9260, UKW schlecht, keine Stereolampe, Mittenanzeige permanent auf 1

      9260, UKW schlecht, keine Stereolampe, Mittenanzeige permanent auf 1

      Hallo liebe Saba Freunde,

      nachdem ich nun schon einige Zeit hier mitgelesen habe (und mit den Tips hier auch einen 9241 in Stand setzen konnte)
      bin ich jetzt aber offenbar an meine Grenzen gestoßen und benötige Eure Hilfe!

      Ich habe mir einen 9260 ersteigert und diesen nach Erhalt (und dem Nachlöten und dem Austausch von anfälligen Bauteilen auf der Netzteilplatine) Probe laufen lassen.
      Er spielte einwandfrei (UKW). Ohne ihn berührt zu haben ist dann im laufenden Betrieb UKW auf einmal deutlich schlechter geworden, die Stereolampe leuchtet seitdem nicht mehr und die Mittenanzeige steht (bei UKW) permanent auf +1, egal, ob ein Sender eingestellt ist oder nicht.

      Weiter habe ich das Phänomen, daß, wenn ich einen Sender mittels Digitalanzeige einstelle (z.b. NDR2 auf 102,60MHz), die Feldstärkeanzeige auf Maximum (fast 10)geht (mit abisoliertem Draht als Antenne), der Sender aber fast gar nicht zu verstehen ist. Erst wenn ich den Sender dann bewußt fehl abstimme (auf 102,45 oder auch auf 102,75) wird der Sender klarer (aber lange nicht so klar und gut, wie bei Erhalt des Receivers). Ist NDR2 dann fehl abgestimmt sinkt die Feldstärkeanzeige auf 7 bis 8.

      Was habe ich bisher gemacht:
      Ich habe alle Spannungen gemäß Meßblatt nachgemessen. Alle sind im (aus meiner Sicht grünen Bereich), bis auf die Spannungen an D4 (Soll 15V, Ist 27V) und die an H7 (Soll 20V, Ist 13V). Da H7 für den NF Filter ist, habe ich diese erstmal vernachlässigt und mich auf die D4 gestürzt. Auf dem Stereodekoder Modul habe ich das TCA4500A getauscht, die Elkos C923 und C943, C918, C916 und C913, T921 und T941.
      Keine Verbesserung!

      Da hier im Forum auch der Tausch des CA3189E auf dem ZF Modul empfohlen wurde, habe ich auch das bestellt und getauscht. Auch das brachte keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung: Ich habe zwei IC's bestellt, nach einsetzen des ersten kam nur Rauschen, nach einsetzen des zweiten kam wieder UKW, es klang aber sehr blechern. Also wieder das Original IC eingesetzt (ich habe eine Sockel eingelötet gehabt).

      In diesem Zusammenhang die Zusatzfrage: muß man bei Wechsel des CA3189 irgendwas einstellen/abgleichen, damit es funktioniert? In der Threads hatte ich das nicht so verstanden.

      Wie oben geschrieben, weiß ich nun nicht mehr weiter und hoffe auf Tips aus dem Forum!

      Vielen Dank im Voraus!

      Jens
      Hallo Jens,

      zunächst, damit keine falschen Begrifflichkeiten auftauchen, ist das Teil wohin hineingesteckt wird, die Fassung, es heißt ja auch "Lampenfassung". Alles andere sind Sockel.
      Miß doch mal die Abstimmspannung, um festzustellen, ob diese korrekt über den gesamten Bereich arbeitet.
      Ferner bräuchten wir, um deine Messungen nachzuvollziehen, Auszüge aus dem Schaltbild. Nicht jeder hat diese in seinen Akten.

      Gruß, Dieter
      Hallo Jens,
      wenn zugleich mit dem schlechten Empfang die Anzeige für Mittenabstimmung plötzlich nicht mehr auf "Null" geht, ist die Symmetrie der Spannungen, die am Instrument anliegen, gestört. Bei Mittenabgleich sind die beiden Spannungen von den Pins 11 und 13 des ZF-Moduls gleich. Die Differenz steuert über je einen Transistor das Mitteninstrument an. Ist eine der Spannungen gestört, wird die Mittenanzeige unsymmetrisch. Die Abstimmung kann dann auch daneben sein, da eine direkte Verbindung zum Bandfilter L323/L324 besteht, das für die Abstimmung kritisch ist. Da nicht rumdrehen, sondern....

      ...C327 (10 µF) auf dem ZF-Modul ersetzen, verbaut ist dort ein Tantaltyp. Wenn der plötzlich leck geworden ist, könnte er den Fehler erklären. Er zieht dann die Spannung an PIN 11 des ZF-Moduls auf Masse und dann haben wir den Salat.



      Das wäre mein erster Tip!

      Bei der Gelegenheit auch gleich C2016 und C338 mit ersetzen. Immer auf richtige Polung achten!

      Ist danach der Fehler immer noch, würde ich als nächstes die beiden Dioden D2026 und D2027 überprüfen.



      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Zu den Spannungsabweichungen:

      H7 nur 13V:
      Wenn vom Netzteil +45V an Messpunkt H6 vorhanden sind aber an H7 keine 22V liegen, ist die 22V Zenerdiode D2226 kaputt und / oder C2226 auf der Hauptplatine ist defekt (hat Teilschluss) oder C1057 auf dem NF-Filtermodul hat Teilschluss. Einer der TDA 1029 bzw. der TDA1028 könnte es auch verursachen, wenn der Defekt die Spannung runterzieht, ist m.E. aber weniger wahrscheinlich.

      An D4 liegen 27V:
      Ich bin nicht sicher, ob Deine Angabe, dass an D4 15V liegen sollen, richtig ist. 27V scheinen mir dort nicht unplausibel. Beim 9241 sollen an D4 15V sein, aber der 9260 ist an dieser Stelle (Spannungsversorgung des Aufholverstärkers nach dem Stereodekoder) ganz anders.

      Gruss,
      Reinhard

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      Hallo Reinhard,

      vielen Dank für Deine Antworten und sorry für meine späte Antwort!

      Leider haben alle Deine Tips keine Änderung gebracht. Ich habe den C327 getauscht,
      genau wie den C2016 und den C338. Die beiden Dioden D2026 und D2027 sind bei meinem
      Receiver gar nicht bestückt (hat ne Ewigkeit gedauert, bis ich die leeren Bohrlöcher
      inkl. Beschriftung gefunden haben, weil ich immer nach Dioden gesucht habe :) ).

      Zu den Spannungen:
      D4: Ich habe den Sollwert dem hier im Forum verfügbaren Meßblatt entnommen. Auch im
      "9260 Ratgeber" wird die D4 mit 15V gehandelt (bei mir sind es besagte 27V).

      H7: Ich gehe davon aus, das die Z-Diode wirklich defekt ist, selbst vollkommen unbelastet
      liegen an ihr nur knapp 17V an (belastet wie gesagt ca. 13V). Leider habe ich kein entsprechendes
      Ersatzteil, deswegen die Frage, ob diese falsche (?) Spannung für das eigentliche Problem
      (kein Stereo, Mittenanzeige...) überhaupt relevant sein kann. Ich würde vermuten, daß dem
      nicht so ist und würde die Z-Diode einfach bei der nächsten ET Bestellung mit bestellen und
      die Spannung nach Tausch nochmal testen.

      Mir fehlt die Erfahrung, aber ich habe das Gefühl, daß dieses Phänomen

      "Weiter habe ich das Phänomen, daß, wenn ich einen Sender mittels Digitalanzeige einstelle
      (z.b. NDR2 auf 102,60MHz), die Feldstärkeanzeige auf Maximum (fast 10)geht (mit abisoliertem
      Draht als Antenne), der Sender aber fast gar nicht zu verstehen ist. Erst wenn ich den Sender
      dann bewußt fehl abstimme (auf 102,45 oder auch auf 102,75) wird der Sender klarer (aber lange
      nicht so klar und gut, wie bei Erhalt des Receivers). Ist NDR2 dann fehl abgestimmt sinkt die
      Feldstärkeanzeige auf 7 bis 8."

      mit der Mittenanzeige und der nicht leuchtenden Stereo LED zusammenhängt.

      Ich bin für jeden Tip dankbar und wünsche schon mal vorab frohe Ostern....

      Jens
      Hallo Jens,

      D4 hat mit dem FM-Empfang nichts zu tun. Das Messblatt hier im Forum ist für den 9241. An D4 beim 9241 (und dessen Verwandten) liegen 15V, jedoch nicht beim 9260! Der ist dort anders, das hatte ich schon geschrieben. Beim 9260 liegen an D4 27V an. Wenn der Ratgeber sagt, dass beim 9260 an D4 15V anliegen sollen, ist das falsch! Dass an D4 bei den Geräten 924x 15V anliegen, ist aber korrekt.

      Das kann man durch Schaltungssimulation (oder Nachrechnen "zu Fuss") überprüfen und findet es bestätigt. Hier auch die anderen DC-Spannungen rund um die 9260 Stereodekoder-Transistorstufe gem. LTSpice:





      H7: Sehe ich auch so. Zenerdiode defekt.


      Empfangsproblem:
      Hat mit Stereodekoder und H7 nichts zu tun.

      Dass die beiden Dioden D2026 und D2027 bei späteren Seriennummern nicht mehr bestückt sind, obwohl sie im 9260 Schaltplan stehen, ist interessant, sie sind auch beim etwas neueren MD292 nicht mehr drin. Was nicht vorhanden ist, kann auch nicht defekt sein.

      Hast Du die Abstimmspannung am HF-Mischteil (Messpunkt A4) überprüft, wie von Dieter geraten? Soll (jeweils bei den Endanschlägen der Sendereinstellung, also bei 108 MHz und 87,4 MHz), 3V...27V.

      Wenn Du die AFC abschaltest, hast Du dann auch ständig das Mitteninstrument bei "1"? Oder kannst Du dann auf Mitte stellen und hast dann klaren Empfang? Mit anderen Worten, reden wir von einem Defekt in der AFC oder ist das Empfangsproblem auch bei abgeschalteter AFC vorhanden? Das ist noch nicht ganz klar, da Du nicht geschrieben hast, ob bei Deinen Beobachtungen die AFC ein- oder ausgeschaltet war.

      Besteht das Problem auch bei ausgeschalteter AFC (und der Abstimmspannungsbereich ist überprüft, Abstimmspannung geht zwischen den Skalenenden von 3 auf 27V), kommen nun leider recht viele Bauteile als Fehlerquellen infrage, nämlich alle, die den korrekten Nullabgleich (Mittenabgleich) im ZF-Verstärker beeinflussen können.

      Besonders unangenehm ist hier der Ausfall von Keramikkondensatoren. Diese Kondensatoren werden sehr selten defekt, aber es kann vorkommen.

      Da Du (auch bei abgeschalteter AFC, bitte bestätigen!) und Einstellung auf exakte Senderfrequenz nach Digitalanzeige die maximale Feldstärke angezeigt bekommst, würde ich jetzt davon ausgehen, dass das CA3189 und der gesamte Bereich vor diesem IC in Richtung HF-Mischteil korrekt arbeiten.

      Da, wie gesagt, Keramikkondensatoren seltener ausfallen, könnte das Poti P332 im ZF-Verstärker defekt geworden sein (Schleifer hat abgehoben, oder ein Endanschluss an der Leitbahn hat Kontakt verloren, das gibt es gelegentlich bei diesen Trimmpotis). Das würde zum Verlust des Diskriminator-Mittenabgleichs führen mit Konsequenzen, die zu Deinen Beobachtungen passen würden.

      Du kannst das überprüfen:
      Das ZF-Modul auf die Hauptplatinenrückseite auf seinen Platz stecken. Bei stromlosem Receiver zunächst die Schleiferposition auf dem Trimmpoti P332 im ZF-Modul mit dem Ohmmeter genau ausmessen und zu notieren, so dass Du es ggf. später (wenn sich herausstellt, dass am Poti kein Defekt ist, oder der Fehler sich damit nicht beheben lässt) wieder exakt in seine ursprüngliche Stellung stellen kannst.

      Dann einen stärkeren Sender nach Digitalanzeige genau auf Sendefrequenz und Feldstärkemaximum einstellen. Nun mit dem DC-Voltmeter zwischen den Messpunkten B5 und B7 (Pins 11 und 13) des ZF-Moduls messen. Bei korrekter Sendereinstellung im Feldstärkemaximum und ohne Defekt am Gerät sollte die zu messende Spannung im Bereich -10mV bis +10 mV sein. Bei Dir wird sie wahrscheinlich viel grösser sein. Mit P332 nun versuchen, die Spannung zwischen B5 und B7 auf den Sollwert (möglichst nahe an 0mV) zu stellen. Dabei nicht versehentlich die exakte Senderabstimmung verstellen, sie muss dabei exakt auf Feldstärkemaximum des eingestellten Senders sein! Gelingt Dir, mit P332 die Nulleinstellung, solltest Du das Problem nun gelöst haben. Kannst Du mit P332 aber die Nulleinstellung nicht machen, ist entweder das Trimmpoti defekt oder ein anderes Bauteil in der Peripherie von P332. Dann müsstest Du weiter suchen.

      Berichte erst einmal, wenn Du soweit gekommen bist.

      Gruss,
      Reinhard





      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Reinhard,

      ich hatte die Abstimmspannungen bereits kontrolliert, aber vergessen das auch zu erwähnen. Ja, sie liegen im Bereich von 2,4V (85,7MHZ lt. Digitalanzeige) und 26,8V (108,2MHz). Hmm, die min bzw. max Werte der Digitalskala passen offenbar auch nicht :( . Stelle ich genau 87,4MHz ein ist die Abstimmspg 2,9V, bei 108MHZ 26,1V.

      Egal, ob AFC ein-oder ausgeschaltet ist, das Mitteninstrument bewegt sich nicht (auch wenn ich über die gesamte Skala kurbele, bewegt es sich nicht), erst, wenn ich auf AM oder einen Line Eingang schalte, geht es in die Mittenstellung. Es liegen zwischen B5 und B7 ständig zwischen 430 und 440 mV an, niemals weniger oder mehr....

      Ich starte jetzt in meinen Osterurlaub (um mein neues Haus zu renovieren) und werde vermutlich die nächsten Tage nicht wirklich aktiv am 9260 arbeiten können. Wenn ich mich also nicht mehr melde, heißt das nicht, daß mein Interesse verloren gegangen ist. Eher im Gegenteil, bei der tollen Hilfestellung hier!!!

      Gruß
      Jens
      Hallo Jens,

      Dass ständig 430-440 mV zwischen B5 und B7 anliegen, auch im Feldstärkemaximum ohne AFC, ist eine wichtige Information. Und Abstimmspannung ist ja OK (die kleine Abweichung dort ist unkritisch). D.h. den TCA 530 können wir erstmal ausschliessen.



      Nach Deinen Osterferien, wenn Du wieder dazu kommst, versuch erst mal die Nullpunkteinstellung mit P332, so wie oben beschrieben. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass dieses Trimmpoti defekt ist. Aber vorher überprüfe bitte erst noch die Dioden D2071 und D2072 (die sind garantiert vorhanden!). Wenn eine der beiden hochohmig ausgefallen wäre, hättest Du daher die Spannungsunsymmetrie. (Dieser Satz gestrichen, siehe nachfolgende Begründung von Christian)

      Gruß,
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Jens und Reinhard,

      gespannt verfolge ich eure Fehlersuche, als Beitrag meinerseits ein Bild der erwähnten Klemmdioden:



      ...da müssten sie sein, direkt vor dem Abstimm-Modul.

      Ich erlaube mir mal, meine Gedanken mit darzulegen:
      Diese Dioden sitzen direkt vor den AFC-Eingängen des Abstimmspannungsmoduls und sind vom AFC-Ausgang des CA3189 durch den Differenzverstärker T2026/ T2034 und zusätzlich durch die Entkoppelwiderstände 10 kOhm R2028/ R2033 getrennt. Wenn die Mittenanzeige, wie beschrieben, unabhängig von Sendereinstellung und AFC-Schaltstellung ständig bei +1 steht und B5 zu B7 stetig ca. 430 mV Differenzspannung aufweist, kommen sie meines Erachtens nicht als Fehlerquelle in Frage. Haben sie Unterbrechung, dürfte das die Funktion der AFC und der Abstimmung nicht weiter beeinträchtigen, nur der Fangbereich wird eventuell größer. Haben eine oder auch beide Dioden Schluss, wäre die AFC wirkungslos, aber die Abstimmung bleibt unbeeinträchtigt. Mit IC2041 wird bei Deaktivierung der AFC nichts anderes gemacht. Die beiden Leitungen werden kurzgeschlossen - zumindest nahezu.

      Die Ursache muss, wie schon von Dir beschrieben, entweder im Umfeld des AFC-Ausganges CA3189 oder im Bereich des Differenzverstärkers liegen.

      Neben der Differenzspannung zwischen B5-B7 wäre damit auch interessant, welche Spannungen diese beiden Punkte und die Anschlüsse der Transistoren T2026 und T2034 gegen Masse haben.

      Liebe Grüße,
      Christian



      G-H: AFC-Signal ankommend vom CA3189
      D-E: AFC-Signal zum TCA530
      Bilder
      • Diff_Verst_AFC.JPG

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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Hallo Christian,

      Danke, mehr Augen sehen mehr. Gebe Dir recht, die Dioden kommt als mögliche Ursache aus den von Dir genannten Gründen nicht in Betracht, da habe ich zu oberflächlich geschaut.
      Auch guter Rat von Dir, die beiden Transistoren T2026/2034 zu überprüfen!

      Wenn weder das Trimmpoti P332 noch einer dieser beiden Transistoren als fehlerhaft erkannt werden können, wird die Suche unangenehmer, ein hochohmig gewordener Widerstand oder ein leck oder taub gewordener Kerko (C332, C333, C322, C323, C324 ?) sind eher weniger wahrscheinlich (aber ja nicht unmöglich), warten wir ab, was Jens nach Ostern findet.

      C322 ist übrigens in den Saba Schaltplänen nicht eingezeichnet. Die korrekte Bestückung mit C322 ist so:




      Gruß
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo zusammen,

      ich habe heute eine kurze Pause von der Renovierung eingelegt, weil ich u.a. Werkzeug holen mußte und habe mal eine Stunde für den 9260 abgezwackt ;) und Eure Vorschläge „abgearbeitet“. Vielen Dank für Eure Tips!!

      Die beiden Transistoren T2026 und T2034 hatte ich bereits getauscht, habe aber jetzt nochmal die Spannungen gem. Schaltbild kontrolliert - alle korrekt.

      Desweiteren habe ich das P332 auf dem ZF Modul gecheckt, auch dieses war meßtechnisch OK. Ich konnte die Mittenanzeige auf eine Differenzspannung von einigen mV justieren, allerdings hat das nichts am eigentlichen Problem geändert. Zur Sicherheit habe ich das Poti durch ein neues ersetzt, gleiches Verhalten.

      Wie gesagt, ist die Differenzspannung jetzt bei ca. 5mV, gegen Masse liegen sowohl an B5 und B6 ca. 5,65V an.

      Der Zeiger der Mittenanzeige steht zwar jetzt mittig, bewegt sich aber kein Stück bei Abstimmungsänderungen, die Differenzspannung beträgt bei totalem Rauschen ca 22mV, bei nach Feldstärke Instrument ideal abgestimmten Sender um die 0mV und die Stereolampe leuchtet nach wie vor nicht.

      Es ist im übrigen egal, ob ich AFC aktiviere oder nicht, das Verhalten ist das gleiche!

      Noch zwei Fragen, die bei mir hochgekommen sind:

      1.) Ich habe einen funktionsfähigen 9241 digital. Kann ich dessen ZF Modul oder Stereodekoder Modul in den 9260 bauen (oder die des 9260 in den 9241)? Von den Bestellnummern der Module sollte das ja eigentlich nicht ratsam sein, da es unterschiedliche Module zu sein scheinen.
      2.) In meinem ersten Post hatte ich geschrieben, daß ich mir zwei neue CA3089 besorgt habe, mit einem von beiden kommt gar kein Sender, mit dem zweiten klingt es total blechern. Die Frage ist jetzt, ob man bei Tausch des IC‘s irgendeinen Abgleich machen muß (P332 hatte ich jeweils auf minimale Differenz eingestellt).


      Da die Baustelle jetzt wieder ruft, verabschiede ich mich erstmal wieder und hoffe darauf, daß jemandem von Euch noch etwas einfällt!



      Vielen Dank und bis bald….

      Jens
      Hallo Jens,

      nun sind wir in der befürchteten Lage, dass die "naheliegenden" und einfachen Fehler ausgeschlossen wurden (Transistoren der Verstärkerstufe für die Mittenanzeige und das Poti P332 selbst).

      Ein Austausch des CA3189 allein erfordert normalerweise keinen Neuabgleich.

      Du konntest mit P332 das Mitteninstrument auf "Null" bringen, d.h. gleiche Spannungen an Pins 11 und 13 des ZF-Moduls. Aber auch bei Verstimmen des Senders, macht das Instrument keinen Mucks, d.h. der Zeiger schlägt bei Verstimmen nicht aus, sondern verharrt in der Nullstellung, die Du mit P332 bei Feldstärkemaximum eingestellt hast. Dabei liegen sowohl an Pin 11, wie auch an Pin 13 jeweils 5,6V an. Ein Schluss bei C327 und C332 oder C333 nach Masse ist daher auch ausgeschlossen.

      Ich nehme an, Du hast nach Schaltplan auch schon diese Spannungen kontrolliert?
      Pin 14 des ZF-Moduls: 5,8V
      Pin 1 von CA3189: 1,9V

      Dann würde ich als nächstes an den sehr seltenen Ausfall eines Kerkos am Diskriminator denken und C323 sowie C324 (jeweils 150 pF) erneuern und ebenfalls C322. Da C322 leider im Schaltplan nicht eingezeichnet ist, kenne ich den Wert nicht. Er ist vom Aufdruck auf dem Bauteil zu entnehmen.

      Nun zu Deiner Frage, ob Du das ZF-Modul eines 9241 in den 9260 setzen kannst oder auch anders herum. Trotz der inneren Unterschiede ist die äussere Pinbeschaltung des 9241 ZF-Moduls mit dem 9260 ZF-Modul kompatibel. Es gibt nach Schaltplan den Unterschied, dass beim 9260 ZF-Modul vor Pin 10 zur Feldstärkeanzeige der Widerstand 22k (P342) liegt, beim 9241 ZF Modul ist der Vorwiderstand dagegen vor Pin 8. Beide stammen aber von Pin 13 des CA3189. Ich halte es daher für möglich, dass in einem der beiden Pläne die Numerierung 8 und 10 versehentlich vertauscht ist. Trotz dieser Unsicherheit, denke ich dass Du versuchsweise ein 9241 ZF-Modul in den 9260 setzen kannst, bzw. das 9260 ZF-Modul in einen 9241. Du solltest bei so einem Tausch aber nicht unbedingt perfektes Verhalten erwarten, da der Abgleich spezifisch für das passende Zusammenspiel aller Komponenten ist. Aber zur Diagnose des Fehlers im ZF-Modul sollte das genügen. Die Streodekoder vom 9241 und 9260 kann man aber nicht einfach beliebig kreuztauschen! Aufgrund der grösseren Versorgungsspannung (45V) im 9260 für dessen Stereodekoder, die wir ja oben behandelt hatten. Wenn Du den Dekoder vom 9241 in den 9260 steckst, kann er dort zerstört werden, da Du damit 40-45V auf IC TCA4500 und auf die Transistorstufe des 9241-Stereodekoders gibst, die beide nur für 15V ausgelegt sind. Aber anders herum, kannst Du den 9260-Stereodekoder in einen 9241 stecken. Die Transistorstufe des 9260 wird im 9241 dann zwar nur mit 15V statt mit 27 versorgt, d.h. der Arbeitspunkt der Transistoren ist damit nicht optimal, aber es geht.

      Wenn Du den Defekt des 9260 ZF-Moduls endgültig bestätigt hast und alle Ratschläge oben nichts geholfen haben, versuche vielleicht mal, ob Du von Thomas noch ein 9260=MD292 ZF-Modul bekommen kannst, er verkauft Saba Teile für die 92xy Serie: kettronik.de/contact-us/

      Gruss,
      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „oldiefan“ ()

      Hallo Saba Freunde,

      eigentlich traue ich mich gar nicht, das Nachstehende zu schreiben...

      Ich habe den Fehler gefunden! Zu meiner eigenen "Verteidigung" schildere ich nochmal den Reparaturverlauf:

      Und zwar hatte ich ja den CA3189 ziemlich schnell im Verdacht und habe mir zwei neue Exemplare bestellt.
      Nach Lieferung habe ich das erste davon sofort eingelötet, es kam gar kein Ton. Dann habe ich eine IC
      Fassung eingelötet und in diese das zweite CA3189 gesteckt. Jetzt kam Ton, allerdings genauso gut oder
      schlecht wie mit dem Original IC. Für mich war demnach das CA3189 nicht defekt.

      Das war der Zeitpunkt, in dem ich Kontakt zu Euch aufgenommen habe....

      Vorgestern habe ich mich dann daran gemacht und wollte Reinhards letzte Tips überprüfen. Dazu hatte ich
      das ZF Modul ausgebaut und auf die Lötseite des Moduls geguckt. Und dann traf mich der Schlag: ein Bein
      der Fassung war GAR NICHT verlötet (Pin 8). Ich habe es verlötet und mit dem originalen CA3189 ausprobiert,
      gleicher Fehler, dann das zweite neue IC eingesteckt und? Voller Empfang, Stereolampe und Mittenazeige!!!!

      Zusammengefasst heißt das für mich: das erste der beiden neuen IC's war kaputt geliefert worden und ich kann
      meine Augen mittlerweile echt vergessen. Offenbar hilft Brille absetzen, Lesebrille aufsetzen etc. nur
      eingeschränkt bei Lötarbeiten.

      Nichts desto trotz bin ich froh, daß das tolle Gerät jetzt wieder funktioniert.

      Ich möchte mich an dieserStelle nochmal für die tolle Unterstützung bedanke!

      Viele Grüße

      Jens