Kopfhörerausgang beim 8080F nachrüsten

      @ Stefan
      Clevere Idee von Dir, die Kristall-TA Buchse als Ausgang mit Adapter so zu benutzen, wie Du vorgeschlagen hast.


      @ Michael
      Ja, ist ja auch wirklich kein soo großes Ding. Ich denke, so ein Loch bekomme ich da schon rein, wenn es sein muss. Ich sehe, Du möchtest mich dazu ermutigen.

      Danke für die vielen guten Vorschläge!
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Zum Bohren hätte ich noch ein paar Hinweise. Körnen ist fast immer sinnvoll, auch bei Holz, Kunststoff, Leiterplattenmaterial und ähnlichen relativ weichen Stoffen. Er dient der Führung des Bohrers, solange der sich noch nicht selbst eine "Kuhle" geschaffen hat. Die Größe hängt etwas vom Bohrerdurchmesser ab. Speziell in weichem Material schadet es nicht, wenn der Eindruck etwas reichlicher angelegt ist.
      Stumpfe Bohrer sind ein Graus. Man braucht viel mehr Kraft, es entsteht mehr Reibungswärme und die Bohrungen bekommen große Grate. Nun ist das erfolgreiche Anschleifen eines Spiralbohrers von Hand eine Sache, die viel Übung verlangt. Als Lehrling war ich da mal einen Vormittag damit beschäftigt, bevor der Meister zufrieden war, und das Bohrloch Nennmaß hatte. Da es aber gerade die kleineren Größen oft im Zehnerpaket gibt, kann man auch öfters mal einen Neuen nehmen.
      Bei Metall sollte man immer etwas Kühlschmierstoff zugeben. Ein wenig Restöl, WD40, irgendwas in der Richtung, schont den Bohrer und erleichtert den Arbeitsgang.
      Kupfer, Alu: Kühlschmierstoff ist ganz wichtig trotz relativer Weichheit. Diese Metalle neigen zum Schmieren und zum Anlagern von Material an die Schneidenoberfläche. Hier ist Petroleum oder Lampenöl sehr gut geeignet, um das zu verhindern. Der Bohrer muss darin nicht baden, geringe Mengen reichen aus.

      Dünne Bleche, die große Bohrungen brauchen: Wenn die Bohrerspitze, d.h. die im Winkel von 120° zueinander stehenden Schneiden, höher ist als die Materialstärke, bekommt man in aller Regel dreieckige Löcher. Es gibt zwei Abhilfen:
      1. Spezieller Anschliff des Bohrers, ähnlich einem Holzbohrer mit kleiner Mittenspitze, flachen Hauptschneiden und kleinen Spitzen ganz außen.
      2. Stufenbohrer anschaffen. 4-30 mm in 2-mm-Schritten. Das geht ganz wunderbar. Die gibt es in guter Heimwerkerqualität manchmal in Supermärkten. Auch hier: Etwas einsprühen mit dünnem Öl verlängert die Standzeit wesentlich.

      Entgraten gehört zu einer ordentlichen Bohrung dazu: Ein 90°-Senker ist dazu ideal, aber es geht auch mit einem etwas größeren Bohrer, solange der Grat relativ klein ist. Gegebenenfalls feilt man ihn erst mal flach und nimmt nur für den letzten Rest die obigen Methoden.

      Bis auf FP4 reichen für alle Materialien übliche Bohrer aus. Ob hartbeschichtet (goldener Titannitrid-Überzug) oder nicht, ist relativ wurscht im Hobbybereich.
      Die glasfaserverstärkten Epoxidleiterplatten nehmen aber so einem Bohrer innerhalb von 2-3 Bohrungen die Schärfe. Hier ist Hartmetall unbedingt empfehlenswert. Man braucht dann aber einen Bohrständer und eine Bohrmaschine mit zentrisch laufendem Bohrfutter. Ansonsten brechen die Dinger reihenweise weg. Sie sind sehr spröde. Von Hand wird das für übliche Durchmesser auf Leiterplatten bis 2 mm nix.

      Drehzahlen- generelle Regel:
      kleine Bohrer --> hohe Drehzahl,
      größere Bohrer --> niedrigere Drehzahl,
      Entgraten, Stufenbohrer --> ganz niedrig.

      Für Cracks: Die Umfangsschnittgeschwindigkeit sollte bei Stahl -Bohren mit HSS-Bohrern nicht über 5-10 m/s kommen. Im Hobbybereich bleibt man um Faktor 5 drunter, um das Werkzeug zu schonen.
      Wer erstellt jetzt eine Drehzahltabelle?

      Viele Grüße,
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Kleine Anmerkung!

      Christian nannte die Wichtigkeit von Kühl/Schmiermitteln beim Bohren.
      Bei Alu nehme ich gern Alkohol, z.B. Isopropanol oder Spiritus.
      Stufenbohrer habe ich die Tage für wenige Euro bei Aldi-Süd gesehen.
      Hohe Qualität wird das nicht sein, sollte aber für gelegentlich mal ein Blech reichen.
      Im Internet findet man einige Tabellen zu Bohrer und Drehzahl, z.B. die hier:
      richtig-bohren.net/metall-bohrer-drehzahltabelle

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Danke Christian,

      so ein Überblick ist immer gut ! Was die Schmierung betrifft: Ich habe so einen kleinen Punkt-Öler hier stehen, wie ihn auch Uhrmacher etc. im Einsatz haben. Ist ein Feinöl drin, und das nehme ich beim Bohren und Gewindeschneiden in kleinen Mengen bei allen Metallen. Insbesondere geht das (entgegen der allgemeinen Lehrmeinung) auch bei Alu sehr gut (!). So braucht man nur eine Flüssigkeit ...

      Besten Gruss,

      Michael
      Michael, Öl bei Alu geht auch!

      Ich habe halt die Erfahrung gemacht, daß Alkohol etwas besser ist.
      Netter Nebeneffekt, Alkohol verdunstet.
      Man muss dann nicht anschließend das überflüssige Öl wegwischen.

      Du schriebst dünnes Öl, bei Stahl nehme ich gern Sprühöl 88.
      Das liegt einfach daran, Pulle hat Sprührohr und ist bei mir immer greifbar.
      Christians Vorschlag mit WD40 (ähnlich Petroleum) ist auch eine nette Idee.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

      Neu

      Ich bin mit mir immer noch nicht ganz klar, wie ich es mache. Aber es gibt eine sehr starke Tendenz.

      Und die geht inzwischen weg von der Abschwächung mit Vorwiderständen hin zu einem KH-(Puffer-)Verstärker. Wie den dafür bereits ins Auge gefassten klassischen "47" Verstärker, für den die NF vor der Treiber-/Endstufenplatte abgezweigt werden kann. Einen Einbauplan dafür habe ich jetzt. Der "47-Amp" ist dafür unverändert, lediglich muss aufgrund der "virtuellen Masse" darauf geachtet werden, dass die "Masse-Pads" der NF- Ein- und Ausgänge der KH-Platte nicht mit "Chassis-Ground" des SABA 8080 bzw. der damit verbundenen NF-Abschirmungen der Audioleitungen verbunden werden dürfen, denn die "GND-Pads" sind auf der KH-Platte mit der dort generierten virtuellen Masse verbunden. Diese Art von DIY-Modulen ist für den Anschluss eines komplett separaten 12V-Netzteils konzipiert, dabei gibt es das Problem nicht, da dessen "Masse" ("- Pol") ja von der Chassis-Masse des Receivers vollständig getrennt ist. Bei Einbau in ein Audio-Gerät, bei dem dessen Stromversorgung mitbenutzt wird, muss man höllisch aufpassen, da ja dort "Audio-GND" und "Netzteil-GND" identisch und nicht getrennt sind. Sonst schliesst man über die Verbindung dieser verschiedenen "Massen" versehentlich C4 und R2 kurz!



      Vorbereitungen sind getroffen, der KHV ist zusammengebaut und eine Platine, die dafür aus +33 V des SABA 8080 Netzteil eine +16 V Spannung über einen Längsregler mit Zenerdiode macht. Für die Spannungsanpassung habe ich ein Platinchen zweckentfremdet, das eigentlich für einen 78xy-Regler vorgesehen war.




      Insgesamt ist dies der Plan, dort ist alles drauf, was die beiden kleinen Platinchen bereitstellen:



      Ursprünglich hatte ich ja daran gedacht, die erforderlichen 12-18 V DC von einer der Spannungsversorgungen im Vorverstärker des 8080 einfach abzuzweigen. Davon bin ich abgekommen, da diese Spannungen im 8080 durch Vorwiderstände und dem Spannungsabfall bei definiertem Strom bestimmt sind. Schliesst man da noch mehr an, vergrössert sich der Strom, der Spannungsabfall wird damit grösser und die Spannungen stimmen dann nicht mehr. Infrage kam deshalb nur die +33 V Spannung aus dem Netzteil, die auf ca. 15 V zu bringen war, ohne dass sie dabei vom KHV-Strom im erwarteten Bereich von 6 bis 60 mA abhängt.


      Der Grund für meine Bevorzugung dieser Lösung ist, dass mich meine Kopfhörer (AKG K52, OneOdio Pro 50, Philips Fidelio X3) an verschiedenen Voll-Verstärkern (SABA 8120, Grundig V 2000, NAD Model 200) mit über Widerstände abgezweigtem KH-Ausgang klangmässig nicht überzeugt haben. Alle drei KH klingen voneinander sehr verschieden und auch an den genannten Verstärkern jeweils verschieden. Es gab allerdings ein übereinstimmendes Defizit in einer übertriebenen Basswiedergabe, die unangenehm wummerte und in fehlender Präsenz-/Höhenwiedergabe. Dabei muss ich sagen, dass letzteres durch meinen altersbedingten Hochtonhörverlust mitverursacht wird. Ich bin daher auf kräftige Mithilfe der Klangsteller an den Verstärkern angewiesen, um die Kopfhörer / das Musikmaterial einigermassen "anhörbar" zu machen. Je nach Verstärker reichten die Stellbereiche von +/-15 dB für Bässe und Höhen aber kaum aus, um die Klangdefizite für mich angemessen zu beheben.

      Jetzt kam mir bei der Entscheidung zuhilfe, dass ich mich in einem Anfall von Kaufrausch auf einen (preiswerten) Kopfhörerverstärker mit integrierten Bass-/Höhen-Stellern aus Neugier eingelassen habe, dessen Kopfhörersektion zufällig auch der besagte "47"-Kopfhörerverstärker (mit NE5532 OpAmps) ist. Es handelt sich um den "P1" Kopfhörerverstärker / Vorverstärker / DAC /Bluetooth von Douk Audio / Nobsound (China). Und, was soll ich sagen, damit gehören die Kopfhörerprobleme der Vergangenheit an. Die Bässe wummern/dröhnen nicht mehr, sondern sind mit diesem "Kästchen" exakt, straff und trocken und die Kopfhörer, die die Höhen an KH-Ausgängen höherer Ausgangsimpedanz (an den mit Abschwächungs-Widerständen versehenen Ausgängen der Vollverstärker) vermissen liessen, liefern damit die die vorher so vermissten Höhen. Und das bei nur moderatem Absenken der Baässe um ca. -3 dB und Höhenanhebung um nur ca. 5 dB, bei allen Kopfhörern etwa gleich.

      Ich habe daraufhin den Douk Audio P1 gemessen und gefunden, dass er (in Mittelstellung der Klangsteller oder bei mit Schalter umgangenen Klangstellern) am KH-Ausgang einen guten, geraden Frequenzgang hat (40 Hz - 20 kHz, -1 dB), das haben die von mir verwendeten Voll-Verstärker auch. Daran kann es also nicht liegen, dass sich die Kopfhörer trotzdem am P1 viel besser "benehmen" (eine Besprechung des Douk Audio P1 bereite ich vor). Da kommt eigentlich nur noch eine andere Ursache infrage...

      Der Knackpunkt scheint hier wirklich die sehr kleine Ausgangsimpedanz des "47"-Amplifier KHV-Teils zu sein, die (nach Simulation der Schaltung mit vergrösserter Kapazität der Ausgangs-Koppel-Cs von 220 µF auf 820 µF) zu nur ca. 2 Ohm bei 20 Hz und ca. 1 Ohm bei 40 Hz herauskommt (bei höheren Frequenzen noch viel kleiner). Dank der Stromverdoppler-Schaltung der OPVs gibt es damit auch gar kein Problem, 32 Ohm Kopfhörer zu treiben und auch für 300 Ohm Kopfhörer steht ausreichend Ausgangsspannung (bis über 2 V an 300 Ohm) zur Verfügung. Aufgrund der sehr niedrigen Ausgangsimpedanz bei immer noch genügend hoher Ausgangsspannung für höherohmige Kopfhörer (bis 300 Ohm) wird keine Umschaltung benötigt. Die Verstärkung kann an die vom SABA 8080 gelieferte Amplitude (ca. max. 1 V eff an Eingang Treiberstufe des 8080) mit einem Poti stufenlos von 0 bis max. 3 angepasst werden.

      So weit bis heute. Demnächst geht es ans Praktische (ich hasse Bohren...).

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 13 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

    • Benutzer online 1

      1 Besucher