Petition: Erhalt des UKW Radios

      oldiefan schrieb:

      In der Presse wird DAB begrüsst: "Endlich vernünftiges Radio im Auto"

      stern.de/digital/dab--im-auto-…achgeruestet-8436644.html

      Reinhard


      Joo, klar. Logisch.
      Deshalb heißen die Systemmedien auch Systemmedien (oder schlimmer).
      Sie sind einspurig, kritiklos und pusten keine neutrale Berichterstattung heraus sondern die alternativlose Mainstream-Meinung (beim Arzt redet man da bei Pinkelproben zurecht vom Mittelstrahl, und genauso ist das dann auch, Schiffe...).
      In schon deutlich erkennbar weimarschen Zeiten wie heute fehlt es deutlich an kritischer Beleuchtung und sauberer, von Meinungskartell geklärter Berichterstattung aller Nachrichten, so auch dieser.

      //Meine Empfangserfahrungen dazu habe ich mal irgendwo lang und breit dargelegt, ich habe DAB im KFZ seit über zehn Jahren und es gibt keine einzige zu fahrende Strecke in Germany, wo man über DAB oder UKW noch zufriedenstellenden Empfang auf eine gewisse Dauer ohne Herumdrehen am Radio hat. Manche Landstriche sind wahre Diaspora, nichts kommt rein auf DAB, nichtmal der Deutschlandmix.
      Das war zu Zeiten der L/M/K- Ausstrahlungen mit hoher Leistung völlig anders.
      DLF und DW bis nach Italien (und wohl noch viel weiter auf KW), viele Hauptsender deutschlandweit ohne Umschalten auf MW, DLF europaweit auf LW.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo zusammen,

      Der Umsetzer von Axing wird für ca. 1600€ angeboten. Es gab ihn mal bei Amazon für 600 - 800 Euro, der Händler liefert jedoch nicht mehr. Für ein professionelles Gerät ist der Preis sicher in Ordnung, speziell wenn man bedenkt, dass DVB-S- zu-FM- Umsetzer von anderen Herstellern für mehr als 4000€ gelistet werden.

      Wenn ich meine private Kosten-Nutzen-Rechnung aufmache, möchte ich jedoch keinen vierstelligen Betrag für die Weiternutzung meiner UKW-Geräte investieren.

      Bleibt die Bastellösung.

      Mit den simplen FM-Transmittern mit 50nW Abstrahlleistung habe ich die Erfahrung gemacht, dass das, was aus dem Radio wieder herauskommt, rauscht und auch sonst nicht qualitativ qualitativ befriedigen kann. Außerdem möchte ich ja ins Hauskabel einspeisen und nicht freifunken.


      Der ELV-Prüfsender scheint da qualitativ besser zu sein. Außerdem bietet er von Haus aus einen 75-Ohm-Ausgang.
      Selber-Bauen traue ich mir bei FM nicht zu. Da habe ich zu wenig Erfahrung, um in vernünftigem Zeitaufwand zu einer stabilen und qualitativ befriedigenden Lösung zu kommen, die zudem die Wellen noch halbwegs auf dem eigenen Territorium hält.

      Für die Einspeisung wären demzufolge je ein Prüfsender, je eine Audioquelle und etwas Kleinkram zum Einspeisen notwendig. Pro Kanal ist also mit ca. 70-80€ zu rechnen. 6 Kanäle kommen damit auch ganz schnell auf ca. 500€

      Für das TV-Signal müsste die Hauskabelanlage am BK-Netz bleiben. Es darf nichts von den Prüfsendern rückwirken, sonst gibt es Ärger mit dem Betreiber. Unter dieser Bedingung bleibt das Ganze wohl auch im Rahmen des Legalen.

      Ich könnte die Einspeisung einkanalig ja schon mal mit meinem vorhandenen Stereocoder von Nordmende testen. Ist sonst noch jemand an dem Thema interessiert? Dann würde sich evt. ein eigener Thread lohnen.

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Zu den ELV Prüfsendern:

      Es gab/gibt ihn in den Versionen

      SUP1
      SUP2 und
      SUP3

      Aktuell ist im Angebot der SUP3, den SUP2 kann man gelegentlich auch noch kaufen.

      Ich selbst habe sowohl den SUP1 und den SUP2, benutze beide selten. Eher als Notlösung gedacht, sollte mein "grosses" Messzeugs mal ausfallen (tut es aber nicht! :sleeping: ). Der SUP1 hat keine Pre-Emphase, den können wir also "ad acta" legen. SUP2 und SUP3 haben schaltbare Pre-Emphase mit wahlweise 50µS oder 75µs Zeitkonstante, kommen also in Betracht. Über den ELV SUP2 kann ich berichten.

      Der HF-Ausgangspegel des SUP2 wird zwar auf dem Display bis 118dBµ angezeigt, tatsächlich ist der Output aber bei meinem Exemplar bei 101dBµ an 50 Ohm am Limit. Man kann danach zwar noch die Anzeige bis 118dBµ am Display hochschalten, am tatsächlichen Ausgangspegel tut sich aber jenseits von 101 dBµ nichts mehr. Das ist unabhängig davon, ob ich den SUP2 am USB Anschluss des PC betreibe oder an einem externen "USB-Power-Pack" als Stromversorgung. Andere Nutzer berichten ähnlich: max. 97dBµ (mysnip.de/forum-archiv/thema-1…P2+als+Steuersender+.html)

      ELV erklärte dazu, dass offenbar C10 teilweise mit 100pF statt mit 10pF bestückt wurde und damit der Pegel um ca. 10dB reduziert ist, das gäbe dann bei "richtiger" Bestückung 108 dBµ, fehlen immer noch noch 7dBµ. Auf den Unterschied, 50 Ohm Abschluss gegenüber 75 Ohm Abschluss kommt bei 90 MHz geschätzt etwa 1dB, wenn als "Fehler" nochmal 1 dB addiert wid, bleibt trotzdem noch eine deutliche Differenz von 5dB. Meine Messung hat einen max. Fehler von +/- 1 dB. Fehlanpassung am Powersensor kann ich ausschliessen. Denn bei eingestellten/angezeigten 88dBµ am SUP2 messe ich über ein kurzes (15cm) BNC-Kabel an 50 Ohm Abschluss einen Pegel von 87,1 dBµ (19,9 dBm) mit meinem (kalibrierten) AD8307 HF-Power-Sensor.
      Bei meinem SUP2 (SEIKI201; 94V-0;E307365; 13 12) ist C10 in eingebautem Zustand 107 pF. Das ist dann wohl die Kernursache für die Abweichung.

      Das alles ist in der Praxis kein Problem, wenn man es weiss. Am 75 Ohm Kabel liefert der SUP2 (das kann auch für den neueren SUP3 gelten) mehr als ausrechend Leistung für die Verwendung am Kabelnetz. Eine Antenne darf nicht angeschlossen werden, wie ja schon hier geschrieben wurde. Der ELV könnte sonst mit Sicherheit im Radio der Nachbarn auftauchen und zu kostenträchtigen Massnahmen und Bussen der Bundesnetzagentur führen.


      Wie ist denn nun der Klang?

      1. Frequenzgang mit 50µs Pre-emphase
      Es fehlt etwas Bass und bei 10kHz ist eine Anhebung von 2,8dB, die geht mit +1dB bei 5-6 kHz los, +2dB bei 7 kHz. Wie eine leichte Höhenanhebung am Verstärker. In dieser Grösse wohl noch vertretbar. Wiedergabe geht bis 14kHz (-2dB), auch das geht in Ordnung. Im Bassbreich leider -4dB bei 40 Hz, aber auch dem kann man mit dem Bassregler am Verstärker gegensteuern (oder die Loudness macht es sowieso).
      Fazit: NF-Wiedergabebereich ist akzeptabel, wenn auch "Lo-Fi", kein "HiFi".

      Abbildung:
      Frequenz-Amplitudengang von ELV SUP2 mit 50µs Pre-emphase an Empfängern mit 50µs De-Emphase.
      (Mein "grosser Prüfsender" liefert hier einen brettgeraden Frequenzgang von 20Hz bis 15 kHz. Die Abweichung ist also allein auf das ELV-Gerät zurückzuführen)





      2. Klirrfaktor (THD)
      Der klirrfaktor hängt stark von der Amplitude des Eingangs-NF-Signals ab. Das Eingangssignal (Modulation!) sollte man also möglicht nicht zu stark machen. Es ist dann ein Klirrfaktor von 0,2% oder weniger (stereo) möglich (Modulation 40 kHz +7,5 kHz Pilottonmodulation, gesamt=47,5kHz).



      Also auch klirrmässig geht ELV SUP2 in Ordnung.


      Rauschen
      Ich habe das in der Praxis nicht überprüft. Angesichts der kräftigen Ausgangsleistung denke ich aber, sollte das kein Problem sein.


      ELV SUP3:
      Auch hier scheint eine Anhebung von 2dB bei 10kHz vorhanden zu sein, wie ein Nutzer im ELV-eigenen Forum schrieb.



      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Ich muß mich korrigieren - der ELV SUP1 Prüfsender hat doch 50µs Pre-Emphase! Allerdings ist bei meinem Exemplar der Frequenzgang damit ebenfalls nicht linear, sondern fällt bei 10kHz um 4dB gegenüber dem Sollwert ab und bei 12,5kHz um 5 dB. Auch das könnte aber mit dem Höhenregler am Verstärker ausgeglichen werden. Im Bassbereich ist mein SUP1 sogar besser als der SUP2.

      Messung ELV SUP1 Frequenzgang mit 50µs De-Emphase empfängerseitig:





      Reinhard
      Hallo Reinhard,

      das ist ja Klasse, was Du hier an Informationen zu den SUP teilst. Der SUP2 würde damit sicher meinen Ansprüchen genügen.

      Gestern habe ich mit gerade vorhandenem Equipment die Einspeisung eines Zusatzsignals in die Hauskabelanlage getestet. Folgende Installation liegt vor, Aufzählung in Reihenfolge vom Betreibernetz zum Anschlusspunkt Endgerät:

      - Anschlussbetreiber: örtliche Antennengemeinschaft
      -Abzweig mit 20dB Anschlussdämpfung
      -Leitung von 25 m Länge
      -Hausanschlussdose, die vornehmlich dem Anschluss des Kabelmodems dient. Es ist eine Durchgangsdose, der Abgang geht, um ca. 2dB vermindert, auf den Hausanschlussverstärker.
      -Hausanschlussverstärker mit 20dB Verstärkung, Frequenzbereich 5 bis 832 MHz, ein No-Name-Teil
      -sternförmige Verteilung 10er und 6er Abzweig, die Abzweige weisen 17,5 dB Dämpfung auf, wobei sich das Dämpfungsmaßen des zweiten Abzweigs zusammensetzt aus Abgangsdämpfung des Stammes der ersten Abzweigeinheit von ca. 3,5 dB und der Dämpfung des 6er Abzweigs von 14 dB. Der Stammausgang 2 ist mit 75 Ohm abgeschlossen.
      -Kabellängen zwischen 7 und 20 m in die einzelnen Räume,
      -Stichleitungsdosen TV + Radio, mit ca 2 dB Anschlussdämpfung TV, der Radioanschluss wird eine etwas höhere Dämpfung aufweisen.

      Der Betreiber schaltet die FM-Programme im Bereich von 87,7 bis 98, 8 MHz auf, oberhalb dessen sind die Kanäle nicht belegt.

      Das einzuspeisende Signal habe ich mit dem SC 384 erzeugt, gerätebedingt mit 100 MHz. Als Weiche kam auf Andreas' Tipp ein alter Zweifachverteiler zum Einsatz, siehe Anhang.

      Bei Anschluss direkt nach dem HAV reichte der maximale Pegel des SC384 nicht aus, dass Radios mit Suchlauf das Signal detektierten.

      Beim Einschleifen vor dem HAV funktionierte es dann. Ich konnte den SC 384 um 10dB drosseln, um noch ein rauschfreies Signal zu erhalten. Die anderen Sender waren dabei ebenfalls störungsfrei zu empfangen.

      So weit bin ich gekommen. Nach dem Test habe ich den Heimsender wieder von der Kabelanlage genommen. Mit einer zusätzlichen Verstärkung möchte ich nochmals nach dem HAV einspeisen, damit dieser nochmals schützend zwischen Hausnetz und Providernetz steht. Ich hoffe, das reicht dann aus, damit sich niemand gestört fühlt.

      Wenn das erfolgreich sein sollte, werde ich mal mit ein oder zwei Zusatzkanälen mittels SUP2 starten. Neben dem Anschaffungspreis ist das auch hinsichtlich der Stromkosten im Vergleich zu richtigen Umsetzern eine wesentlich kostengünstigere Lösung.

      Viele Grüße,
      Christian
      Bilder
      • IMG_20181202_192257.jpg

        682 kB, 1.509×1.199, 3 mal angesehen
      • IMG_20181202_192215.jpg

        632,65 kB, 1.607×1.315, 7 mal angesehen
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Die Randbedingungen sind mir noch nicht ganz klar, logisch man kennt sich nur vom Schreiben hier.

      Bist du Bewohner eines Eigenheimes und gehört der BKabelsalat hinter dem HÜP dir, dann kanst du das so machen.

      Sichergestellt sein muß das nichts rückwärts ins BK eingespeist wird.
      Sichergestellt sein muß, daß der Abschluß an allen Dosen und speziell an der Enddose konform ist und die Anlage hf-mäßig dicht ist.
      Es gibt genügend nicht oder schlecht abgeschirmte und abgeschlossene BK-Anlagen die das gesamte jeweilige Stadtviertel stören und sogar die BOS-Dienste behindern.

      Bist du Mitbewohner in einem Mehrparteien-Palast dann ist die Handlungsfreiheit eingeschränkter und hängt außerdem davon ab in wessen Händen das interne Kabelnetz ist und ob es einen Sammelvertrag, mit oder ohne hausinterne Verkabelung, über den Vermieter oder Einzelverträge mit jedem einzelnen Mieter mit dem Kabelanbieter gibt und wer das Leitungsnetz inne hat und was er darin erlaubt oder nicht.

      Da die BK-Netze gerade auf Digital umgestellt werden sind auch die sich daraus ergebenden Fragen völlig offen.
      Gruß Jogi
      -------------
      Menschen mit Tiefgang laufen schneller auf Grund
      Nichts wird dem Menschen weniger verziehen, als Recht gehabt zu haben
      [frei nach W. Reus]
      Hallo Jogi,

      ...ist alles meins, sowohl das Haus als auch die Kabelanlage nach dem Übergabepunkt. Rundum ist Platz, die Nachbarn sind mir wohlgesonnen und eh mindestens zwei Zäune und 50 m + x Luftlinie entfernt.

      Aber undichte Anlagen sind mir bekannt. Regelmäßig knallte ein Hotelfunknetz in mein Autoradio auf dem Arbeitsweg hinein. Für 100 m kam plötzlich Dudelmusik auf der Frequenz des DLF. Das ging jahrelang so. Irgendwann war dann Ruhe. Ob auf amtlichen Abschaltbefehl oder im Zuge einer Überarbeitung der Anlage, kam mir nicht zu Ohren.

      Ja, die Rückspeisung ist der einzige Bedenkenpunkt den ich mit Dir teile. In Ermangelung eines Meßempfängers oder Spektrumanalyzers wird wohl ein Radio als Testgerät zum Einsatz kommen, das ich probeweise an das Stück zwischen Übergabepunkt (nicht meins) und Hausanschlussverstärker (meins) anschließen werde. Ich hoffe, dass die zusätzlichen Träger da schon nicht mehr nachweisbar sind. Auch eine Runde im und ums Haus mit einem tragbaren Empfänger sollte das gleiche Resultat erbringen. Zumindest im Verhältnis zu einem 50nW Transmitter ist das Signal dann sicherlich schwächer. Und die geringe Neigung der im SUP benutzten FM-Sendechips, auf Nebenfrequenzen zu strahlen, wird ja gemeinhin gelobt.


      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Neun, dann möchte ich mal einen Zwischenstand geben.

      Der SUP2-Bausatz



      wurde in Rekordzeit geliefert, der Zusammenbau gelang problemlos. Einzig die doppelseitige Platine mit großen Masseflächen verlangt mehr Leistung beim Löten. Da einige Lötpunkte sehr nah an benachbarten SMD-Bauteilen angeordnet sind, muss man etwas aufpassen. Der HF-Bereich nimmt nur sehr wenig Platz auf der Platine ein. Neben dem SI4711 (IC3) besteht dieser Bereich der Schaltung aus einer Festinduktivität, dem Koppelkondensator und der Antennenbuchse. Das war es.







      Die Schaltung funktionierte auf Anhieb. Mit unbelegtem HF-Anschluss ließ sich der Generator nur wenige cm weit empfangen. Die Pegeleinstellung von 88 bis 118 dBµV zeigte auch im Bereich über 100 dBµV Wirkung, indem sich der Empfang bei kritischem Abstand merklich verbesserte. Aber schon das Anschließen eines kleinen ungeschirmten Drahtes am RF-Ausgang sollte man vermeiden. Die Reichweite steigt selbst beim niedrigstmöglichen Pegel sofort auf Größenordnungen, die Nachbarn mitbeglücken. Ist ja auch ausdrücklich nicht erlaubt :)

      An der heimischen Kabelanlage verlief der erste Test positiv. Die direkte Speisung in den Verteilereingang, nachdem der HA-Verstärker abgekoppelt war, ergab ein sehr gut empfangbares Signal an der Wohnzimmeranlage. Der Pegel von 88 µVdB reichte dazu aus, trotz der Abzweig-, Leitungs- und Anschlussdosendämpfung (Summe ca. 20-25 dB).



      Schaltzentrale, links unten der Kabelreceiver, rechts daneben der SUP2 und das zum Mischen verwendete Abzweigteil:
      Grün: Signalverlauf vom Eingang mit Splitdose für den Datenbetrieb
      Rot: Signalverlauf nach dem HA-Verstärker
      Blau: zusätzlich erzeugtes Signal


      Für den Parallelbetrieb der Kabelanlage und des Transmitters ist die Einkoppelung zwischen HA-Verstärker und Abzweigern notwendig. Als erstes versuchte ich es mit einem gering dämpfenden 2-Fach-Verteiler. Leider verweigerte da der HF-Chip seinen Dienst. Im Datenblatt des SI4711 steht etwas davon, dass sich das System selbstständig auf die angeschlossene Antenne einstellt. Wenn es da den ganzen Mix vom HA-V über den Ausgang reingedrückt bekommt, scheint das nicht zu funktionieren und der RF-Teil wird deaktiviert. So meine Vermutung.
      Mit der Einspeisung über einen Abzweig mit 17 dB Dämpfung lief der SUP2 dann willig an. Nun ist das Signal, das an den Endstellen ankommt, etwas schwach, erlaubt aber noch rauschfreien Empfang. Ich besitze leider keinen Pegelmesser, so habe ich mich mit der Pegelanzeige des letztens instandgesetzten SABA Meersburg H begnügt. Bei den Sendern des Kabelanbieters steht die auf 9, bei dem vom SUP2 auf 8.

      Der Freiempfangstest zeigte, dass das Signal im Bereich von 2-3 Metern um den HA-Verstärker und das Verteilersystem mit einem tragbaren Radio nachweisbar ist. Aber schon im Nachbarraum kam nur noch Rauschen an. Das halte ich für vertretbar.

      Vor dem HA-Verstärker ist das Signal leider gut nachzuweisen, wenn auch deutlich schwächer als an den Enddosen. Die Anzeige des Meersburg ging auf 4 zurück, was trotzdem noch Stereobetrieb - wenn auch verrauscht - zuließ. Zwischen diesem Punkt und der öffentlichen Stammleitung der Antennengemeinschaft liegen da nur noch 20 m Koaxkabel und die Abzweigdose. Diese hat - heute nachgeschaut - nur 12 dB Abgangsdämpfung. Ich muss also davon ausgehen, dass mehr als nur Reste des Signals den Weg in die Stammleitung finden. Es fehlen ca. 15-20 dB Dämfpung.

      So werde ich das System nicht betreiben. Das ist mir zu heiß. Aber falls tatsächlich die UKW-Sender wegfallen, kann ich ein zusätzliches selektives Dämpfungsglied für diesen Frequenzbereich vor dem HA-Verstärker einfügen. Dann ist das durchaus eine brauchbare Lösung, um UKW-Geräte weiter unabhängig vom Freiempfang mit Sendern füttern zu können.

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Hallo Achim,

      klingt interessant. Google spuckt unter dem Stichwort leider nicht viel an Konfektionsware aus. Aber die üblichen Abzweiger mit 6dB Dämpfung zu Tap haben auch schon eine relativ hohe Rückflussdämpfung. Wäre das einen Versuch wert?

      Viele Grüße,
      Christian

      Edit: Ich mag es kaum glauben, vorstellen kann ich mir es schon gar nicht. Axing hat einen F-F-Adapter im Angebot (CFA 26-02) und bewirbt ihn mit hoher Rückflussdämpfung: >40dB im interessierenden Bereich. Habe ich da etwas falsch verstanden? Wie kann ein simpler Adapter das Signal nur in eine Richtung durchlassen?


      Dateien
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Hallo Leute,

      die eigene kleine Kopfstation ist dank herkömmlicher BK-Abzweige in greifbarer Nähe. Achims Post gab den entscheidenden Hinweis.

      Vorher noch eine Richtigstellung in Bezug auf meinen letzten Post: Rückflussdämpfung hat nichts mit einer Ventilwirkung für HF zu tun, sondern bezeichnet das Verhältnis zwischen reflektiertem Pegel zu einlaufendem Pegel an einem Anschluss. Es ist somit ein Maß, wie stark ein Einbauteil vom idealen Wellenwiderstand abweicht. Das ist hier jedoch nicht das Problem.

      Schlüssel hier ist die Richtdämpfung zwischen Out und Tap. Diese ist in der Regel wesentlich höher als die Abzweigdämpfung zwischen In und Tap. Weil ich mir nicht sicher war, ob das auch richtungsunabhängig gilt, habe ich mit meinem Mitteln gemessen (20 MHz-Oszi) und fand die Werte in den Datenblättern bestätigt:



      Ergebnis: Bei allen drei Anschlusspaarungen ist es egal, in welcher Richtung das Signal läuft, der Dämpfungswert ändert sich nicht.
      Wichtig ist noch: die hohe Richtdämpfung kommt nur zustande, wenn auch der In-Anschluss mit 75 Ohm abgeschlossen ist. Bleibt er offen, ist die Dämpfung wesentlich geringer.

      Um den Effekt für das Einspeisen des generierten Signals zu nutzen, muss der Abzweig "verkehrt herum" in den Signalfluss eingebaut werden. Das war bei meinen ersten Versuchen nicht so. Folge: starke Dämpfung in Richtung des eigenen Verteilernetzes, schwache Dämpfung in Richtung HA-Verstärker, hoher erforderlicher Ausgangspegel am SUP2, damit überhaupt noch etwas ankommt.



      So wird ein Schuh draus: Das vom HA-Verstärker kommende Signal wird in die Out-Buchse eingespeist, von der In-Buchse geht es weiter Richtung Stichleitungsabzweiger.
      Es ergeben sich rechnerisch folgende Pegelverhältnisse:



      Der erste Test ergab, dass mit 88 dBµV Ausgangspegel am SUP2 ausreichend Pegel für sauberen Empfang an den Endgeräten ankommt. Feldstärkeanzeige am Meersburg: 8,5.
      Auf der Stammleitung wird im vorlaufenden Zweig das Signal mit empfindlichen Messgeräten sicher noch nachweisbar sein. An den Empfängern, die vor mir an der Stammleitung hängen, jedoch nicht. Deren Hausanschluss-Abzweig besitzt ebenfalls eine Richtdämpfung, die das Signal auf -8 dBµV abschwächt. Das holt auch der beste Saba-Empfänger nicht mehr aus dem Rauschen.

      Der nachfolgende Stammleitungsteil bekommt durch die Richtdämpfung meines Stammleitungsabzweigs nur noch 2 dBµV mit. Der Abzweig des nächstfolgenden Teilnehmers schwächt das Signal um die Abzweigdämpfung ab. Es kommen -10 dB µV an, also ähnlich schwach wie im vorlaufenden Zweig.

      Es sollte also keine Beschwerden meiner Nachbarn über unerwartete Radioprogramme geben.
      Sollte es wider Erwarten zu einer tatsächlichen Nutzung der von mir benutzten Frequenzen auf der Stammleitung kommen, wird mein schwaches Restsignal dort komplett überdeckt. Ich schätze den Pegel auf der Stammleitung auf ca. 80 - 90 dBµV.

      Viele Grüße, Christian


      Kleiner Nachtrag: Zwischen Stammleitungsabzweig und HA-Verstärker liegt bei mir ja noch die Anschlussdose, 4 dB Dämpfung steht auf dem Rahmen, für die Fritzbox. Die hat auch einen Radio-Ausgang. An dem ist mein Signal mit dem Meersburg-H nicht mehr zu finden. Gut so!
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Mal kurz eine Tüte HF!

      Es gibt tatsächlich Koppler, die sich wie eine Art Diode verhalten.
      Die ausgekoppelte Leistung ist dann tatsächlich von der Flussrichtung abhängig.
      Die Dinger findet man z.B. in Sendeanlagen.
      Am ehesten bekannt dürften SWR-Meter sein, meist Rückwärtskoppler.
      Der Pegel am SWR-Ausgang steigt, wenn Leistung reflektiert wird.
      Reflektierte Leistung ist ja dann Leistungsfluss in entgegengesetzter Richtung.
      Damit kann man überprüfen, ob Antennen die ankommende Leistung tatsächlich abstrahlen.
      So Dinger wird man in Sat- oder BK-Anlagen eher nicht finden.

      Wie Christian schrieb, darf man meist Verteiler in BK-Anlagen auch "rückwärts" benutzen.
      Damit meine ich passive Verteiler oder Weichen, also ohne aktive Elektronik.

      Ich beschreibe mal eine typische Kabelanlage in einem Mietshaus mit 8 Wohnungen.
      Das Haus habe vier Stockwerke, zwei Wohnungen pro Etage.
      Der Übergabepunkt des Kabelanbieters sitzt im Keller.
      Direkt hinter dem Übergabepunkt muss ein geeigneter BK-Verstärker gesetzt werden.
      Das gilt auch dann, wenn der Pegel am Übergabepunkt reichen würde.
      Nicht selten wird der Verstärker auch als Trennverstärker bezeichnet.
      Hauptaufgabe, er soll verhindern, daß Signale aus den Häusern ins Kabelnetz gelangen.
      Deshalb sind Verstärker für Dachantennenanlagen für den Zweck meist unzulässig!

      In allen Wohnungen soll der Pegel an der Dose möglichst gleich sein.
      Wir setzen direkt hinter dem Verstärker einen Zweifachverteiler.
      Jetzt haben wir zwei Stränge, mit denen wir von unten nach oben durch die Wohnungen gehen.
      Blöderweise hat aber Antennenkabel eine nicht zu vernachlässigende Dämpfung, abhängig von der Länge.
      Auch werden wir in den Strängen Durchgangsdosen setzen, weiterer Pegelabfall.
      Im obersten Geschoss wird wesentlich weniger Pegel sein als in Parterre.

      Auch dafür gibt es einen einfachen Trick, damit der Pegel in den Wohnungen möglichst gleich ist.
      Wichtige Daten von Dosen sind Durchgangsdämpfung und Auskoppeldämpfung.
      Durchgangsdämpfung ist das Maß, um was die Dose im Strang dämpft, kleiner Wert.
      Auskoppeldämpfung ist die Differenz zwischen Strang und TV-Anschluss des Mieters, großer Wert.
      Mieters UHF-Modulator des Videorekordes soll möglichst nicht in die Verteilung spucken.
      In Parterre wird man eine Dose mit niedriger Durchgangs- und hoher Auskoppeldämpfung nehmen.
      Ganz oben umgekehrt, eventuell nimmt man für die letzte Dose gleich eine Enddose.
      Der übliche Pegel in BK-Anlagen für TV liegt bei etwa 60 - 80 dBµV.

      Kleiner Tip, irgendwelche nicht benötigten Ein- oder Ausgänge immer mit 75 Ω abschließen!
      Christian hat es schon geschrieben, gibt sonst ganz schnell Probleme.
      Schließt man eine Durchgangsdose mit 75 Ω ab, ist aus ihr fachgerecht eine Enddose geworden.

      Bis hier hin alles sofort verstanden?
      Dem Leser traue ich zu, daß er in seiner eigenen Anlage Änderungen vornehmen kann.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      oldiefan schrieb:


      Zeigt aber auch, dass so etwas keine Sache für den unbedarften Laien ohne Messausrüstung und Messerfahrung ist.


      Hallo Reinhard,

      wahre Worte. Auch meine Messausrüstung ist eigentlich für das Vorhaben unzureichend. Ein spezielles Pegelmessgerät für Antennenanlagen wäre hier angebracht.
      Größte Unsicherheit bei mir: wie stark dämpft der HA-Verstärker in Rückwärtsrichtung.

      Eine zweite wichtige Voraussetzung für die Umsetzung ist aus meiner Sicht etwas Übung beim Aufstellen des Pegelplanes. Da setzen Andreas' Hinweise zum Aufbau einer BK-Anlage an.
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
      Hallo Christian,

      das Verhalten des HAV wird stark frequenzabhängig sein. In dem Bereich, wo die Signale, auf die der IP-Traffic für den Internetzugang aufmoduliert ist, läuft wird er in Upstream-Richtung, also 5-65 MHz rückwärts möglichst wenig dämpfen. Der Downstream Bereich (~450 - 606 bzw. 862 MHz läuft nur Richtung Teinehmer, könnte also, wie die Fernsehkanäle mitverstärkt werden und eine hohe Rückwärtsdämpfung Richtung KTV-Netz haben.
      Auch in den übrigen Frequenzbereichen will der Kabelbetreiber möglichst nichts - vor allem keine Störungen - vom Teilnehmer abbekommen. Da sollte eine kräftige Dämpfung vorgesehen sein.
      Alles vorausgesetzt, der konkret verbaute HAV hält sich an diese Spielregeln.

      Wie hoch die Dämpfungswerte beim hier vorhandenen Typ sind, sollte das Datenblatt des Verstärkers beinhalten.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Hallo Achim,

      so würde ich das im Groben auch erwarten. Lt. Etikett besitzt der Verstärker einen Rückkanal, 5-30 MHz. Ansonsten ist die Datenlage mehr als dürftig. GTN als Hersteller existiert nicht mehr, unter der Bezeichnung "GTN CATV Home Amplifier BK 862/22" findet man nichts im Web. Ich habe ihn vor ca. 8 Jahren bei Pollin erworben, als ich die Sternverteilung aufgebaut habe.

      Wild ist das nicht. Die Dämpfung im UKW-Band scheint ja ausreichend zu sein.

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)
    • Benutzer online 2

      2 Besucher