Saba SH 600 beide Kanäle verzerrter Output

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      Hallo Wolfgang,

      Wenn nach einer Aufnahme über ein bereits bespieltes Band, die vorherige Aufnahme noch leicht durchzuhören ist, heisst das wohl, dass der Löschkopf nicht gearbeitet hat oder die Spurlage nicht stimmt. Wenn der Löschkopf sporadisch nicht arbeitet, kann das kann an einem Wackler an den Lötanschlüssen des Kopfes liegen, an den Zungen-Kontakten des ganzen Kopfmoduls, an Relais, an einem defekten Lötanschluss einer der Kabelverbindungen, usw.

      Wenn eine Aufnahme gar nicht möglich ist, gilt das zum Löschkopf gesagte entsprechend für den Kombikopf.

      Da sowohl Lösch, wie auch Kombikopf bei Dir sporadisch nicht zu arbeiten scheinen, würde ich zunächst die Kopfträgerkontakte der gesamten Kopfträgereinheit prüfen. Ist da was verbogen oder korrodiert?

      Die Spulen würde ich in Ruhe lassen, ja sie sehen aus als fehle Wachs - vielleicht hat da jemand vorher schon daran rumgemacht. Ohne HF-Messmittel kannst Du die nicht einstellen/überprüfen.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

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      optima54 schrieb:

      ich bin neu im Forum und fortgeschrittener Bastler und muss sagen, so viel Anregungen und Tipps mit entsprechender Fachkompetenz hätte ich nicht erwartet. Also ich habe die AW-Platine komplett durch gemessen wie zuvor den Abhörverstärker und alle Werte waren korrekt. Dann habe ich nochmal versucht durch Aufnahme und Wiedergabe den Fehler weiter ein zu kreisen. Und siehe da der Spurwahlschalter hatte eine ordentliche Kontakt-Macke. Nach Ausbau, Reinigung und Einbau war zumindest die Verzerrung weg. Aber ein weiteres Phänomen tat sich auf. Bei Start einer Aufnahme wurde diese mal fast perfekt ausgeführt ein anderes Mal tat sich gar nichts und die alte Aufnahme blieb ungelöscht. Wenn es dann wieder mal ging war die alte Aufnahme leicht durch zu hören. Ich denke jetzt ist die HF-Platte zu checken und diverse Relais zu prüfen. Sind die beiden Spulen L902 und L903 ok? Da fehlt offensichtlich Wachs 0der sind die gebrochen? (Siehe Bilder).


      Hi,
      Damit fängt man eigentlich zuerst an ehe man irgendwo irgendwas sucht.
      Vieles an deiner Schilderung deutet auf unsichere Kontakgabe hin, es ist müßig die eine Stelle zu suchen wo es gerade akut klemmt und kontaktelt, alle Kontakte müssen vor allem anderen einwandfrei sein.
      Oftmals sind Fehler schon dann wie weggepustet.

      Hier deutet einiges darauf hin das noch mehr vorliegt, die Spulensätze sind für mich (Holzauge) verratzt, Ersatz wird nicht so ganz einfach. Mit etwas Glück lassen sie sich nach debn Tests und beim Reparaturversuch händisch einigermaßen korrekt positionieren und dann schnell festlegen mit Wachs. Bei Heimgeräten mit Gegentakt-Oszillator ist mir das mehr als einmal mit etwas Gefummel gelungen, der rastet gerne spürbar ein wenn die Frequenz getroffen ist und hat keine so wackeligen Maxima wie eine Eintransistor-Lösung.

      Die Fehlfunktion des HF-Teils festzustellen bedarf es nicht des Weltleistungszentrums konzentrierter Meßgerätesammlungen, das hat der Amateur einfach alles nicht und muß ohne auskommen. Es ist auch kein Problem, Tonbandtechnik wurde auch schon benutzt als man statt teuren Meßgeräteparks noch Phantasie hatte.
      Besorge (wie auch immer, dafür hat man Freunde) ein Multi-Geschwindigkeits-Tonbandgerät wie UHER Report oder Royal deLux. (leihweise?!)
      Nehme auf der 600 SH eine ordentliche Strecke Bandes bei 9,5 leer auf, Pegelsteller kann zu bleiben.
      Die HF des Oszillators beträgt hier grob 60kHz, schalte zum Abspielen der Testaufnahme eine Teilgeschwindigkeit die in das erwartbare Frequnzband paßt davon auf dem Leihgerät ein und höre den Pfeifton der nun auftreten soll, es ist die heruntergeteilte Löschfrequenz.

      Ist nichts da dann wurde üpberhaupt nicht gelöscht, ist etwas instabiles oder intermittierendes da dann gibt es Aussetzer, ist die Sinusform nicht gegeben (das kann man hören oder wenn man den Tongenerator in der PC-Soundkarter benutzt auf Schwebungsnull abgleichen und die Sauberkeit des Tons vergleichen) dann arbeitet der Oszillator fehlerhaft. Wiederum der PC kann es auch mit einer Freeware am Schirmbild anzeigen wie ein Oszilloskop, da sich nun das signal ja im zulässigen Frequenzbereich der Soundkarte befindet.

      Die abgebildeten Trimmkondensatoren sind auch nicht immer ganz koscher, machen gerne je nach Position Aussetzer, ich mußte solche bei SABA schon ab und an ersetzen.

      Aber das sind alles Schritte die erst später kommen, zuerst muß man testen was das Zeug hergibt.
      Gruß Jogi
      -------------
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      Hallo Wolfgang,

      wenn denn ein Nachgleich von C-Trimmer und Spulen sein muss, dann nach den Angaben im Servicemanual vorgehen.

      saba-forum.dl2jas.com/index.ph…201-600SH-HF-Messung-jpg/

      Zusätzliche Information ist hier:
      600SH HF einstellen


      Es ist von Jogi richtig bemerkt, dass die grossen Keramiktrimmer in der 600SH nicht selten zicken, sich nicht mehr stabil einstellen lassen oder ganz ausfallen.

      Gruß
      Reinhard

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      Hallo Reinhard, Mitleser,

      alle Kontakte am Kopf und Anschlüsse kontrolliert. Keine Korrosion und lockere Drähte. Aber jetzt der Hammer, auf 9,5 cm/s funktioniert alles bestens. Bisher habe ich alles auf 19cm/S probiert und geprüft. Mit 19er Bandgeschwindigkeit zickt die Maschhine. Geschwindigkeitswahlschalter?? Wurde aber auch schon gereinigt.

      Gruß

      Wolfgang

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      Hallo Wolfgang,

      Geschwindigkeitsumschaltung schaltet den Motor und Kontakte für Aufnahmeentzerrer und Wiedergabeentzerrer als auch die Vormagnetisierung.

      Bei der Wiedergabe betrifft das die Schalter/Kontakte S101 I/3 und I/4 (separat je Kanal).
      Bei der Aufnahme betrifft es S109 sowie S101 I/1 und S101 I/2. Mit S109 wird die Vormagnetisierung entsprechend der Geschwindigkeit umgeschaltet. S101 I/1 und I/2 schalten auch nicht den eigentlichen Signalweg sondern schalten nur ein LC-Glied zu/ab.

      Der Geschwindigkeitsumschalter betätigt sowohl Kontakte oberhalb als auch unterhalb der Chassis-Ebene. Oberhalb Kontakte an langen Federstahlstreifen. Den hätte ich jetzt im Visier. Fehlt da ggf. der nötige Kontaktdruck? Wenn es von der 19/9,5 cm/s Umschaltung abhängt muss es ja am Geschwindigkeitsschalter liegen oder den Kabelanschlüssen von/zum Schalter.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Neu

      Jogi schrieb:


      Die HF des Oszillators beträgt hier grob 60kHz, schalte zum Abspielen der Testaufnahme eine Teilgeschwindigkeit die in das erwartbare Frequnzband paßt davon auf dem Leihgerät ein und höre den Pfeifton der nun auftreten soll, es ist die heruntergeteilte Löschfrequenz.

      Als ich über diesen Pfeifton einmal etwas in einem Tonbandforum geschrieben habe, wollte mir niemand glauben, dass man den Pfeifton hören kann.

      @optima54
      Du schreibst, Du bist neu in diesem Forum. Ich kann Dir nur gratulieren, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Vermutlich das beste deutschsprachige Forum der Welt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Manuel“ ()

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      Tja, Manuel, wer experimentiert schon mit seinem Tonbandgerät.
      Viele sind schon zufrieden wenn da irgendein großer glitzernder Klotz mit vielen Knöpfchen und zwei Spulen dran die nicht unter 26cm Durchmesser haben dürfen.

      Ich finde es alles in allem wichtig und interessant wenn man sich behelfen kann bei allen alltäglichen Problemen ohne das man für alles Spezialwerkzeug und Meßgerätepark anschaffen muß.
      Gerade in der Elektronik und Feinmechanik helfen oft einfachste Hilfsmittel:
      Feinschraubendreher
      Satz grazielle Zangen
      Multimeter mit Diodentest
      Einfacher Signalverfolger (Testtongenerator und Abhörverstärker)
      Inspiration und Phantasie
      Fläschchen oder Sprühdose Ballistol (egal die Marke, wichtig säurefrei)

      und schon geht vieles zu machen.
      Gruß Jogi
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      Da hast du Recht, Michael.
      Jedem Kindlein sein Räppelchen aber manches ist einfach grotesk.
      Tödlich für das Gerät wird es dann bei schweren professionellen Voll-Alu-Spulen.
      Ich hatte mir mal welche aus der Computertechnik besorgt das dortens normalerweise auf beinharten, schnellspulenden Schleppmaschinen läuft, das sind diese aus dem vollen gemachten und von Waschmaschinenmotoren angetriebenen Computerlaufwerke die zum Abbremsen massive Trommelbremsen, Vollschleifen-Bremsen und zusätzlich, danmit das Band nicht reißt, Unterdruck-Kanäle haben.
      Meine 26cm Philips-Maschine brauchte unter voller Umspuldrehzahl ca. eine halbe Minute um so eine Spule anzuhalten, kaputt geht die davon nicht aber sinnvoll ist das auch nicht. So manche pieselige Japanbremse würde allerdings die Backen aufpusten und in sich zusammenbrechen.
      Gruß Jogi
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      Manuel, das mit der Oszillatorfrequenz habe ich auch mal gemacht.

      Soweit ich mich erinnere, habe ich mit 38 cm/s aufgenommen und dann mit 2,4 cm/s abgespielt.
      Das ist dann schon Faktor 16 bei der Bandgeschwindigkeit, hörbarer Bereich.
      Die meisten besseren Heimaudiogeräte können aber nur 4,75 bis 19 cm/s, Faktor 4.
      60 kHz geteilt durch 4 gleich 15 kHz.
      Jugendliche hören den Ton nicht selten noch, Erwachsene ab 50 eher nicht.
      Auch bildet der Kopfspalt eine Grenze, man benötigt schon einen reinen W-Kopf mit schmalem Spalt.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      Neu

      Nicht zu lang theoretisieren, Andreas.
      Tonbandelei ist was zum anfassen und machen, und irgendetwas kommt immer noch in den Hörbereich, und seien es nur Mischprodukte noch niedrigerer Frequenz.

      Und um dem Überlegen ob es noch geht oder schon nicht mehr vorzubeugen empfahl ich ja ein Gerät für den Test zu besorgen das noch höhere Teilerfaktoren zuläßt.
      UHER RdL oder Report mit 2,4cm/s macht 1/2 und nochmal 1/2 und nochmal 1/2 also 7,5kHz. Auch für 90 Jahre alte Rentnerlöffel manchmal noch hörbar.
      Ich müßte auch mal wieder die Lauschlappen testen, manchmal meine ich das speziell in den letzten Jahren jemand an allen Geräten den Höhensteller ins Minus verdreht hat.

      Diese Gedankenspielchen zeigen auch auf warum man sich mit niedriger HF bei Tonband-Oszillatoren später nicht mehr zufrieden geben wollte.

      Nicht erst ab Dolby NR störte die Vormagnetisierung schon bei manchen Konstruktionen das Klangbild, ich habe noch so einige alte Aufnahmen mit Spuckeffekt, filtert man das aus dann hat man den Lispeleffekt, auch nicht so lustig.
      "Hattu alletz vergezzen" von Drafi Deutscher mag da noch für Lacher sorgen, aber dauerhaft?

      Man ging nach und nach auf über 100kHz.
      Negative Folge, der Löschkopf fing an zu kochen, Ferritverluste heizten ihm ein, auf die einfache Trennung von Lösch- und Vormagnetisierungs-Oszillator wollten kaum Massen-Hersteller von Konsumergeräten kommen, das hätte ja Einemarkfuffzig mehr gekostet.
      Sogar Crossfield-Geräte, die mit dem getrennten von rückwärts magnetisch wirksamen Zusatzkopf, wurden oft aus einem einzigen Oszillator gespeist, was die Sache noch mehr ad absurdum führte als sie eh schon war.

      Gruß Jogi
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