Saba 8080 H rechter Kanal ausgefallen nur im UKW Betrieb

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      Hallo Reinhard,

      habe inzwischen R914, R922, R923, R926 und T902 mit neuen Bauteilen ersetzt. Ebenso C933 und C934 mit neuen 10 uF 50V Kondensatoren ersetzt. Auch T902 ist neu.

      Wenn ich nun meine Messung an R916 wiederhole habe ich nach wie vor 12kOhm und am R917 des rechten Kanals 5,1kOhm. Eingeschaltet hab ich noch nicht, da ich vermute, dass es mir T902 wieder nach einigen Minuten zerschießt, solange diese Ungleichheit zwischen den Kanälen besteht. Die 2 Kanäle sollten sich ja vollkommen identische Messwerte bezüglich der Widerstände anzeigen oder? Einziger Unterschied laut Schaltplan ist dass im linken Kanal C926 560pF und im rechten C927 680pF aufweist.

      VG
      David

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      Die Kapazitäten C926 und C927 hattest Du an den ausgebauten Kondensatoren gemessen?
      12 kOhm hast Du über den eingebauten Widerständen R916 und 5,1 kOhm über R917 gemessen? Am 7.4. schriebst Du aber, dass Du über R916 8 kOhm und über R917 15 kOhm misst. Was stimmt? Kann doch nicht sein, dass bei jeder Deiner Messungen was anderes herauskommt, wenn Du gleich misst. Gleich messen heisst auch: Mess-Strippen nicht vertauschen, denn im Transistor ist ja ein Diodenübergang.

      Ist Dein Messgerät kaputt, Batterie leer?

      Kannst Du uns ein Foto der Lötseite der Dekoderplatte zeigen , auf dem der Bereich, der hier von Interesse ist, gut zu sehen ist?

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

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      Die Kapazitäten von C926 und C927 habe ich nicht gemessen, das sind laut Aufdruck die verbauten Typen und auch im Schaltplan sind R+L eben diese 2 verschiedenen Kapazitäten vorgesehen. Mich hatte eben nur gewundert, dass es hier Unterschiede zwischen L+R gibt.

      Genau die 12 kOhm hab ich über den eingebauten R916 und 5,1 kOhm über 917 gemessen. Bei der Messung vom 7.4 hatte ich mich verschrieben, da hatte ich auch 12 kOhm auf R916 und 8 kOhm auf 917 (der Wert war einige Minuten nach dem Ausschalten gemessen, er fällt dann ab und erreicht wohl seinen Tiefpunkt bei 5,1 kOhm).
      In diesem Fall bekomme ich dieselben Messergebnisse auch mit vertauschten Mess Strippen.

      Unten ein Foto der Lötseite, hoffe man kann es einigermaßen gut sehen. Wenn bestimmte Bereiche unklar sind, kann ich noch eine Nahaufnahme davon machen.
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      Hi David,

      also, auf jeden Fall einmal mit Isopropylalkohol abpinseln, bis keine Spuren mehr zwischen den Leiterbahnen sind -- so, wie ich das hier sehe, könnte ich keinen Kriechstrom ausschliessen. Speziell beim IC evtl. mit einem kleinen Kratzer oder Schraubendreher etwas nachhelfen, wenn sich Reste da nicht gleich lösen sollten. Danach einfach gut trocknen lassen, und nochmal ein Bild machen -- geht das ?

      Besten Gruss,

      Michael

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      Hallo,

      habs mit Isoprop versucht, das sind fast alles Reflexionen auf dem Bild, real seh ich da nix zwischen den Lötstellen. Hier noch mal zwei Nahaufnahmen, vielleicht kann man es nachm Reinigen besser sehen.

      VG
      David
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      hallo die Runde,

      vorsicht mit metall Werkzeugen X/
      Ich nehm für solch hartnäckige Rückstände eine NEUE Zahnbürste :D mit ISO Alkohol dazu , muß manchmal 2 - 3 mal drüberschrubben , dann siehste alles was noch an Nacharbeit ansteht ^^

      P.S. : die Lötstellen so wie ich die seh, sollte man beigehen.
      Ein Bild der Lötstellen von 30 grad Winkel wär besser zu beurteilen .
      Grüße <3 Mia <3

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Nachteule“ ()

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      Hallo David,

      Nicht umsonst schrieb ich "Lötstellen unter starkem Licht und mit LUPE prüfen.

      Du hast zu kalt gelötet und wahrscheinlich auch noch bleifreies Lot, das nur was für Geübte ist. Die Pins Deiner Lötstellen sind teilweise gar nicht vom Lot benetzt. Die Lötfehler sind deutlich erkennbar. Klar, dass Du so Unterbrechungen hast.
      Also Lot absaugen und bei 340°C neu verlöten.



      Gruß
      Reinhard

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      Hallo,

      ich hab die unsauberen stellen nochmal abgesaugt und heiß nachgelötet. Das verwendete Lot ist eigentlich nicht bleifrei. Aber da waren definitiv ein paar Stellen dabei die keinen Schönheitspreis gewonnen hätten. Reinhard die 4 Pins die du markiert hattest waren unbesetzt, man sieht es aufm Foto nicht gut, aber da ist alles leer. Hab auch nochmal Rückstände entfernt und mit Lupe geprüft, dass auch keine Brücken zwischen Pins vorhanden sind.
      Auch dadurch hat sich leider nichts geändert, ich messe nach wie vor unterschiedliche Widerstände in den 2 Kanälen.
      Macht es Sinn an der Stelle die Keramikkondensatoren des linken Kanals auszulöten und einzeln zu testen?

      Viele Grüße
      David

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      Hi David,

      Du kannst auch mit dem Ohmmeter erst einmal sehen, welchen Widerstand Du ueber die Kondensatoren misst. Auch das sollte ja rechts und links gleich sein, und ein Feinschluss in einem Keramiker kann so schon auffallen. Alle auf Verdacht ausloeten wuerde ich nicht machen, denn die sind nicht so unempfindlich wie ein Widerstand. Vielleicht finden wir so schon, welcher da spinnt ...

      Besten Gruss,

      Michael

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      OK -- erst einmal: Im Plan steht 680 pF (C 927) versus 560 pF (C 926) --- da sollte aber doch wohl beides Mal derselbe Wert stehen ? Der ist aber aus der Messung nicht als problematisch erkennbar.

      Hingegen ist der Widerstand über C 923, C 928, C 932 signifikant kleiner als im anderen Kanal. Egal, welchen davon man misst, sieht man alle 3 (weil durch die Spulen verbunden, die da Durchgang hatten), und evtl. alles, was sonst noch parallel dazu ist. Was nicht passt, ist der kleine Unterschied zwischen C 923 und C 928 rechts (100 Ohm) im Vergleich zu dem Unterschied zwischen C 922 und C 924 links (4,7 kOhm). Der Spulenwiderstand zwischen diesen beiden C's wird doch nicht 4,7 kOhm sein ... das also bitte nochmal prüfen. Das passt so nicht ...

      Ansonsten würde ich jetzt die Pins 11 und 12 vom IC mal freilegen (Zinn absaugen und sicherstellen, dass keine Verbindung mehr zur Platine besteht, Beinchen also frei ist), und dann nochmal messen. Dann sehen wir weiter ... so kann dann ggf. ausgeschlossen werden, dass noch ein Fehler vom IC her kommt.

      Besten Gruss,

      Michael


      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()

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      Hallo Michael,

      hab mich auch gewundert über die unterschiedlichen C927 und C926 mit 680pF und 560 pF aber die sind tatsächlich auch so verbaut.

      Ich habe nochmal nachgemessen und mal die Widerstände direkt über die Spule L907 (linker Kanal) und L908 gemessen. L907 hat hier 35,3 kOhm! Und L908 hingegen nur 0,6 kOhm. Kann denn sowas sein, dass eine Spule so hochohmig wird?

      VG
      David

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      Bingo Michael! Es ging leicht sie auszulöten und siehe da, kein Durchgang, unendlicher Widerstand. Wenn ich jetzt die Stelle überbrücke wo die Spule eingelötet war bekomme ich auch in meinen zwei Kanälen wieder dieselben Werte bei den Widerständen.

      Nun steht allerdings auf der Spule keine Bezeichnung drauf und auch im Schaltplan findet man nichts genaueres, wie ersetzt man denn so ein Bauteil?


      VG
      David

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      Tja, da muss ich leider passen, weil ich das Gerät selber noch nicht hatte. Das weiss aber Reinhard sehr wahrscheinlich ... und es kann gut sein, dass dann jemand hier im Forum ein altes Teil irgendwo ausbauen kann oder ausgebaut hat ...

      Du kannst mal provisorisch einen Widerstand mit 600 Ohm einsetzen, und sehen, ob es dann geht. Ist nicht zum Dauerbetrieb geeignet, weil die Filterwirkung dadurch ja gestört ist, aber als Test, ob dann beide Kanäle wieder tun, ginge das wohl.

      Man könnte jetzt noch sehen, ob in der Spule evtl. nur gleich am Anfang ein Draht "durch" ist, dann könnte man das vielleicht auch wieder flicken ... per "Kunstlötung" ... ;)

      Besten Gruss,

      Michael

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()

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      Hallo David,

      gefragt, ob Du über L907 und L911 Durchgang hast, schriebst Du am 11. April: "Durchgang ist vorhanden!"
      Aber der "Durchgang" war ja offenbar schon damals bereits hochohmig. Das jetzige Ergebnis, "Spule L907 defekt, ohne Durchgang", hättest Du also schon vor einer Woche haben können. Naja, mit dem langen mühsamen Umweg ist es jetzt wenigstens klar.

      Ich schreibe Dir noch, ob ich evtl. einen Ersatz für die Spule habe. Ich muss erst die erforderliche Induktivität ausrechnen und dann schauen, ob man auch die entsprechende Spule vom 8080H mit diskretem Dekoder dort verwenden kann. Die hätte ich nämlich noch. Ggf. müsstest Du dafür die Werte von Keramikkondensatoren ändern. Das werde ich prüfen.

      Gruß
      Reinhard

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      Hallo David, Michael, Mitleser,

      sodele..
      die Funktion der Spulen L907 und L911 und ihre Werte sind nun geklärt.
      Beide Spulen tauchen in der Abgleichanweisung des Service-Manuals nicht auf. Sie sind werksseitig abgeglichen und sollen vom Service "nicht angefasst" werden. Einmal weil ein Nachgleich nicht erforderlich ist aber wohl auch, weil nicht unbedingt davon ausgegangen werden konnte, dass die notwendigen Messmittel zum Abgleich überall vorhanden sind.

      Werksseitig wurde mit L911 zunächst das 19 kHz Minimum (Notchfilter) mit einem 19 kHz-modulierten FM-Mono-Signal eingestellt.
      Anschliessend wurde mit L907 die korrekte Deemphase (Zeitkonstante 50 µs) genau eingestellt. Also -10,4 dB bei 10,0 kHz (vs. 400 Hz = 0 dB)
      An beiden dreht man besser nicht rum, wenn man die Mittel/Geräte zur Neueinstellung nicht hat





      rot: mit abgeglichener Spule L907
      grün: 600 Ohm Widerstand statt Spule L907

      Das Gute ist:
      1) Auch wenn L907 ersetzt wird oder provisorisch mit einem 600 Ohm Widerstand ersetzt wurde, braucht L911 keinen Neuabgleich! Der Abgleich von L911 wird von L907 nicht beeinflusst. Aber umgekehrt gilt das nicht. Bevor man L907 einstellen kann, muss L911 auf das 19 kHz-Minimum abgeglichen sein, bzw. darf nicht verändert worden sein.

      Werte aus Simulation für 19 kHz Notch und korrekter Deemphasis (50 µs):
      L907 = 120 mH (600 Ohm)
      L911 = 125,3 mH (ca. 600 Ohm)

      2) Und das nächste Gute: L907 macht wirklich nur wenig aus, ist ein Feinabgleich. Auch wenn L907 durch einen 600 Ohm-Widerstand ersetzt ist, ist die Deemphasis bereits recht gut, so dass man damit leben kann.


      Trotzdem werde ich noch nachsehen, ob ich eine Spule mit ca. 120 mH (für L907) habe.

      Gruß
      Reinhard

      PS:
      KORREKTUR
      Ich habe ganz übersehen, dass ja der Dekoderchip 1305 selbst bereits eine Aussenbeschaltung hat, die nach Datenblatt bei 19 kHz um 30 dB absenkt und bei 38 kHz um 25 dB. Die Beschaltung dafür befindet sich an den IC-Pins 1 und 10/13. In meiner Simulation bin ich aber von einer frequenzkonstanten Ausgangsspannung des IC ausgegangen. Deshalb ist die Simulation für die Tiefe der Senke bei 19 kHz und die Grösse der Absenkung bei >19 kHz nur alleine für das SABA R/L/C-Netzwerk ohne den Einfluss des Decoder-Chips gültig. Die abgeleitete "Methode" des Abgleichs von L911 und L907 sollte aber dadurch nicht infrage gestellt sein. Auch die Induktivität von L907 und L911 sollten weiterhin ungefähr zutreffen.

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