jeder mit seinem Gerät machen was er will, es ist immerhin sein Eigentum!
      Die Zeit können wir nicht aufhalten aber was wir in unserer Zeit so anstellen kann uns auch keiner vorschreiben!!!

      Gruß Markus
      Wenn nichts mehr geht, geht immer noch etwas!!!!

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      @MRPOWER:

      und genau deswegen finde ich, wie ganz bestimmt nahezu JEDER aktive hier, jedes Radio gehört gerettet und restauriert statt es zu schlachten und für unverschämt teure Preise die Teile in der Bucht an zu bieten!

      Lieber ein Radio fit gemacht und wieder verkauft in einwandfreiem Zustand, damit verhindert man das zerlegen dieser Teile! Ich bin beeindruckt wie viele davon das Ende des zweiten Weltkrieges überlebt haben!

      Am genialsten finde ich Berichte wie jemand ein Gehäuse findet auf dem Schrott welches so schön vom Zustand her ist als das es gerettet gehörte - was dann auch geschah, Chassis, Lautsprecher, Scheibe etc wurde besorgt und alles wieder in die Reihe gebracht !

      Grüße
      Eine Frage stellt immer den Bedarf zu lernen dar, somit sind grundsätzlich alle Fragen aufgrund Dummheit / Unwissenheit basierend - soviel zu "Dummen Fragen" :)

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      Hallo liebe Freunde der glühenden Röhren, hallo Jogi,
      ein interessanter Thread ist das -. eine interessante Frage.
      Ich gehöre schon zu den älteren Semestern, bin 66 Jahre alt. Mit 13 Jahren fing ich an, Röhrenradios zu reparieren - mein Vater war ein guter Lehrmeister. Meine Sammelleidenschaft endete vor 40 Jahren mit der Gründung einer Familie. Ich besaß damals 45 Röhrenradios und weiß noch wie ich nach einer Bleibe dafür suchte. Kein Museum, niemand wollte die "alten Kisten". Also wurden sie einfach entsorgt..... Mit 60 Jahren, wollte ich doch noch mal ein Röhrenradio in der Wohnung - ich dachte zunächst nur!!! an ein schönes Dekostück. Ca. 1960 kauften meine Eltern einen Saba Meersburg. Im Internet fand ich einen aus dem Jubiläumsjahr, einen Saba Meersburg 125 Automatik. Ich ersteigerte ihn und machte den ersten Fehler: ich ließ ihn zuschicken. Mit gebrochenem Gehäuse und völlig verdrecktem Lautsprecherstoff nahm ich das Geräte in Empfang. Nix mit Deko - erst mal reparieren. Dank der Hilfe dieses Forum dudelt es seit dieser Zeit täglich im Wohnzimmer. Also, mehr als 35 Jahre hatte ich keine Röhrenradios mehr auf der Bank. Mit dem Meersburg ist dann etwas komisches passiert: Die Anzahl der Röhrenradios, Tonbandgeräte und Kofferradios wächst. Ich hatte damals ein Grundig Tonbandgerät TK 17L. Das und etwa 100 Bänder waren genauso eingelagert wie die Messgeräte. Natürlich lief das Gerät nach so langer Zeit nicht mehr. Mittlerweile dudelt es im Chor mit einem TK 19 und einem TK 27L. Zwei Revox B77 warten auf Revision. Ich musste ja - bin eben auf den Geschmack gekommen - noch meinen alten Dual Plattenspieler 1246 wieder flott machen und die Kiste mit Schallplatten wieder dem Wohnzimmer zuführen. Ein nur mit Hilfe diese Forums wieder spielendes Wildbad GW flirtet mit dem Meersburg. Der Plattenspieler speist einen alten Technics - Turm, den ich in völlig desolatem Zustand am "Strand" fand.
      Im Schlafzimmer bring mich ein Loewe Bella in den Schlaf und morgens auf den neuesten Nachrichtenstand. Die Küche beschallt ein Triberg.
      Ja und dann stapeln sich etwa 30 Röhrenradios in meiner Werkstatt; die meisten sind der kleinen Kategorie zuzuordnen. Die repariere ich und entspanne mich dabei. Und ich sehe zu, dass keines zu kurz kommt bei der Betriebszeit. Ab und an ist auch schon mal ein Radio zu einer lieben Person gezogen und sorgt dort für nostalgische Freude.
      Gruß, Peter

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      Hallo an alle Freunde der Radiotechnik

      In meinem Kinderzimmer stand Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre das ausrangierte elterliche Röhrenradio - ein RFT REMA 2003 Phono.Ich habe ihm, da die Sender wegliefen, eine Fernbedienung gegönnt. Als 12-jähriger war ich nur in der Lage, dies mechanisch zu lösen: Um den Abstimmknopf befestigte ich eine Schnur, mit der ich vom Bett aus nach einer Viertelstunde nach dem Einschalten den Sender durch Ziehen am richtigen Ende wieder exakt einstellen konnte.
      Zu meinem heutigen Bedauern ist das Gerät in einem Akt der Frevelei großbrüderlichen Wohnungs-Umbauten gewichen und wurde zerlegt und entsorgt. Die Lautsprechermagneten nutzte mein Vater in der Werkstatt als Werkzeughalter.
      Begeistert war ich dagegen, als mein Vater 1983 eine der ersten erwähnenswerten HIFI-Anlagen aus RFT-Produktion anschaffte. Die RFT-S3000-Serie brachte eine bis dahin ungeahnte Klangfülle ins elterliche Wohnzimmer. Und die reichlich verbauten rechteckigen LEDs sorgten für ein modern anmutendes visuelles Erlebnis.

      Mein Vater, als Liebhaber klassischer Musik mit umfangreicher Plattensammlung, schaffte sich bald nach der Wende eine Technics-Anlage mit einem Bose-Boxensystem an. Ich habe es damals genossen, per CD mehr als 60 Minute Musik am Stück hören zu können. Ich empfand 25 Minuten einer LP-Seite immer zu kurz. Auch die vollständige Eliminierung der Staubgeräusche ohne das behutsame Wischen der Platte mit einem Spezialfasertuch habe ich damals sehr begrüßt.
      Meine erste eigene Anlage war - wie sollte es anders sein - eine japanoide Hifi-Baustein-Sammlung mit Kunststoff-Front. Die Marke tut hier nichts zur Sache, das Meiste war eh austauschbar, dafür nun ab Werk mit Fernbedienung ausgestattet. Schnüre fand ich nicht mehr zeitgemäß und so einfach wäre das ja auch nicht gewesen, Tipptasten per Bindfaden zu drücken. Ich habe sie trotzdem genossen, die erste Hifi-Anlage im eigenen Zimmer.

      Heute steht im Wohnzimmer neben dem AV-Receiver modernerer Bauart ein echter Exot: Ein Hybridradio, halb Röhre, halb Germanium, das keiner kennt:

      Funkberater Exklusiv 205, gebaut im Hause EMUD.

      Das gibt es nicht mal im RMOrg. :) Dast Teil ist technisch zwar nicht gerade ein Leckerbissen, der Endverstärker klingt eher bescheiden und auch die Boxen sind relativ klein und einfach. Aber ich wette, es gibt keine 10 Geräte mehr davon in D.

      Beim technikaffinen zweiten Sohn habe ich eine Philetta de Luxe B3D52A untergebracht.

      Röhrenradios sind schön anzusehen. Ich mag aber die latente Gefahr, die die hohe Anodenspannung mit sich bringt, nicht. Außerdem höre ich nur zu gern Stereo. Röhrengeräte dafür sind rar und teuer. Und bis man den letzten hochohmig gewordenen Teerkondensator aus den Eingeweiden geholt hat, muss man manchmal lange suchen und oft in unbequemer Haltung löten.
      Deshalb habe ich mich den moderneren Geräten zugewendet: Receiver und Verstärker der 70er und 80er.

      Nun wartet eine ganze Reihe Receiver auf das Wiederherrichten. Darunter befinden sich Rotel, Saba, Marantz, Sansui, Grundig, Yamaha, Kenwood, Wega und -nicht zu vergessen - RFT, Andante, Toccata, Carat, Cornet. Es sind durch die Bank Mittelklassetypen. Für Highend-Hype ist mir mein Geld zu schade. Das wertvollste Gerät ist wohl ein Marantz 2275. Ob es auch das beste ist? Jedenfalls ist es arg verbaut.
      Ich behalte die Geräte nach dem Wiederaufbau meist nur für kurze Zeit. Ich kann ja immer nur mit einem Radio hören und leere Kinderzimmer gibt es bei uns im Haus noch nicht. Als Kind habe ich, mit meist schlechtem Gewissen, viele technische Geräte im Haushalt auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Nur um zu wissen, was sich hinter der Abdeckung verbirgt. Von dieser Neigung ist wohl auch heute noch was übrig, der Reiz, den fünften 9241 zu restaurieren, hält sich deshalb in Grenzen. Lieber kommt mir mal was Unbekanntes auf die Werkbank.

      Was ich mir endgültig einmal in die Sound-Entspannungsecke stellen werde, ist noch offen, aber das Auge hört mit. Es wird etwas mit Analog-VU-Metern. Ich bin weder Purist noch halte ich etwas von HIFI-Voodoo. Ein heißer Kandidat ist deshalb die Saba-Kombi eines MD292/ MI215. Sie konkurriert mit einem Kenwood 7050, beide noch unrestauriert.

      Das erste Sabagerät, mit dem ich in Kontakt gekommen bin, war ein Hifi-Studio 8070 in Kunststoffschale. Dem kam das Kontaktspray schon wieder zu den Ohren raus, der gesamte Schaltschieberbereich war von den Rückständen verklebt und Leiterplattenzüge wegoxidiert. Schön wurde es nicht mehr, da selbst der Frontplattenlack durch's Kontaktspray in Mitleidenschaft gezogen war, aber zum Laufen habe ich es wieder gebracht, inklusive der verschmierten Schaltleiste. Fortan war ich angetan von der Marke Saba und hatte bald den ersten 92xx im Zoo.

      Derzeit auf der Werkbank befindet sich ein RFT-Klassiker: REMA Andante 744
      Das nächste Gerät in der Warteschlange: SABA Meersburg Modell H, stereo

      Eigentlich ist das eine Ruine zum Ausschlachten, mit Brüchen in der Hauptplatine, verdreckt, kein begehrtes Modell, sicher auch keine allerbeste Empfangs- und Soundqualität. Aber die Aufgabe reizt mich und es ist optisch wieder passabel herstellbar. Vielleicht stelle ich den Reparaturwerdegang mal hier mit vor.

      Grüße in die Runde, Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

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      Als jemand der auch einige Berufsjahre damit verbrachte Unterhaltungselektronik zu reparieren, weiß ich leider zu genau wohin all die schönen Geräte in sehr hoher Zahl gegangen sind. Sie wurden auf dem Hof abgestellt bis irgendwer da rein trat, im Garten verbrannt - so ein typischer 60er Jahre Anblick war ein ausgeglühtes Großsuperchassis mit bizzar verkrümmten Röhrengerippen, denn mehr bleibt nicht über, Holz brennt bekanntlich.
      Später dann zu Unmengen abgestellte oder zerkloppte Röhrenfernseher, dazu Autowracks von Plastekarren von Lloyd oder Glas...
      Diese heutige Entsorgungsanbetung als Religionsersatz gab es noch überhaupt nicht.

      Und den Rest, ja den haben unseresgleichen den Leuten vom Hals geschafft, die gingen selbst bei so einem kleinen Betrieb, quartalsweise zu tausenden auf den Monte Klamotte (Müllkippe) und wurden mit der Stachelwalze zu Krümeln zerfahren.
      Die Wegwerfgesellschaft war damals nicht weniger brutal wie heute.
      Der Fernseher war dabei das Hauptobjekt, Radios sind ja nicht so leicht klein zu kriegen.
      Man sparte damals sehr lange auf den ersten Fernseher, aber die geplante Obsoleszenz gab es auch schon. Manche Fernseher verlangten im kurzen Turnus nach neuen Teilen, die eingebauten waren unterdimensioniert, und so konnte man den Kunden leicht anstelle der fünften Reparatur nach Knall und Rauch das neueste Modell verkaufen, das ja in allen Punkten viiiiel besser war. Die Ausstattung und Technik wurde auch in jedem Modelljahr verändert, und das Alte war dann immer gleich etwas von Vorvorgestern. Der Kunde kaufte alles, erst VHF-Geräte mit 5:4 Bildverhältnis, dann kam 4:3, dann kam UHF, Matschlappen auf der Röhre (optisches Zeilenfilter), golden gefärbte Röhre, Röhre ohne Schutzglas usw. usf. jedes Jahr etwas neues, natürlich viiiel besseres.
      Wir hatten Kunden die sich jedes Jahr ein neues Fernsehgerät zulegten, das alte ging zuerst in den Fundus - es konnte ja sein das mal ein rares Spezialteil benötigt werden würde - und später auf den Müllberg.

      Zur Gefahr von Anodenspannung im Radio.
      Mich graust es vor jeder chinesischen Mehrfachsteckdose mehr als vor der Anodenspannung im Röhrenradio. Im Normalfall bleibt die da wenigstens drin, während zum Freilegen bei der Steckdose oft ein herzhafter Ruck am Anschlußkabel genügt.

      Grundig TKxx
      Mir kam nie eines unter das nicht auf Anhieb gespielt hätte, auch nach 40 Jahren im moddrigen Keller. Sicher gibt es immer etwas zu tun aber von der reinen Grundfunktion spielen die alle sofort (so meine Erfahrung). Schwierig wird es bei Tonbandgeräten wohl ab den Baujahren die mit Elektronik anstelle Mechanik befüllt oder gar überfrachtet wurden. Dann hält ein Magnet nicht und somit ist die gesamte Steuerung nicht mehr bedienbar, dann läuft eine zu kleine Schwungmasse nicht mehr rund, weil die Regelung spinnt und all die Elektronik macht eh oft nicht mehr was sie soll.
      Bei Plattenspielern ist die Erfahrung die Gleiche. Ein DUAL oder PE indem alles mechanisch zugeht schaltet man nach 50 Jahren an und er trällert gleich los. Vielleicht jammert er etwas oder muß angeschiubst werden, aber er läuft gleich. wehe wenn man etwas mit digital gesteuertem Direktantrieb vorfindet, dann kann es mit Arbeit verbunden sein bis ein Ton rauskommt.

      Japanische Geräte
      Gab es nicht, kein Normalbürger hatte so etwas, die meisten machten darum herum auch einen weiten Bogen. Die Allgemeinmeinung dazu war:
      Billigschrott, taugt nichts, sieht mistig-primitiv aus, wollen wir nicht haben. Die Verbreitung solcher Geräte begann hier bei uns im Eck so ungefähr in den Endsiebzigern und ging auch dem Anspruch nach von absoluten Billiggeräten und Kleingeräten ohne besondere Ansprüche an die Wertigkeit aus.
      Das in einigen deutschen Markengeräten ein japanischer Kern steckte sagte man den Kunden nicht immer, wenn überhaupt dann in der Form: Wir haben das erfunden und entwickelt und dann bei den emsigen,billigen, kleinen Schlitzaugenmenschen zusammenlöten lassen (Prinzip der verlängerten Werkbank, nannte das Grundig)
      Gruß Jogi
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