SABA CD278 - Fehler in Wickelmotor-Ansteuerung

      SABA CD278 - Fehler in Wickelmotor-Ansteuerung

      Moin zusammen,
      neulich ist mir ein CD278 "zugelaufen". Wollte es gern fit machen - weil es doch HighCom hat.
      Grundsätzlich läuft es (nach schier bergmännischer Entranzung) ganz gut, nur ...

      Das Rückspulen geht (bei kaltem Gerät) für eine C90-Seite ganz gut, wird aber immer langsamer. Danach geht's dann erstmal gar nicht mehr.
      Da das Vorspulen einwandfrei ist, habe ich den Motor als Fehlerquelle ausgeschlossen.

      Nun habe ich mal gemessen:
      Beim Abspielen liegen am Wickelmotor -5 bis -6 Volt an.
      Beim Vorspulen sind es knapp -10 V.
      Beim Rückspulen (nach Kaltstart) kommen erstmal ca. +8 V an. Die Spannung sinkt dann aber kontinuierlich ab, bis bei ca. +3 V der Motor steht.

      Beim neugierigen Betrachten der Platine hätte ich mit dann fast die Nase verbrannt.
      Ein (1Watt)-Widerstand (nämlich der R540) wird beim Rückspulen höllisch heiß. Bei allen anderen Betriebszuständen bleibt der kalt.
      (Ich gehe mal davon aus, dass mit Erwärmung des R540 dessen Widerstandswert steigt und dadurch die Spannung am Motor kontinuierlich fällt.)

      Nun hört es mit meinen Elektronik-Kenntnisse bei C, R, und L und deren Verschaltung aber auch schon auf, so dass ich aus dem Schaltbild nicht ableiten kann, was denn nun die Ursache für die Hitze am R540 sein könnte.
      Hat einer von Euch Lust und Zeit, sich das einmal anzuschauen? - Falls es einer der Transen 2SD863 sein sollte; bekommt man sowas noch? Oder gibt es eine Ersatztype?

      Ich lade mal 3 Bilder des Schaltplans (in entspr. Zoomstufen) hoch.

      Lieben Dank schon mal für's Schauen :)

      VG
      Jürgen
      Bilder
      • SABA-CD278_Diagramm1.JPG

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      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „YogiGSX“ ()

      Hm, was Mechanisches im Laufwerk dachte ich ausschließen zu können da
      a) beim Vorspulen und Abspielen keinerlei Probleme auftreten
      b) ein Rückspulen im kalten Zustand ja auch ganz gut geht

      Ist es denn so, dass der Strom für den Motor durch den R540 geht?
      Falls ja, könnte es natürlich auch der Motor selbst sein, der im Reverse-Betrieb ein Problem hat - die Bürsten liegen dann ja suboptimal an.

      Ich könnte das mal ausprobieren indem ich den Motor abklemme - um zu sehen, was der R540 ohne Last macht.

      Außerdem habe ich noch ein CD274 liegen. "Das Gleiche" - nur mit Dolby.
      Ich könnte mal (ohne groß Ausbauen) per Freiflugverdrahtung den 274er Motor von der 278er Elektronik treiben lassen - und umgekehrt.
      (Muss dann nur die Bandlauf-Kontrolle täuschen - aber das krieg ich hin ...)

      p.s.: Ach ja, fällt mir gerade ein: Gleiches Bild auch ohne Band. also wenn der Motor nur den Wickelteller treibt.
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Anderer Vorschlag!

      Setze mal einen Widerstand 1 Ω oder kleiner vor den Motor.
      Über dem misst Du die Spannung, also indirekt den Motorstrom.
      Ich kenne jetzt nicht speziell das Laufwerk, normalerweise wird der Motor nicht umgepolt.

      Ich habe schon einige Bandlaufwerke repariert, deutet sehr auf Mechanikproblem.
      Bei Tonbandgeräten mit Kleister in der Bandführung hatte ich auch schon Bandstillstand.
      Spulen lief fast normal an, Stillstand nach ein paar Sekunden.
      Es muss ja nicht die Bandführung sein, irgendwo eine Schwergängigkeit.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Nach dem Messen der Spannung am Motor bin ich sicher, dass er umgepolt wird. Bei Wiedergabe und Vorlauf hatte ich negative, bei Rücklauf positive Spannung.
      Ich werde mal versuchen, den Strom des Motors direkt zu messen.
      Und, wie geschrieben, werde ich dann mal schauen, wie sich der R540 ohne Motorlast verhält.
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Moin
      Nun hab ich mal wieder paar Minuten Zeit gefunden.
      Also:
      Der Motor wird von der Treiberschaltung definitiv für Vor- bzw. Rücklauf umgepolt.
      Habe den Motor abgeklemmt und über ein externes Netzteil laufen lassen. Bei Spulgewindigkeit, ca. 10 V zieht er in beiden Laufrichtungen ca. 120 mA.
      Auch bei abgeklemmten Motor (Bandlauferkennung getäuscht) wird der R540 ebenso heiß wie unter Last.
      Somit kann der Fehler nur in der Treiberschaltung liegen. Und zwar in den Teil der beim Rücklauf belastet ist.
      Somit also, welches Bauteil in der Schaltung sollte ich mir näher anschauen bzw. tauschen?
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Gute Vorarbeit!

      Der entscheidende Tip für mich ist, daß R540 auch ohne Motor heiß wird.
      Damit kann ich den Fehler gut eingrenzen.
      Ich gehe davon aus, daß einer der Transistoren X507 bis X510 defekt ist.
      Wenn wider Erwarten nicht, werden sie falsch angesteuert.

      Ich beschreibe mal die normale Funktion.
      Bei Spulen leitet X507 und X510 gleichzeitig.
      In die andere Richtung sind es X508 und X509.
      Im Fehlerfall leiten X507 und X509 oder X508 und X510 gleichzeitig.
      Das bitte überprüfen, erst mal ob einer der Transistoren dauernd leitend ist, Gerät ausgeschaltet.
      Wir sehen dann weiter, Transistorersatz wird es geben.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Was mich wundert, ich finde keinen Transistor, der sich erwärmt. Aber irgendwo muss der Strom doch durch gehen.
      Hab mal die Spannung über dem R540 gemessen:
      Bei Vorlauf und Abspielen sind es 2,5 bzw. 2,2 V
      Bei Rücklauf 12,5 V. Rechnerisch gehen also 570 mA da durch. Und wenn ich weiter richtig rechne, sind das satte 7 Watt. Kein wunder, dass der kleine überfordert ist.
      Aber welches Bauteil der Schaltung kann ihm so viel Strom geben, ohne selbst zu leiden?
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Oh jeh, ich glaube, ich habe da wohl eine größere Baustelle:
      R520 und R521 werden auch extrem heiß - und zwar ohne Bandbetrieb.

      Ich gehe mal davon aus, dass die Elkos C529 und C514 Durchgang haben.
      Den C529 habe ich in der Schaltung mal mit dem Ohmmeter gemessen. Hier hab ich 40 Ohm - sind das die 33 + 8 Ohm der genannten Widerstände?
      Jedenfalls kann ich am Ohmmeter (analoges) kein Lade-Entladeverhalten beim vertauschen der Prüfspitzen erkennen.
      Äußerlich sehen die Elkos gut aus - keine Wölbung im Deckel. Aber um Genaues über den Zustand sagen zu können, muss ich die wohl erstmal auslöten.

      Frage: Wenn in dieser Ecke (wohl Spannungsteiler der Netzteilspannung für unterschiedliche Bereiche) etwas nicht stimmt, kann da auch mein heißer R540 herrühren?
      Bilder
      • Diagramm4.JPG

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      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Wo liegen denn die 15V und die 5.1V-Spannungen?
      Wenn die von dir genannten Widerstände wirklich so heiss werden, dann könnte da mit den Elkos was nicht stimmen.
      Würde dann mit C529 anfangen, Kapazität messen, der ist ja als "Hauptelko" auch für die Betriebsspannung des R540 anzusehen.

      Grüsse
      Auch ich kann mich irren......
      R520 und 521 werden nicht nur warm, sondern richtig heiß. Kann man nicht anfassen.
      Hab ich im Manual irgendwo Spannungsangaben? Dann muss ich danach nochmal schauen.
      Auf jeden Fall werde ich mal den C529 auslöten und prüfen. Kapa-Messgerät hab ich leider nicht. Aber Ohm-Meter wird schon mal Auskunft geben. Und wenn der schon mal draußen ist, kann ich ihn auch erneuern. Vlt hab ich noch einen passenden liegen. Sonst erstmal einkaufen gehen. Und dabei zusehen, dass ich die anderen Typen von der Platine auch gleich mitnehme. Ihr wisst ja: Besser haben als brauchen. Die Teile kosten ja nicht viel.
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup:
      Moinsen!

      Jetzt hab ich mal wieder Zeit gefunden, mich um das Tape zu kümmern.
      Diverse Elkos ausgelötet - alle gut.

      Vielleicht, dachte ich, ist es ja so gewollt, dass die div. Leistungswiderstände, auch der R540, ne ordentliche Heizung abgeben. ... Gerade jetzt, im Winter.
      Also ist vielleicht nur der 540er etwas schwach dimensioniert, wir zuuu heiß, und erhöht in der Hitze seinen Widerstandswert zu stark, so dass der Motor zu wenig Spannung/Strom bekommt.
      Hätte es gern mit einem 22 Ohm / 2 Watt probiert - aber sowas hat man ja nicht einfach rumliegen.
      Nun bastele ich ja gerne und habe einfach mal meine Glühbirnchen durchgemessen - und siehe da, ich fand eine mit 20 Ohm Widerstand. Also einfach mal das Birnchen statt R540 reingelötet.
      Ergebnis:
      Wiedergabe geht, Birnchen leuchtet dunkel und flackert.
      Vorlauf geht, Birnchen leuchtet heller
      Rücklauf geht nicht, Birnchen leuchtet hell
      Das Birnchen scheint sich genauso zu verhalten wie der R540 - bei hoher Leistung steigt auch da der Widerstand und es kommt zu wenig beim Motor an.

      Nun habe ich mal angefangen, Spannung entsprechend Schaltplan zu kontrollieren.
      Bin aber beim ersten Messpunkt schon erstaunt:
      Ich müsste doch vor dem R540 die +15 V vom Kollektor des X517 finden.
      Masse (Minus?) habe auf der Platine von dem Massensammler an den Minus-Seiten der Elkos C529, C532 und C514 genommen. (C533 müsste dort auch zu finden sein, der Platz ist aber auf der Platine leer!)
      Nun messe ich dort nicht 15 V sondern 16,2 V - was mich aber irritiert ist, dass es minus 16,2 V sind.
      Mache ich etwas falsch? So schräg kann doch das Netzteil gar nicht sein - denn, es läuft ja sonst alles!
      Viele Grüße
      Yogi :thumbup: