Saba Kontrollnummernaufkleber

      Saba Kontrollnummernaufkleber

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      Wer schon einmal HiFi Geräte (Verstärker, Receiver, Tuner, …) der 80er Jahre geöffnet hat, wird sicher diese weißen Aufkleber mit den 3-stelligen Nummern bemerkt haben. Diese kleben an allen Modulen eines Geräts und haben innerhalb eines Geräts meist die gleiche Nummer.
      Anbei ein Beispiel anhand eines NF-Filtermoduls.


      Bei den selten abweichenden oder fehlenden Nummern, vermute ich eine bereits erfolgte Reparatur.

      Nun, derartige Kontrollaufkleber sind mir bei industrieller Fertigung nicht unbekannt und lassen Rückschlüsse auf einen Arbeitsschritt (auch Qualitätskontrolle), Fertigungsort, Maschine, Linie, Selektion oder Mitarbeiter zu.

      Bei den Saba-Geräten konnte ich mir bisher keinen Reim dazu machen:
      • Vielleicht sind alle Module eines Geräts, die, die gleiche Nummer haben, zusammen selektiert worden. Warum aber sind dann aber z.B. bei einem Receiver die Module des linken und rechten Kanals mit Bauteilen unterschiedlicher Hersteller bestückt? Das paßt nicht.
      • Wenn die Nummern als Nachweis einer Qualitätskontrolle dienen sollen, warum müssen diese an allen einzelnen Modulen angebracht und innerhalb eines Geräts immer gleich sein?

      Kennt da jemand die Hintergründe oder weiß jemand diese Nummern zu deuten?

      Gruß
      Wolfgang
      geht nicht - gibt's nicht!

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      Bei den Saba-Modulen hatte ich schon recht häufig das Phänomen, dass in einem Receiver oder Verstärker sehr unterschiedliche Aufkleber vorkamen, auch wenn ich guten Grund zu der Annahme hatte, dass noch keine Reparatur vorgenommen wurde. Wie haben die Sabanesen das mit der Garantie dann gehandhabt ?

      Denken könnte ich mir, dass diverse Module auf Vorrat produziert wurden, und dann gesteckt, wie sie im Karton lagen. Weiss das jemand aus der Zeit noch ?

      Besten Gruss,

      Michael

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      Dass die Module aus verschiedenen Monaten stammten, dürfte auch möglich gewesen sein, an Jahreswechseln auch aus 2 Jahren. Ich glaube aber, dass die Sticker erst nach der Endmontage beim fertigen Gerät auf alle Module geklebt wurden, also grundsätzlich gleich waren. Aber es gibt ja Fälle, wo danach doch noch Änderungen erfolgten, oder aus zerlegten Geräten ausgebaute Module verwendet wurden.
      Es ging ja nur darum, ungefähr abzuschätzen, ob ein Garantieanspruch plausibel ist, denn es vergeht Zeit bis die Geräte beim Großhandel, dann beim Händler sind, der sie dann, wieder später verkauft.
      Man hat dann im Zweifel zugunsten des Kunden entschieden, außer, wenn der zeitliche Abstand unglaubwürdig groß war.

      Die Aufkleber haben anfangs geklebt wie der Teufel. Man konnte sie nur in kleinen Splittern abpopeln. Später haben sie sich gelockert, aber da war es egal, da Garantie vorbei.
      Grundig hatte ähnliche, kleinere Aufkleber mit einer eigenen Kodierung, Telefunken ebenso.
      Bei Modulen, die beim HErsteller ausgetauscht wurden, kam derselbe Aufkleber drauf, ohne Code. Der wurde dann bei Auslieferung von Hand aufgestempelt (rot bei Grundig, orange(?) bei Saba). Die Zahlen haben dann aber sehr präzise gestimmt.

      Auf der Garantiekarte war (zumindest bei TFK) immer auch ein Aufkleber mit demselben Code aufgeklebt. So sah man, ob ein defektes Gerät / Modul überhaupt mit der echten dazu gehörenden Garantiekarte eingereicht wurde. Sonst hätte man da schön behumpsen können und irgendeine erst unlängst ausgefüllte Karte mitbringen können.

      So habe ich das jedenfalls in Erinnerung.
      Achim

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      Denken könnte ich mir das das Kontrollmanagement aller bekannten Hersteller ausgeklügelt war, aber alles andere als einheitlich zwischen den Herstellern.

      Bei ITT war es so das an den Fertigungsstraßen vorbestückte Leiterplatten/Module in großen Containern beigestellt wurden die die Bestückerinnen dann weiter erarbeiteten.
      Jede Leiterplatte war zuvor geprüft worden und für ausreichend toleriert befunden.
      darauf klebten also Prod.Nr. und Zeichen der Modul-Endkontrolle.
      Toleranzüberschreitende Baugruppen kamen erst garnicht soweit, sie wurden erst repariert.

      An jeder Straße gab es die Arbeitsgruppe "Techniker am Band", das waren - oft im Haus - ausgebildetet Rundfunk/Fernsehtechniker die Disfunktionalitäten bekamen und nach Diagnose "reparierten" oder bei Serienproblemen modifizierten.
      Es ist nicht jedes Problem so groß das man dafür die Straßen stoppen könnte und erstmal in Ruhe bei einem Kaffeechen danach suchen und alle Platinen davor wegwerfen konnte, solche Basteleien haben keinen Platz in industrieller Serienfertigung.

      Jede Arbeitsgruppe hatte ihre Aufkleberchen, ich kann mich allerdings nicht mehr an den Terminus erinnern, das ist alles viel zu lange her. Reparaturaufkleber gab es also schon ab Werk und sie sind auch kein Zeichen für minderwertige Module.

      Die Serienfertigung bedingt und toleriert das Vermischen unterschiedlich gelabelter Baugruppen, schließlich ist es die Bauart die führt und keine amateurhafte Herumfummelei und Optimiererei.

      Bei Siemens war alles ganz anders, aber das lassen wir jetzt, das hatte mit der üblichen koresttartigen U-Elektronik Fertigung kaum noch was zu tun, die Produkte kosteten auch völlig andere relevante Summen, eine Leiterkarte für 30.000DM war nicht die Ausnahme.
      Gruß Jogi
      -------------
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      wolfgang.h schrieb:


      Warum aber sind dann aber z.B. bei einem Receiver die Module des linken und rechten Kanals mit Bauteilen unterschiedlicher Hersteller bestückt?

      Das ist normal, gab es bereits bei Modulen aus den frühen Siebziger Jahren. Links ein Modul mit grünlichen Folienkondensatoren von Roederstein, rechts ein Modul mit roten WIMA-MKS. Links sind runde, knall-orange Roederstein-Elkos, rechts findet man stattdessen goldene FRAKO-Ware. Das war schon ab Werk so.

      Die vielen Aufkleber und Stempel etc., die man in den Geräten findet, sind interessant, ich schaue mir das auch immer alles genau an. Aber was sie letztendlich zu bedeuten haben? Aussagekräftig wären die Vermerke ohnehin nur mit den zugehörigen Protokollen und diese werden vermutlich nicht mehr auffindbar sein. Die Aufkleber mit den 3-stelligen Nummern sind immer toll, da weiß man wenigstens, was es zu bedeuten hat.

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      Michael, ich habe zu allen Geräten auch die Garantiekarten, es war ja mal Sammelgut und das hat vollständig zu sein, mit allem Zubehör.
      Da kann man nur sagen das bei allen Garantiekarten bei mir zumindest die interessanten Aufkleber deckungsgleich auftauchen, Produktnummern-Kleber und Endkontrolle-Kleber. Vorbildlich ist das bei Grundig, ITT und Telefunken, andere müßte ich kontrollieren bevor ich die Hand dafür ins Feuer legen würde.
      Abfallen tun die fast alle heute, der Klebstoff ist am Ende seiner Jahre angekommen.

      Zur Mischbestückung muß man die Entstehungsgeschichte sehen, Stereo in HIFI bedingt eine gewisse hohe Kanalähnlichkeit - von Gleichheit rede ich aus gutem Grund nicht - es war anfangs der Stereotechnik sehr schwierig in einer möglichst preisgünstigen Serienfertigung diese Ähnlichkeit sicher zu stellen.
      Es wurden also strenge Auflagen an die Eingangsqualität der Bauelemente gestellt und die mußte jeder zugelassene Zulieferer unter Regressandrohung einhalten. Es war also nach damaligen Meßvorschriften, damaligen Qualitätszielen, sowie auch unter der Endkontrolle beinahe egal wie die Bauelemente ausgesehen haben, sie mußten nur das gewollte Schaltungsziel auf allerlei Wegen erreichen können.
      Der Anspruch das alles gleich aussehen muß war nicht definiert. Noch nichtmal kanalgleiche Leiterführung war immer gegeben, die Baugruppen waren da angesiedelt wo Platz war und wo der Leiterplatten-Designer die Pads und Leiterbahnen hingeklebt hat.
      All solches kam erst in den Achzigern auf, man könnte hier unendlich nachlegen, Verstärker die an Ein- und Ausgang gleiche Phasenlage haben, gänzlich getrennte Stromversorgungswege, usw. gehören in die gleiche Gruppe.
      Gruß Jogi
      -------------
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