Transall de Luxe automatic - zum Ausschlachten?

      Transall de Luxe automatic - zum Ausschlachten?

      Liebe Leute,
      ich bin zufällig hier gelandet.
      Ich habe in jungen Jahren ein Saba Transall de Luxe automatic erworben, mit Autohalterung. Gott war das teuer, was habe ich darauf gespart.
      Ich habe es anfangs geliebt, es hat zusammen mit mir spannende Sachen erlebt (zB Grenzübertritt in die DDR: was haben Sie denn da - Funkgerät? sofort ausbauen und hier in den Sammelbehälter!). Später habe ich es vergessen und es ist sicherlich nicht schöner geworden. Ich erinnere: eine Antenne ist abgebrochen; ich hatte vergessen, die Batterien herauszunehmen ...; die Belederung hat Schäden; die Autohalterung hat recht viel Rost. Ach, ich schäme mich. Ich habe seit Jahrzehnten nicht mehr versucht, einen Ton herauszubekommen - der letzte war ein tiefes Brumm.
      Soll ich es dennoch mal ausgraben und fotografieren?
      Vielleicht mag es ja jemand lieb haben.
      Tschüß aus Bremen
      Du solltest es retten!

      Ich selbst habe ein ähnliches Radio, Europa Automatic, auch noch echt SABA.
      Es ist die Jugendzeit, allein schon deswegen sollte man es wieder instandsetzen.
      Auch haben diese alten Kofferradios recht guten Empfang LMK, wird heute kaum noch angeboten.
      Das mit den ausgelaufenen Batterien ist zwar ärgerlich, bekommt man mit ordentlicher Reinigung wieder hin.
      Teleskopantennen gibt es noch, war hier letztens Thema.
      Das Brummen könnte durch Wackelkontakte kommen, Tastensätze reinigen.
      Ausschlachten würde ich nicht, würdest Du das mit einem 60 Jahre alten VW Käfer machen?

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

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      dl2jas schrieb:

      Ausschlachten würde ich nicht, würdest Du das mit einem 60 Jahre alten VW Käfer machen?


      Hallo Andreas,

      da musste ich schmunzeln!
      Die Antwort könnte sein: "Sicher nicht, der käme SOFORT in die Schrottpresse."

      Ich bin so einen, BJ. 1966, gefahren. War nicht immer nur Spass.
      Ein (nicht leiblicher) "Opa" hatte ihn als Vorbesitzer zwei Jahre lang wohl extrem untertourig (im 3. u. 4. Gang auch bei kleiner Geschwindigkeit, so schön leise) gefahren. Er hat nämlich Öl ohne Ende gesoffen, als ich ihn dann bekam. Die Ölwanne war voll mit Ölschlamm. Die Querlenker waren alle nasenlang ausgeschlagen, rostanfällig war er an den Türschwellen und Heckschürzenblechen, zum Birnenwechsel vorne sassen die Messingschrauben an den Scheinwerfern so fest, dass Ausbohren nötig war. Das Licht (6 V Batterie) war funzelig, der Anlasser musste mit dem Hammer zum Arbeiten motiviert werden. Im Winter froren die Scheiben von innen zu und beschlugen innen auch gerne bei Regenwetter heftig. Nach dem Ölproblem kam dann auch zwangsläufig ein Kolbenfresser und dann neuer Motor mit 100'000 km. Ständiges Drama mit dem TÜV und jedes Jahr mehrere teure Werkstattreparaturen aufgrund von Verschleiss, Korrosion, elektrischer Probleme.

      Als ich ihn gefahren bin, habe ich ihn geliebt. War ein Geschenk meiner Eltern und mein erstes Auto.
      Aber wollte ich heute so einen noch mal haben? Ich fürchte, meine ehrliche Antwort ist: Nein.


      Das SABA-Kofferradio ist nochmal 'ne andere Sache. Es braucht einen liebevollen Restaurator, der bereit und fähig ist, dafür viel Zeit, Sachverstand sowieso und Arbeit zu investieren. <3

      Gruß
      Reinhard

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      Reinhard, soll ich mal von meinem ersten Auto erzählen?

      Es war ein Ford Taunus aus den 1970ern.
      Eigentlich ein schönes Auto, hatte aber auch einige Macken, hinterher ernsthaft Rostprobleme.
      Das mit dem Rost war irgendwann behoben, viel Blech neu eingeschweißt.
      Kurz bevor es zum TÜV ging, verreckte mir das Getriebe.
      Da war ich sauer, wirtschaftlicher Totalschaden, abgemeldet und dann ab zum Schrottplatz.
      Danach kam ein Käfer, musste auch repariert werden, hatte aber deutlich weniger Probleme.

      Heute träume ich immer wieder mal vom Taunus, hätte ihn noch oder wieder nach Dornröschenschlaf.
      In den Träumen steht er als Oldtimer in der Garage, wird gelegentlich mal bei schönem Wetter gefahren.
      Der erregt dann Aufmerksamkeit, Leute bitten mich, mal mitfahren zu dürfen.
      Letztens im Sommer sah ich einen ähnlichen Taunus auf einem Supermarktparkplatz, war gut restauriert.
      Da dachte ich sofort wieder an meine Träume, schaute den mehrere Minuten mit etwas Neid an.

      Andreas
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      Mein erstes Auto war damals ein französischer Kleinwagen mit 826 cm³ und 26 PS. Rostete aber wie böse. So böse, dass ich mich genötigt sah, mit meinem ersten Gehalt 1981 als Festangestellter statt eines langgewünschten Hameg-Oszillosgraphen ein damals neuartiges Schutzgasschweißgerät zu kaufen, um dem Rost Einhalt zu gebieten. Ein weiteres Mittel war dann der Erwerb von 2K-Grundierung für 85DM pro Dose. (Sündhaft teuer!) Letzteres schaffte in Zusammenarbeit mit dem Schweißgerät dauerfeste Verbindungen. Der Hameg-Oszillosgraph folgte dann etwas später.
      Heute sind beide Geräte noch funktionsfähig, der Hameg ist leider in seinen Fähigkeiten gegenüber der jüngeren Konkurrenz zurückgeblieben, während das Schweißgerät dann und wann noch arbeiten muss.
      Gruß,
      Gerd
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