Stückzahlen SABA Freiburg Telecommander G und H bekannt?

      Stückzahlen SABA Freiburg Telecommander G und H bekannt?

      @Experten:
      Das oben genannte Gerät war seinerzeit ja das Spitzenmodell für 2 bis 3 Jahre.

      In welchen Stückzahlen in etwa wurden die Geräte gebaut?
      Wie ist das Verhältnis zu Geräten der 8000 Serien, die ja wohl eher Volumenmodelle waren, gewesen?

      Heutzutage tauchen ja nicht so viele SABA Freiburg Telecommander auf, vielleicht 10 bis 20 Geräte im Jahr.

      Gibt es dazu belastbare Informationen?

      Grüße
      Pit, dem SABA immer besser gefällt :)
      Hallo Pit,

      hast Du denn einen Teilespender gefunden? Im HiFi-Forum hattest Du ja geschrieben, Du möchtest Deinen Freiburg Telecommander G, der einen qietschenden Motor hat und defekte Ultraschall-Fernbedienung, mit Hilfe eines Teilespender-Gerätes, das im Zulauf sei, wieder fit machen.


      Belastbare Informationen zu Stückzahlen per Modellreihe von vor und kurz nach 1970...das dürfte schwierig werden, wenn nicht Forenmitglieder, die 70ig Jahre und mehr hinter sich haben, hier mit ihrer Erinnerung einspringen können.

      Der Freiburg Telecommander G war für 1998,- DM das Spitzenmodell für kurze Zeit(1972-1973), wie Du richtig schreibst. Aber ihm wurde durch das weitgehend parallele Angebot des mit 1398,- DM viel günstigeren - aber immer noch relativ teuren HiFi Studio 8120 G (das ist im wesentlichen der Freiburg Telecommander G ohne Fernbedienung und ohne Motorsteuerung aber gleichem Radio- und Verstärkerteil) intern Konkurrenz gemacht. Geht man nach dem heutigen Angebot von Gebrauchtgeräten auf dem Markt, ist das damals für 998,- DM verkaufte HiFi-Studio 8080 in grossen/sehr grossen Stückzahlen gefertigt worden, der 8120 G (und H) nur in kleinen und das Riesenschiff Freiburg Telecommander G (und H) darf man schon als "selten" bezeichnen. Das sind aber nur relative Kategorien. Belastbar wären nur exaktere quantitative Angaben.

      Ein zeitlich gleicher Marantz 2230 - mit gleicher Ausgangsleistung wie der Saba Freiburg Telecommander G/H - kostete etwa das gleiche wie der SABA Freiburg Telecommander G, auch fast 2000,- DM, war aber nicht fernbedienbar und hatte ein WESENTLICH schlechteres (schlechte Empfindlichkeit, weniger Trennschärfe, nur zwei Wellenbereiche) Radioteil. In der Optik und in den Abmessungen konnten die beiden Geräte SABA - Marantz verschiedener nicht sein. Marantz stand für die "neue internationale Optik" mit glänzender technisch-kühl anmutender Metallplattenfront - SABA für Tonmöbel in Holz in "klassisch-deutschem" Design.

      Gruß
      Reinhard

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      Hallo Reinhard,

      natürlich bist Du hier auch unterwegs, ist mir soeben aufgefallen. Fein.
      Nein, das zweite Gerät (braun, mit originaler Bedienungsanleitung) ist noch nicht da (kommt hoffentlich heute). Ob es nur ein Teilespender ist, weiß ich noch nicht. Es soll vor kurzem in einem Partykeller in Köln noch gute Dienste verrichtet haben. Im best case funktioniert mehr als bei meinem ersten Gerät (weiß), insbesondere die FB. Das braune Gehäuse werde ich auf jeden Fall nutzen und auf die Bedienungsanleitung bin ich sowieso "scharf".

      Aus meiner Erfahrung mit anderen Hobbies ist es nie verkehrt, sich mit eher seltenen Stücken zu beschäftigen. Ich denke auch, der SABA Freiburg TC ist zwar ein Grosserienprodukt, aber keine Massenware!

      Danke für die gute Info zum Marantz 2230. Man merkt, Du kennst Dich in der Materie hervorragend aus.

      Preise:
      Ich habe für das eine Gerät (weiß) mit orig. FB und Versand 123 Euro bezahlt.
      Für das zweite Gerät (braun, mit orig. Anleitung) ohne FB mit Versand 96 Euro.

      Ich weiß, dass diese Geräte vor 10 Jahren noch deutlich günstiger waren. Ich schätze aber die Situation so ein, dass dieser Typ bald anziehen wird. Insofern finde ich diese Preise noch akzeptabel. Aber mich interessiert das Gerät primär, nicht eine eventuelle Wertsteigerung.

      Grüße
      Pit
      "Ich habe für das eine Gerät (weiß) mit orig. FB und Versand 123 Euro bezahlt."
      Pit, das würde ich einen fairen Preis nennen, mit FB sicher nicht zu teuer. Ohne es irgendwie beweisen zu können, würde ich aus dem Bauch von einer Stückzahl von vielleicht 5000 für den Freiburg TC annehmen, für den 8080 vielleicht 80.000. Man darf nicht vergessen, beides waren hochwertige Geräte, die relativ lange verwendet und auch noch in Ehren gehalten wurden, "Der war mal teuer!" , so dass ein relativ hoher Prozentsatz bis heute überlebt hat.

      VG Stefan
      Hallo Stefan!
      "Stückzahl von 5000 für den SABA Freiburg TC vom Gefühl her". Danke für die Einschätzung. Eine erste Zahl.
      Ich spekuliere auch einmal: 3 Jahre Bauzeit ist nicht so viel (1972 bis 1974). Die Japaner gewinnen schon mehr und mehr Marktanteile. 3000 bis 4000 Geräte mein Tipp.

      Gibt es hier noch einen älteren Mitstreiter, der etwas Belastbares sagen kann ?

      Grüße Pit

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      Hallo Pit,

      Die Preise sind I.O für nicht überholter Freiburg TC. Selbst habe ich vier Freiburg von dieser Gerate

      1) Freiburg TC H (71032204) incl. FB (250 Euro für das Gerat + 150ltr Aral Ultimate 102 für der Abholung in Frankfurt a.M)
      2) Freiburg TC G (G95211) ohne FB (100 Euro für das Gerat + 30ltr Euro 95 für der Abholung nahe Lingen)
      3) Freiburg TC G (G95787) mit FB (150 Euro für das Gerat und ca. 30 Euro für den Versand)
      4) Freiburg TC G (G96803) ohne FB (99 Euro für das Gerat und 29,99 Euro für den Versand)

      Vorübergehend werde ich kein Freiburg mehr dabei kaufen, es sei denn es ist ein echter Teilespender. Gerate #1 und #2 sind voll überholt. Gerat #1 braucht aber eine Losung für die Defekte Transformator. Der Plan dafür ist fertig, wartet aber auf die Ausführung. Gerat #3 brauchte einige Reparaturen ist aber weitestgehend original. Gerat #4 muss warten bis ich Zeit habe (geschätzt im nächsten Winter).
      Raymond

      Carpe Diem
      Noch etwas zu meinem Vergleich MARANTZ 2230 - SABA HiFi-Studio Freiburg Telecommander G (H)

      Der in Sammlerkreisen aufgrund seiner Reparatur-Expertise von (vorwiegend) japanischen HiFi-Geräten der 70iger/80iger Jahre bekannte Armin Kahn ("good-old-hifi") schrieb zum Marantz 2230 (Zitat: good-old-hifi.de/marantz_2230/ ) "1972 habe ich als Hifi-Verkäufer in Berlin gearbeitet und an der oben genannten Receiver-Linie (Anm.: gemeint ist damit der Marantz 2230) wurde extrem viel Geld verdient." Er musste es wissen. Ich glaube nicht, dass SABA mit dem HiFi Studio Freiburg Telecommander G (H) überhaupt nennenswert Geld verdient hat. Das war eher ein Prestigeprodukt. Dessen Fertigungskosten müssen ungleich höher gewesen sein. Nicht nur wegen der aufwendigen Elektromechanik, sondern auch wegen des erforderlichen grossen Aufwands für Abgleich und Prüfung und nicht zuletzt der ungleich höheren Kosten der verbauten Bauteile (z.B. aufwendige Filterbecher mit SABA Bandfilterkonstruktion). In einem Marantz finden sich dagegen nur handelsübliche Standard-Bauteile.

      Insgesamt war in einem Marantz 2230 ja viel weniger Technik enthalten, die Präsentation nach aussen allerdings eindrucksvoller (man vergleiche nur die spärlich-schummrige SABA Skalenbeleuchtung mit der üppigen türkisblauen Flutlichtskala des Marantz). Der gesamte Fertigungsaufwand und Abgleichaufwand war deutlich geringer als im grossen SABA. Beispielsweise benötigt der Marantz 2230 überhaupt keinen Abgleich des ZF-Verstärkers, dort sind bereits (1972!) bis auf die Ratiodetektorspule nur Keramikfilter ( a la Murata) zu finden. Der Saba dagegen hat dort 10 abzugleichende LC-Kreise (zzgl. getrennte Einstellung der Kopplung bei den Bandfiltern). Ähnliches Bild bei AM, dazu die speziellen Baugruppen wie Berührungsautomatik, eigenes ZF-Teil für AFC, Fernbedienung usw. Das gibt es bei Marantz für 2000,- DM ja alles nicht. Vom Verkaufspreis blieb so bei Marantz viel mehr als Gewinnspanne beim Hersteller und beim Handel hängen und gleichzeitig konnte so noch in den 70iger Jahren ein Image als "Premium-Anbieter" gehalten werden.

      Trotzdem war es nur eine Frage kurzer Zeit, bis auch auch Marantz als eigenständiges Unternehmen das Handtuch warf aber als Marke überlebte. Zunächst unter Philips (wie einst auch auch Grundig), heute als eine der Marken unter "Sound United LLC", wie auch D+M Group (die vorher DENON und dann auch Marantz übernommen hatten) und, eben von Sound United angekündigt, auch Onkyo, die wiederum vorher die Marke Pioneer vereinnahm hatten (soundunited.com/news). Sound United schickt sich an, ein Gigant zu werden - da geht es vor allem um Markenwert. Alles gehört der DEI Holdings unter der Private Equity-Firma Charlesbank Capital Partners, LLC.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      wenn der Herr Kahn davon sprach, dass mit dem Marantz "extrem viel Geld verdient" wurde, meinte er damit seine Firma, also den Einzelhandel. Das mag sehr gut sein. Was Marantz selber an einem Exemplar verdient hat, vermag niemand zu sagen. Zwischen Marantz und dem Einzelhändler lag wohl auch noch der Importeur.

      Saba bot damals im Hifi-Geräte-Bereich 27 % Netto-Einzelhandelsspanne. Beispiel Saba 8120 VK 1398,- inkl. 11% MWSt, EK (Händler-Nettopreis) 919,-. Das war im Bereich des Branchenüblichen.

      VG Stefan
      Hallo die Runde,

      hierzulande hatten die Marantz Geräte den Ruf des typischen Blenders für technikaverse Auf-den-HiFi-Zug-Aufspringer.
      Ich kannte die Geräte damals von den großen HiFi Händlern in Frankfurt und von verschieenen Messen und Ausstellungen. Eines Tages wurden dort leichtsinnigerweise geöffnete Geräte ausgestellt. Damit hatte sich das Thema erledigt.

      Der Lampenladen an der Front war mir vorher infolge seiner billigen Imertinenz schon suspekt und korrepondierte nicht mit überragender Technik wie etwa bei den alten McIntoshs. Wenn man dann noch den Kabelverhau und den wahllos zusammengestoppelten konstruktiven Aufbau sieht, ist es aus.
      Die alberne Walze zur Abstimmung - in Deutschland aus gutem Grund vorwiegend in Koferradios zu finden - ist absolut untauglich und ein purer Gimmick nebst Kosteneinsparung. Man macht das Schwungrad zum Abstimmknopf und spart sich den Rest.
      Das Rad erlaubt nicht die besonders feinfühlige Einstellung, wie sie ein großer von beiden Seiten greifbarer Knopf durch die feinste Wirkung größerer Differenzkräfte erlaubt. Zudem flutscht man bei der Marantz Walze seitlich weg, sobald man mit dem Finger den Mittelpunkt des greifbaren Bereichs verlässt. Ein einziger Blödisnn, völlig unbrauchbar.

      Dann kam Marantz mit den 4cm Oszilloskopröhren als Abstimmhilfe. Auch das ein rein optisches Spektakel. Schaute man hinten in den Tuner auf die eigentliche Empfangstechnik, war die Enttäuschung groß.

      Mag schon sein, dass der Gründer, der alte Saul Marantz, am Anfang noch QUalität im Sinn hatte - etwa in der Zeit Mitte/Ende der 60er, als der Tuner 10B erschien, als man die Produktion auch noch nicht nach Fernost gegeben hatte - aber das war schnell vorbei.

      Die Meisterleistung besteht darin, dass man es geschafft hat, den Ruf der ersten Jahre noch eine ganze Weile weiter aufrecht zu erhalten.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Klarzeichner schrieb:

      Was Marantz selber an einem Exemplar verdient hat, vermag niemand zu sagen.


      Hallo Stefan,
      das stimmt. Das rentable Wachstum von Marantz war nach Einführung der 22xx Serie aber enorm. Dafür gibt es Zahlen.

      Finanzreport für das Jahr 1972:
      "Superscope's (Anm.: Superscope war die Muttergesellschaft von Marantz) six month profit increased to $ 1'705'000, or 74 cents a share from $ 1'362'000 or 65 cents a share, one year earlier. Company spokesmen said the gain came from its Marantz line of equipment which contributed $ 10'500'000 in gross. compared to $ 4 million a year ago, and 17 cents per share profit."

      (Quelle: BILLBOARD, August 26, 1972; Off The Ticker, Seite 8; books.google.de/books?id=xCgEA…onepage&q=Marantz&f=false )

      Übersetzt:
      In den ersten sechs Monaten im Jahr 1972 steigerte Marantz seinen Bruttoumsatz auf 10,5 Millionen US-Dollar, ein Wachstum von 163% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Ein Firmensprecher sagte, die Zunahme des Profits auf 1,7 Millionen US-Dollar (+25%), gegenüber 1,36 Millionen US-Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, ist auf Marantz zurückzuführen.


      Hallo Achim,
      Genau wie Du schreibst. Das waren Mängel, die aber die Käufer nicht als solche wahrgenommen haben. Aber solide, kompakt und schwer (Chassis) waren sie schon und die NF-Verstärkersektion war gut - daran kann man nicht rütteln - wir müssen auch fair sein.

      Gruss,
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Aha, dann haben Marantz UND die Händler gut daran verdient. Win-Win im wahrsten Sinne des Wortes. Ist doch prima. Und auch der Kunde war glücklich, schließlich kaufte er die Marke ja, weil er (wohl meist ob der Optik) von ihr überzeugt war. Und nur das zählt. Klar, hochwertige Schaltungen erfreuen das Herz des Technikers - und dieser wählte den marantz eher nicht. Aber wer war/ ist schon Techniker?

      VG Stefan
      Hallo in die Runde.

      @Raymond: Ich finde es gut, offen zu sein und Preise zu nennen. Davon haben auch andere ggf. etwas. Und es kommt Licht in den Markt. Ist in vielen anderen Hobby-Foren oft nicht der Fall.

      @Reinhard (und Achim sowie Stefan): Noch einmal Danke für die weiteren Infos zum MARANTZ 2230. Sehr interessant.
      Reinhard, deine bildhafte Sprache in Zusammenhang mit dem MARANTZ hinterlässt nachhaltige Eindrücke zur Marke.

      Ich selbst war am WE mehr als erfolgreich mit meinen beiden Geräten. Ganz unerwartet! Dazu schreibe ich bisher im HiFi-Forum, weil ich dort das Thema begonnen habe.
      Aber ich mache hier noch einmal einen neuen Beitrag auf. Hier ist es noch gezielter, weil nur SABA-Fans.

      Grüße Pit
      Hallo Stefan, Mitleser,

      zum Abschluss meines Marantz Vergleichs, der nur durch die zeitliche und preisliche Koinzidenz von zwei Modellen der gehobenen Preisklasse ausgelöst wurde:

      Im September 1973 wurde der Ganzjahresumsatz von Marantz im Jahr 1972 publiziert. Demnach hat Marantz seinen Umsatz im Jahr 1972 von fast 10 mio $ im Vorjahr auf 24,4 mio US-$ erhöhen können. Welcher Profit daraus bei Superscope hängenblieb wurde nicht veröffentlicht. Superscopes Geschäft war seinerzeit noch grösstenteils der Vertrieb von Sony Bandmaschinen in den USA, wurde aber seit 1972 zunehmend durch das Wachstum von Marantz und eigene Audioprodukte ersetzt bis der Sony Vertrag auslief.
      Im Jahr 1973 verdoppelte sich der weltweite Marantz Umsatz von 1972 auf 50 Millionen US-$. (Quelle: Billboard 1974, entspricht nach damaligem Wechselkurs 134 Mio DM). Superscope publizierte einen Gewinn (alle Geschäfte, nicht nur Marantz) von 9,835 Millionen US-$ für das Jahr 1973, eine Verdreifachung verglichen mit 1971. Fast 43% des Superscope Umsatzes entfiel in 1973 auf Marantz, in 1971 waren es nur 17% gewesen. Im Jahr 1975 stieg der Marantz Umsatz auf 84,9 Millionen $ (entsprach 209 Millionen DM).
      Aber schon im Jahr 1978 war die Freude definitiv vorbei und Superscope (Marantz) begann, rote Zahlen zu schreiben. Damit waren sie in ihrem Sektor nicht allein auf der Welt....Bei Saba standen in 1974/75 Verluste an. Das Superscope Geschäft (anfangs ohne Nordamerika) wurde 1980 für "nur" 34 Millionen Dollar von Philips aufgekauft. Der Kaufpreis reichte aber nicht, um alle Schulden (ca. 40 mio $) zu begleichen.

      Der Umsatz von SABA war 149 Millionen DM im Jahr 1967 und 836 Millionen DM im Jahr 1978. SABA schrieb 1974 und 1975 Verluste,ab 1976 wieder gerade in den schwarzen Zahlen, aber seit Übernahme des Mehrheitsanteils durch GTE - bereits im Jahr 1968 - mehr und mehr Spielball fremder Finanzinteressen, später dann von Thomson-Brandt bis zum "aus".

      Zur bewegten SABA Firmengeschichte:
      wiki.ghv-villingen.de/?p=7815


      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      SABA hatte im Fußball-WM-Jahr 1974, in dem Millionen Bundesbürger ihren ersten Farbfenseher kauften, extreme Probleme mit epedemieartigen Bildröhrendefekten. Der konzerneigene und damit für Saba alternativlose Lieferant Sylvania Belgien lieferte fehlerhafte Ware. Zahllose Händler nahmen Saba vorübergehend aus dem Sortiment. Die Verluste in dieser Zeit waren also kein Zufall und auch nicht dem Hifi-Sektor geschuldet. Die Hifi-Modelle dieser Zeit, besonders der 8100, verkauften sich wie warme Semmeln.

      VG Stefan
      Zumal der Einstieg von Saba in die Farbfernsehproduktion vielversprechend begonnen hatte.

      In der DDR bekam der VEB Stassfurt vom großen Bruder in Moskau Schrottbildröhren für seinen Color 20 und Saba bekam den Ausschuss aus dem Sylvania Werk. In beiden Fällen war die Wirkung desaströs. Aber in der DDR mussten die Konsumenten die Geräte trotzdem kaufen, weil es keine Alternativen gab, während Saba Marktanteile an seine Mitbewerber verlor. Den Aufstieg von Grundig auf dem TV-Markt dürfte das begünstigt haben.
      Achim
      Bildröhrenkatastrophen gab es auch viel später noch. Zu einer Zeit, in der man annehmen sollte, dass man ein ausgereiftes Produkt kauft und keinen Experimentierschrott, der gerade nur die gesetzliche Garantiezeit überlebt.

      Was meine ich? Ca. um 1990/91 bin ich damit hereingefallen - ich meine die Philips ESF Bildröhre. Wunderbar scharfes Bild, besser als alles, was ich vorher gesehen hatte. Wurden in den Spitzenmodellen verschiedener Hersteller verbaut. Bei mir war es ein LOEWE Arcada. Leider fallen die ESF Röhren nach einiger Zeit mit einem nicht korrigierbaren Farbfehler aus - Faden- Kathode Schluss! Offensichtlicher Konstruktionsfehler bei der Fadenführung. Sonst darf es keinen Fadenschluss geben, wenn er sich durch Alterung etwas verlängt.

      Valvo war früher immer gut...Die Philips Röhre war deshalb eine böse Überraschung für mich.

      Alle Philips ESF Röhren waren/sind betroffen. Das sollte eigentlich ein Spitzenprodukt sein.

      Reinhard
      Richtig, das war auch eine Katastrophe. Grundig beispielsweise bestückte zu der Zeit mit diesen ESF-Röhren oder mit Toshiba. Die ESFs verreckten, die Toshibas hielten. Metz und Loewe verwendeten nur die ESFs, zumindest bei den großen Diagonalen. Und die Röhren starben in der Regel etwa ab dem dritten Jahr. Für die Kunden eine Katastrophe. Da war natürlich nix mehr mit Garantie. Sondern Kulanz. Da zeigten die Hersteller mit unterschiedlichem Engagement ihre Kundenbindung: Grundig gab zur neuen Bildröhre etwas dazu, Loewe mehr (Beträge weiß ich nicht mehr), Metz erstattete mehr als die Hälfte des Röhrenpreises, wenn ich mich recht erinnere. Also ein kräftiger Aderlass bei den ohnehin auf Kante genähten Kalkulationen. Auch der Händler stand doof da angesichts der teuren Reparatur: "Aber den haben wir doch von Ihnen, den haben Sie doch so empfohlen, und jetzt das!"

      @ Achim: "Zumal der Einstieg von Saba in die Farbfernsehproduktion vielversprechend begonnen hatte." Nee, das stimmt leider nicht. Der erste Saba color hatte mehr konstruktive Fehler als ein Hund Flöhe und zwang Saba, noch im Sommer '67, zu einer vollständigen Überarbeitung. In "Bilanz einer Aufgabe" beschrieb HBS, wie erzürnte Großhändler ganze Lieferungen retournierten. Und in der Tat: Die Schaltbilder des T 2000 color "vor Nummer xxxx" und "ab Nr. yyyy" unterscheiden sich in fast jeder Baugruppe. Der entstandene Schaden war einer der finanziellen Gründe zum Verkauf der Mehrheitsanteile an GTE Anfang 68.

      VG Stefan
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