EM80 vs UM80

      EM80 vs UM80

      Hallo mit einer Frage an die Experten !

      Momentan habe ich einige Röhrengeräte mit der EM80 als Magischen Fächer, die so gut wie nix mehr anzeigen.
      Nun geht auch mein EM80 Bestand so langsam zur Neige und Neuröhren sind mittlerweile sehr teuer.

      Allerdings liegen in meinem Schrank noch ganz viele UM80 NOS rum. Zwei Unterschiede sind erkennbar:

      - 19 V Heizspannung
      - 200V Anodenspannung gegenüber 250V der EM80

      Die Heizspannung könnte man mit einem kleinen Zusatztrafo generieren, was mich stutzig macht ist, ob die UM80 die 250V an den Pins 7 und 9 verträgt.

      Was meint ihr ?

      Gruß, Dieter
      Die beiden Röhren sind bis auf den Heizer mit Sicherheit identisch, da möchte ich wetten. Die Betriebsdaten der UM sind natürlich mit der geringeren Ua spezifiziert, da im Allstrom-Radio nicht mehr als 200 V zur Verfügung stehen. So oder so sollte man aber die Leuchtschirmspannung per Widerstand veriringern, um die ohnehin spärliche Lebensdauer zu vergrößern. (Ich habe leider mal eine fabrikneue EM 85 von Lorenz in etwa 300 Betriebsstunden (ohne zusätzl. Widerstand) auf etwa die Hälfte der ursprünglichen Helligkeit gebracht!)

      Dieters Umstrick-Aktion ist mir allerdings unsympathisch, denn die so werden die letzten UM 80 dieser Welt verheizt. Was machen all die Allstrom-Radios die diese Röhre benötigen? Die UM wächst nicht nach, ganz im Gegensatz zur EM 80, die von den Russen gefertigt wird und für relativ kleines Geld erhältlich ist. Gerade nachgesehen: bei BTB kostet sie derzeit EU 14,95.

      VG Stefan
      Hallo Stefan,

      dein Argument mit der UM kann ich nachvollziehen, aber ich glaube nicht, dass meine 5 (fünf) das Aus für die Nachrüstung von Allströmern sind. Zudem ist es sehr schwierig ein breit gefächertes Angebot an generell alten Bauteilen für die Öffentlichkeit zu erstellen und für die gesamte Radiobastelwelt zugänglich zu machen. Wir brauchen eben sowas wie Eurotransplant...

      Mit den russischen Nachbauten hast du nur die halbe Wahrheit geschrieben:
      1. Der Leuchtschirm ist eine Kathastrophe, hat kein gleichmäßiges Leuchtbild, sieht aus wie ein Kartoffelacker.
      2. Die Größe stimmt nicht mit der originalen EM80 überein und es ist manchmal schwer sie mechanisch zu ersetzen.
      3. Die Betriebsdauer ist gelinde gesagt Schulnote 6. Meine vor ca. 7-10 Jahren verbauten Russen haben (bei wenig Betrieb !!) schon jetzt deutlich an Leuchtkraft verloren. Ich habe meinen Restbestand zum EK verkauft und werde auch keine mehr nachkaufen.

      Gruß, Dieter
      Hallo die Runde,

      in der Franzis Röhrentabelle ist als maximale Anodenspannung für beide Röhren 300V angegeben. Das kann sich aber auf die Ua der Triode beziehen, denn ausdrücklich sind separat die Leuchtschirmspannungen (=Anode des Anzeigesystems) Umin bis Umax für beide Typen mit 170 - 300V für die EM und 90 - 250V für die UM angegeben.
      Das ist nach meiner Sicht ein ganz anderer Spannungsbereich, für den die UM vorgesehen ist. Das deutet doch auf eine abweichende Konstruktion hin. Auch die maximale Spannungsdifferenz Kathode-Heizung ist völlig unterschiedlich (bei der UM natürlich viel höher).
      Achim
      Hallo in die Runde,

      ich habe heute mal mit dem Loewe angefangen, der soll ja die neue UM80 bekommen.
      Das Chassis lag auf dem Werktisch, alles war verdrahtet, das Radio ging wohlgemerkt unrevidiert mit gebrückter Sicherung, abgelöteten Klangreglern und Seitenlautsprechern an den Regeltrafo. Leistungsaufnahme war beim Hochfahren am Wattmeter akzeptabel, 53 VA bei 225 V Eingang ok, Empfang stellte sich ein, der sogar hervorragend war !!
      Also dachte ich, laufen lassen, UM80 suchen, Bundesliga läuft. Selengleichrichter lauwarm, Doppelelko eher etwas heiß, fast zu heiß.
      Plötzlich ein Zisch, es roch irgendwie nach gebrannten Mandeln wie auf dem Schützenfest... Ergebnis siehe Bild, der Netzentstörer mußte von sich lassen. Und siehe da, Leistungsaufnahme sinkt auf 49 VA, da hat der Kerl doch 45 Minuten 4 Watt verbraten bis ihm die Puste ausging...

      Gruß, Dieter
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      Moin Stefan,
      die Fahrlässigkeit war mir klar aber ich dachte, dass er bis zum Rausknipsen halten würde - denkste...
      Ja, der G1 Kondensator war auch noch drin, aber Leistungsaufnahme, Klang und Aussehen der EL84 gaben keinen Anlass zur Besorgnis.
      Nach der Revision, die jetz komplett ist, hat sich nichts getan ausser dass der Doppelnetzteilelko jetzt kalt bleibt, ein paar Stunden Dudelei haben ihm wohlbeim Formieren gut getan.

      Überhaupt war an dem Radio wenig zu tauschen, ich habe 2 Elkos, 1 WIMA und 4 EROs hier liegen. Man sieht, obwohl von 1956 geht doch schon sehr viel mit Styroflex.

      Bei nächster Gelegenheit werde die UM80 integrieren, ich berichte weiter.

      Ach ja, am unteren Bildrand sieht man gerade noch so eine vergossene Spiralleitung, sieht aus wie eine Verzögerungsleitung...:-)
      Schlängelt sich von Röhre zu Röhre, habe ich so noch nicht gesehen.

      Gruß, Dieter
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      Hallo,

      aktuell ist der Loewe Moderna wieder auf der Zielgeraden:
      die UM80 leuchtet exakt wie eine EM80 nach folgenden Modifikationen:
      - Trafo für 19 V Heizspannung
      - R36 auf 1M Ohm erhöht
      - Leuchtschirm (Pin9) mit 15kOhm angeschlossen
      Daraus ergeben sich folgende Spannungen:
      - 20 V Heizspannung
      - Leuchtschirm 190 V
      - Anode 170 V
      Damit dürfte den Ansprüchen aus dem Datenblatt genüge getan sein.

      @Stefan: sorry dass jetzt eine UM80 werkelt, aber die Betrachtung der Loewe Front mit einer intensiv leuchtenden UM80 entschädigt für vieles.

      Ich hoffe nicht, dass jemand noch einmal eine Moderna auf den Tisch bekommt, sie ist an Serviceunfreundlichkeit kaum zu überbieten.

      Gruß, Dieter
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      Hallo Stefan,

      das Foto täuscht, die UM80 ist etwa genauso hell wie eine originale EM, die alte Knipse hat das ohne Blitz stark überzeichnet. Zum anderen läuft dieses Radio vermutlich relativ wenig, falls es mein Schwager überhaupt wieder haben will.
      Ich habe alles rückbaufähig gelassen, den Heizdraht isoliert und den Trafo ohne neue Löcher befestigt. Den originalen 500kOhm lege ich mit ins Gehäuse. Falls mir eine NOS EM80 über den Weg läuft, ist alles zügig rückgängig gemacht.

      Hallo Achim,

      es sieht aus wie eine lack- oder wachsstabilisierte lange Luftspule, im Innern laufen keine Leitungen. Wenn ich heute in der Werkstatt bin verfolge ich sie mal bis zu den Anschlüssen an der Röhrenfassung.

      Gruß, Dieter