GRUNDIG ST6000 Der Vierte im Bunde

      Hallo Rolf,

      ich habe noch ein paar Blätter gefunden.
      Hier ist der Ausschnitt, wo vom Prozessor Pin 5 über T703, T704 und T705 die +- Umschaltspannung für die Schaltdioden gesteuert wird (T705 ist fälschlich als T505 beschriftet):



      -5V und -5V sind vorhanden, Pin 5 des Proz. liegt unabhängig von der Schalterstellung "Eingang1 / Eingang2" auf 0V.
      Wenn man den Ausgang (Pin5) des Proz. zur Schaltung unterbricht, schnellt die Schaltspannung sofort auf -1,8V. Legt man den Verbindungspunkt R721/R723 von Hand nach MAsse, was sonst die Ausgangsstufe des Prozessors über Pin 5 erledigen sollte, springt die Schaltspannung sofort auf +1,8V.
      Das ist offensichtlich alles in Ordnung, nur beim Prozessor ist der Pull-Down Ausgang permanent aktiv, also nach Masse durchgeschaltet. Den Impuls über den Taster an der Front bekommt er, ebenso über die Fernbedienung, das von ihm direkt angesteuerte Display zeigt auch die Schrift "Cable", aber an Pin 5 gibt er nichts aus.
      Da kann ich meine Freude jetzt nicht so richtig zeigen.

      Und das bedeutet auch, dass die nicht optimale Empfangsleistung eine andere Ursache haben muss.

      Hier noch eine Übersichtsaufnahme des relevanten Bereichs des FM-HF-Teils:



      In der linken Kammer sieht man pro Antennenbuchse die 4 Schaltdioden. In der zweiten kleinen Kammer von links sind unten die beiden Schaltdioden für die 10dB Dämpfungsschaltung, darüber die Bauteile des Eingangskreises.
      In der rechten Kammer (rechts davon geht es weiter...) sitzt der Vorstufentransistor BFR91A von Philips, der eine Verstärkung des Signals um 17 dB bringt und die beiden Zwischenkreise.
      Im Moment ist zwangsweise die Eingangsbuchse 2 / Cable durchgeschaltet, da der Pin 5 des Prozessors hochgelegt ist. Ich muss zum Testen nun immer zusätzlich auf "Antenne" schalten, damit das Dämpfungsglied abgeschaltet ist. Der Empfang ist etwas besser geworden, starke Sender erreichen jetzt 7 Balken, statt 6 (Bauteiltoleranzen bei den Bauteilen in der Umschaltung?). Aber im Vergleich zum T9000 und sogar zum ST6000 ist der Empfang schwacher Stationen immer noch deutlich schlechter. Die beiden genannten Tuner habe ich ja immernoch hier stehen und kann gut mit ihnen vergleichen, speziell bei BR2 auf 88,40 und SR1 auf 89,80 MHz.
      Achim

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      Ich habe mir noch mal näher das Schaltbild angesehen.

      Du misst jeweils den gleichen Wert, jedoch anderes Vorzeichen.
      Sollte eigentlich auch so sein, die Schaltgeschichte ist ja symmetrisch.
      Im Schaltbild sind neben der Vorzeichen auch andere Werte angegeben.
      Mögliche Erklärung, die Beträge von +5 und -5 V sind nicht wirklich gleich.

      Was mir momentan ein Rätsel ist, die beiden BAV20 an den Eingängen.
      Eine BAV20 ist ähnlich BA157, lässt sich auch als Schalter verwenden.
      Deren Einsatz kenne ich von Kurzwelle, jedoch nicht bei UKW.
      Miss mal, was die UKW-Eingänge so sagen, Diodentest.
      Was haben die beiden Rauten mit DX und C8 zu sagen?
      DX ist eine gängige Abkürzung für Weitempfang.
      Um HF-Eingänge vor DC zu schützen nimmt man üblicherweise 2 antiparallele Dioden.
      Man beachte auch die entgegengesetzte Polarität der beiden BAV20.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Das jeweils zweite Kontaktpaar besteht aus dem Innenleiterstift und einem Massestift außerhalb des Abschirmkragens in ca. 8-9 mm Abstand. Es muss (USA?) anderenorts solche Steckverbinder zum Antennenanschluss geben.

      Die Begriffspaare FM I - FM II, Antenna - Cable und DX - CB werden alternativ in den Unterlagen verwendet, bedeuten aber immer dieselben Eingänge.
      Während die Umschaltung I <-> II direkt aus dem Prozessor gesteuert wird, wird die Umschaltung 10dB Dämpfung <-> 0dB Dämpfung aus dem PLL-Synthesizer (IC500) geschaltet, der den Befahl dazu über den Datenbus vom Prozessor bekommt. Typischerweise verfährt die Software so, dass immer bei Eingang II die Dämpfung aktiv geschaltet wird. (Beim Vorläufermodell Philips FT980 war das Dämpfungsglied fest in den zweiten Eingang integriert.) Ich weiß (noch) nicht, ob hier von der CPU oder PLL auch in anderen Fällen zugeschaltet wird, etwa bei starkem Pegel auf Eingang I, oder ob bei schwachem Pegel auf Eingang II die Dämpfung abgeschaltet wird (was sinnvoll wäre). Aber vielleicht wollte man sich derlei Optionen nur offen halten und hat deshalb Eingangsumschaltung und Dämpfungsaktivierung nicht gleich über dieselbe Schaltspannung gesteuert. Dann hat man es möglicherweise doch nicht so realisiert.

      Die BAV20 leiten bei EI positive, bei EII negative Impulse nach Masse ab - Impulse der jeweils anderen Polarität laufen erst über die Koppelkpndensatoren C300 bzw. C301 und werden dann von den in Serie liegenden Schaltdioden BA282 nach Masse abgeleitet. Daher die inverse Polarität der Dioden direkt am Eingang. So hat man beide Polaritäten abgedeckt, wie mit 2 antiparallelen Dioden. Gegen Dauer-DC würden die BA282 nicht helfen, aber das verhindert ja der Trennkondensator. Es geht nur um Impulse bzw. Wechselspannungen.

      Nochmal zum Thema des zweiten Absatzes: Da ich den Prozessor wohl nicht dazu bewegen kann, die Schaltspannung für die Eingangswahl wieder zu liefern, weil ich zwei schaltbare Antenneneingänge aber für praktisch halte und weil ich in Zukunft, da UKW nicht mehr im Kabel ist, auch nicht mehr damit rechne, die 10dB Dämpfung zu benötigen, könnte man das Dämpfungsglied überbrücken und dann das frei gewordene Schaltsignal aus dem IC500 zur Umschaltung der Eingänge verwenden. Voraussetzung: Die Dämpfungssteuerung läuft wirklich synchron mit der Eingangswahl und es gibt keine zusätzlichen Schaltszenarien für die Dämpfung.
      Zunächst habe ich die Dämpfungsschaltung durch Ausbau von C340 und eine Leiterbahnunterbrechung vor C304-C305 elektrisch ausgeschaltet und dann überbrückt. Das hat die Empfangsleistung spürbar verbessert, wobei noch unklar ist, ob der schlechtere Empfang zuvor z. B. auf das Konto gealterter Schaltdioden geht, oder ob z.B. die Verstärkung der Vorstufe mit dem BFR91a generell unzureichend war - etwa durch einen Fehler im BFR. Aus den Erfahrungen mit Vorstufen in VHF/UHF Tunern weiß ich, dass durch diese Transistoren alle erdenklichen Abstufungen von Empfangsverschlechterungen ausgelöst werden können. Ich habe NOS BFR91a von TFK im Zulauf und werde testen.


      Achim

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      Fortsetztung:
      So langsam gibt es Fortschritte.
      Den BFR91A der Vorstufe habe ich heute ersetzt. Der alte sass in einem großen Klecks Klebstoff, mit dem eigentlich eine Ferritperle am Kollektorwiderstand befestigt ist und der wohl etwas üppig angewandt wurde. Da diese Kleber bisweilen nach Jahrzehnten elektrisch relevant werden können, habe ich alle Reste im Bereich des Transistors entfernt.
      Danach war der Empfang schlechter, der Vorkreis musste nachgeglichen werden. Bei der Gelegenheit habe ich die Zwischenkreise auch nachgestellt. Nun ist die Empfangsleistung in der Klasse, wo man sie eigentlich erwartet - in etwa mindestens vergleichbar mit dem ST6000 oder dem T7500, den ich gerade wieder einmal angeschlossen hatte. Sehr ordentlich!



      Aber beim Umstecken auf den T9000 zeigte der allerdings völlig unbeirrt weiterhin einen kleinen aber klar und deutlich hörbaren Vorsprung bei den kritischen Sendern B2, SR1, SR2 und einem schwachen Sender auf 107,90 (den sehr viele Tuner, die ich schon hier hatte, gar nicht empfangen).
      Noch ein Beispiel: SR2 auf 92.00 MHz ist hier sehr schwach und liegt unmittelbar neben "Radio-X" auf 91.90 MHz. Der T9000 empfängt nicht nur rauschärmer, sondern in der Stellung engere Bandbreite völlig trennscharf. Der T1000 schafft diese Trennschärfe nur in der Position "ganz eng", dann aber mit übel gestutztem Frequenzgang.
      Weiterhin habe ich die Empfindlichkeit der beiden Eingänge durch Umschalten verglichen (Das Dämfungsglied ist und bleibt überbrückt) Null Unterschied. Ich schließe daher Fehler bei den Schaltdioden in den Eingängen aus.

      Nach dem Urlaub werde ich den HF Abgleich noch wiederholen und bis ins Feinste optimieren, glaube aber nicht, dass es fundamentale Verbesserungen bringt. Die Umschaltung der Eingänge werde ich über die Schaltspannung des jetzt obsoleten Dämfungsglieds steuern.
      Ob der Fine Arts T1000 HF-seitig noch Defekte oder Einschränkungen hat, kann ich derzeit nicht ausschließen, halte es aber nicht für allzu wahrscheinlich. So bleibt der T9000 bei mir auf der Siegertreppe stehen - zumindest was die Empfangsleistung, die Verarbeitung, den umfangreicheren und mehr technisch orientierten Bedienungskomport und das Design angeht.

      Entscheidend bei einem UKW Tuner in der heutigen Zeit (nach Kabelära, ohne Dachantenne) ist, dass er mir möglichst viele der empfangbaren Sender nicht absolut störungsfrei, aber extrem störungsarm in HFi Qualität zu Gehör bringt, so dass eine gigantische Rotorantenne mit 8 oder 14 Elementen auf dem Dach gar nicht nötig ist.
      Ob er es dabei auch noch schafft 2 dB mehr bei der Kanaltrennung zu erzielen, oder der Klirrfaktor auf der zweiten Nachkommastelle noch etwas geringer ist, ist nicht entscheidend, es würde auch nicht stören, aber wenn es zu Lasten der Empfangsleistung geht, bin ich nicht interessiert. Ich kann mit dem auf niedrige Klirrwerte selektierten TDA1578A wunderbar leben.
      Auch der ST6000 ist erstaunlich empfangsstark und hat - warum auch immer - einen sehr angenehmen musikalischen Klang ohne Schärfe und Härte. Der T1000 hat auch einen hervorragenden Klang, aber der T9000 ist das Rundum-sorglos-Paket.
      Achim

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      Für mich war nicht lange Kabelaera.
      Ich wohnte früher auf einem Hügel, da reichte ein nasser Finger für TV und Radio lokal.
      Für Fernempfang hatte ich Unterdachsysteme, nachdem ein Kollege damals zu der Zeit von einem ähnlichen Haus mit extremen Spitzdach gestürzt war, war meine Lust nur gering da herum zu steigen, auch wenn wir alles Nötige in der Firma hatten.
      Dann orderte ich irgendwann Breitbandkabel, schon mehr in der Flachlandlage wohnend, ein Reinfall ohne Gleichen. Der Dienstleister war jahrelang nicht in der Lage ordentliche Qualität von TV und Radio zu liefern, tagelange Totalausfälle wie ununterbrochene Bildstörungen, Mehrwegeempfang, offene Netzenden ohne vernünftigen Abschluß (man konnte in der ganzen Siedlung draußen auf der Straße Bezahlfernsehen und Kabelradio empfangen), bis mir der Kamm schwoll nach einem hilflosen Versuch die Probleme abzustellen der in dem Tip endete den eigenen, einwandfreien Fernseher durch einen neuen zu ersetzen und beim radiohören nicht so anspruchsvoll zu sein, und ich alles abbestellte.
      Als DVB-T kam war ich einer der Ersten drauf und hatte mit einem Stück Draht alle Bouquets störungsfrei im Kasten. Gleich an mehreren Empfangsstellen im Hause.
      Dann gings bergab und bergab, es wurde an allen Ecken gefeilt mir den Empfang zu vermiesen, immer mehr Störnebel bei gleichzeitig immer weiter zurück genommener Sendeleistung.
      Radio habe ich da noch mit über die DVB-T Antenne abgegriffen, war nie ein Problem. Fernempfang verzichte ich, die wirklich interessanten Fernsender sind dank AM-Kastration eh alle weggestorben, da reichen mir die vielleicht 10 ungestörten UKW-Empfangsstellen, der Rest kommt über Internet rein.
      Aber was quatsche ich überhaupt hier in den Thread hinein...

      Für meinen Anspruch reichen also meine schon stark gealterten Tuner.

      Ein Grundig T3000, noch nie reparaturbedürftig, Supermusikalisch, warm und souverän aufspielend.

      Ein irgendwann Ende der Achziger hier hängen gebliebener Sony, ohne Fehl und Tadel aber auch ohne jegliches Ambiente, läuft wie ein alter Mitsubishi Geländewagen, der Klang ist neutral bis kalt aber nicht lieblich.

      Ein Tunerteil eines Technics Dolby-Surround-Receivers, wie Sony fehlerfrei aber Null Flair und zusätzlich eine Bedienungsstruktur die mir bis heute nicht eingängig war, ich muß nach 25 Jahren immer noch die Anleitung lesen um bloß Sender zu speichern. Von Klang kann hier keine Rede sein, auch nicht beim Verstärkerteil, flau, lau, labberig, weder straffe Bässe noch seidige Höhen und dreht man an den Klangstellern dann passiert erst fast nichts und dann wird wird es bollerig in den Bäßen und in den Höhen schrill. Nein der ist nicht defekt, der ist immer so, auch die Raumsimulation ist unbrauchbar, erzeugt ein komisches surreales Klangbild mit Instrumenten die so garnicht klingen können. Eine reine Mehrkanal-Spielfilm-Maschine ist das, dabei spielt er plötzlich effektreich auf.

      Den Telefunken-Tuner erwähne ich nicht, irgendwas haben die da falsch gemacht, ich benutze das gleiche dort verwendete Frontend mit sehr guten Empfangseigenschaften und gutem Klang für ein selbst weiterentwickeltes und handgefertigtes Einzelstück, aber im Telefunken hört es sich nicht an und empfängt auch nicht besonders gut.
      Gruß Jogi
      -------------
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