Werte für Siebdrossel Meersburg Automatic 125

      Hallo Niklas, hallo Christian,

      vielen Dank für Eure Tipps! Ich werde mit einem verringerten Widerstandswert an stelle des R113 nochmal in die Messungen gehen. Ich habe einen 39 Ohm und einen 50 Ohm Lastwiderstand zur Verfügung. Ich probiere es mal mit beiden nacheinander.
      Die Ergebnisse der Messungen zeige ich dann.
      Übrigens spielte das Meersburg auch schon mit den 240 V an Pkt. +2 sehr gut, also klarer rauschfreier Empfang. Ich bin froh, dass das Gerät grundsätzlich erstmal wieder geht.
      Der gleißende Lichtfunke an der alten Drossel hatte mir schon Respekt eingeflößt.

      Grüße + noch einen schönen Abend!
      Michael
      So, ich bin deutlich weiter gekommen, mit dem 39 Ohm Lastwiderstand haben sich folgende Werte ergeben:
      Nach 15 min. Betrieb:
      - gemessener Strom durch die Drossel: ca. 89 mA.
      - gemessene Spannung an Pkt. +2: ca. 247 V
      - gemessene Spannung an Pkt. +1: ca. 284 V bei eingeschaltetem Automaticmotor
      - gemessene Spannung an Pkt. +1: ca. 291 V bei ausgeschaltetem Automaticmotor

      Die Spannung an Pkt. +2 ist innerhalb der 15 Minuten von zunächst 255 V abgesunken.
      (255 V nach 1-2 Minuten, dann gleichmäßig auf 247 V abgesunken).

      Klingt gut, oder? :)

      Was ich offensichtlich u.a. falsch gemacht habe, ist, von gemessenen Spannungsabfällen an der Drossel durch Berechnung auf den Drosselstrom zu schließen.
      Durch die Berechnung wäre ich jetzt wieder auf einen höheren Strom, nämlich auf 109 mA Drosselstrom gekommen (gemessener Spannungsabfall 36 V, geteilt durch 330 Ohm = 109 mA).

      Bei der Handprüfung habe ich eine zwar warme aber nicht heiße Drossel festgestellt (nach ca. 25 min. Betrieb).

      Ich bedanke mich für Eure Tipps, Niklas und Christian, und auch Dank an Dich, Andreas!
      Das Meersburg spielt zur Zeit an meinen ausgewachsenen Grundig Lautsprechern und klingt super!

      Niklas, auf das Angebot der Röhrenprüfung komme ich ggf. aber dennoch zurück. Würde mich sehr interessieren, in welchem Zustand die Röhren tatsächlich sind.

      Viele Grüße und einen schönen Abend!

      Michael
      Hallo Michael,

      na das hört sich ja super an. Schön das wir dir helfen konnten.

      Die Spannungen liegen alle im Toleranzbereich, das kann man so lassen.


      Ja siehste, deswegen (richtig) messen. Das ist das was Andreas geschrieben hat. Wahrscheinlich kommt dein Multimeter mit der Mischung aus Gleich und Wechselspannung nicht zurecht und misst an der Drossel falsche Werte.


      Ja kein Problem, ich habe dir eine Nachricht geschrieben, musst mal in deine E-Mails schauen.


      Gruß

      Niklas

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      Ergänzung für spätere Leser!

      Multimeter mit Drehspulinstrument kann man heute neu fast nicht mehr kaufen.
      Es ist gerade bei Röhrengeräten ratsam, sich ein analoges Multimeter zuzulegen.
      Ich selbst habe einige, man wird vermutlich auch welche gebraucht in der Bucht finden.
      Analoginstrumente gibt es noch zu kaufen, auch halbwegs hochwertige zu bezahlbarem Preis.
      Man kann sich so ein einfaches Multimeter für Spannungen selbst bauen!

      Einen Grund nannte ich zuvor, Drehspulinstrumente können nicht durch Wechselspannung verwirrt werden.
      Es gibt noch einen Grund, bei Röhrengeräten analog zu messen!
      In Schaltplänen findet man häufig Angaben wie 20 kΩ/Volt.
      Das ist die Last, die das Multimeter darstellt, wie damals gemessen wurde.
      Fehlt diese Last, typisch bei Digitalmultimetern, liest man gerade in Röhrenschaltungen zu hohe Werte ab.

      Früher war es Prüfungswissen bei Elektronikberufen, wie ein Analogmultimeter aufgebaut ist.
      Hier hilft Wikipedia durchaus sinnvoll weiter:
      de.wikipedia.org/wiki/Analogmultimeter
      Man findet dort die Grundschaltung Messbereiche Gleichstrom und Gleichspannung.
      An der kann man sich orientieren, wenn man sich selbst ein einfaches Multimeter bauen möchte.
      Ich musste grinsen, unten, letztes Bild, das Multavi ist auch in meiner kleinen Sammlung.
      Das ist ein zeitgenössisches Multimeter, mit dem man sinnvoll an Röhrengeräten misst.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Genauso handhabe ich das auch. Gerade bei bei den Röhrengeräten messe ich fast ausschließlich analog mit einem H&B Multavi 7.

      Geht man bei der SABA Automatik bei, ist es unerlässlich ein Röhrenvoltmeter zu benutzen. Selbst mein sehr gutes Fluke 179 ist zu niederohmig dafür, der Abgleich misslingt. Dort nutze ich ein ein MV 20 von Clamann Grahnert.

      Sehr großer Vorteil ist, gerade bei Abgleicharbeiten, das man bei Analogmessgeräten wesentlich schneller erkennen kann in welche Richtung der Wert tendiert und wo das Maximum/Minimum erreicht ist. Das ist bei Digitalmessgeräten oft schwieriger zu erkennen.


      Gruß

      Niklas
      Hallo Niklas,

      ich sehe, ich sollte Dir besser nicht nur die Röhren sondern gleich das ganze Meersburg zuschicken :)
      (nur Spaß)
      Die Automatik müsste nämlich tatsächlich abgestimmt werden.
      Auch bei meinem zweiten Saba, ein Freiburg Vollautomatic 11 funktioniert der Suchlauf nicht. Bei gedrückter Taste "Suchlauf" läuft es zwar in beide Richtung aber die Geräte finden nach einmaligem Tasten links oder rechts den nächsten Sender nicht selbständig.
      Die automatische Scharfabstimmung funktioniert jedoch bei beiden Geräten.
      Das Verhalten hatte sich auch nicht geändert, nachdem ich alle Elkos und Papierkondensatoren getauscht hatte.

      Grüße
      Michael
      Da kann es aber auch wirklich an verschlissenen Röhren liegen. Für den Suchlauf müssen die Motorröhre ECL80 und die sogenannte Relaisröhre EABC80, sitzen ja direkt nebeneinander im Bereich des Lautstärkepotis, topfit sein.
      Ein kleiner Nachgleich ist aber öfter erforderlich als man denkt.
      Die Kontakte im "Suchlaufaggregat" müssen natürlich auch perfekt sauber sein.

      Wichtig ist nur, dass man die (oder der Vorbesitzer hat es aus Unwissen getan), die Kopplungsschraube nicht zu sehr verdreht. In der Regel ist sie abgeklebt, weil sie vom Werk voreingestellt ist. Aber manche hindert das nicht.
      Ich habe ein Meersburg hier wo das passiert ist, der Vorbesitzer hat alles gegeben und verstellt was nur geht an der Automatik, man sitzt Stunden da, bis man die richtige Einstellung wieder hat.
      Ist der Aufkleber noch drauf, geht es eigentlich relativ gut.
      Aber die Automatik abzugleichen ist etwas für Leute mit sehr niedrigen Ruhepuls.

      Ich habe übrigens bei meinen Recherchen zu der Automatik herausgefunden und kann es auch selbst bestätigen, dass die Automatik im Rechtslauf öfter nicht funktioniert bzw. weniger Sender findet, während sie im Linkslauf jeden Sender sofort findet.
      Das soll laut meiner Recherche für so gut wie alle Automatikmodelle gelten.
      Warum das so ist konnte bisher keiner so richtig herausfinden, man muss das wohl einfach akzeptieren, dass so frühes Hightech auch seine Eigenarten hat.

      Grüße

      Niklas

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „röhrenfan2011“ ()

      Hallo Niklas,

      ich habe heute beim Meersburg alle neuen Verkabelungen final gelötet und dauerhaft mit Schrumpfschläuchen versehen (an der Austauschdrossel und am neuen Gleichtrichter), bislang war alles nur provisorisch verlegt und mit Krokodilklemmen verbunden.
      Beim ausgiebigen Testen des Meersburg habe ich gemerkt, dass die Automatik doch sehr gut funktioniert, bis genau auf den Unterschied, den Du oben beschreibst: Im Rechtslauf funktioniert es nicht so gut, vor allem nicht die Taste mit dem Suchen des nächsten Senders.
      Nach links allerdings sehr gut, kurz tippen und er läuft gut zum nächsten Sender.
      Die beiden äußeren Taster (Schnellauf) funktionieren in beide Richtungen gut, aber auch hier findet das Meersburg in die linke Richtung nach dem Loslassen der Taste besser bzw. etwas schneller einen Sender.
      Beim Testen habe ich externe Lautsprecher verwendet, der Klang des Meersburg ist sehr sauber und richtig gut.

      Grüße
      Michael
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