SABA HiFi Studio 8050 Problem

      SABA HiFi Studio 8050 Problem

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      Hallo zusammen,

      mir kam gestern ein gutes altes SABA HiFi Studio 8050 auf die Theke. Funktioniert soweit noch ganz gut (das übliche leichte Kratzen und Krachen der Potis und Schalter ist ja normal, ist bei dem hier aber auch nicht wirklich wild).
      Empfang ist sauber und klar, auch in Stereo. Das Problem ist die Endstufe, die kratzt und ächzt schon ab mittlerer Lautstärke, hat nicht wirklich Leistung... ich weiß, da sind serienmäßig nur 2x15W, aber mehr als knapp Zimmerlautstärke ist nicht drin.
      Schaltbild habe ich mir besorgt, die Versorgungsspannungen auf der Treiberplatte stimmen auch soweit (+- 1V). Hat jemand eine Idee, wo ich mit der Fehlersuche anfangen kann bzw. kennt jemand das Problem? Vielleicht platte Elko´s?

      Gruß Timo

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      Florett74 schrieb:

      Hallo zusammen,
      Vielleicht platte Elko´s?
      Gruß Timo


      Ja, wahrscheinlich. Aber die alleine sind es vermutlich nicht.
      Die ganz kleinen axialen Elkos auf der Endstufentreiberplatte müssen auf jeden Fall alle ersetzt werden. Die sind platt, aber sowas von...besser gesagt, sie sind trocken.
      Ich würde alle Elkos auf der Treiberplatte erneuern.

      Es kann ein Defekt an End-(Leitungstransistoren) vorliegen. Dann übernehmen die Treibertransistoren alleine die Arbeit. Bei denen ist aber nur kleine Leistung verzerrungsfrei drin, bis höchstens Zimmerlautstärke.
      Auch die großen Ladeelkos überprüfen, den Selengleichrichter Gr502 durch Si-Gleichrichter ersetzen, da er immer aufgebläht oder bereits geplatzt ist.

      Kratzen und Krachen der Schalter und Potis ist hier nicht normal. Das deutet auf leck gewordene Tantalkondensatoren auf der Klangregelplatte (verursachen Gleichstrom auf den Schleiferbahnen und über die Schaltkontakte, dadurch Knacken und Knistern beim Betätigen). Alle von mir revidierten 8080 waren davon betroffen. Kondensatoren ersetzt, danach alles gut.

      Rezept:
      Taste drücken, wenn es dabei aus den Lautsprechern reproduzierbar knackt, die Elkos suchen, die beidseitig vor und hinter dem betreffenden Schaltkontakt sitzen und diese erneuern.
      Bei den Potis ebenso vorgehen.

      Bin nicht allein mit der Erfahrung:
      radio-bastler.de/forum/index.p…-saba-hifi-studio-8050-g/

      HiFi Studio 8080 Stereo - ein Portrait


      Andreas,
      nein, es gibt keine Ausgangselkos. Die Endstufe wird symmetrisch versorgt (ganze 80..er Serie).

      Gruß
      Reinhard

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      Soo, hab mal getauscht... ich hab jetzt mal alles, was sich Elko schimpft, auf der Treiberplatte getauscht... leider ohne Erfolg, viel mehr als Zimmerlautstärke ist ohne Verzerrungen (vor allem im Bassbereich) nicht drin.
      Ich habe die getauschten mal im Bild markiert.
      Die Maximallautstärke ist erreichbar, nur halt mit extremen Verzerrungen... sollte ich die nF-Kondensatoren auch noch tauschen?
      Bilder
      • Screenshot 2025-03-31 171151.jpg

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      Florett74 schrieb:

      ... sollte ich die nF-Kondensatoren auch noch tauschen?



      Nein! Die Kerkos und Folienkondensatoren sind zu 99,9 % in Ordnung und verursachen den Fehler nicht.
      Was nennst Du "Maximallautstärke"? Das ist keine quantitativ definierte Größe.

      Ich hatte schon geschrieben, was zu tun ist: Endtransistoren prüfen!
      Dass Du das Problem mit Elkotausch nicht löst, hatte ich ja gesagt, auch wenn einige der von Dir erneuerten Elkos zusätzlich hinüber sind, was sehr wahrscheinlich ist.

      Du hast auch die Frage von Andreas noch nicht beantwortet. Sind beide Kanäle betroffen oder nur einer?
      Und...Netzstecker ziehen und alle Sicherungen an der Rückwand hinter dem Trafo prüfen. Bei allen Durchgang?

      Bitte mache ein Foto der Treiberplatine (Nahaufnahme), bei dem man auch die Anschlüsse aller Drähte sieht. Sind da Drähte abgebrochen (passiert leicht!).

      Gruß
      Reinhard

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      Einfacher Test

      Wenn Du ein Oszilloskop hast, wird der einfach.
      Das Audiosignal gelangt ja über R433 und R733 zur Endstufe.
      Ist da noch das Signal sauber und mit passender Amplitude vorhanden?
      Damit meine ich vor allem, ob auch der Pegel bei hohen und tiefen Frequenzen gleich ist.
      Mit einem Oszi kannst Du auch schön Verzerrungen sehen.

      Es geht auch ohne Oszi mit Soundkarte.
      Normalerweise wird einem angezeigt, welcher Pegel an Line In anliegt.
      Du kannst auch über Line Out am Endstufeneingang einspeisen.
      Irgendwelche Testtöne Sinus kann man sich im Internet herunterladen.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

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      Sorry, ich blick da jetzt nicht durch... zuerst schreibst du: "Die ganz kleinen axialen Elkos auf der Endstufentreiberplatte müssen auf jeden Fall alle ersetzt werden. Die sind platt, aber sowas von...besser gesagt, sie sind trocken.Ich würde alle Elkos auf der Treiberplatte erneuern."

      Jetzt heißt es:"Dass Du das Problem mit Elkotausch nicht löst, hatte ich ja gesagt, auch wenn einige der von Dir erneuerten Elkos zusätzlich hinüber sind, was sehr wahrscheinlich ist."

      Die Kanäle sind beide betroffen. Sicherungen sind alle intakt, die Spannungen stimmen auch alle soweit (+-1V). Ich hab jetzt mal (mangels Oszi) das Audiosignal abgelötet und an einen anderen Verstärker gelegt, das Signal ist sauber, muß also von der Endstufe kommen. Anschlussdrähte sind alle dran, nix abgebrochen.

      Wie gesagt, laufen tut die Kiste nur sobald es etwas "lauter" wird (ich sag mal über normale Gesprächslautstärke) und der Bass ein wenig aufgedreht ist, verzerrt der Ton. Ich weiß, 2x15W sind nicht viel, aber mein SABA 8100 (ich denke der ist in etwa vergleichbar, etwas stärker), kann da DEUTLICH lauter ohne Verzerrungen. Die Lautsprecher sind Canton C855 mit 8 Ohm, die funktionieren am 8100 problemlos, am 8050 nicht.

      Gruß Timo

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      Nun, Reinhard hat doch oben klar geschrieben, dass ausser den ausgetrockneten Elkos auch ein Problem mit den Endstufentransistoren vorliegen kann. Wenn also der Tausch der Elkos das Problem noch nicht löst, muss man weiter suchen. Sein Tipp war ja, dass der beschriebene Effekt daher rühren könnte, dass nur die Treiber aktiv sind. Die können dann eben nur Zimmerlautstärke verzerrungsfrei produzieren. Das ist doch ein plausibler Ansatz!

      Besten Gruss,

      Michael

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      Auch das mit den Endstufentransistoren kann man einfach überprüfen!

      Schließe keine Lautsprecher an, dafür Kopfhörer.
      Das deswegen, weil Kopfhörer eine wesentlich höhere Impedanz haben.
      Sind es die Endstufentransistoren, muss mit Kopfhörer eine wesentlich höhere Lautstärke erzielbar sein.
      Mache nicht unnötig Experimente mit angeschlossenen Lautsprechern.
      Die Gefahr ist groß, daß dann die Treibertransistoren überlastet werden.

      Andreas
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      Florett74 schrieb:

      ... die Spannungen stimmen auch alle soweit (+-1V).

      Gruß Timo



      Hallo Timo,
      bitte genauer lesen, was ich schreibe und mir nichts in die Feder legen wollen, was von mir da nicht steht. Ich hatte nicht geschrieben, dass "Elkotausch" die Lösung Deines Problems ist, sondern von Beginn an darauf hingewiesen, dass er wahrscheinlich Dein Problem nicht lösen wird, obwohl er (auch) unbedingt bei bestimmten Elkos - und besonders auch auf der Treiberplatine - nötig ist, weil dort bei unrevidierten Geräten bestimmte Elkos ausnahmslos defekt sind.

      Ich hatte darauf hingewiesen, dass die Endtransistoren geprüft werden müssen - hast Du bisher noch nicht gemacht? Es gibt zahlreiche Anleitungen und YT Videos (Google findet sie), die zeigen, wie man npn- und pnp Transistoren mit der Diodentest-Funktion des Multimeters und zusätzlicher Widerstandsmessung (am ausgeschalteten Gerät) prüfen kann. Ein Oszi braucht man dazu nicht.
      Ich hatte auch geschrieben, dass die großen Netzteil Ladeelkos geprüft werden sollten (denn über sie muss der NF-Ausgangsstrom aus dem Netzteil von/zu den Lautsprechern fliessen). Wenn einer trocken ist (meist hat man dabei massiven Kapazitätrsverlust und hhen equivalenten Serienwiderstand), verhungert u.U. die Endstufe bei erhöhter Lautstärke, weil über diese Elkos genug AC-Strom (Audio-NF) fliessen kann, besonders bei Bass, verzerrt.

      Die zitierte Aussage von Dir wirft Fragen auf. Da sind auf der Treiberplatine Spannungen von nur ca. 1 V und noch weniger, kleiner als 1 V! Wenn Du aber nur +/- 1 V Übereinstimmung hast, stimmen diese Spannungen eben nicht.
      Am besten zeigst Du den Ausschnitt von der Treiberplatte aus dem Service-Manual, in dem die zu messenden Spannungen ja abgebildet sind und trägst dazu jeweils die von Dir gemessene Spannung an der jeweiligen Stelle dazu ein. Mir kommt es nämlich so vor, als hättest Du bislang lediglich die "großen", z.B. +/- 18 V Railspannungen, 16V, usw. gemessen, die mit +/1 V "stimmen", aber nicht die vielen Kleinspannungen für die Transistor-Arbeitspunkte massgeblich sind und auf die es hier auch ankommt.

      Vielleicht ist des Pudels Kern aber auch ganz trivial?
      Der Saba 8050 (auch der 8080 und die Verwandten dieser Serie) hat (haben) eine für heutige Lautsprecher und Kopfhörer übertriebene Bassanhebung, wenn die Taste "LINEAR" nicht gedrückt ist. Wenn Du lauter als leise Zimmerlautstärke hören willst, musst Du also "LINEAR" drücken und danach nach Geschmack mit Bass- und Höhensteller einstellen, sonst verzerrt der Bass heftig, weil es zu Clipping kommt. Vielleicht ist es also nur DAS, nämlich viel zu früh einsetzendes Clipping aufgrund zu starker Bassanhebung, weil Du nicht LINEAR gedrückt hast?

      Wenn die Taste "LINEAR" nicht gedrückt ist, dann ist selbst bei ganz "runtergestelltem" Bassregler (unterer Anschlag) der Bass noch unerträglich stark angehoben (an meinen Canton Ergo 22 DC Boxen). Ich hatte deshalb hier im Forum eine Umbauanleitung gegeben, mit der man die zu starke Bassanhebung auf ein moderateres Mass (um 6 dB) verringert, so dass man mit dem Bass-Klangregler noch "vernünftig" einstellen kann, selbst wenn LINEAR nicht gedrückt ist.

      Kurzum (gilt auch für den 8050):

      "Zu starke Loudness (+22dB bei 40 Hz und Pegel -40dB), wenn Taste LINEAR nicht gedrückt ist:
      R432 und R732 auf 2,7 kOhm vergrössern!
      Dadurch nur +16dB bei 40Hz für Pegel -40dB."


      Gruß
      Reinhard

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      Hallo zusammen,

      Sorry, ich wollte hier niemandem in irgendeiner Weise auf die Zehen treten, das hab ich dann wohl falsch verstanden.

      Ich werd mich mal am Wochenende noch mal ganz mit Ruhe an die Kiste geben und die ganzen Tipps, die Ihr mir bisher gegeben habt (Danke schön schon mal dafür) testen.


      Gruß Timo
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