Defektes Mainau F

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich habe vor kurzem in der Garage meiner Freundin ein altes Mainau F gefunden. Es funktioniert allerdings nicht mehr. Habe aber beschlossen mich der Sache anzunehmen.
      Ich weiß nur jetzt nicht so genau, wie ich anfangen soll.
      Vielleicht sollte ich noch ein paar Wörtchen zu mir und meinen Möglichkeiten verlieren, bevor ich das Problem beschreibe. Ich studiere Physik und habe auch ein paar Vorlesungen zu Elektronik gehört. Weiß also, wie alle Bauteile funktionieren und habe eine grobe Vorstellung davon , wie eine Verstärkerschaltung funktioniert. Ein Multimeter hab ich auch da und kann damit umgehen ;) Habe mir gerade vor kurzem ein Gitarreneffektgerät aus einem Baussatz zusammengelötet. Hatte es aber noch nie mit einem "größeren" Gerät zu tun und bin jetzt etwas überfordert ;) Bin aber fest entschlossen, das Radio wieder in Gang zu setzen :)

      So, nun zum Radio:
      Das Ding geht an. Die Beleuchtung vorne funktioniert. Der Lautsprecher funktioniert auch, denn man hört Netzbrummen und ein leises Rauschen (was sich aber nicht verändert, wenn man -egal auf welchem Frequenzband- nach Sendern sucht)

      Habe das Gerät natürlich auch mal aufgemacht. Mir ist sofort ins Auge gefallen, dass ein Bauteil kaputt war. Habe es angefasst und es ist quasi zu Staub zerfallen :D
      Das war der Heißleiter "R428"
      Habe ihn ersetzt, was gar nicht so einfach war , da wie ich dann gemerkt habe, sowas (Heißleiter mit 130Ohm) nicht mehr gebaut wird. Nachdem ich erfolglos 3 Elektronikläden abgeklappert habe, wurde ich dann bei Ebay fündig. Leider war es ein 10er Pack. Jetzt sitze ich auf 9 130 Ohm Heißleitern, die ich wahrscheinlich in meinem Leben nicht verbauen werde.( Wenn hier jemand welche braucht, kann ich sie gern verschicken)
      Leider hat es den Defekt nicht behoben. Aber war ja mehr oder weniger klar, weil er ja wahrscheinlich dafür da ist die Schaltung beim Einschalten zu schützen.

      Jetzt habe ich angefangen, den Teil um den kaputten Heißleiter herum zu überprüfen. Bin mir aber ehrlich gesagt nicht so sicher, ob das Sinn macht. Habe relativ willkürlich einfach mal angefangen, Spannungen aus dem Schaltplan abzugleichen. Beispielsweise liegt am Kondensator "C423" 8,7 V anstatt der 9,5 V an. Aber ich hab das jetzt erstmal abgebrochen, weil damit nicht wirklich weiß, was mir das alles sagen soll.

      Ich brauche an der Stelle ein bisschen Hilfe, wie ich denn sinnvoll weiter vorgehen könnte.

      Würde mich über ein bisschen Hilfe sehr freuen.

      Nachtrag: ich beziehe mich hierbei auf diesen Schaltplan ;)
      http://www.saba.pytalhost.com/MainauFs/
      Der Teil von dem ich gesprochen habe ist auf diesem Bild:
      http://www.saba.pytalhost.com/MainauFs/Mainau_F_02.jpg
      Hallo Mung(?),

      der Heißleiter dient "nur" der Stabilisierung des Ruhestroms der Endstufe. Für das Schweigen des Gerätes ist er nicht verantwortlich.

      Wenn Du C401 etwa über einen Schraubendreher mit dem Finger berührst, brummt es dann im Lautsprecher?

      Ein Foto vom Chassis wäre auch nützlich.
      Achim
      So, habe die Spannungen gemessen.
      Habe das erste mal sowas gemacht. Hoffe ich habe es richtig gemacht.
      Ich habe immer von Kontakt nach Gehäuse als Erde gemessen.

      Hier die Werte: Dabei ist der 1. Wert der gemessene und der 2. aus dem Schaltplan entnommen.(und die Minuszeichen spar ich mir ;) )

      T401: Emitter : 11,97 / 12 Basis: 12,1 /12,5 Kollektor: 17,16 /16,3
      T402 Emitter: 17,75 / 17 Basis: 17,1 /16,3 Kollektor 8,02 / ?
      T403 Emitter: 8,7 / 9,5 Basis: 8,06/ 9 Kollektor: 5,19 / 4,3
      T404 Emitter: 8,86/ 9,6 Basis 9,03/9,7 Kollektor: 18,89 / 18
      T405 Emitter: 8,88/ 9,6 Basis 8,76/9,5 Kollektor: 0 / 0


      Zum Netzteil: Ist der Gleichrichter das kleine schwarze Bauteil ? Und du meinst den dicken 2200 μF Elko?
      Da findet sich kein Hinweis auf einen ernsten Fehler bei den Transistoren.

      Man sollte sich den C423 vielleicht mal ansehen, möglicherweise ist er taub...
      Auskoppelelkos erleiden manchmal massiven Kapazitätsverlust, dann hört man nur noch leise Reste der hohen Frequenzen. Ein testweiser Ersatz bringt Klarheit.

      Auch die übrigen Elektrolytkondensatoren der Endstufe können gealtert bzw. ausgefallen sein.
      Achim
      Ok, dann werde ich das mal ausprobieren.
      Bei der Gelegenheit ist mir gerade aufgefallen, dass wohl irgendjemand schon mal die beiden großen Elkos gewechselt hat. Laut Schaltplan sollten beide 2500 μF haben. Sie haben aber beide nur 2200μF.

      Ich melde mich wieder, wenn ich die beiden ausgetauscht habe. Schon mal vielen Dank für die Hilfe :)
      Das mit den 2200µ ist schon ab Werk so und normal.
      Manchmal finden sich in den Schaltbildern noch Werte nach der alten Normreihe, da gab es 500µ, 2500µ... In der Produktion hatte man es dann mit den Werten der aktuell am Markt gehandelten neuen Normreihe E12 zu tun (470µ, 2200µ). Und so ist es bis heute.
      Achim
      Hallo,

      habe mich einige Zeit nicht gemeldet, hatte einiges um die Ohren. Unter anderem ist die Freundin, in deren Garage ich das Radio gefunden habe nicht mehr meine Freundin...

      Aaaaber ich habe trotzdem eine Erfolgsmeldung. Das Radio geht wieder.
      Ich habe nochmal einen Blick auf den Schaltplan geworfen, da mir aufgefallen war, dass alles außer der Endstufe gar keine Spannung hatte. Habe dann den Punkt gesucht, wo der Empfangsteil an den Trafo angeschlossen ist. Dabei bin ich auf die Zenerdiode 402 gestoßen ,die deltamike55 auch schon erwähnt hatte ( ist leider irgendwie vor lauter Transistor messen untergangen ;) )
      Die war's ;)

      Das Radio läuft wunderbar und ich bin wirklich erstaunt vom Klang, der aus dem kleinen Ding rauskommt :)

      Danke euch beiden für die Hilfe!!

      Bin fast schon traurig, dass es wieder funktioniert. Vielleicht werde ich mir demnächst mal ein defektes Röhrenradio besorgen... ;)

      Lg
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