Nordmende BREMEN Rigoletto 300

      Hallo Rainer,

      C54 und R10 gehören zur Aufbereitung der Regelspannung für den ZF-Verstärker. Die wird auch vom Ratiosignal abgeleitet.

      Der Pfad für die Anzeigeröhre ist aber ein anderer:
      C69 ist der Ratioelko - typischer Wert von 4 µF, Pluspol an Masse. An dessen Minuspol steht das Ratiosignal als Gleichspannung an. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sollten da bei einem starken Sender - 15 bis -20 Volt gegen Masse entstehen.
      Über R32, 500kOhm, und R19, 1 MOhm, gelangt das Signal an das Steuergitter der Anzeigeröhre. Auch direkt am Gitter benötigt die Röhre -10 bis -15 Volt gegen Masse für einen kräftigen Ausschlag des Fächers. Beide Spannungen kannst Du ja mal hier posten.

      Da "stark" relativ ist: Gleiche Antenne an einem anderen, sicher funktionierenden Radio: Ein starker Sender sollte einen deutlichen Ausschlag am magischen Auge, Leuchtband oder sonstiger Feldstärkeanzeige erzielen. Das muss beim Rigoletto dann normalerweise auch der Fall sein, ansonsten stimmt da tatsächlich etwas nicht.


      Gegen welchen Kontakt genau hast Du die Wechselspannung am Chassis gemessen? Heizungsrohr, Schutzleiteranschluss Steckdose? Normal klingt das jedenfalls nicht.
      Was für eine Antenne nutzt Du? Zimmerantenne oder ein Stück Draht, Dipol auf dem Dach oder Dachboden, Kabelanschluss?

      Viele Grüße,
      Christian

      Für alle, die mitdenken wollen, hier der komplette Schaltplan
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      • Rigoletto.jpg

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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Hallo Christian - Danke für den Hinweis. Am Elko C69 liegen - 14,9 Volt an. Also auch alles okay. Ebenfalls die zwei widerstände sind okay.

      Ich habe aber nun mal vom chassis auf den Schutzleiter der Steckdose gemessen: 130 Volt wechselspannung.

      Ja, Hilfe.....

      grüsse

      Rainer

      edit: zu einem Saba Radio sehr verwirrende Sache zwischen gerät und schaltbild
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      • NordmendeIMG_7210.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rawa 71“ ()

      Rallo Rainer,

      jetzt sieht die Anzeigeröhre doch so aus, wie sie bei abgestimmtem Sender aussehen muss: Die dunklen Fächer werden kleiner. Oder täuscht das Bild?

      Zur Spannung am Chassis gibt es schon mindestens einen Thread hier im Forum:

      Chassis unter Netzspannung

      Auch in anderen Foren taucht das Thema auf. Du scheinst also nicht der Einzige zu sein. Beim Rigoletto sind allerdings keine netzseitigen Entstörkondensatoren verbaut. Dann entsteht diese Spannung vermutlich durch Streukapazitäten vom Trafo. Wenn Du ganz sicher gehen willst, lass das Radio von einem Elektriker prüfen. Der kann mit einem speziellen Messgerät ganz schnell den Isolationswiderstand ermitteln.

      Ist das Radio noch mit etwas anderem als dem Stromnetz verbunden, wenn Du die Spannung misst? Z. B. ein anderes Gerät, eine Antennenanlage, Stereoanlage? Über die NF-kabel oder das Antennenkabel wird in dem Fall eine Masseverbindung zwischen den Geräten hergestellt. Da kann die Spannung theoretisch auch von dieser Quelle eingeschleppt werden.

      Dass sich der Empfang bei Annäherung ans Radio oder Berührung ändert, ist nicht ungewöhnlich, besonders bei schlechter Antenne. Der Körper reflektiert z. B. UKW-Wellen. Befindet sich die wirksame Antenne in der Nähe, kann es zu Verstärkung oder Auslöschung dort kommen. Wenn Du günstig stehst, wird der Empfang besser, wenn Du ungünstig stehst, wird er schlechter. Bei Berührung wirkt man u. U. selbst als Antenne, die gerade bessere Empfangseigenschaften hat, als das was grade angeschlossen ist. Bei K-, M-, Langwelle beeinflusst zusätzlich das Erdpotential, das der Körper mit sich führt, den Empfang.
      UKW ist bezüglich solcher Reflexionen empfindlich. Bestimmt kennst Du den Effekt, dass beim Autoradio manchmal ein halber Meter Rollweg über Rauschen und Empfang entscheidet.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Über die Änderung beim Empfang durch Berühren oder Annähern würde ich mir nur eine Rübe machen, wenn das auch bei angeschlossener Außenantenne oder Antennenanlage auftritt.


      Viele Grüße,
      Christian
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      Auf verschiedenen Wegen schleicht sich oft eine ca. halbe Betriebsspannung auf dem Chassis ein.
      Relevant ist nur eine real bedrohliche Berührspannung, diese Parasitärspannungen brechen bei Belastung eher zusammen als der "Anfasser".
      Verboten ist dies ebenfalls nicht, die VDE legt den maximalen zulässigen Körperstrom fest und den lassen Parasitärspannungen nicht fließen.

      (Ich gehe davon aus das akribisch gearbeitet wurde/wird und somit eine reale Bedrohung durch eine "harte" Berührspannung bei entsprechend hohem Körperstrom nicht anliegt)
      Gruß Jogi
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      [frei nach W. Reus]
      Also : zum einen steht das Gerät bei dem letzten Bild auf dem Tisch und hat da deutlich besseren Empfang - daher der bessere Ausschlag an der EM35.

      das Radio ist völlig ohne weitere Geräte oder Antenne oder erdung zum Zeitpunkt der Messung gewesen. Beim drehen des netzsteckers geht die Spannung auf 33 Volt.
      Spürbar ist diese Spannung nicht. also dürfte es nur was verschlepptes harmloses sein.
      Kann man das ignorieren trotz das scheinbar hohen Ausschlages von 130 Volt ?
      enorm das eine so hohe Spannung so wenig stärke haben kann.


      der empfang :
      bei berühren des chassis ändert sich dieser ja auch wenn ich nur mit dem Finger ans chassis komme
      - also ein Fingerknicken dürfte den Empfang nicht derart reflektieren - dürfte also an was anderes liegen- sicherlich / vermutlich (??)
      eine Art Kopplung des Gehäuses und eine entsprechend deutlich größere plötzliche Masse durch chassis und Körper. Ich habe in der Bucht zweimal em34 und einmal EM 35 erstanden mit großem Erfolg !
      slle funktionieren gut, die EM 34 mit super gutem Licht !


      Grüsse

      rainer
      Wie schon erwähnt, die Parasitärspannung an sich schadt nix.
      Selbst wenn die deutlich kribbeln würde (nackte Füße oder Finger, Zunge als Sensor usw.)
      Gruß Jogi
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      Wo ständen wir bloß ohne olle Ohm?
      Es ist eine Binsenweisheit das man sich den URI einprägen sollte.

      Der dem menschlichen Körper eben noch zuträgliche Stromfluß kann damit klar ins Verhältnis zur Spannung gebracht werden, als menchslichen Innenwiderstand wird gerne der Wert von 3000 Ohm angenommen (Mist das ist doch kein Wert aus der E-Reihe)
      Gruß Jogi
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      Da will ich doch auch mal klugsch...
      Von Wichtigkeit ist hier der Innenwiderstand der parasitären Spannungsquelle. Die Wahrnehmbarkeitsschwelle liegt bei 0,5 mA, hab ich gelesen. An Rainers Körper dürften also maximal 3000 Ohm x 0,5 mA = 1,5 Volt abgefallen sein. Bleiben 128,5V am Innenwiderstand, dessen Wert damit bei mindestens 260 kOhm liegen dürfte. Nächster E-12?-Reihen-Wert: 270 k. Aber was bekommt man genau beim großen C, wenn man einen 270 kOhm Innenwiderstand ordert?

      Mit nicht ganz ernst gemeinten Grüßen,
      Christian
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      chriss_69 schrieb:

      Da will ich doch auch mal klugsch...
      Von Wichtigkeit ist hier der Innenwiderstand der parasitären Spannungsquelle...


      Ein wichtiger Punkt um eine Brücke zum Thema Anpassung zu schlagen, manchen wird daran vielleicht wie Schuppen von den Augen fallen, weshalb allerorten in der Audiotechnik nicht an der Anpassung vorbeigegangen werden kann.

      Jetzt hier konkret bei parasitären Kopplungen ist folglich die Anpassung schlecht, es bleibt mehr elektrische Leistung in der Quelle hängen als den Organismus belasten kann, weil die Anpassung schlecht ist Ri >> Rmensch.

      Blöd wird es da wo die Anpassung zu gut wird, an Kraftanlagen wie man das früher nannte, wo man direkt Leiter anfassen kann während man an zweitem Pol gut leitfähig verbunden ist.
      In Feuchträumen und Naßzellen, wo ein Isolationsfehler plus die relativ gute Leitfähigkeit von Anlagenteilen und Menschen durch Wasser deutlich verbessert wird. Und weil das so ist und weil am Menschen schon ab 5mA Stromfluß über den Herz-Taktgeber Beeinträchtigungen einsetzen und ab 30mA Rythmusstörungen oder Herzschlag erfolgen sowie schwerste innere Verletzungen und Vergiftungen zu erwarten sind.
      Gruß Jogi
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