Mal wieder der Saba VS2160

      Mal wieder der Saba VS2160

      Hallo liebes Forum,

      Ich habe mir vor kurzem einen VS2160 fürs Heimstudio Gekauft. Optisch ein sehr schönes Gerät, er lief auch einwandfrei. :)

      Vor ein paar Tagen eingeschalten(natürlich über Netzschalter am Gerät!), auf dem linken Kanal sehr lautes Rauschen, rechter spielt einwandfrei.
      Das Rauschen war nicht über den Lautstärkeregler änderbar. Natürlich sofort ausgeschalten, Schutzrelais zieht nicht mehr an. :(

      Laut Oszilloskop liegen an den Eingängen der Verstärker-Platte die Korrekten Spannungen und Signale an.
      Rechter LS-Ausgang spielt normal, Beim linken liegt Sowas wie eine Sägezahnähnliche Frequenz an.
      Beim öffnen gemerkt dass STK-0050 Eingebaut sind ?(
      Ich bin noch nicht zu Hause, dann Gibt's Fotos vom Gerät und von den Frequenzen, die das schöne Teil so loslässt. :pinch:
      PS: Sicherungen sind keine Kaputt. Kann es sein dass im Hybridbaustein nur ein MOSFET kaputt ist?

      Ist das so in ordnung? Was habt ihr für Vorschläge?

      Noch zu mir: Bastler mit Technikerfahrung bis 600V DC auch im Beruf. Oszilloskop und sonstiges Werkzeug vorhanden, Löterfahrung natürlich auch.
      Das hatte ich auch schon gesehen. Die frage ist eher ob die da hin gehören? Eigentlich war bisher immer die Rede vom STK-0059.
      Laut Datenblatt immerhin fast gleich, aber trotzdem mal die Frage.
      Betrieben wurde er übrigens an 4-Ohm max. 90W Canton LS. Also auch nicht unbedingt schlecht.
      Fotos kommen in ein paar Minuten.

      Viele Grüße, Tom
      Noch etwas mehr Details:
      Auf dem Linken Ausgang liegt eine Wechselspannung mit etwa 100Hz und 150mV Peak to Peak.(Reste der Spannung des Gleichrichters?!) Sonst rein garnichts. Der rechte Ausgang ist ohne Eingangssignal komplett flach. Also weder Gleich- noch Wechselspannung.
      Interessant ist auch, dass nach ausschalten des Verstärkers am Linken Ausgang etwa 5V Gleichspannung anliegen.

      Edit: Mal 5V, mal 10V und auch mehr am LS-Ausgang nach dem Ausschalten.

      Und mir ist noch was aufgefallen: Als der Verstärker so gesponnen hat, ist mir vielleicht 200-500ms vor dem Abschalten des Schutzrelais noch ein "Bling" auf der Aufnahme aufgefallen. Ein Beispiel hierfür wäre ein Starter für Neonröhren oder eine gerade Ausbrennende Glühbirne. Die Lautstärke ist ähnlich zum Abfallen des Relais. Zu erst dachte ich an die Sicherungen, die ja nicht kaputt waren. Diese Aufnahme holte mir das ganze zurück ins Gedächtnis...

      Gruß, Tom

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      Hier die LS-Ausgänge nochmal:
      Beide sind mit anliegendem Eingangssignal an der AUX-Buchse gemessen.
      In der unteren hälfte ist das entsprechende Signal angezeigt, das vom Vorverstärker? an der Verstärker-Platte ankommt, in der oberen Hälfte das vom LS-Ausgang.
      Bilder
      • Links_mit_Signal.jpg

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      • Rechts_mit_Signal.jpg

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      • Darlington_Hinten.jpg

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      • Darlington_Vorne.jpg

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      Hallo Tom,

      MOSFETs gibt es da nicht, auch nicht im STK, das ist eine Darlington-Stromverstärkerstufe. Und es soll natürlich ein STK0059 sein. Die 0050 hat dort vorher jemand nach einem Defekt eingesetzt, ist nicht original! An den leicht verwürgten Schrauben sieht man es auch.

      Hybrid kaputt. Die Sägezahnkurve ist die Elko-Ladung/Entladung der Versorgungsspannung.


      Gruß
      Reinhard
      STK0080 geht notfalls auch als Ersatz für den STK0059. Da es den STK0059 aber noch problemlos gibt (z.B. it-tronics), würde ich den bevorzugen.

      Alle Halbleiter und Widerstände in der Endstufe auf Schäden überprüfen, nachdem der defekte STK ausgebaut und bevor der neue eingebaut ist.
      Besonders die Hinweise hier befolgen: hifi-forum.de/viewthread-185-13015-2.html
      Dort: #52ff


      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Die Halbleiter sorgfältig prüfen! Sonst zerschiesst es ggf. den neuen STK gleich wieder.

      Es gibt hier doch gar keinen Anlass, Elkos zu tauschen. Es gibt auch keinen Anlass für die Vermutung, dass der Doppeltransistor defekt ist.
      Du schreibst, Du hast Technikererfahrung. Dann weisst Du ja, wie man Dioden und Transistoren mit dem Multimeter prüft. Was defekt ist, wird dann ersetzt. Ein Endstufendefekt kommt selten allein - aber Kondensatoren ersetzen ist dafür nicht die Reparaturmassnahme. In vielen Fällen rafft es aber Transistoren, Dioden und Widerstände in der Treiber- und Endstufe dahin.

      Reinhard

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      Also die erste Rückmeldung:
      -R52,R53,R54 ca.210 Ohm
      -R51 0 Ohm!
      -R31-R34 0 Ohm Edit: Extra noch mal mit dem feineren Multimeter Nachgemessen.

      Halbleiter folgen morgen...
      Das mit den Kondensatoren hatte ich gefragt, da mir beim Test mit dem Oszi aufgefallen ist dass jeder zweite der eigentlich gleichen eine andere Kapazität hat. Diese frage sollte sich eigentlich darauf beziehen, ob das irgendwie die Stabilität des ganzen Systems aus dem Gleichgewicht bringt. Denn gerade in diesen Frequenzbereichen kenne ich mich wenig aus, und habe das in anderen Foren schön öfter gelesen. Mit dem Doppeltransistor hast du nach genauerer Begutachtung des Schaltplanes auch recht. Ich scheine dort etwas anderes mitgemessen zu haben.

      Vielen Dank trotzdem noch mal, Tom

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „TK_1011“ ()

      Dann ist vermutlich T15 durchlegiert. In dem Fall wird R51 Null Ohm zeigen. Ein Widerstand wird im Fehlerfall gewöhnlich hochohmig, nicht niederohmig. Also R51 auslöten, Widerstand ausgelötet nochmals messen. Wenn Widerstand dann ok, ist die Basis-Emitterstrecke von T15 niederohmig. In dem Fall T15 und T17 als zusammenpassendes komplementäres Paar komplett ersetzen. Und D15, D17 und D19 vorsichtshalber auch ersetzen.

      R51 bildet mit R45 einen Spannungsteiler für die Basis-Emitterspannung von T15.

      R31-R34 0 Ohm (0,47Ohm) sind ok.

      R27, R29?

      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Mit dem Oszilloskop kannst Du keine Kapazität messen, nur Spannung. Wie kommst Du darauf "bei Messung mit dem Oszilloskop....jeder zweite Kondensator eine andere Kapazität..."?

      Um die Kapazität eines Kondensators zu bestimmen, muss man ihn auslöten. In der Schaltung kann man das nicht.

      "...irgendwie die Stabilität des ganzen Systems aus dem Gleichgewicht..." Es gibt dort keine Elkos, die das bewirken könnten. Ich sehe (abgesehen vom 10µF NF-Einkangskoppelelko) nur zwei 100µF Elkos zur Pufferung der Betriebsspannung, einen 10µF Elko (oder Tantal) zur Brückung der Zenerdiode zum Kurzschliessen des Zener-Rauschens und einen 47µ Elko als Fusspunktkondensator in der Gegenkopplung. Diese Elkos haben mit dem Tod des Endstufenhybrids nichts zu schaffen. Auch wenn Du vielleicht gerne Elkos tauschst, zur Fehlerbeseitigung/Pävention vor Ausfall des Hybrids ist es unnötig. Wenn Du Dich besser fühlst, wenn Du die Elkos ersetzt, kannst Du es machen. Das ist dann aber eine andere Motivation.



      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,
      Mit dem Oszilloskop selbst nicht, aber meins hat einen Komponententester. Haben wir auch in der Ausbildung so gelernt. Wenn das Ei, das der Kondensator am Bildschirm erzeugt, sehr viel größer oder kleiner trotz symmetrisch aufgebauter Schaltung ist, kann ich davon ausgehen dass die Kondensatoren unterschiedliche Kapazitäten aufweisen, oder etwa nicht? Ich weiß es wirklich nicht besser, und bisher hat es immer funktioniert.
      Und ich freue mich immer dazuzulernen! Also bitte nicht falsch verstehen.
      Und gerne irgendwas tauschen mache ich genauso ungern wie jeder andere auch
      Viele Grüße Tom

      TK_1011 schrieb:

      Ich hatte wegen der höheren maximalen Betriebsspannung vom stk-0080 gefragt.


      Die Betriebsspannung, für die der STK ausgelegt ist, soll nicht wesentlich grösser sein, als die tatsächliche Betriebsspannung, damit er im richtigen Arbeitsbereich arbeitet. Sonst können höhere Verzerrungen resultieren. Der STK0059 ist für 52,5V max. ausgelegt, der STK0080 für 65V max. Es ist aber hier wichtig, dass diese max. 52,5V des STK0059 (nach Schaltplan soll: 50V) mit der inzwischen vorhandenen höheren Netzspannung (230-235V statt 220V) nicht überschritten werden. Ich sehe keinen Spannungswahlschalter für die Netzspannung am Verstärker, mit dem man die Netzspannung auf 240V umstellen könnte. Deshalb solltest Du messen, wie hoch Deine Betriebsspannung am STK tatsächlich ist.

      Wenn Du mehr als 52V misst (55-57V wären ggf. möglich), solltest Du doch besser den STK0080 nehmen.

      Von den vier Elkos, die in der Endstufe sind (ohne Eingangs-Koppelelko), haben (nach Schaltplan) nur die beiden 100µ Elkos gleiche Kapazität. Die anderen beiden sind 47 und 10µF. müssen also sowieso stark unterschiedlich geneigte Ellipsenachsen am Hameg Komponententester geben. Mit dem Hameg Komponententester kann man Kapazität zwar grob abschätzen, aber das geht u.U. nicht, wenn wie hier Halbleiter (Dioden) parallel zu einem Kondensator liegen aber nicht zum anderen, den man vergleicht. Die Schaltung ist da leider eben doch nicht symmetrisch.

      Und linke und rechte Endstufe sind derzeit auch nicht gleich (symmetrisch), solange die Defekte nicht behoben sind.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Mit dem Oszilloguck kann man recht gut Kapazitäten prüfen!

      Wie Tom schrieb, macht man das mit dem Komponententester.
      Man sieht auch recht gut, wenn ein Elko Verlustwiderstand hat.
      Irgendwo gibt es ein Grundlagenthema, da habe ich das mit Bildern dokumentiert.
      Ist man geübt, kann man auch häufig in der Schaltung ohne Auslöten prüfen.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com