Sony CX-171 und Wega 42 P

      Sony CX-171 und Wega 42 P

      Liebe Freunde,

      ich versuche gerade, einen alten Wega-Verstärker wieder flott zu machen, Modell 42 P. Dicker Ringkerntrafo drin, und das meiste läuft noch. Alle Funktionen beim Vorstufenausgang sind ohne Probleme vorhanden. Aber es läuft nur die rechte Endstufe. Die linke Seite hat aber offenbar intakte Transistoren, jedenfalls kann ich kein defektes Bauteil finden. Angesteuert wird mit einem Sony CX-171, das im rechten Kanal korrekt arbeitet, links aber nicht. Signal kommt rein, es geht aber keines raus. Daher tippe ich auf einen Defekt bei diesem IC.

      Hat jemand noch eines, oder weiss eine Quelle, die realistisch ist ? Es gibt dieses IC gelegentlich, aber dann zu Preisen einer Tankfüllung ...

      Besten Gruss,

      Michael
      Tankfüllung jetzt oder vor 5 Jahren?

      Ich nehme an, es ist irgendein Treiberbaustein.
      So Dinger waren mal modern, nicht nur bei Sony, auch bei anderen Firmen.
      Wenn es Unterlagen oder Foreneinträge dazu gibt, lohnt sich eventuell ein Nachbau.
      Die Nachbauten dann in den Verstärker und das ausgebaute Original verkaufen.
      Auch Sony kochte nur mit Wasser, ließ sich jedoch nicht so gern in die Karten schauen.

      Andreas
      Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
      Ja, Andreas, ein Treiber-IC für Endstufen. Wurde damals auch von Aiwa verbaut, in der beliebten Mini-Amp-Serie. Gilt eigentlich als robust (findet man auch), aber in diesem Verstärker gibt sie manchmal auf.

      Nachbau wird nicht einfach sein, ich finde kein hinreichend ausführliches Datenblatt. Und es geht da auch eher eng zu, sonst wäre eine Umrüstung natürlich eine gute Lösung ...

      Besten Gruss,

      Michael
      Danke -- ich habe noch einen Tipp aus den USA bekommen, da gibt es einen Anbieter, der noch 21 Stück auf Lager hat. Anfrage läuft ... es wird halt langsam schwieriger mit dem Nachschub. Wenn das nichts wird, kontaktiere ich mal den Anbieter aus der Bucht. Manchmal sind die Preise da ja auch nicht in Stein gemeisselt ...

      Michael

      Nachtrag: Es gibt diese ICs noch, aber da kommt man mit einer Tankfüllung nicht aus ... das sieht also nicht so vielversprechend aus. Evtl. muss ich auf ein Schlachtgerät warten ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kugel-balu“ ()

      irgendwie finde ich im Internet offenbar zwei verschiedene Versionen - einmal einen als Endstufen-IC Treiber und einmal im Walkman mit 3V Betriebsspannung. Du meinst sicher den Endstufen-Treiber. Es wird im Internet kein direkter Ersatz angeboten. Andere empfehlen den TDA7250, der aber eine andere Beschaltung aufweist.
      Leider sind meine Erfahrungen nach Ersatz für Sony CXxxx Eigenentwicklungen als Ersatzteil höchst unbefriedigend, noch nicht einmal utsource.net kann zufriedenstellendes Matreial liefern.
      Danke -- ich meine den Endstufentreiber. Ich habe auch die eine oder andere Seite gefunden, die ganz explizit darauf hinweist, dass die "Ersatztypen" nicht funktionieren, weil subtile Unterschiede eben doch da sind. Das war an einer Stelle ein Reparaturbericht von einem Service-Techniker, so dass ich in die Richtung nicht weiter geschaut habe.

      Es eilt zum Glück nicht, manchmal kann man ja auch ein Schlachtgerät heranziehen. Es gibt wohl recht viele Geräte, in denen genau dieses IC verbaut war. Ein irreparabler Aiwa SA-P22 könnte als Spender infrage kommen, da war der auch drin. Den Wega 42 P zu reparieren hingegen lohnt sich, denn das war ein wirklich guter Vollverstärker. Interessant fand ich, dass im Ausgang eine Kollektorschaltung zum Einsatz kommt, wie wir sie aus der Horch 2.4 kennen. Eher selten ...

      Besten Gruss,

      Michael
      So eine reine KollektorSchaltung bei Treiber- und Endstufentransistoren hast du sicher recht. Jedoch erschrecken mich die Größe der Kondensatoren gegen eine evt. Schwingneigung. Da wird mit nanoFarads geschmissen, wo sonst nur pico Farads wirken. Im Kurzschlussfall muss der CX171 über R409 und R411 mit den Railspannungen kämpfen - finde ich nicht so gelungen. Aber interessant und selten allemal!
      Stimmt -- aber wenn ich das Service-Manual richtig lese, sind die nano-Farads durch die externe Beschaltung des CX-171 bedingt. Wir werden ja sehen, ob dieser 42 V, wenn wieder zum Leben erweckt, vernünftig läuft und klingt. Ich werde vermutlich auch einige Elkos tauschen, denn hier sind ein paar drin, die nicht mehr so ganz fit sind, aber im Signal liegen. Mehrere mit 0,47 uF, die kann man heute besser durch eine kleine Folie ersetzen.

      Das halbe Gehäuse ist eh ein dicker Ringkerntrafo und zwei fette Kühlkörper. Da hat Wega bei Sony m.E. keinen Murks eingekauft, es war das Spitzenmodell der Serie. Und das Design hat ja seine Liebhaber. Äußerlich ist der Verstärker noch tip top erhalten, nicht einmal ein Kratzer ... da lohnt das vielleicht dann doch.

      Besten Gruss,

      Michael

      Neu

      Der Hinweis auf R 409 und R 411 (und die entsprechenden Widerstände im anderen Kanal) ist relevant. Das sind nämlich Sicherungswiderstände, und wenigstens einer ist durch, ein anderer hat einen deutlich erhöhten Wert. Die werde ich jetzt erst einmal tauschen (sind im Zulauf). Deutet also auf eine Überlastung in der Vergangenheit hin, aber alle Transistoren sind i.O.

      Michael

      Neu

      Sämtliche WEGA Geräte ab 1975 sind schon SONYs, mit Wega Aufschrift. WEGA hat als eigenständige Firma seitdem nicht mehr existiert, war von Sony zu 100 % übernommen worden.

      Inwieweit WEGA unter der SONY-Herrschaft überhaupt noch eigene Entwicklungen einbringen konnte, ist die Frage. Vielleicht anfangs in Teilen noch, später sicher nicht mehr. Gemäss Wikipedia stammte allerdings die gesamte Elektronik-Entwicklung direkt ab Übernahme 1975 schon von SONY.

      Gruß
      Reinhard

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      So, bin einen Schritt weiter ... nach dem Tausch der Sicherungswiderstände lief die Endstufe wieder. Es war also gar nicht der CX-171 defekt ... was gut ist, denn die sind ja nur noch schwer beschaffbar, oder unrentabel teuer. Ich habe dann im anderen Kanal ebenfalls beide Sicherungswiderstände ausgebaut, und durch neue ersetzt, denn von den alten war einer durch, zwei hatten 150 Ohm, und einer 170 Ohm, statt der angegebenen 120 Ohm. Ich denke, das deutet auf eine Belastung in beiden Kanälen in der Vergangenheit hin, oder auf mangelnde Qualität der originalen Sicherungswiderstände.

      Jetzt kann es also an die allgemeine Revision gehen. Auf der Endstufenplatine habe ich Elkos ohne nennenswerte Vorspannung durch bipolare Typen ersetzt, und kleine Werte (0,47 uF) durch Folien. In den kommenden Tagen werde ich noch die Vorstufensektion durchgehen, dort gibt es noch relativ viele Elkos im Signalweg. Werde berichten.

      Michael

      Neu

      Denkbar, aber unter normalen Nutzungsbedingungen bleibt man weit vom Auslösestrom entfernt. Das sind wirklich in erster Linie Sicherungswiderstände, um im Problemfall das IC zu schützen. Es gibt auch keinerlei optische Anzeichen von Belastung, wirklich nicht die geringsten ... so gesehen neige ich zu Reinhard's Version, dass die einfach von minderer Qualität sind. Ich kannte diese spezielle Problem nicht, hatte bisher eher selten alte Verstärker aus Japan aus der Zeit.

      Michael
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