SABA 9260 Problem beim Abgleich des Netzteils 45V

      Hallo Betram,

      Deine Messungen mit dem Scope sind gut, aber da müssen wir nun tiefer rein.
      Reinhard hat mit seinen Angaben die nächsten Schritte schon angedeutet.

      Aber, falls Du nur mit der am Foto gezeigten Einstellung gemessen hast, sind sie nicht aussagekräftig. Mit der Einstellung 20V/Div, 2 ms/Div und Kopplung DC wirst Du keine Störungen finden können.

      Miß bitte nochmals nach mit Einstellung AC, 0,5 V/Div, und 2 ms/Div. Je nach Anzeige kannst Du die Verstärkung (V/Div) auf noch kleinere Werte und auch die Zeitbasis noch nach unten 1 ms, 0,5 ms ... drehen. Dann wirst Du mehr sehen.
      Vergleiche mal die Messungen an Deiner Platine im ausgebauten Zustand mit deiner Glühbirne als Last und im eingebauten Zustand.

      Dann müßen wird die Störquelle eingrenzen, dazu später.

      Gruß
      Wolfgang
      geht nicht - gibt's nicht!
      Hallo Bertram,

      wie schon gesagt, nein kannst Du nicht.
      Deine Platine verändert sich, wenn Du sie auf die Steckleiste steckst.
      Es hat nichts mit der Last zu tun sondern mit Kontaktfehlern, die sich unter mechanischer Spannung (durch Verbiegen der Platine, wenn sie aufgesteckt ist) verändern.

      Solange die Lötstellen noch nicht in Ordnung sind, brauchst Du nicht weiter zu suchen.


      Gruß
      Reinhard

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      Dann hab ich mich an die Lötstellen gemacht, teilweise das Lötzinn abgesaugt, neu verlötet und etliche Lötstellen nochmal gelötet mit etwas Zugabe von Lötzinn.
      Dann hab ich auf Verdacht den BC547B (neu vom Elektronikladen) durch den vorherigen ersetzt.
      Platine eingesteckt und siehe da, endlich die heiß ersehnten 45V!!!
      Dank euch hab ich die Lötstellen nachbearbeitet, was ich so nicht für nötig gehalten hätte.
      Dass es am Transistor lag, glaube ich nicht, da die Schaltung zuvor ja funktioniert hatte.
      Ganz erklären kann ich es mir trotzdem nicht.

      Also nochmals vielen Dank für Eure HIlfe, jetzt bin ich happy.
      Jetzt kann ich mich an das Projekt 9903 machen, da dauert es immer lange nach dem Einschalten, bis ein Ton kommt.

      Schöne Grüße und ein schönes Wochenende!
      Bertram
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      Hallo Bertram,

      na endlich!
      Ich habe mir schon die Finger fusselig geschrieben. Du warst so von Deinem Dogma beherrscht, dass es Dein Netzteil ja nicht sein könnte, dass Du Indizien und Hinweise dafür ignoriert hast. Wäre Dein Foto von der Lötseite ohne Blitz gemacht worden, hättest Du die richtige Diagnose schon viel eher bekommen können.

      Naja- nun Geschichte! Ende gut.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Ende gut, alles gut --- aber bitte mitnehmen: Lötstellen sind NICHT die Ausnahme als Fehlerquelle, sondern kommen bei bestimmten Serien von Geräten sogar recht häufig vor. Bei den Saba-Receivern sollte man sie immer kritisch ansehen, bei vielen Geräten von Harman Kardon auch. Auch einige Serien bei Philips waren für schlechte Lötstellen berüchtigt.

      Besten Gruss,

      Michael
      Hallo Bertram,

      ich freue mich mit dir! Aber:
      "Ich hatte schon sehr viele Gerätschaften in den Fingern die letzen 35 Jahre, was man sich vorstellen kann, dass es aber an einer doofen Lötstelle liegen kann, hatte ich noch nie."

      Das ist wie "Ich repariere seit 35 Jahren Autos, aber ein fehlerhaftes Zündkabel hatte ich noch nie" - sprich: das wäre ein Wunder. Ich (ich repariere ähnlich lange) würde mal sagen, 30 Prozent der fehlerhaften Geräte der 70er und 80 er Jahre haben Fehlfunktionen, die auf fehlerhafte Lötstellen zurückzuführen sind. Und wenn eine "Platine in einem schlechten Grundzustand" ist, ist eine genaue Kontrolle der Lötseite immer der allererste Schritt - aber das weißt du ja jetzt auch :)

      VG Stefan
      Ich habe jetzt mit dem neuen Lötzinn (Vorgeschichte siehe Thread SABA 9903 muss vorglühen) mal getestet. An dem SABA 9260, an dem ich bereits alle Kondensatoren, etc. getauscht hatte, gab es ja Probleme mit der Netzteilplatte. Da hab ich jetzt an auffälligen Lötstellen (die zuvor mit bleifreiem Lot gelötet waren), das Lötzinn jeweils abgesaugt und mit dem neunen Lot neu verlötet. Ich kann nur sagen, ein Träumchen. Es ist wie eine Zeitreise, das Zinn fließt wieder schön und hat eine homogene Oberfläche wie in den guten alten Tagen. Ich kann es nur jedem empfehlen. In dem Zuge habe ich noch die axialen Siebkondensatoren noch durch radiale ersetzt, allein wegen der Optik.Außerdem fand ich die Gehäuseschrauben nicht mehr schön, die waren teilweise schon leicht beschädigt und die Deckel hatten natürlich unter den Schraubenköpfen den Lack verloren. Das habe ich behoben mit Edelstahl-Konusscheiben und Edelstahl-Torxschräubchen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, ich finde, es passt einfach sowas von gigantisch toll zur silbernen Front.

      Gruß
      Bertram
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „catweazle“ ()

      Hallo Bertram,

      schön, dass Du die Lötungen nochmal nachgearbeitet hast.
      Wir schreiben hier ja seit langem, dass bleifreies Lot für Reparaturarbeiten an den Geräten der "vor-90iger" möglichst nicht genommen werden soll; und auch dort keinen Sinn macht, weil das ganze Gerät ja noch mit bleihaltigem Lot hergestellt wurde. Du hast jetzt auch erfahren, wie gross der Unterschied ist und um wieviel besser die Lötungen mit bleihaltigem Lot ausfallen.

      Gruß
      Reinhard
      Moin, moin,

      ich bin gerade unterwegs, und habe mal in einem Laden in "down under" nach Loten geschaut. Weit und breit keines ohne Blei (haben sie schon, aber nur, wenn man nachfragt). Dafür 3 verschiedene Sorten in 60/40. Eines von Loctite, was sich nach Angabe des Inhabers (der selber Reparaturen damit macht) am besten verhält. Ist in Indonesien hergestellt, ein kurzer Test hier verlief gut -- fliesst sauber, macht schöne Lötstellen. Habe mir also mal 500 Gramm verschafft, und werde das in Kürze genauer testen.

      Und wir Reinhard schon schrieb: Bei der Reparatur eines alten Geräts, das eh mit 60/40 gelötet wurde, ist bleifrei nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv ... ich hoffe, dass sich diese Einsicht (wieder) durchsetzt ...

      Besten Gruss,

      Michael