Metaxas Iraklis Urversion

      Metaxas Iraklis Urversion

      Liebe Freunde,

      heute möchte ich mal über etwas Exotisches berichten, eine Endstufe (Doppel-Mono-Aufbau) des australischen Herstellers Kostas Metaxas, und zwar über die Urversion davon, die vermutlich so vor schlappen 40 Jahren entstanden ist. Ein Exemplar davon, noch in recht schönem Zustand, kam dieser Tage bei mir an, mit Fehlern in beiden Kanaelen. Sie war zuletzt vor ca. 10 Jahren bei mir, wo ich eine generelle Reparatur und Revision gemacht hatte. Bilder kommen später, hier erst einmal der Schaltplan der Endstufe (ein Kanal), als Anhang. Ich hoffe, das qualifiziert hier als "alt genug", ist jedenfalls ein Klassiker ...

      Schaltplan-red.jpg

      Wie man sieht, ein klassischer Aufbau, jedenfalls auf den ersten Blick. Klarer Schwachpunkt sind die Treiber, die gerne einmal den Geist aufgeben (und bei späteren Versionen durch leistungsfähigere Typen ersetzt wurden). So war auch diesmal einer der 2N2219A hin. Also wurden beide ersetzt (zum Einsatz kommen Motorola-Transistoren, die sind robuster als andere). Alles ist hier auf hohe Geschwindigkeit ausgelegt, was unsinnig klingt, und auch für eine gewisse Empfindlichkeit der Verstärker sorgt, aber zu sehr guten klanglichen Ergebnissen führt. Man muss so ein Teil mal anhören, vor allem im Vergleich zu den damals sonst so üblichen Verstaerkern, die einfach im Vergleich nur "angestrengt" wirken. Dann kann man vielleicht verstehen, warum dieses kleine Teil damals in vielen Ländern ein "Renner" war. Spätere Versionen wurden dann robuster, viele laufen heute noch.

      Aber zurück zum Entwurf. Da ist als nächstes das Netzteil zu nennen, das mit einem Gyrator die Spannung fuer die Eingangsstufe bis zu den Treibern versorgt, und nur die Ausgangstransistoren direkt an den Elkos hängen --- wobei auch dort mit einem Längswiderstand von 0.51 Ohm ein Pi-Filter realisiert ist. Hier fand sich dann der Fehler im anderen Kanal: Ein 2N2905A war taub geworden, und die Ausgangsspannung war nur noch -15 statt -33 Volt --- was zu Verzerrungen bereits bei kleinen Lautstaerken führte. Aber das war ja sofort an den Spannungen zu sehen, und zum Glück sind diese Endstufen "harmlos" in dem Sinne, dass meist nur kleinere Dinge passieren.

      Netzteil-red.jpg

      Ja, dann gibt's noch einen DC-Servo (nicht ungewöhnlich, aber bewusst hochohmig ausgelegt, um seinen Einfluss auf andere Frequenzbereiche klein zu halten), und ein paar Hinweise, die ich mir im Laufe der Zeit notiert habe (aus den Erfahrungen mit der Endstufe abgeleitet). Bilder mache ich noch, die kommen in Kürze. Derzeit läuft das Dingelchen (ist klein, und prima aufgebaut) zur Probe, und zur Einstellung des Ruhestroms. Wenn Interesse besteht, kann ich in Zukunft mal über das eine oder andere Geraet dieser Art berichten.

      DC-Servo-red.jpg

      Hinweise-red.jpg

      Besten Gruss,

      Michael

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      Hi Reinhard,

      wenn man nach Metaxas sucht, in einer nahezu beliebigen Suchmaschine, kommt auch immer zuerst der Schnaps ... und das ist auch OK, denn der Inhaber stammt aus der Familie, die den Schnaps macht.

      Bilder kommen noch, wollte erst alle haben, und muss sie dann ein wenig bearbeiten (ich bekomme die irgendwie nicht so schön hin, weil da zuviel VA mit Reflexionen stört).

      Klar wäre LT Spice mal interessant -- und die späteren Versionen sind auch nicht gross anders, mehr so im Detail und bei einigen Teilen, im Gesamtkonzept aber gleich. Soweit ich weiss sind selbst die neueren Versionen, die man derzeit (wieder) kaufen kann, auf dieser alten Schaltung basierend. Die hatte ich aber noch nie hier. Ich kenne nur die alten Versionen.

      Besten Gruss,

      Michael
      Habe mal gegoogelt. Wenn es DIESER ist...
      stereo.net.au/forums/uploads/m…74f8253d4c81e49ddd1b.jpeg
      stereo.net.au/forums/uploads/m…c156611c645816dc3dae.jpeg

      dann ist es jedenfall ein Verstärker "für echte Männer". Der WAF dürfte dagegen ein Schwachpunkt sein, auch wenn Frau immerhin einen Blumentopf draufstellen kann. Aber man stösst sich leicht den grossen Zeh. ;)
      Michael, Deine Fotos werden es aufklären.

      Ich wollte ihn aber nicht schlecht machen - Wie alle wissen, die Inneren Werte zählen!

      Gruss,
      Reinhard
      Hi Reinhard,

      nein, das ist die spätere Version, von der es dann nochmal eine Mk II gab. Bei der hängt der Treiber nicht mehr an der Stabilisierung, und es gibt 2 Sätze Ausgangstransistoren pro Kanal. Die ältere sieht viel besser aus ... wobei es mal eine in blau gab. Mehr dazu morgen.

      Besten Gruss,

      Michael

      p.s.: Hier ein (leider noch nicht gutes) erstes Bild vom Innenleben

      Aufsicht-red.jpg

      Man kann gut den Doppel-Mono-Aufbau erkennen. Die LS-Buchsen hinten sind von Hirschmann und nicht original (da waren recht einfache drin, die m.E. nicht viel taugten). Dann pro Kanal ein Ringkerntrafo, Gleichrichter, Siebung mit Pi-Filter. Sicherungen in der Zuleitung zu den Ausgangstransistoren, daneben die Stabilisierung der Spannung fuer die anderen Stufen. Im Eingang dann symmetrische Differenzverstaerker (mit selektierten Quartetten, je 2 thermisch gekoppelt), und eine ebenfalls symmetrische VAS (Spannungsverstaerkungsstufe). Danach Treiber und Ausgang --- im Grunde alles so angeordnet wie im Schaltplan).

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      Ist aber recht klein, Breite: 24 cm (Front 29 cm), Tiefe: 37 cm mit Buchsen, Höhe 9 cm).

      Leistung knapp 40 W an 8 Ohm (die man aber in dieser Version nicht ausnutzen kann, weil die Treiber dazu zu schwach sind). Die spätere Version mit den anderen Treibern konnte das dann. Kein Brumm oder Rauschen, und auch (trotz des Fehlens einer LS-Schutzschaltung) keine Knackser etc. beim Ein- und Ausschalten.

      Dabei macht das Dingelchen bereits bei Zimmerlautstärke enorm viel Spass. Gerade läuft die Endstufe zur Probe und zum Einbrennen (weil ich ja neue Treiber spendiert habe braucht das ein Weilchen) im Hintergrund, betreibt ein Paar Totem Acoustic Model One Signature (ein kleiner kanadischer Lautsprecher, der eher anspruchsvoll ist). Angesteuert von einer alten MBL Vorstufe (4005, aber revidiert und partiell umgebaut, mit dem Original nicht mehr vergleichbar --- das hatte einige echte Schwächen insbesondere im Netzteil), Signal aus einem Yamaha T2. UKW vom feinsten, sage ich mal, solange man keine Party feiern will ... ;)

      Jetzt muss der Ruhestrom immer mal wieder nachgestellt werden, bis das stabil steht. Das dauert ein Weilchen ... am einfachsten misst man hier über beide Emitterwiderstände, und stellt das Poti so ein, dass man 25 mV misst. Zwischendurch sollte man den Deckel auflegen, denn die beiden Dioden auf dem Kühlkörper machen eine leichte Überkompensation. Bilder kommen am Montag noch welche.

      Ein schönes Wochenende,

      Michael

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      So, jetzt mal ein paar Bilder, mit weiteren Hinweisen. Zuerst ein Blick von vorne:

      front-red.jpg

      Mit blauer Front gab's die auch, da sieht die schon sehr exklusiv aus ... Dann ein Blick von hinten:



      HIer sieht man gut die neuen Hirschmann-Klemmen (die groessere Version), aber auch den Sicherungshalter (nun auch alles beruehrsicher isoliert). Original ist da einer drin, der gar nicht fuer 230 V zugelassen ist, und der deswegen unbedingt getauscht werden sollte. Das ist bei praktisch allen Geraeten von Metaxas so, sollte beachtet werden.

      Dann mal von oben, auf den Schaltungsteil:



      Hier sieht man recht gut, wie der Aufbau gemacht ist. Die Eingangstransistoren sind mit Kabelbinder gekoppelt und mit etwas Kleber fixiert (das ist nicht original, hat sich aber bewaehrt). Die Treiber haben natuerlich Kuehlsterne, die Transistoren der VAS haben auch welche bekommen.

      Mehr spaeter, besten Gruss,

      Michael

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      Hier mal ein Bild von der Unterseite:



      Man erkennt gut die nachgeruesteten Elkos mit 10 uF, die besser fuer die Stabilitaet der Spannungsstabis sind. Ohne diese Nachruestung neigen sie zum hochfrequenten Schwingen, was sicher nicht gut ist. Bei neuen Geraeten tritt das kaum auf, mit einer gewissen Alterung wird's mehr. Mit den Elkos ist der Spuk weg. Es reichen auch Elkos mit 5 uF.

      Besten Gruss,

      Michael

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      Hallo Michael,

      kompakt, übersichtlich.

      Aus früher gezeigtem Grund (Schwingneigung), bin ich kein Freund der gemeinsamen/zusammengelegten Kabelführung von Verstärker-Ein- und Ausgang. Hier sind wenigstens noch zwei getrennte Führungsschläuche verwendet. Aber dennoch, sie sollten besser voneinander mit grösserem Abstand getrennt verlegt werden.

      Gruß
      Reinhard

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      Hi Achim, Reinhard, Jogi,

      die roten Roedersteine waren drin, noch tip top in Ordnung, also wurden sie nicht getauscht. Die werden da nicht warm. Es sind die Elkos für die Glättung der Bezugsspannung vor den kleinen Reglern, da spielen die Roedersteine ihre Qualitäten aus. Das mit der Kabelführung ist ein berechtigter Hinweis. Die Kabel sind abgeschirmt, eine Schwingneigung ist nicht auszumachen --- daher habe ich das nicht geändert. Mache ich mal beim nächsten Mal, wenn sie wieder vorbeischaut ...

      Garagenfirma (in Melbourne, Australien)? Ja, gewissermassen ... war damals so gross wie Brinkmann, danach mal eine Weile ein Betrieb mit ca. 10 Mitarbeitern, und ist heute wieder ein Familienbetrieb (Metaxas and Sins, der Chef und seine beiden Söhne). Die Geräte haben damals ziemlich viel Furore gemacht, und waren mal eine Weile "angesagt". Haben immer noch ihre Liebhaber. Die neue Generation, die man jetzt kaufen kann, ist etwas "abgedreht" und richtet sich an Leute, die designertechnisch etwas einmaliges haben wollen. Also mehr was für Leute, die ihr Geld in größeren Mengen ausgeben wollen.

      Besten Gruss,

      Michael

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      Hallo Michael,

      ja klar, das haben wir immer wieder gefunden, wenn die roten Roederstein nicht beheizt werden (innerlich oder äusserlich) überleben sie uns!

      Die kleinen Manufakturen muss es geben und sie machen überwiegend gute Sachen. Der Iraklis macht ja vom Aufbau her auch schon einen guten Eindruck. Ich simuliere ihn mal....ja, ich weiss, wie er "klingt", kann man davon nicht ableiten. Aber Verstärker "klingen" ja nicht! :rolleyes:

      Ich hatte mal eine Anlage einer kleinen schweizerischen Manufaktur (Rowen, rowen.ch/de/data/rowen_two.php) zur Überprüfung (Danke Wolfram!). Die Teile waren schon äusserlich eindrucksvoll, weil so wertig gefertigt und auch weil sich die Elektronik auf ein Minimum an Bauteilen beschränkte, weil es eine kreative Schaltungstechnik (negative Ausgangsimpedanz) war. Die von mir gemessenen technischen Daten waren überragend. Andere Firmen bauen/bauten Vollverstärker, die weniger leisten, mehr verzerren, schlechteren Frequenzgang haben, höhere Verzerrungen, aber dreimal mehr Bauteile und dremal so grosse "Kisten". Ich begreife es immer noch nicht wirklich, wie dieser kleine Verstärker und der Vorverstärker das auf 30x20cm, wovon die Hälfte des Platzes von den Ringkerntrafos besetzt wurde, hinbekommen haben. Der Käufer hat auch zu einer kleinen Manufaktur eine stärkere persönliche, emotionale Bindung, wenn die Produktqualität überzeugend ist.

      Sonst kann man ja gleich einen no-name angeblichen Burmester 933-Nachbau (Name: "Burmster 933") aus China zum Schnäppchenpreis kaufen (auch wenn noch Zoll und MWst. dazukommen), emotionale Hersteller-Bindung gibt es damit nicht. Ist so ein Kauf eines "Burmster" in Deutschland überhaupt legal?

      i.ebayimg.com/images/g/1s8AAOSwBdRbXuou/s-l1600.jpg

      Oder die grössere Version, diesmal "inspired by Burmester":
      i.ebayimg.com/images/g/YmUAAOSwccNdWKRj/s-l1600.jpg

      Ich fürchte, Burmester wird gegen "inspired by..." wenig unternehmen können.

      Jedenfalls kann man sehen, dass die China Nachbauten selbst aus Garagenfirmen kein billiger Plastikkram mehr sind, sondern von der Fertigungsqualität inzwischen state-of-the-art sind. China ist heute schon in der Technik das, was früher Japan war.


      Gruß
      Reinhard

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      Bei geringerer Umgebungstemperatur, so meine Befürchtung, dauert es dann nur etwas länger bis zum Aufplatzen.
      Der Zweite und Vierte von links wölbt sich an der Oberseite schon leicht, das könnte allerdings auch täuschen auf dem Foto.
      In einer kompakt gebauten Endstufe dieser Leistungsklasse sind, wenn sie wirklich gefordert wird, in der Praxis auch ohne weiteres Temperaturen wie in einem 92xx vorne links am Linearverstärker möglich.
      Und wenn man den Basisstrom am Spannungsteiler mal vernachlässigt, stehen an den 220µ rund 35V, also auch nicht mehr weit weg von der Nennspannung.
      Hab ich schon gesagt, dass ich die weinroten ROE nicht mag? ;)
      Achim

      Neu

      Wein mag ich schon, auch den roten, Achim.
      Habe sogar einen eigenen Haus und Hof Lieferanten, selber Erzeuger nicht bloß Verpanscher und Verteiler wie es oft so ist bei den weitab der Weinbaugebiete erhältlichen Rebensäften.

      Auf die orangenen Roedersteine baue ich heute noch, nicht nur NOS sondern sogar schon Vielgelittene kann man für sich selber anstandsfrei benutzen (selbstverständlich nagelt man keine Kunden an Altstoffe).
      Rosewein sozusagen, aus beiden Rebenarten das Beste.

      Selbsternannt elitäre Namen sind bei mir Schall und Rauch, genauso wie HighEnd-Rummel.
      Davon abgesehen gibt es natürlich so etwas wie solider Aufbau, massive Machart, Verwendung kostspieliger besonderer Bauelemente (die nicht kostspielig sein sollen wegen einer für 0,nix Pfennige realisierbaren goldenen Tampon-Bestempelung sondern wegen aufwendiger Kleinserien-Qualitäts-Herstellung)

      Ich kann ja mal weiter präzisieren was mir bspw. an den hier verbauten Leiterplatten nicht gefällt.
      Sie haben für wirklich außergewöhnliche Qualitäten nicht die Grundlage, sie sind einfach auf Vorlage geklebt/gerubbelt und haben keine herausragenden Audiomerkmale wie ich sie selber bei meinen Exkursen in die Einzelstück-Fertigung realisiere:
      Leiterbahnen haben nicht nahräumig parallel zu laufen.
      Nicht dilletantisch schief und krumm, nicht eckig, sondern weich und rundlich abzubiegen.
      Zwischen empfindlichen Signalleitern haben Trennbahnen (gemaßt) zu verlaufen gegen Übersprechen.
      Es sind Inseltechniken und Masseflächen sinnvoll anzuwenden.
      ... ich laß es mal dabei bewenden, ich will ja hier keinen Kursus Leiterplatten-äDesign für Audio-Anfänger geben.
      (wer jetzt auf die dumme Idee kommt diese genannten Punkte auf Massen-Serienfabrikanten umzulegen und anzumängeln, dem kann ich auch nicht mehr helfen irgendetwas von der Sache zu verstehen)
      Gruß Jogi
      -------------
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      [frei nach W. Reus]

      Neu

      Ja klar, eine Simulation wäre interessant. Das Dingelchen macht locker 300 kHz. Kann man also auch als moderaten HF-Verstärker einsetzen. Seinen größeren Bruder, genannt "Solitaire", haben sie damals bei einem der Journale mit 120 W an 8 Ohm bei 500 kHz (!) gemessen ... jaja, ich weiss, jetzt kommt das Argument, dass dies doch bei HiFi Schwachsinn ist. Die Idee dahinter ist aber wohl, dass bei breitbandiger Linerität Demodulationen ausbleiben, oder erst später einsetzen. Vielleicht lernen wir etwas aus der Simulation. Ich weiss, das Metaxas auch viel zur Simulation gegriffen hat.

      Gewölbte Deckel: Achim, da kann ich Dich beruhigen -- die sind noch topfit, und werden das auch in 10 Jahren noch sein. Man könnte an der Stelle auch moderne Panasonic einsetzen, aber ich sah keinen Grund. Ich habe noch ca. 500 Stück rote Roedersteine NOS in verschiedenen Ausführungen (vor allem bipolar, wo sie richtig gut sind), und ja nach Marge sind die Deckel mal flach, mal gewölbt. Eine Wölbung muss also nichts bedeuten. Auch ist denen 10 % Überspannung völlig wurscht --- da liegt ja keinerlei Strombelastung drauf.

      Die späteren Versionen haben auch bessere Platinen-Layouts (zeige ich mal, wenn ich wieder einen revidiere). Dies war, wie oben geschrieben, die Urversion von ca. 1980 oder kurz danach. Metaxas hat erst ein paar Semester Medizin in Heidelberg studiert, und dann seine Liebe zum HiFi entdeckt, und umgesetzt. Mit international wirklich grossem Erfolg (für eine Garagenfirma). Wenn man mal Burmester aus der Zeit gegen diese kleine Endstufe testet, in einer realen Anlage, dann geht das nicht gut für die Berliner Edelfirma aus (jedenfalls nicht mit den Verstärkern von damals). Bei korrektem Anschluss einer guten Vorstufe sind auch Rauschen und Brummen absolut untadelig.

      Mittlerweile hat der Besitzer die Iraklis zurück, und ist happy, dass sie wieder läuft. Wenn er nicht zuviel Gas gibt, wird er lange Spass damit haben.

      Besten Gruss,

      Michael

      Neu

      Hallo Michael.
      Der Dieter Burmester ist für mich garnicht mal das Maß aller Dinge.
      1980 ist Spätzeit für meine Begriffe, es ist ein Wendepunkt ab in etwa es so gut wie jedem Entwickler wie Hersteller gelingen KONNTE einen Verstärker auf die Füße zu stellen, der in der HIFI-Anlage eine unangefochten gute Position einnehmen konnte, die Fehler die dabei gemacht wurden waren meiner bescheidenen Meinung nach immer sehr idiotisch und vermeidbar (wenn nicht sogar vom Geld oder einer Philosophie diktiert).
      Alles andere was es gab immer kritischer, Tuner, Kassettendecks...

      Für mich (alles subjektiv) sind die wirklichen Kaiser der U-Elektronik-Entwickler die Tuner-Entwickler, eine größere Palette von Wissen und Erfahrung an jedem Tag am Arbeitsplatz angewandt ist für kein anderes Unterfachgebiet erforderlich.

      Selbst Kassettendeck-Schaffer konnten einfach alles fertig oder in Teilen oder aus der Palette der zusammenpassenden Baublöcke zusammen kaufen wie sie wollten, einfach nach dem nichtöffentlichen Wer-liefert-was der Hersteller. CD-Spieler waren später ebenso, man guckt rein und kennt alles schon, es wurde nur noch gewürfelt wie herum dies oder jenes drin steckt (meine eigene Sichtweite in my own write).

      Da ich selber zu jenen Zeiten auch sowas entwickelte weiß ich welchen Anspruch ich daran habe und welche technischen Daten ich prädestiniere und welche ich beinah außer Acht lasse. Dieser Hochfrequenzhumbug der durch nichts je bewiesen oder belegt wurde kam mir nicht auf die Palette der Argumente, ebenso der Wirbel um Klirrgrade die unhörbar blieben und nur auf Papier und meßmethodenabhängig existierten. Unterhalb von 3% Kges kann bspw. kaum noch jemand gehörmäßig irgendeine Veränderung wahrnehmen, weder im Doppelblindversuch (haben wir an einer Uni mit über 200 Studenten durchgeführt, die meisten konnten erst ab deutlich höheren Graden etwas hören und das mußte dan nauch noch ungerade sein, gerade Vielfache haben eine noch deutlich höhere Tolerierbarkeitsgrenze) noch war überhaupt in einer normalen Anlage 1980 irgeneine Tonquelle dafür gut genug. Plattenspieler hört man immer, Tonband ist nach Norm auf 3% eingestellt, wer sich danach nicht richtet und bspw. auf 1% einmißt (wenn er kann und wenn der Testling überhaupt kann) ist nicht im Rennen da Normenverstoß.

      Aber kommen wir da auf die konkrete Kritik zurück, es ist halt keine Audio-Leiterbahnführung erkennbar, das hat es sogar mit hoch amtlichen Entwürfen gemein, selbst bei Applikationen findet man oft kein audiotaugliches Design vor, weil das irgendwer zwischen Suppe und Nachtisch mal eben zusammen gefummelt hatte, die Chipentwickler waren da oft schon beim nächsten Projekt und guckten nicht nochmal eben drüber.
      Noch in den Siebzigern ging das noch, sogar bei Versandhaus-Zeug und Bausatzdingen von Josty Kid bis ELRAD. ELEKTOR hatte sogar noch die Inseltechnik (Negativlayout genannt), davor audiotaugliche (Positiv-) Layouts, also Leiterbahn auf Freifläche.

      Das der Besitzer sich jetzt freut kann ich gut nachvollziehen, es ist eben etwas das nicht jeder sein Eigen nennen kann.

      (alles was ich hier schreibe ist absolut subjektiv, sogar das objektive Belegte entspricht nur meiner weit vom Mainstream abweichenden persönlichen Meinung, nichts davon muß man sich als Maßstab nehmen, nichts davon gar als aus irgend einer überlegenen Position)
      Gruß Jogi
      -------------
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      [frei nach W. Reus]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jogi“ ()

      Neu

      Jogi schrieb:


      ...
      Dieser Hochfrequenzhumbug der durch nichts je bewiesen oder belegt wurde kam mir nicht auf die Palette der Argumente, ebenso der Wirbel um Klirrgrade die unhörbar blieben und nur auf Papier und meßmethodenabhängig existierten. Unterhalb von 3% Kges kann bspw. kaum noch jemand gehörmäßig irgendeine Veränderung wahrnehmen, weder im Doppelblindversuch (haben wir an einer Uni mit über 200 Studenten durchgeführt, die meisten konnten erst ab deutlich höheren Graden etwas hören und das mußte dan nauch noch ungerade sein, gerade Vielfache haben eine noch deutlich höhere Tolerierbarkeitsgrenze) noch war überhaupt in einer normalen Anlage 1980 irgeneine Tonquelle dafür gut genug. Plattenspieler hört man immer, Tonband ist nach Norm auf 3% eingestellt, wer sich danach nicht richtet und bspw. auf 1% einmißt (wenn er kann und wenn der Testling überhaupt kann) ist nicht im Rennen da Normenverstoß.
      ...
      (alles was ich hier schreibe ist absolut subjektiv, sogar das objektive Belegte entspricht nur meiner weit vom Mainstream abweichenden persönlichen Meinung, nichts davon muß man sich als Maßstab nehmen, nichts davon gar als aus irgend einer überlegenen Position)


      Lieber Jogi, ich widerspreche da mal!

      In klassischer Musik bin ich eine absolute Niete, hatte manchmal auf dem Zeugnis sogar eine 5.
      Ab wann ich Klirr in einer üblichen Musikaufnahme höre, weiß ich nicht, nie wirklich ausprobiert.

      Nicht wenige Tonbandgeräte habe ich in meinem Leben auf diverse Bandmaterialien eingemessen.
      Bei Heimaudio habe ich die üblichen 333 Hz genommen, k3 ist dann 1000 Hz.
      Teilweise hatte ich in der Messanordnung einen Lautsprecher, eventuell der eingebaute des Tonbandgeräts.
      So etwa ab 1 % k3 habe ich den Klirr gehört, bei 3 % recht deutlich.
      Ich hatte damals professionelle Messtechnik zur Verfügung, die zusätzlich 333 Hz Heimaudio konnte.
      Reiner Sinuston ist natürlich ein Spezialfall, Instrumente und Stimme haben immer Obertöne.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
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