Jetzt hab ich ihn! Nach 39 Jahren! "SABA" RCR 414

      Jetzt hab ich ihn! Nach 39 Jahren! "SABA" RCR 414

      Hallo SABA-Freunde,

      Ende der 70er wollte ich, 16, einen schönen dicken Radiorecorder haben, mit dem man sich das Hirn freiblasen konnte.
      Da mir SABA als hochwertig präsent war, (die Omas hatten Fernseher und Radio von SABA) und ich ein heimisches Produkt haben wollte, fiel die Wahl auf den SABA.
      Sah zu der Zeit klasse aus und klang bei der Vorführung im Laden super. Hatte DIN-Buchsen, Phonoeingang, 2 getrennte Aussteuerungsinstrumente.
      So manch anderer Recorder hatte das nicht. Bezahlbar war er auch. Aber nicht der, den ich haben wollte, der RCR 414 mit Uhr, abschaltbarer Aussteuerungsautomatik und Mikromix nämlich. Es reichte auch mit Sponsoren nur für das Basismodell RCR 404, ohne die genannten Kleinigkeiten.
      Hat mich lange gewurmt, nicht das eigentlich gewünschte Gerät bekommen zu haben.
      Der Weihnachtsmann brachte ihn, als selbiger mal nicht hinsah, habe ich das Ding als Technikinteressierter natürlich geöffnet....oh Schreck, von wegen SABA, ein japanischer Plastikbomber war es in Wirklichkeit! Ich wollte ihn schon wieder zurückgeben, aber er war praktisch und hat wirklich toll geklungen.
      So behielt ich ihn und habe einige Jahre lang unwahrscheinlich viel damit aufgenommen. Einen ganzen Tonkopf dabei abgenuckelt.
      Auf irgendeiner Party ist er dann im dicken Kopp unter die Räder gekommen, völlig zertrümmert, der Kasten. Reste auf dem Dachboden ausgelagert und fast vergessen.

      So um 2009 konnte ich dann wieder einen guterhaltenen RCR 404 auf dem Flohmarkt erhaschen, den habe ich auch noch.

      Ich wollte aber und will auch immer noch den 414 haben!
      Jetzt die Tage in der "Bucht" war endlich einer zu erangeln, zwar als defekt ausgewiesen, aber ansonsten recht gut aussehend: Her damit!
      Für einen sympathischen Preis wechselte er den Besitzer,
      heute kam das Paket:

      SABA
      RCR 414 vorn.jpg


      Für sein Alter und die verwendeten Materialien ist der Zustand noch recht gut.
      Die silbrige Lackierung an der Front und auf den Knöpfen rubbelt gerne ab und die hauchdünnen Alutapeten an den Seiten sind sehr kratzempfindlich.

      SABA
      RCR 414 Seite.jpg


      Nach fast 40 Jahren die einzige größere Macke, mehr kann man kaum erwarten

      Macke1.jpg

      Staubig, aber offensichtlich wenig benutzt worden. Der Tonkopf ist fast wie neu!

      SABA
      RCR 414 Cassettenfach.jpg


      Jetzt die Rückwand ab:

      SABA
      RCR 414 hinten.jpg


      Alle Bauteile scheinen original, aber noch ok zu sein, sogar der Antriebsriemen ist noch im Ordnung (beim 404 war er das auch).

      Das Gerät gab zunächst aber keinen Mucks von sich, weder mit Batterien oder am Netz betrieben.
      Über dem Trafo scheint eine Schmauchspur zu sein, nicht schön...

      Schmauchstelle.jpg

      Aber, die Stromversorgung zeigte sich beim Durchmessen intakt, brav kam sie am Ein-Aus-Schalter an. Merkwürdig.

      Erst einmal weiter zerlegen, vielleicht findet sich etwas Verdächtiges:

      SABA
      RCR 414 vorn innen.jpg


      Nein, nur Staub und Kniest, alles scheint unversehrt zu sein.

      Das Vorderteil mit den Lautsprechern:

      SABA
      RCR 414 vorn innen LS.jpg


      Sehr, sehr wartungsfreundlich aufgebaut alles. Ruckzuck hat man den Kasten zerlegt, sogar Steckverbinder finden sich.
      Die Plastikschleuder ist stabiler und altersresistenter , als man auf den ersten Blick vermuten würde.

      Ih! Batterien waren ausgelaufen, scheint aber zum Glück noch nicht lange her gewesen zu sein

      Batteriefach.jpg

      Die Grundreinigung kann beginnen, der RCR 414 funktioniert nämlich wieder. Ein vollkommen unerwarteter "Fehler" war die Ursache für
      sein Verstummen gewesen.
      Poste ich gleich.

      Gruß
      Peter S.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „PSMS“ ()

      Was war gewesen?
      Der Verkäufer oder irgendein anderer Vorbesitzer hatte das hier übersehen:

      Uhrenfehler.jpg

      Na? Dämmerts?
      Der kleine Schalter oben hat lange gewartet, bis Manuel kam und ihn auf "Manuell" gestellt hat.
      Zack, Licht an, Radiorauschen, Gerät spielt.
      Der Timer also...
      So ein Quatsch! Aber man freut sich.

      Eine Krankheit an diesen RCR sind krachende Schalter und Potis. Die habe ich erst mal ordentlich mit ********* gebadet.
      Sofortiger Erfolg, alle Wellenbereiche gehen (noch kann man ja ab und zu was hören), Lautstärke, Balance, Aussteuerung, alles prima.
      Auch Aufnahme tadellos.
      Das Laufwerk funktioniert zu meiner Verwunderung auch noch, hier verabschieden sich gerne kleine Rädchen de Antriebs. Sie gehen glücklicherweise nicht kaputt
      wie die weichwerdenden orange-transparenten Rädchen anderer Marken, lösen sich aber gerne mitsamt ihrer Achse aus der Mechanik, weil die Achse den um sie herum langsam vor sich her schrumpfenden Kunststoff gesprengt hat und dann keinen Halt mehr findet. Lässt sich aber durch Einkleben der Achse ganz gut beheben.

      Ich bin zufrieden, jetzt hat die liebe Seele Ruh

      ​Hier noch ein Prospektauszug:
      saba.pytalhost.com/1979-1/0066.jpg
      saba.pytalhost.com/1979-1/0067.jpg
      Bilder
      • Uhrenfehler.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „PSMS“ ()

      Hallo Peter,
      eine sehr schöne Vorstellung eines sicher damals hochbegehrten Gerätes.
      Dieses zeigt dabei einige Abweichungen vom Üblichen, ich würde es auch eher in die Achziger schieben mit seinem Digital-Fliwatütata-Erweiterungen (Schaltuhr) und einem rädergetriebenen Laufwerk.
      Auch scheint der Erzlieferanten OEM für Radiorekorder "SANWA" dieses nicht gebaut zu haben, jedenfalls erinnert mich nichts am Innenleben daran. Sogar die Leiterplatten sind aus gänzlich abweichender Fertigung, wie auch die Bestückung.

      Ich hatte um 1980 auch einen SABA Stereoradiorekorder, der war allerdings so klein und insbesondere flach das er in einen Koffer paßte, auch so ein OEM das es bei Telefunken, Nordmende, SABA und Quelle gab, zu jeweils drastisch abweichenden Preisen.

      Was wäre das Leben ohne Ballistol, man müßte sonst die Potis und Schalter echt zerlegen und richtig herrichten. Das mache ich heute auch nur noch in Ausnahmefällen, zumal mir mein Ersatzteillieferant für die kleinen Ferkelchenteile wie Schleifer und Bahnen und Nieten in den Potis kürzlich weggestorben ist.

      Gruß Jogi
      -------------
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      Hallo Peter,

      sehr schöner Bericht über ein hochwertiges Gerät mit erstaunlicher Langzeitqualität.

      1978 stand ich vor der Entscheidung einen Grundig C9000 oder eine 50DM billigere Blenderkiste von Universum (Quelle) zu kaufen. leider habe ich mich für den Quelle-Schrott entschieden, der kurz nach Ablauf der Garantie nach und nach verstarb.

      Der Grundig C9000 hat noch keine Uhr, dafür aber sechs UKW-Festsender und funktioniert wie am ersten Tag. Sogar das Kassettenlaufwerk. Auch ich habe nämlich 1997 10DM in meine Seelenruhe investiert und meinem Nachbarn seinen Grundig C9000 abgeschwatzt.

      www.radiomuseum.org/r/grundig_c9000_c_9000_automatic_s.html

      Was bei Deinem Gerät auffällt, ist die optische Qualität. Der konstruktive Aufbau, das Layout der Leiterplatten unterscheidet sich nicht viel von meinem Grundig. Der Unterschied zu dem Quelle-Schrott, der völlig zusammengepfuscht wirkte, ist wirklich groß. Es stellt sich die Frage, ob die Sabanesen nur zugekauft, oder eventuell bei der Konstruktion dieser Geräte vielleicht ein Wort mitgeredet haben.

      Auf jeden Fall ein echter Hingucker.

      Gruß

      Rolf

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „KOR“ ()

      Hallo Peter,

      für mich sieht es so aus, als ob dein Gerät eine primäre Schmelzsicherung hat. Das ist mein Lieblingsdetail bei meinem Grundig.

      Bein den meisten Fernostkisten, wie auch bei meinem Universum, ist die Primärwicklung direkt, ohne Absicherung, mit den Netzanschluss verbunden. Kommt es zur sekundären Überlastung, brennt im günstigen Fall, falls vorhanden, die interne Temperatursicherung des Trafos durch und man kann das Gerät wegschmeißen. Im ungünstigen Fall brennt einem gleich die ganze Bude ab.

      Mein Überblick ist natürlich begrenzt, aber ich glaube nicht, dass die Schmelzsicherung freiwillig in Fernost eingebaut wurde. Vielleicht hat da ein SABA-Ingenieur Einfluss genommen.

      Wenn ich allerdings an die fehlende Absicherung der Endstufen in den SABA-Receivern der 92XX-Serie denke ... wer weiß?

      Gruß
      Hallo Rolf,
      Grundig war gerade auch bei solchen Henkelgeräten technisch weit vor der Konkurrenz, der Mehrpreis tat manchem weh aber er war gleichzeitig ein großer Mehrwert.

      Bei Quelle gab es nicht nur Müll, wobei die meisten mir bekannten Radiorekorder aus der gleichen Fabrik stammten wie SANWA - was ja auch nur ein Warenzeichen eines japanischen Mischkonzerns war, der allerdings eine zeitlang (1974...1978) ziemlich amerikanisch angehauchte Radiorekorder für Superpreise baute (wurden dort oft als GE seltener als Realistic verkauft), regelmäßig um die Hälfte billiger als Grundig mit ähnlicher Ausstattung.
      Ich führte jahrelang als Urlaubsradio einen Stereo-Radiorekorder amerikanischen Bauformates von SANWA im Wagen mit, der halb soviel gekostet hatte wie ein Mittelklasse-Grundig in Mono kostete. Dafür gab es ein massives Metall-Laufwerk mit Reibrollen das durch nichts zum Leiern zu bringen war, Schnellstart ohne Anjaulen, Schnellstop ad hok ohne Jammern, manuelle Aussteuerung mit griffigen Koax-Pegelstellern, dazu Mikrofoneinblendung ferngesteuert über Schaltmikrofone, auch nutzbar als PA-Anlage, alle Anschlüsse DIN und Klinke, wobei DIN auch sogar richtig ausgeführt war, schon Typ 2 CR-Band-Automatik mit EQ bei 70uS, als die Europäer Typ2 oft noch mit 120uS entzerrten, im 45° Winkel aufgestellte Flutlichtskale in die auch die Anzeigen und Aussteuerungs-Instrumente eingelassen waren, ein hochempfindlicher sauber abgestimmter FM-Tuner bis 108MHz, dessen Aufnahmen auf dem eingebauten Rekorder durchaus als gut für ein Mobilgerät zu bezeichnen waren, viele davon gingen nach kleineren Bearbeitungsschritten sogar in mein privates Audioarchiv und klingen heute noch authentisch.

      Aber es stand eben nicht Grundig drauf, ein Modell wurde wohl hier auch als Nordmende verkauft, aber leider nicht so schön sondern mit Alu-Blechen verspackt und vom Original her gesehen an nützlichen Stellen abgespeckt und dazu erschreckend teuer.

      Bei deinem Laufwerk im C9000 sehe ich ein wenig schwarz.
      Das scheint mir das Laufwerk zu sein welchess sich auch im C5000 findet und das hat auf der Motorachse, unter der Schwungmasse versteckt ein urig geformtes und somit nicht leicht nachzubauendes Vinylzahnrad mit 15 Zähnen von denen in aller Regel nur noch Teilbestände da sind, da das Rad jedesmal Vollast bekommt, wenn die Kassette blockiert wird und die Tastatur-Halteklinke der Freischaltung den ganzen Klapperatismus in die Ruhelage befördern soll.
      Fünfmal schnelles Vorspulen bis an den Anschlag und alle Zähne sind weg, so erging es auch meinem C5000 von 1977 - ein todschickes Hochkantgerät mit Rundskale zu einem milden nicht aufdringlichen Outdoor- oder Military-Design.

      Die Laufwerke davor waren haltbarer, so haltbar und gleichlauffest das ich heute noch ein umgebautes davon fürs Digitalisieren bestimmter Bandaufnahmen benutze. Die danach waren noch schlimmer, ich habe alle Achzigerjahre-Henkelmänner mit fast ausschließlich verwendeten Zahnrädern mittlerweile ausgesondert. Bis auf meinen RR2000, dessen Zahnräder merkwürdigerweise bis heute wie neu aussehen und auch nicht bröseln.

      Zum RCR414
      Ich kann mir nicht helfen, ein wenig an Telefunken erinnert mich einiges am Außendesign und am Leiterplatten-Design. Aber nicht an AEG-Telefunken Deutschland sondern an deren Lizenzbauten aus der CSSR (Unitra Werke). Das ist aber Spekuliererei und rein optisch bedingt.
      Daher stammten übrigens viele Universum- und Privileg-Geräte der Quelle AG.
      Das mußte nichts schlechtes heißen.
      Ich besitze noch heute ein bei Unitra entwickeltes und gebautes Kassettendeck mit Schubladen-Laufwerk das im Gegensatz zu Grundig-Schubladenlaufwerken nicht an Zahnradfraß gestorben ist, der "Bollerwagen der da herausgefahren kommt sollte einem besser nicht über den Finger rollen, sonst kann man den im Album einkleben. Das Teil ist so massiv gebaut wie ein für die Ewigkeit geplanter Kohlegrubenwagen.
      Unitra war in der Unterhaltungselektronik damals so wie heute Skoda-Auto, robust, unkaputtbar, nie ein Filigranteil irreparabel und unbeschaffbar weil kaum etwas filigranes oder nicht auf jeder Hobbywerkbank nachformbares Teil enthalten.
      Gruß Jogi
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      Gut das wenigstens einer Bescheid weiß <3

      Aber mit besagtem Gerät ist es eh nicht so leicht nachzuvollziehen.
      Meine Informanten von der Stasi behaupteten damals es wurde in Prag gebaut,
      gelabelt war es Unitra, Diora, ARIA, RIZ und Electronika. - ein paar Label werde ich sicher vergessen haben.

      In den Westen wurde es regulär unter den im Westen bekannten Ost-Handelsnamen und versteckt hinter bekannteren Warenzeichen bekannter Versand- und Kaufhäuser exportiert.

      Es war dort ganz schön bunt gemischt mit solchen Geräten, Unitra-Eltra wurde in Berlin bei VEB Stern-Radio gebaut, kommt also trotz des Unitra-Labels nicht aus den ZRK-Werken in Bromberg, wo ansonsten die Unitra Eltra Geräte herkamen. Diora, die Unitra-Fabrik in Reichenbach hat jedenfalls nur das Label dazu gegeben, es aber nicht gebaut.

      Zu Kaufzeiten reichte einem das Wissen des "Made in Ostblock", wir wurden ja hier wie in einem Käfig gehalten, fern allen ostalgischen Kontakten, die meisten Wessis wissen ja bis heute nicht wer im Kyffhäuser Gebirge ruht und wann der wieder rauskommt =O (ich vermute bald, er soll ja der Sage nach unser Retter sein)
      Gruß Jogi
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

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      Hallo,

      im Bandmaschinenforum hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal über den RCR 404 geschrieben.
      Das zwar umspullahme, aber erstaunlicherweise langzeitstabile Laufwerk findet sich auch im UHER-
      Einsteigercassettendeck CG 310. Es krankt an der Rutschkupplung, dessen Achse sich aus dem meistens durch Spannungsriss
      gesprungenen Haltearm löst. Entweder keine Kraftübertragung mehr oder das Rädchen liegt irgendwo im Gerät.
      Hier zu sehen im UHER CG310:


      Man kann das aber wieder ganz gut hinbekommen. Gerne brechen auch die inneren Betätigungsnasen der Tasten ab, wenn man sie allzu herzhaft drückt. Auch hier hilft etwas Mogelei. Da die Tasten identisch sind, klebt man die (gerne zuerst abgebrochene)
      Starttaste und setzt die minderbeanspruchte Pausentaste an ihre Stelle. Mehr ist nicht. Wenn man bedenkt, dass das alles 40 Jahre alt ist und noch funktioniert, kann man nicht meckern. Bei allen Laufwerken dieser Bauart die ich habe ist wie gesagt auch noch der Antriebsriemen gut, eine echte Ausnahme. Magische Gummimischung war das!
      Die Vorläufer und Nachfolgemodelle des 404 und 414 sahen alle wie Japaner von der Stange aus.
      Diese Modellreihe hebt sich durch ihre sozusagen klassische Kofferradiobauweise ab, das hat mich damals daran gereizt.
      Zunächst tauchte, was ich damals nicht wusste, das Modell RCR 755 mit silberfarbenen Plastiklautsprecherblenden auf, das habe ich auch, aber hatte es, weil kaputt, wegarchiviert, weil ich immer den 414 im Kopf hatte.
      Im Prinzip scheinen beide Modelle identisch zu sein. 754 gab es auch, den Unterschied kenne ich aber nicht.
      1980 oder 1981 gab es noch die Modelle RCR 405, das war der 404 mit Chromkalottenlautsprechern, also etwas aufgepeppt, und das Modell RCR 415, auch etwas verändert. Im 1982er Katalog tauchen die Dinger dann schon nicht mehr auf. Der "Transeuropa 426" war wohl das Nachfolgemodell. Schlecht war er bestimmt auch nicht, muss ich aber nicht auch noch haben.

      Man kann das Gerät ohne Probleme noch weiter zerlegen, wirklich super wartungsfreundlich:









      Es ist sogar noch eine zusätzliche Sicherung vorhanden, ein Beinchen des Spannungsreglers ist fliegend über eine Auslötsicherung verbunden.
      Bei Überbeanspruchung schützt sich das System dann wohl selbst, bevor etwas durchbrennt.

      (Die großen Grundigrecorder der späten 70er hatte ich damals natürlich auch im Auge, aber die waren zu teuer.
      Wie sie sich heute machen weiß ich nicht ich habe keinen aus der Zeit.
      Wohl aber einen guterhaltenen C4000, ein ganz feiner Kasten, der allerdings auch ein Cassettenwolf ist.
      C90er und vor allen Dingen C120er mag er besonders gerne zum Frühstück.
      Von den Zahnradproblemen neuerer Geräte ist er jedoch nicht betroffen, alles gummibereifte Rollen drinnen).


      Hier nochmal die Modelle (ohne 404er, den habe ich gerade nicht vor Ort).
      Ein 414 hat die normalen Lautsprecher, weil die Originalfrontplatte verhunzt war, da musste ich tricksen.
      Wer sich also einen angeln möchte, bittesehr, ich habe genug gebunkert und mein Appetit ist gestillt.



      Warum das alles?
      Die Geräte sind mir halt vertraut und ich habe schöne Erinnerungen daran, außerdem immer noch voll alltagstauglich.
      Die neueren CD-USB Henkelmänner dieser Größenordnung klingen keinesfalls besser und nehmen durch ihre verknubbelte Bauform
      auch noch mehr Platz weg.

      Ich hatte es doch irgendwo in einer alten Zigarrenkiste. Ja, da ist es!

      Quasi das "Beweisfoto".
      Geknipst auf Klassenfahrt Frühjahr 1980, ich brauchte als Jugendlicher volle Dröhnung!
      Unten links sieht man eine Ecke vom 404 mit dem Mikro. Leider habe ich den Kopfhörer nicht mehr, gut für die Ohren war er allerdings nicht.



      Viele Grüße vom Abgebildeten

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      Mit Tastensätzen kann man in der Tat ziemlich kreativ sein, diese untereinander auszutauschen war auch eine meiner Spezialitäten.
      Gerade die Pausentaste ist ja oft so gut wie im Freilauf was die Belastung angeht, während die Start-Taste oft den halben Apparat innerlich von links auf rechts krempelt.

      Bei dem C4000 Laufwerk handelt es sich in der Tat um das bei mir beliebteste Kassettenlaufwerk von Grundig aus der Vor-Zackenseuche-Zeit.
      Das gleiche Laufwerk, allerdings mit einem anderen Bedienteil das Einzeltastensteuerung ermöglichte, war in allen heute noch als robust und langlebig geltenden Laufwerken.
      Da gibt es einige Unterversionen davon und man kann damit schön basteln, was ich da schon alles dran umgebaut habe, der Grundbaukasten aus dem es stammt ist so schön bis in alle Details zerlegbar und abwandelbar. Ob Änderungen der Tonkopfbestückung, vernünftige Endabschaltung anstelle des serienmäßigen "Strom-aus" Pimpel, noch größere Nebenschwungmasse, Abtrennung des Wickeldorn-Antriebs vom Capstan-Antrieb damit der eh schon ausgezeichnete Gleichlauf nochmal etwas besser wird, fast alles ist damit möglich.

      Bei den neueren klobig ausgebeutelten Geräten kann es einen wirklich grausen, ich habe davon zwei Stück, mit USB- und SD-Karten Anschlüssen, mp3-CD usw. aber bei beiden mangelt es am Kassettenlaufwerk. Für die Aufnahme völlig indiskutabel da mit statischem Gleichfeld gelöscht wird (da ist so ein kleiner permanentmagnetischer Löschstein drin) und auch so ziemlich armwertig, nach nichtmal dem Ablauf der Gewährleistung leierten und wimmerten beide zum Herzerweichen.
      Daneben sind auch die Tuner indiskutabel, Ortssender kann man noch empfangen, aber aus den Siebzigern kannte ich noch Radiorekorder die zur Wellenjagd taugten, besonders bei Grundig gab es regelrechte Empfangsriesen die ich in abgelegene Täler oder in den Schatten hoher Berge schleppte und die sich von den Empfangslagen nicht aus dem Konzept bringen ließen.
      Gruß Jogi
      -------------
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