RCA Transistoren

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      Danke Reinhard --- die Kontaktprobleme sind bekannt, und schon diverse Male berichtet worden (in den einschlägigen Foren). Ich hatte alle Laschen schon einmal nachgelötet, und auch alle Fähnchen nachgebogen, aber nach ein paar mal Stecken muss man das sicher wiederholen.

      Die Ausgangstransistoren (alle MJ 15003), ebenso wie die meisten anderen Transistoren, waren schon drin, als ich das Gerät (in wirklich ziemlich grausamem Zustand) bekam. Ich hatte die Endtransistoren durchgemessen, was man über die Anschlussleiste machen kann --- die waren m.E. alle unauffällig, und eben auch alle mit einem recht hohen hFE, zudem schön gleich. Ich hatte daraus geschlossen, dass ein früherer Reparateur genau ausgesucht hatte.

      Den Widerstand im LR-Glied ist m.E. ein Kohlemassewiderstand, der vermutlich nicht mehr gut ist. Ich hatte ihn noch nicht genauer geprüft, aber man findet mehrfach den Hinweis, dass man die besser in beiden Kanälen ersetzen solle, weil im Grunde immer schon schlecht oder angeschlagen. Das hatte ich aber noch nicht gemacht.

      Neu von mir waren die Eingangspaare MPSA56 (ausgemessen), denn da war einer taub. Ich hatte kurz alle Bauteile angemessen, und sonst keine Auffälligkeiten bemerkt. Aber dieser Mix an Ersatztypen war mir nicht ganz geheuer, ausser den Treibern war ja KEIN EINZIGER Transistor mehr original. Ich hatte dann geschaut, was die Ersatztypliste so hergibt, und was in den Foren von Reparaturen berichtet wird, und dann gesehen, dass alle Typen dort auftauchen (und von den Datenblättern her mindestens plausibel sind).

      Die Anomalie bei der Ruhestromeinstellung ist schon seltsam. Ich hatte die beiden Ruhestromtransistoren aber ausgebaut und gemessen, die waren im Soll. Nicht aber den VAS Transistor. Da könnte also noch etwas im Argen liegen. Und am Ende des Tages, muss man wohl leider sagen, ist es auch möglich, dass die Treiber in den Blechwannen noch ein Problem haben könnten. Ich hatte ein paar besorgt, und dabei festgestellt, dass sie zwar auf dem Kennlinienschreiber OK liefen, aber am DVM nichts anzeigen, also mit kleinen Spannungen nicht gut laufen. Zudem eher kleines hFE besitzen ...

      Die Steckerleiste ist und bleibt eine Achillesferse. Sehr schön im Hinblick auf Service, aber sonst heikel ... man muss auf jeden Fall bis zum Anschlag fest andrücken, und nach ein paar mal Stecken auch wieder Nachbiegen etc. --- da hätte eine andere Version (mit besserer Oberfläche und Federspannung) sicher weniger Probleme gemacht.

      Besten Gruss, und vielen Dank,

      Michael

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      Michael,

      was Du schreibst, deckt sich gut mit dem, was ich bisher erkennen kann.
      Ich hatte die beiden MJ15003 von Dir auch nachgemessen und kann auch bestätigen, dass sie gut und beide auch im hfe sehr ähnlich sind. Habe sie inzwischen wieder eingesetzt. Sie müssten hier auch eine gute Wahl sein, robust wie ein Panzer, überstehen sogar Schwingen.

      Die Treiber messen alle unauffällig. Habe ich - insbesondere nach dem heftigen Schwingen mit Rauchentwicklung nochmal überprüft.

      Übrigens...der Widerstand, der beim Schwingen der rechten Endstufe das Rauchen begann, ist jetzt gefunden: R 727 (100 Ohm). Der sitzt etwas versteckt zwischen zwei Kühlwannen. Ich hatte ihn erst übersehen.

      Inzwischen habe ich beide Kanäle durch Nachmessen aller Widerstände und Überprüfung der Halbleiterübergänge der Dioden und Transistoren verglichen, so gut das eben bei eingebauten Bauteilen geht. Ich messe und sehe keinen Unterschied zwischen den Kanälen L und R. Die Lötungen sind alle sehr sauber und perfekt (wie Du das ja immer machst!). Ich habe die Steckkontakte gereinigt, werde nachher die Karte wieder stecken und dann sehe ich, wie weit ich jetzt gekommen bin.

      Am Ende war vielleicht alles nur ein Spuk, der einem schlechten Kontakt von der Steckerleiste geschuldet war?
      Sonst können eigentlich nur noch der VAS-Transistor (Pre-Driver) Q703 (eingebaut ist 2N3440 von CDIL) oder einer oder beide Treiber (pnp= RCA 43024219 und der von Dir eingebaute Ersatz für den npn Partner) infrage kommen. Der 2N3440 ist langsamer (ft= 15 MHz) als der sonst empfohlene VAS-Ersatz 2N5320 (50 MHz), sonst ist er allerdings mehr als ausreichend.


      Gruß
      Reinhard

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      LIeber Reinhard,

      klar, der VAS ist vielleicht noch verdächtig. Und CDIL ist nicht so wirklich prickelnd, vielleicht sollte man die besser tauschen. Dort zu langsam ist m.E. nicht ideal. Den Vergleich deer eingebauten Teile re/li hatte ich auch gemacht, das geht hier ja recht gut. Da war mir nichts aufgefallen.

      Hast Du denn ggf. 2N5320 da ? Es wird sonst auch MJE 243 genannt, aber oft auch doch der 2N3440. Es könnte nur sein, dass CDIL die Spezifikation nicht einhält (?).

      Besten Gruss,

      Michael

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()

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      Es gibt guten Fortschritt bei der Citation 12 Endstufe:

      Schwingen des rechten Kanals: ist behoben
      Bandbreitenbeschränkung (Amplitudenfrequenzgang) des rechten Kanals: ist behoben
      Stabilitätsproblem des rechten Kanals: ist behoben

      Aber:
      Rechter Kanal hat immer noch starke Verzerrung (keine Übernahmeverzerrung).


      Das Schwingen war offensichtlich tatsächlich die Folge schlechten Kontakts an der Steckleiste. Reinigen der Stifte und der Hülsen mit Wattestäbchen und Kontakt 61 und leichtes Nachbiegen der Kontaktzungen hat diesen Fehler behoben.

      Es ist nicht klar, was die verminderte Bandbreite ausgelöst hatte. Inzwischen ist der Kerko am VAS-Transistor wieder auf 150 pF zurückgebaut, die ursprünglichen MJ15003 Endtransistoren sind wieder eingebaut, der beschädigte Widerstand R727 ist erneuert, Der Ruhestromtransistor durch 2SC2240 ersetzt. Am Ende ist in beiden Kanälen der - 1 dB Abfall übereinstimmend wieder korrekt bei 80 kHz.

      Frequenzgang, beide Kanäle, bei 45 W an 8 Ohm:
      Sehr gute Pegelgleichheit beider Kanäle über das ganze Audiospektrum.



      Die Pegel und die Oberwellen sind jetzt sehr stabil, keine Schwankungen mehr.


      ABER:
      Klirrfaktor des rechten Kanals ist viel zu hoch!
      Der Klirrfaktor des linken Kanals ist dagegen gut.

      THD nimmt nicht mehr zu niedrigem Pegel hin (1 W und 0,1 W) zu, sondern bleibt ungefähr gleich oder nimmt sogar etwas ab. Erst bei <0,1 W nimmt THD wieder zu, weil der Rauschabstand dann zu klein wird. Die Zunahme ist also dem mit kleinerem Pegel stetig abnehmenden Headroom geschuldet, der zwischen Signalpegel und Rauschteppich noch bleibt, denn der Klirrabstand kann nicht grösser sein als der Signal-/Rauschabstand.

      Die starke Zunahme des Klirrs bei höheren Frequenzen hin zu 20 kHz ist nun auch nicht mehr vorhanden.

      So sieht THD aus (blau = guter linker Kanal; rot= schlechter rechter Kanal):


      Die Abnahme der THD bei > 20 kHz ist ein Artefakt der auf 95 kHz begrenzten Messbandbreite. k3 kann nur für eine Grundfrequenz bis 31 kHz noch erfasst werden, k4 nur für eine Grundfrequenz von höchstens 24 kHz, k5 nur bis 19 kHz.

      Der zu hohe Klirrfaktor bestand auch schon vor Ersatz des Ruhestromtransistor im rechten Kanal. Darüber hinaus gibt es nur noch einen Unterschied: Im rechten Kanal sind die Treibertransistoren kein komplementäres Paar, anders als im linken Kanal. Die Endtransistoren sind praktisch "gematched", gut übereinstimmendes hfe. Es gibt daher den starken Verdacht, dass der zu hohe Klirr durch das schlechte Zusammenpassen beider Transistoren des Treiberpaares Q705 und Q709 verursacht wird. Q705 ist noch der originale RCA pnp-Transistor 43024219; Q709 ist der neue npn-Transistor, den Michael auf dem Wannenkühlkörper montiert und eingebaut hatte.

      Der DC-Offset des schlechten rechten Kanals ist 29 mV. Das ist zwar nicht so gut wie 11 mV, die ich im guten linken Kanal messe, aber noch nicht so schlecht, dass ich annehmen müsste, dass die Differenz-/Eingangsstufe des rechten Kanals nicht / nicht mehr in Ordnung wäre.

      Hinsichtlich der Treiber wird also noch Arbeit nötig.
      Empfohlen, also offenbar mit gutem Erfolg verwendet, sind als Treiber 2N5322 / 2N5320.

      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

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      Die Spur ist gut. Bei Variationen zur Sziklai-Endstufe schaute ich mir auch die Auswirkung stark unterschiedlicher Betas der Treiber an. Wenn P und N-Zweig deutlich voneinander abweichen, z.B 100 zu 50 oder gar 30, steigt der Klirrfaktor.

      Viele Grüße
      Christian
      **************************************************
      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

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      chriss_69 schrieb:

      Wenn P und N-Zweig deutlich voneinander abweichen, z.B 100 zu 50 oder gar 30, steigt der Klirrfaktor.


      Zumal auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer der beiden Treiber durch die Schwing-Historie nicht mehr koscher ist oder der noch originale Treibertransistors dieses Kanals bereits teildefekt war, was ich durch Messen der Dioden-Flussspannungen nicht erkennen kann.

      Wenn ich sie beide ausgelötet habe, versuche ich, ob die Messung von hfe und Sperrspannung ein Indiz zutage fördert.

      Gruß
      Reinhard