Tapedeck beim Ultra Hifi Center 9941 will nicht!

      Hi Leute,

      es geht wieder um das Ultra Hifi Center 9941.
      Seit neuestem tritt folgender Fehler beim Kassettendeck auf:

      Der Tonkopf usw. fährt nicht auf das Band runter, bleibt also in Standbystellung.
      Es muss sich wohl um einen thermischen Fehler handeln, denn wenn man das Band 2-3 Mal umspult, funktioniert der Mechanismus wieder, bis man den Kassettenrekorder ausschaltet und wartet, ihn also abkühlen lässt.

      Habt ihr vielleicht eine Idee, was defekt sein könnte?

      Liebe Grüße
      Alex
      Gruß Alex
      Hallo Dieter,

      dass es an festem Fett liegt denke ich nicht, da man das Element auf dem der Tonkopf sitzt sowohl im warmen als auch im kalten Zustand ganz einfach bewegen kann.
      Hinten sitzt übrigens der Elektromagnet, der ein kleines Metallelement anzieht.
      Das tut er auch, egal ob er war oder kalt ist, lediglich der Tonkopf wird deben nicht mitgenommen.

      Ich muss am Wochenende Mal die Abdeckung abschrauben und genauer nachsehen.
      Gruß Alex
      Hallo Alex,

      ich interpretiere das mal so: Wenn Du bei "warmem" Gerät Start drückst, fängt die Cassette zwar an zu spulen, aber der Kopfträger fährt nicht auf das Band, richtig?

      Bei dem Cassenttendeck wird das über die Logik-Steuerung gemacht, d.h. wenn der Kopfträger mit der Capstan-Rolle einrücken soll, wird von der Steuerung der Zugmagnet mit Strom versorgt und zieht an. Dort würde ich ansetzen. Am Besten Du lötest dort Leitungen an, an denen Du messen kannst und Wartest auf den Fehler. Wenn der auftritt, und dort dann keine oder eine viel zu niedrige Spannung anliegt, ist der Fehler vermutlich auf der Platine des Logik-Modul 2. Dort musst Du dann auf thermische Fehlersuche gehen... (Kältespray + Fön)

      Edit:
      Ist das jetzt überholt? Der Magnet zieht als doch noch an (auch mit voller Kraft)?
      Der Magnet hinten ist übrigens der Bremsmagnet, der Kopfbühnenmagnet ist soweit ich noch weiß, von unten / innen zugänglich.
      Gruß, Gunnar
      So, ich habe mich heute mal drangemacht nachzusehen. Leider kann man die Oberseite der Platine nur sehen, wenn sie ausgebaut ist.

      Nach Schaltplan sieht für mich IS2153 verdächtig aus.
      Was denkt ihr?

      Ach ja, auf der Platine sind noch zwei Elkos und zwei Tantalbirnen. Die kann ich tauschen, oder?

      Edit: Ich habe den Schalplanausschnitt ganz vergessen:

      Gruß Alex
      Hallo Alex,

      Der OP-Verstärker IS2153 dient zur Ansteuerung des Bremsmagneten, hat hier also eigentlich nichts mit Deinem Problem zu tun. Die direkte Ansteuerung übernimmt der BC617, ein Darlington-Transistor (T2144), der von dem BC 237 (T2141) getrieben wird. Diese beiden solltest Du mal untersuchen.
      Der BC617 ist recht hoch belastet und wird trotz Freilaufdiode D2143 immer noch mit Gegenspannungen aus der Spule konfrontiert, kann daher leicht mal defekt werden.
      Wenn Du jeweils an der Basis der Transistoren eine Spannungsveränderung messen kannst, wenn auf Wiedergabe schaltest, aber an den Emittern nichts passiert, tausche den betreffenden Transistor aus. Sollte sich an der Basis von T2141 nichts tun, liegt der Fehler in der Logik-Ansteuerung.
      Gruß, Gunnar
      Hallo Gunnar,

      dann werde ich einfach die beiden mal ersetzten. Die 2 Tantals und die zwei Elkos kommen auch runter.
      Leider gibt es die beiden Transistoren bei segor.de nicht.
      Ich bestelle sie also auf ebay.

      Diese BC617: http://www.ebay.de/itm/Transistor-BC617-NPN-Darlington-10er-Pack-/380212873634?pt=Bauteile&hash=item58867409a2

      Und diese BC 237: http://www.ebay.de/itm/100-x-BC237C-BC237-NPN-TRANSISTOR-45V-0-1A-0-5W-/110703982740?pt=Bauteile&hash=item19c678b894
      Gruß Alex
      Das liest sich immer wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht: Ein IC sieht verdächtig aus, Elkos kommen runter, Transistoren werden auf Verdacht ersetzt...

      Wird hier überhaupt eine einzige Messung vorher gemacht? Wird ein einziger Transistor vor dem Ersatz geprüft? Oder ersetzt operative Hektik die eigentliche Beschäftigung mit der Materie?

      Immerhin scheint hier ein Fehler vorzuliegen, der gefunden werden muss.
      Achim
      Hallo Achim,

      messen ist leider nicht möglich, da die Platine im eingebauten Zustand von anderen Platinen und dem Motor umgeben wird. Man hat keine Chance da dran zu kommen.
      Wenn ich sie wieder einbaue, dann stelle ich ein Foto rein.

      Die Kondensatoren werden einfach ersetzt, weil ich gerade dabei bin. Kann ja nicht schlechter werden.

      Und die Transistoren kosten ja kaum etwas, darum werden sie auf Verdacht getauscht.

      :D
      Gruß Alex
      Achim, teilweise gebe ich Alex recht.

      Muß ich zum Messen Teile ausbauen, wechsele ich sie auch gerne, wenn es sich um vorrätige Pfennigartikel handelt.
      Was Achim allgemein meint, bei gegebenem Fehler sollte man gezielt messen, um den Fehler einzugrenzen. Fehlersuche ist auch Denksportaufgabe. So verstehst Du mehr und mehr Schaltungen und ihre Arbeitsweise.

      Andreas, DL2JAS
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Einen ausgelöteten Transistor zum Beispiel kann man doch messen, um zu wissen, ob er die Ursache ist bzw. war. Mit der Zugänglichkeit der Baugrupe hat das gar nichts zu tun.

      Denkt doch bitte mal an spätere Leser, die denselben Fehler bei diesem Gerät haben.

      Wenn dann hier steht: "T611 hatte einen Feinschluss zwischen Kollektor und Emitter und musste ersetzt werden" nützt das etwas.

      Wenn hier aber steht "5 Transistoren, 8 Elkos und 3 ICs wurden getauscht, danach funktionierte das Gerät wieder" dann nützt das fast gar nichts.

      So ein ganz kleines Bisschen Neugier auf die Ursache des Fehlers ist doch gar nicht schlecht und nützt anderen. Man ist ja meistens nicht der enzige Besitzer eines Gerätes.
      Achim
      Ok Achim, du hast mich überredet.
      Ich werde die Transistoren morgen auslöten und durchmessen. (Obgleich ich einen Feinschluss mit meinem einfachen Multimeter wohl nur in den seltensten Fällen festellen könnte; ich weiß, es war nur ein Beispiel ;D)

      Die Kondensatoren kommen aber nach Wiederherstellung der Funktion trotzdem prophylaktisch raus.
      Gruß Alex
      Kleiner Tip, nicht nur für Alex, eher allgemein.

      In meinem Leben habe ich schon einige Funkgeräte repariert, abgeglichen und auch teilweise umgebaut. Hier ein Beispiel mit Bildern:
      http://www.dl2jas.com/vorstellungen/tr7/tr7.html
      So etwa in der Mitte sieht man ein Schwarzweißbild, lauter einzelne Kammern zur Abschirmung für die einzelnen Stufen. Alle Platinen in den Kammern sind gesteckt. Im gesteckten Zustand kommt man fast nicht an Messpunkte. Nicht selten löte ich Klingeldraht an den gewünschten Messpunkt und stecke die Platine wieder ein, damit ich im Betrieb messen kann. Das sind dann die Fälle, bei denen man auch nicht mehr mit selbstgebauter Messspitze schräg um die Ecke an einen Messpunkt kommt.
      Kann man den Messpunkt noch sehen, kommt aber nicht an ihn mit üblicher Messspitze Multimeter, kann man sich recht einfach eine Messspitze selbst bauen. Bei mir hat sich bewährt eine einzelne Ader von üblicher Elektroleitung Hausinstallation 1,5 mm² oder wirklich dicker Klingeldraht. Vorn isoliert man etwa 1 mm ab. Das verhindert, daß man versehentlich Punkte auf der Platine kurzschließt, wenn man abrutscht. Der Draht sollte nicht zu lang sein, damit man genügend mechanische Stabilität hat. Das hintere Ende verbindet man im einfachsten Fall mittels Krokostrippe mit der Messspitze des Multimeters. Eleganter ist es, wenn man der selbstgebauten Spitze eine Bananenkupplung gönnt, die man direkt auf die Messspitze des Multimeters aufschieben kann.

      Andreas, DL2JAS
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Der BC617 war's. Jetzt funktioniert wieder alles.
      Als ich allerdings das Deck ausprobiert habe, kamen neue Fehler zum Vorschein:

      1. Die rechte Aussteuerungsanzeige geht maximal zur Hälfte.
      2. Am linken Kanal fehlen die Höhen größtenteils, dafür sind die Bässe überbetont.

      Auf dieses Fehlerbild kann ich mir gar keinen Reim machen.
      Habt ihr ne Idee?
      Gruß Alex
      Hallo Alex,

      das mit den fehlenden Höhen kann aus einem verstellten Tonkopf herrühren. Ich gehe mal davon aus, daß Du Köpfe und bandführung gründlich mit Isopropanol o.ä. gereinigt hast.
      Am Tonkopf gibt es eine Stellschraube, mit der er justiert werden kann. Achtung: Eine Seite ist fest, die andere (bei der eine Feder unter dem Tonkopfträger ist) dient der Justierung. Du kannst die Einstellung bei laufendem Band mache, wenn Du den Cassettendeckel abgenommen hast. Hier mal vorsichtig drehen (Ausgangsposition merken) und hören, ob es besser / schlechter wird.

      Ist das mit den Höhen bei Cassetten die Du mit einem anderen Deck, das funktioniert aufgenommen hast so und was ist mit Aufnahmen direkt aus dem Deck?

      Wenn es dann der Tonkopf nicht ist, geht die Suche weiter...

      Und zu der Anzeige, das kann wiederum an einigen Sachen liegen. Wird die Anzeige in der Hälfte irgendwie "gebremst" also sieht es nach mechanischem Fehler aus, oder ist sie insgesamt schwächer als die linke Seite?

      Wenn Du eine Cassette aufnimmst, sind beide Spuren gleich laut, oder ist auch hier der rechte Kanal viel leiser?
      Gruß, Gunnar
      Vorsicht!

      Tonköpfe sind ganz selten verstellt, verstellen sich seltenst von selbst. Verstellen des Tonkopfs mal eben zum Ausprobieren ist wirklich ein sehr schlechter Ratschlag. Ein Laie ohne geeignete Messmittel bekommt den fast nie wieder in die alte Ausgangsposition.
      Köpfe schleifen ein. Ändert man was an der Lage des Kopfes, kriecht ganz schnell das Band an den Einschliffkanten hoch und raspelt die Bandkanten.
      Pardon lieber Gunnar, fast immer kannst Du mit recht guten und praxisnahen Ratschlägen dienen, diesmal war er eher gefährlich.
      Alex, sehr häufig ist es Dreck auf dem Tonkopf, teilweise kaum sichtbar. Das Band muß zum Tonkopf einen sehr engen Kontakt haben, Abstand zwischen Band und Kopf sollte besser als 1 µm sein, nicht mehr mit dem Auge sichtbar. Das Band selbst ist dünner als ein Haar, so etwa 10 µm.
      Drehen am Tonkopf ist nur angesagt, wenn man andere Fehler ausschließen kann und der Verdacht naheliegt, daß zuvor ein Dilettant an ihm herumprobierte, z.B. Schraubenlack geknackt.

      Andreas, DL2JAS
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com