Grundig SV140 Verstärker SV200

      Grundig SV140 Verstärker SV200

      Dieses klassische HiFi Gerät hatten wir hier glaube ich noch nicht. Den Tuner aus derselben Serie, den RT100a hatte ich vor Jahren vorgestellt:

      Grundig RT100a Vorstellung

      Schon damals hatte ich mir überlegt, auch den dazugehörigen Vollverstärker anzuschaffen. Allerdings waren oft nur zerschundene Ruinen, verbastelte Geräte oder Exemplare im hohen Preisbereich zu finden, aber man hat ja Zeit.
      Der SV140, später als technisch baugleiches Gerät mit variiertem Fronplattendesign (silber unten, schwrz oben) als SV200 vertrieben, stammt aus dem Jahre 1969, hat ein Lebendgewicht von über 16 KG und kostete rund 1250,00 DM.
      Zu dieser Zeit war der Markt mit Transistor-Vollverstärkern dieser Leistungsklasse in Deutschland spärlich bestückt. Der Revox A50 bzw. A78 oder der Telewatt TS100a (Germanium) kommen einem in den Sinn. Dann gab es natürlich Importgeräte aus Amerika, die durch Wechselkurs, Transportkosten, Importzölle und heftige Preisaufschläge der Importeure meist in Preisbereichen lagen, die dem normalverdienenden HiFi Enthusiasten richtig schlechte Laune machen konnten.
      Die meisten klassischen Radio- und Fernsehgerätehersteller in Deutschland hatten den eigentlichen HiFi-Stereo Markt noch nicht auf der Rechnung, während Grundig schon auf eine ganze Reihe von Tuner- und Verstärkermodellen zurückblicken konnte.
      Kurz und gut, hier sind einige Fotos von besagtem Gerät:

















      So viel zum ersten Eindruck. Nach dem Reinigen werde ich mir die Technik, die etliche Besonderheiten aufweist, genauer anschauen.

      Was mir auffällt: Wer ist der Hersteller der 2N3055? Es steht nichts drauf, außer der Typenangabe. Damals waren oft ATES verbaut - aber was ist das hier?
      Alle 8 Stück sind gleich. Sollte das noch die Originalbestückung sein, oder wurden einmal alle durch No Name Billigware ersetzt?
      Ich glaube, sie könnten original sein, weil man keine Spuren von Werzeugen sieht und weil auch alle Emitterwiderstände noch original sind.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Hallo Reinhard, Achim und die Leser.

      NEIN die 2N3055 nicht original.
      Die waren zu der Zeit von RCA oder ATES, die fuer RCA gebaut haben. Ich habe das in SIZILIEN selbst gesehen.
      Kein Hersteller und keine hfe Gruppen,kein Datum. Im RMorg sind massenweise 2N3055 zu sehen, jeder hat zum Typ irgend ein Zeichen. .

      In der Anlage ein RCA aus der Zeit


      Sieht man genau hin, erkennt man, dass die Leitpaste fast zu 90% abgewischt wurde.
      Eventuell ist mit Silikon- Scheiben montiert worden . Eine ordentliche Arbeit wohl nicht GRUNDIG.
      Leider gibt es auch bei mir und sonstwo, keine Bilder ohne die Rückwand.
      Wohl auch deshalb, weil die Endstufe selten defekt wird.
      hans

      PS. vieleicht hat jemand Photos von SV140 oder 200 und auch RTV600
      als Beleg.
      Dateien

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo Hans, Hallo Reinhard,

      wer die 8 2Ns ersetzt hat, hat wohl einen 5,5er Steckschlüssel benutzt und die Wärmeleitpaste sauber aubgeputzt - deshalb sieht alles so unberührt aus.
      Zudem sind 2 der 4 Endstufensicherungen mit 6,3A (rote Füllung, statt weiß) statt 4A bestückt. Da ist also schon mal eine Endstufenreparatur gewesen und wen die Sicherungen ansprechen, bleiben auch die Emitterwiderstände ganz.
      Ich habe noch RCA aus späterer Produktion mit modernem Schriftzug. Die werde ich wohl einbauen, um Ärger mit den No Name Nachbauten zu vermeiden.
      Die Enstufentransistoren sind steckbar montiert - absolut vorbildlich und zeitsparend, wenn man sie messen oder ersetzen muss. Beim Saba 8120 ist das hingegen ein abendfüllendes Programm.

      Du hast ja wieder das Avatar mit der UHF Box, Hans. Ist das die mit Diodenmischer?
      Achim
      Hans, Achim,

      weil gar kein Hersteller draufsteht, wäre ich auch skeptisch. Wer seinen Namen nicht angibt, hat offenbar keine Lust mit seinem Namen für Qualität zu bürgen. Wenn ein Name draufsteht, kann man heute aber auch nicht mehr sicher sein, dass kein Fake untergejubelt wird. Bei grossen Leistungstransistoren bin ich bisher noch nicht reingefallen (ich quäle die Endstufen am Testwiderstand an der Nennleistungsgrenze, alle haben das überstanden und waren auch bei Klirr unauffällig). Bei Kleinleistungstransistoren habe ich aber in einem Fall schlechte Erfahrung mit CDIL (Indien) gemacht. Im Grundig XV 5000 ist der Regeltransistor im Netzteil anspruchsvoll. Fabrikat ST hält, aber CDIL ist nach 2-3 mal ein- und ausschalten hinüber.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo die Runde.

      Richtig, SIEMENS brachte den BD130 (auch eine abgespekte Version BD130Y U-CE = 60V ) aber spaeter.

      SV140 und der RTV600 (650 waren bei GRUNDIG mit Erstbestueckung, noch ohne BD130

      hans
      Dateien
      • SIE 2N3055.pdf

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      • SIE BD130.pdf

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      • SIE BD130 Y.pdf

        (32,35 kB, 13 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo allerseits,

      bevor die eigentliche Reparatur erfolgt (ein Kanal ist ausgefallen) kann ich schon einmal feststellen, dass bei diesem Verstärker ein immenser Azufwand betrieben wurde, eine wahre Materialschlacht zu bewundern ist.

      Es fängt mit dem großzügig dmensionierten Netztrafo an. Nicht umsonst ist das erste Kriterium für die potentielle Ausgangsleistung eines Verstärkers der Netztrafo.
      Strategisch sitzt er wie meist be Grundig, hinten in der Gehäuseecke, nach vorne zum Klangregelteil durch ein starkes durchgehendes Blech abgeschirmt. Auf diesem großen Blech sind auch die beiden Brückengleichrichter zur Kühlung aufmontiert.

      Der Netzschalter sitzt direkt am Netzeingang in der äußersten Ecke und wird mit einem Stahlseil fernbedient. So vermeidet man das Verlegen von Netzleitung durch die Schaltung.

      Die Kapazität der Ladeelkos für die Endstufen ist mit 2 x 15000µF für die damalige Zeit sehr großzügig. Diese Elkos gab es damals nicht geschenkt.

      Die Kühlung der Endstufen ist sensationell gut gelungen. Ein etwa 7mm dicker schwarz eloxierter Alurippenkühlkörper läuft an der Rückseite über die gesamte Gehäusebreite und -höhe, auch über den Netzteilbereich. Er ist thermisch schlüssig mit den Chassisseitenblechen verschraubt und auf der Rückseite ist ein Alublech angeschraubt, das die Rückwand bildet. Unten im Chassis sind Lüftungsöffnungen unter dem Kühlkörper, oben ein Gitter im Gehäuse. So kann die Luft durch die langen, ins Gehäuseinnere ragenden Rippen ziehen. Die kurzen nach außen gehenden Rippen werden durch senkrechte Schlitze zwischen den Rippen von innen mit Luft versorgt.
      So ergibt sich für ein Gerät mit 2 x 50W Sinusausgangsleistung bei 4 Ohm eine sehr komfortable Kühlung mit gleichzeitig perfekter "rippenfreier" Geräterückseite.

      Die Scherung gegen Überwärmung und gegen Kurzschluss- oder Schwingneigung sind, wie bei Grundig traditionell, vorbildlich.

      Der gesamte Chassisaufbau ist duch den ausschließlichen Einsatz starker vernickelter Bleche so stabil, wie es japanische HiFi Geräte in ihrer Blütezeit Ende der 70er waren. Auch das Gewicht bestätigt diese Konstruktion.

      Der Schaltugsaufwand für die 5-fach Klangregelung ist enorm, die Induktivitäten sind teils in eienem eigenen Gehäuse geschirmt, was einen hervorragenden Geräuschspannungsabstand möglich macht.

      Allein der Aufwand, der für die Ansteuerung der beiden VU-Meter getrieben wurde, ist beachtlich. Darauf komme ich später noch zurück.

      Man hat es hier mit 8 Endstufentransistoren zu tun, was eine bessere Verteilung der Belastung bewirkt und den einzelnen Transistor schont. Beim Revox A50 /A78 aus derselben Zeit - zu dem es durchaus Parallelen gibt - hat man sich bei gleicher Leistung mit 4 Transistoren begnügt.

      All das lässt, wie von Hans schon oben bemerkt, mit einem sehr zuverlässigen Betrieb der Endstufen auch im Kurzschlussfall, bei untypischen Lasten oder Überwärmung rechnen.

      Eine Einschaltverzögerung - damals noch Luxus und auch beim A78 nicht vorhanden, rundet das Bild zusammen mit dem hohen Bedienungskomfort, den vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und den technischen Daten ab.

      Das Design der Front entfaltet seine ganze Zeitlosigkeit und funktionale Klarheit heute im Rückblich noch mehr, als damals.

      Alles zusammengenommen wundere ich mich jetzt schon, wie man so ein Geschoss damals überhaupt für DM 1250,00 anbieten konnte. Allerdings war das damals auch viel mehr, als heute € 625,- - schließlich liegen fast 50(!) Jahre Preissteigerung dazwischen.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Sehr schönes Gerät, da hast du gut in den Glückstopf gegriffen, Achim.

      Die Bedienknöpfe der Flachbahn"regler" für den Equalizer sind aber nicht original, oder? -/Ich komme noch drauf woher ich die kenne :whistling:
      Original sehen die Bedienknöpfe für Lautstärke und Balance aus.

      Dito die grünen ERO MKT Kondensatoren räumlich hinter dem Equalizer, oder waren die schon drin?
      Gruß Jogi
      -------------
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      [frei nach W. Reus]
      Zum GRUNDIg SV140

      Nachdem der SV80 1965/66 mit 2x 30 Watt eine Orgie von Ausfaellen produziert hat,
      war man mit dem SV140 in "die Vollen" gegangen. Die 8X 2N2128 waren den 30Watt an 4 Ohm aufgrund von Bondingproblemen nicht gewachsen. Gesichert mit Feinsicherungen und elektronischer Begrenzer, fielen die oft aus. Als Tuner Enwickler, RT40 und RT100, hatte ich als Amp. eine SV80. Mit diversen Signalen habe ich den alle paar Wochen umgebracht.

      Weil das die NF-Enrwickler genervt hat, haben sie den heimlich auf 2N3055 umgebaut. Fragen wie " geht er jetzt?" habe ich einst geantwortet: mit dem kann man jetzt Löten. Den Ungläubigen musste ich das beweisen. "Vater Knoll" hatte einen 12Volt USA-Lötkolben, den habe ich an die LS-Buchsen des SV80 2n3055 gelegt, 1000 Hz angelegt und unter grossem Gelächter im Tuner gelötet.

      Das hat den NF-Kollegen aber zum 2x 70Watt SV140 nicht genuegt. Sie haben zu den Feinsicherungen, Schaltungen entwickelt die am Ausgang testen: wenn Spannung, dann wenig Strom. Wenn viel Strom ,dann aber wenig Spannung. War das gestört, Lautpsrecher"aus"
      Ja heute kennt das die ganze Welt, 1968 eine zum teil patentierte Neuheit.

      Anbei 3 Auszüge aus dem SV140 Artikel GRUNDIG TI 3/ 1968

      Viel Spass und Infos
      Hans

      Nachtrag fuer Jogi
      Werksbild 1968 SV140 innen
      Bilder
      • SV140-innen_1968.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo Jogi,

      die beiden MKT sind mit verlängerten Drähten eingelötet, ich gehe davon aus dass sie ersetzt wurden, weiß aber nicht was original verbaut war.
      Die Regler für Balance und Lautstärke hat Grundig mit Absicht unterschiedlich ausgeführt, wohl, damit sie nicht mit den Klangreglern verwechselt wurden. Das ist der Originalzustand. Auch beim SV 200 war es so.
      Die Schieberegler haben übrigens "Achsen" aus Metall, deshalb sind auch keine abgebrochen...

      Hallo Hans,

      Dake für die Unterlagen. Die Abschaltcharakteristik der Schutzschaltung ist stets flotter als die Schmelzsicherung und, wenn man Glück hat, schneller als die 2N2055 sich verabschieden - so muss es sein.
      Einschaltverzögerung, wirksame elektronische Schutzschaltung, R-L-Kombination und Zobel-Glied im Lautsprecherausgang... alles später Standard, damals Pionierarbeit.
      Achim
      Danke Hans, die Bilder klären die Lage bezüglich Bedienknöpfe und Kondensatoren.
      Auch das Kabinettstückchen Abschaltautomatik ist zur Freude des Betrachters.

      Achim, jetzt hat der FIFO Speicher da oben über den Augenbrauen bezüglich der Bedienknöpfe geklickt.
      Optisch sehr ähnliche oder gleiche wurden dereinst bei amerikanischen Geräten der Marke SR-Realistic verbaut. Die Achse ist auch da Metall, Hersteller der Potis ist wohl Alps.
      Im Werksfoto erkennt man wohl am ehesten WIMA-Typen da wo jetzt bei deinem Gerät grüne ERO sind.
      Gruß Jogi
      -------------
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      Hallo allerseits,

      nun haben wir schon einige Informationen gesammelt. Inzwischen habe ich den SV140 einer Reinigung unterzogen und die Endstufen mit original RCA 2N3055 bestückt. Bei 8 Stück braucht das eine Weile, will man sauber arbeiten.

      Beim Ersatz der Sicherungen für die Endstufenversorgung brach bei zwei Haltern eine Hälfte ab, als ich die Kontaktfedern etwas zusammengedrückt habe. Das ist bei diesen alten Sicherungshaltern üblich und normal, auch bei den (jüngeren) Saba Receivern ist es ein Standardproblem. Nun sind neue Sicherungshalter eingebaut. Es empfiehlt sich ein Modell mit frei liegenden Kontaktfedern, weil man zur Ruhestromeinstellung das Messgerät dort anschließen muss.


















      Eine gründliche Reinigung ist bei diesem Gerät durchaus zeitraubend und mühsam, weil es eine beachtliche Menge Elektronik enthält. Bilder von den anderen Bereichen folgen noch.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Hallo Hans,

      dass die SV80 solche Probleme hatten, erschüttert mich jetzt aber. Ich habe gedacht, die waren problemlos. Gab's denn da keine Serienänderungen? Schließlich waren 80 und 80M ja insgesamt vier Jahre im Programm! Der Umbau auf 2N3055 betraf nur dein Exemplar, habe ich das so richtig verstanden? Übrigens dürfte dieser Umbau nicht so GANZ einfach sein, bedeutet er doch die Umstellung von PNP auf NPN.

      Persönliche Erfahrung: Die beiden in meiner Sammlung, ein 80 und ein 80M) hatten beide zwar diverse Altersfehler, aber intakte Endstufen. Dagegen haben, wenn ich meine kleine Erfahrung und die zweier Sammlerkollegen zusammenrechne, etwa 2 von 3 Exemplaren SV 50 wenigstens eine defekte Endstufe. Aber auch der spielt toll, wenn er intakt ist.

      Zum SV 140: Zu dieser, im positiven Sinne, Wahnsinnskonstruktion fällt mir nur ein häufiger Schwachpunkt ein, nämlich ein aussetzender Lautstärkepoti (Arrrghh - Schiebepotis --- :cursing: ;( :cursing: )
      Hallo Stefan.

      Ich bin heute etwas in Zeitnot.

      Der SV80 und SV80M, bekam danach ja die AD166. Das war sicher aus mehreren Gruenden so.
      Ansonnsten war ich der TUNER-Mann der seine Probleme auch nicht ans Schwarze Brett geheftet hat.
      Will heissen, zum SV80 bin ich nicht kompetent genug, auch wenn die NF-Kollegen einst und noch immer meine Freude waren oder es sind
      Ich kann die auch noch fragen was ich aber nicht moechte. Weil das deren Sache und nicht meine ist . Ich wollte nur zeigen das 8x 2N3055
      auch ohne Zusatzschaltungen, zum Löten geeignet waren.

      Der SV40 hatte das Problem aber nie!

      hans

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      Hallo allerseits,

      die beiden oben angesprochenen MKT Kondensatoren sind die Positionen C153 und C154. Es sind Koppelkondensatoren, die im Printaufdruck als Elkos und im Schaltbild als ungepolte Kondensatoren 4,7µF 63V ausgewiesen sind.
      Die Lötstellen der langen Anschlüsse waren original, die kurzen nicht. Zudem haben die langen Drähte oben einen Knick.
      Ich vermute, die Originalbestückung waren Axialelkos stehend montiert. Sie wurden dann unter Wiederverwendung der langen Drähte durch MKT ersetzt. Die sind zwar von hervorragender Qualität, aber zu groß an dieser Stelle. Ich werde probieren, ob radiale WIMA MKS dort passen. Das Rastermaß 15mm stimmt jedenfalls.

      Die 8 No Name 2N3055 sind alle noch in Ordnung, aber gestern beim Neubestücken habe ich übersehen, dass die Beschriftung eines Emitterwiderstandes nicht mehr blau, sondern weißlich verfärbt ist - ein klassisches Zeichen für Überhitzung.
      Beim Nachmessen stellte sich heraus, dass beide Emitterwiderstände und der 22 Ohm Widerstand auf der Platine, die hinter den Ladeelkos liegt, durchgebrannt sind.
      Zum Löten und Messen an dieser Platine müssen die Ladeelkos abmontiert werden, sonst ist es zu eng. Die anderen 3 sind frei zugänglich. Aber das kennt man ja - Gesetz der konstanten Bosheit.

      Hier die Bauteile:



      Ich vermute, ein Kanal war ausgefallen, alle Endstufebntransistoren wurden ersetzt, die Sicherungen durch 6,3A statt 4A ersetzt (weil 4A nicht vorrätig waren, oder damit "sie nicht wieder so schnell durchbrennen"), der Kanal lief immer noch nicht bzw. nur verzerrt, dann wurde der Reparaturversuch abgebrochen.

      Ich prüfe jetzt auf jeden Fall noch die Treiberstufe dieses Kanals.
      Achim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nightbear“ ()

      Moin zusammen.

      Achim, eine schöne Fleißarbeit, sieht aus wie neu.

      Stefan, die wilden Sixties hatten noch ganz andere Lösungen parat. (jeder hat es schon befürchtet, das Nähkästchen geht wieder auf)
      In einer Diskothek in der weiteren Nachbarstadt in der ein guter Bekannter Platten nach seinem Feierabend nebenbei auflegte fiel mal eine Endstufe mit defektem 3055 aus, selten sowas aber es passiert, da gab es nur die Alternative basteln oder den Abend einkanalig über die Runden bringen. Nach kurzer Zeit waren alle 2N1613 Transistoren aus dem Kreis der Fachkollegen zusammengesammelt und auf eine Experimentierplatte gelötet und anstelle des Originals angebracht.... es klang nicht so schön aber es machte genug Krach und auch wenn nach und nach ein paar davon abstanken, aufgrund mangelhafter Arbeitspunktbalance untereinander, der Abend konnte rumgebracht werden.

      Weitere Kabinettstückchen
      AD-BD Endstufen, also ein Ge-Typ für die eine Hälfte und ein SI-Typ für die andere.
      Quasikomplementärbetrieb mit zwei 3055 plus Geschlechtsumwandlung des einen durch einen Kleintransistor komplementärer Polarität - aus NPN mach PNP.
      Umrüstung von Germanium auf Silizium ist auch keine wirkliche Zauberei.
      Geht alles irgendwie.

      Achja, bevor das einzeln aus der Nase gezogen werden muß, Grund für manche Kniffe war das das Arbeitspferd der Elektronik, der 2N3055 ziemlich einsam auf den Markt kam, er hatte Anfangs keinen Komplementär-Partner, war aber so gut das man ihn einfach verbauen wollte und sich dazu was einfallen ließ. 2N2955 war damals etwas ganz anderes, Kleinsignal und Kleinleistung nämlich. Und MJ.... kamen erst eine Weile später, und MJE... im Plastegehäuse kamen noch später.

      Ich hüte mich natürlich zu beurteilen was die Grundig-Mannen da beim Hans gezaubert haben, weil ich es nicht weiß. Aber wenn nicht bei Grundig wo dann war genügend Genialität für alle erdenklichen Kniffe vorhanden.
      Gruß Jogi
      -------------
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