Reparaturbericht Rema Andante 744

      Reparaturbericht Rema Andante 744

      Es ist ja doch ganz interessant, was der eine oder andere so treibt. Ich lese jedenfalls immer mit Genuss die Posts von anderen Forenmitgliedern, z. B. Reinhard oder Achim, wenn sie ihre Arbeit an einem Radio beschreiben. In der Hoffnung, dass es nicht nur mir so geht, hier einige Splitter von meinem gegenwärtigen Patienten, gerettet vom Recyclinghof. Es ist ein REMA Andante 744.



      Hier ein Beispielbild, von meinem habe ich im zusammengebauten Zustand noch kein Foto angefertigt.

      Das Brot-und-Butter-Radio von RFT gab es Anfang der 1980er mit zwei kleinen Boxen für reichlich 1000 Ostmark zu kaufen. In dieser Version sind die Endstufen mit Si-Transistoren bestückt. Das ist das zwar noch nicht HIFI, aber immerhin schon hörenswert. Die Vorgänger 730/830 hatten noch Germaniumtransistoren in den Endstufen und klingen meiner Meinung nach zu dumpf.
      Es gibt offenbar verschiedene Versionen dieser 744-er Geräte. Verschiedene Quellen geben den UKW-Bereich mit 87 - 104 MHz an. Mein Exemplar reicht nur bis 100 MHz. Es scheint also eine frühe Version zu sein. Bauteilestempel deuten auf das Herstellungsjahr 1982.

      Eine erste Bestandsaufnahme zeigte typische Alterserscheinungen: Drehko für KML bewegt sich kein Stück mehr, Potis und Schalter kratzen, der Effekt war aber nicht zu schlimm.
      Kritischer und auch keine typische Alterserscheinung: UKW ist zwar im Bereich ab 92 - 100 MHz da, darunter setzt der Empfang erst sporadisch aus, bei den niedrigsten Frequenzen des Bandes tut sich gar nichts mehr. Außerdem ist die Skale verschoben.


      Ein Blick ins Innere



      Netzteil, Verstärkersektion

      Schön, im Gerät sind durchgehend Alu-Frolytkondensatoren verbaut. Da sollte es ohne Tauschorgie abgehen können. Links sieht man den Becherelko für die Endstufe. Sie ist zwar quasikomplementär aufgebaut, aber nur für eine einfache Betriebsspannung ausgelegt. Die Ausgangselkos ersparen eine Lautsprecherschutzschaltung. In der Mitte sieht man die Verstärkerplatine und die beiden Kühlkörper für linken und rechten Kanal. Ja, die winzig erscheinenden Transistoren im TO126-Gehäuse bilden die Endstufe. Unter der Platine sitzt noch einer pro Kanal. So werden 2 x 6 Watt an 6 Ohm erreicht. Bei den 92xx-Sabas ist das Treiberniveau.



      ZF-Platine, UKW-Tuner, AM-Drehko

      Auf der rechten Seite des Radios befindet sich auf einer Platine der AM- und FM-ZF-Verstärker. Der Alu-Kasten links im Bild enthält die Demodulatorgruppe. Ratiodetektor und AM-Demodulator befinden sich auf einer kleinen Extraplatine drin. Nur einzelne Anschlüsse sind mit der ZF-Platte verbunden.
      Hinten links sitzt der Stereodecoder, aufgebaut rund um einen A290, funktions- und pingleich mit einem MC1310. Es ist der einzige IC in diesem Radio.

      AM und UKW lassen sich getrennt einstellen, ganz klassisch mit großer Skale und ganz ohne Speicherplätze. Vorn rechts sieht man das Seilrad des AM-Drehkos, dahinter, senkrecht angeordnet, den FM-Tuner.

      Ein schönes Detail, das man bei vielen RFT-Radios findet, ist der einfache Ausbau der Schaltschieber - ganz ohne Löten oder Biegen von Blechnasen:



      Schaltschieber



      Man kann für alle Schaltschieber gemeinsam die Arretierung lösen und dieselben dann nach vorn herausziehen: Blechlasche gegen die Tasterfeder nach vorn drücken, dann nach links über die Blechnase heben. Anschließend die Blechnase nach rechts schieben - und schon kommen einem die Teile entgegengeflogen.



      Das ist der mit den meisten Kontakten im ausgebauten Zustand - die UKW-Taste. So kann man sowohl die Kontaktelemente als auch die Kontaktstifte in den Schaltgehäusen auf der Platine gut säubern. Nachdem das geschehen war und auch die vier Potis des Vorverstärkers gereinigt, gespült und wieder mit Tunerspray mit einem leichten Schmierfilm versehen wurden, waren zumindest die Kratzgeräusche weg und alle Bänder hatten erst mal grundlegend Funktion. Aber der UKW-Bereich streikte immer noch am unteren Bandende.



      UKW-Tuner

      Der Tuner offenbarte Ungereimtheiten. Laut Schaltplan sollten da ein Dreifach-Drehko und Si-Transistoren verbaut sein. Hier hat der Drehko vier Einheiten und die Transistoren wurden aus einem Material gemacht, das erstmals in Freiberg, im Erzgebirge :) extrahiert wurde.
      Transistoren: links: HF-Vorstufe: GF145, Mitte: Mischer: GT322b (schwarzes Gehäuse), rechts oben, Oszillator: GT313B
      Nach vielem Suchen in Andanteschaltplänen aller möglicher Versionen habe ich auch einen Tuner mit 4-fach-Drehko gefunden. Er wurde in einigen Vorgängermodellen verwendet. Wieso er hier verbaut ist, weiß der Geier.
      Der russische GT313B ist als Oszillatortransistor fehl am Platze. Er hat zwar eine hohe Grenzfrequenz, aber eine niedrige Verstärkung. Gedacht ist er für HF-Vorstufen.
      Im Schaltplan steht an seinem Platz ein GT322B4. OK, das probier ich später, den Tuner auseinander nehmen macht keinen Spaß.

      Ich hatte noch einen Andante-Tuner mit Si-Transistoren herumliegen. Eingebaut, angeschaltet - nix zu hören. Das hatte ich mir einfacher gedacht. Richtig: die ersten beiden ZF-Kreise befinden sich im Tuner. Nachdem diese auf die ZF des Radios eingestellt waren, kam ein Ton. Trotzdem war der Empfang eher mager. Beim Abgleich der HF-Kreise trat ein weiterer Fehler zutage. Der Eingangskreis lässt sich nicht abstimmen. Er zeigte kein Maximum.



      Eingangskreis

      Die Antenne wird induktiv auf den Eingangskreis gekoppelt. Verantwortlich dafür ist die Wicklung mit dem dünnen Draht, die in der Mitte eine Anzapfung hat. Der obere Teil war durch Überspannung weggebrannt.
      Nach dem Auslöten der Spule und Ersatz der oberen Hälfte der Ankoppelwindung mit Draht gleicher Stärke funktionierte der Abgleich. Der Kreis zeigte wieder ein ausgeprägtes Maximum. Die durch den Funken teilweise abgetragene Sekundärwindung habe ich belassen. Ob das wohl ein Blitzschaden war?

      Der Ordnung halber wurde dann auch das verharzte Lager des AM-Drehkos gängig gemacht. Ich habe dazu die Welle des Seilrades ausgebaut, den Sprengring entfernt und diese mit dem Lötkolben vorsichtig erwärmt. Größere Kraftaufwendungen beschädigen leicht die Kunststoffeinfassung des Lagers, dann ist der Drehko in der Regel Schrott. Bei dosierter Erwärmung geht es irgendwann ohne Gewalt, man kann die Welle aus dem Lager ziehen, reinigen, neu fetten und das Ganze wieder zusammenbauen.



      AM-Drehkoachse, demontiert

      Soweit der Stand. Die größten Probleme sind behoben. Was noch fehlt, ist der komplette Abgleich des Gerätes und die äußere Schönheitskur. Ich habe bisher nur Geräte mit Keramik-ZF-Filtern abgeglichen, da gab es nicht all zuviel zu tun. Hier besteht der komplette FM-Strang aus 2 HF-Kreisen, Oszillatorkreis, 2 x Tuner-ZF, 3 ZF-Bandfilter, Ratiofilter mit Primärkreis und Demodulatorkreis. Das wird spannend und bei Erfolg lasse ich es euch wissen, wie es geht.

      Christian
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      Hallo Christian,

      sehr interessant, einen so detaillierten Einblick in ein RFT Receiver zu erhalten. Hättest Du nicht das Erscheinungsjahr 1980 genannt, hätte ich es der Technik und Bauart nach eher den frühen 70iger Jahre zugeschrieben. Der 4-fach Drehko macht einen sehr soliden Eindruck. Die leicht herausnehmbaren Tastenschieber sind vorbildlich. Ähnlich war das bei Grundig in den 70igern realisiert, nur, dass man dort die Arretierung jedes einzelnen Schalters separat lösen musste. Beides hat Vor-und Nachteile. Ein Vorteil beim Rema Andante scheint zu sein, dass man die Kontakte noch leichter reinigen kann und sie fest und unverrückbar in der Stange sitzen. Bei Grundig fallen sie leicht heraus, da sie dort nur eingehängt sind oder verbiegen, wenn man nicht aufpasst.

      Der ZF-Abgleich kann erfordern, dass dabei "benachbarte" Kreise gezielt verstimmt oder bedämpft werden müssen und es dabei einer festen Strategie zu folgen gilt, da sonst die gegenseitige Kopplung zu Fehlabgleich führen kann. Hier wäre eine werksseitige Abgleichanweisung sehr angeraten, sofern man wirklich die ZF neu abgleichen müsste. Habe gesehen, die gibt's für Rema Andante 744 im RMorg ( radiomuseum.org/r/rema_andante_744.html ). Die von Dir beschriebenen Probleme mit dem Empfang sind m.E. auf die Fehler im Mischteil zurückzuführen, die Du ja schon behoben hast. Der Oszillator-Neuabgleich sollte den Empfangsbereich wieder richtig setzen.

      Auf dem Schaltplan vom Rema Andante 830/40, der hier zu finden ist, ist ein 4-fach Drehko abgebildet (Antennenkreis, 2 Zwischenkreise, Oszillator): gfgf.org/GFGF-Schaltplandienst/Rema_Andante830840_sch.pdf

      Gruss,
      Reinhard

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      Hallo Christian,

      vergleichbares gab es im Westen in den frühen 70ern auch, einfache Stereoradios mit einstelliger Sinusleistung. Für Otto Normalhörer oft völlig ausreichend.

      Auffällig für so ein einfaches Radio ist das Lautstärkepoti, das hat drei (!) Anzapfungen für die Loudnesskorrektur. Da ließe sich die Lautstärkeeinstellung hervorragend an die Empfindlichkeit des menschlichen Ohres anpassen. Leider werden hier nur zwei Anzapfungen benutzt, und die auch nur für eine Bassanhebung. Vielleicht kommt der dumpfe Klang ja daher.

      Zum Vergleich: Die Alps-Potis hatten meistens nur eine Anzapfung, was eine miese Loudnessfunktion ergab. Bei Preh und Ruwido gab es immerhin zwei Anzapfungen, schon besser. So ist es auch in den SABA-92xx realisiert. Drei Anzapfungen kante ich bisher nur aus der 6000-Serie von Blaupunkt.

      Im Westen wäre in ein Radio dieser Kategorie allein aus Kostengründen mit Sicherheit nur ein Poti mit einer Anzapfung gekommen, aber im Osten galten oft wohl andere Kriterien.

      Gruß

      Rolf
      Hallo Rolf, Alle,

      nun ja, bei technischen Produkten für den Haushalt in der DDR darf man nicht die gleichen Massstäbe anlegen wie zur selben Zeit im Westen. Unterhaltungselektronik waren in der DDR nach dem Durchschnittseinkommen des DDR-Bürgers gemessen, ungleich viel teurer als vergleichbare Produkte im Westen. Wir wissen das gut bei Autos (Trabbi, Wartburg), aber das war auch so bei Damenstrümpfen, brauner Ware und vielem mehr. Lediglich wenn es in die Hände von Schalck-Golodkowski kam wurde es für den Westexport für den Westbürger billig und füllte danach mit guten Verdienstspannen die Regale der Supermärkte und Versandhäuser, eben weil die (Ost)Mark gegenüber der DM "real" so viel weniger war - oder eben deshalb.

      Was ich damit sagen will...tausend Ostmark waren für den DDR-Bürger wenigstens so viel wie tausend D-Mark für den BRD-Bürger oder sogar noch deutlich mehr. Und dafür kann man so ein Poti mit mehr Abgiffen leicht spendieren. Dass dann dasselbe Gerät im Westexport dann vielleicht nur noch 150 DM "wert" war, darf uns nicht zu einem falschen Schluss führen. Das fast baugleiche etwas spätere Rema Andante 830 Nachfolgemodell von diesem hier kostete in der DDR 1340,- Mark bei einem mittleren DDR Monatseinkommen von 600-800 Mark (ca. 1982). Das mittlere DM-Einkommen im Westenwar ein Vielfaches davon. Daran sieht man, dass das gute Stück in der DDR ein Luxusartikel war, für den ein kleines Vermögen ausgegeben werden musste.

      Grüsse,
      Reinhard

      PS: Das RMorg weist für das Rema Andante 744 einen DDR-Ladenverkaufspreis von 1140 Mark (!!!) aus. Da gibt es auch die Service- und Abgleichanweisung für das 744.
      https://www.radiomuseum.org/r/rema_andante_744.html



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      Hallo Reinhard und Rolf,

      das ist wohl wahr, so ein Radio stand in der guten Stube und war der Stolz des Besitzers - das rechtfertigt auch ein dreifach angezapftes Poti. Mein elterlicher Haushalt war jedoch andantefrei, bis Mitte der 80er hörte mein Vater Radio mit einem R160-Kassettenrecorder. Dann gab es einen Qualitätssprung, als meine Eltern knapp 4000 Ostmärker in die erste DDR-HIFI-Komponenten-Anlage steckten: Die S3000-Serie von RFT inkl. Plattenspieler mit Magnetsystem und Diamantnadel. Das entsprach tatsächlich fast 5 Monatsgehältern. Viel Geld für meine Leute. Aber der Vergleich ist trotzdem nicht so einfach anzustellen. Vor allem Elektronik, Fototechnik und Autos waren veraltet und überteuert. Eine warme Wohnung im Plattenbau gab es dafür für weniger als 100 Mark im Monat und die Schrippe kostete 5 Pfennig. Das Straßenbahnticket in Dresden oder Chemnitz kostete 20 Pfennig, ein Kilometer Zug fahren 8 Pfennig.
      Viele Bereiche der Grundversorgung wurden stark subventioniert, um das sozialistische Prinzip stabiler Preise aufrechtzuerhalten. Das hatte bezüglich Substanzerhalt katastrophale Auswirkungen.

      Zurück zur RFT-Hifi-Anlage: Die Bassreflexboxen pusteten die Gardinen weg, wenn man die Bässe hochdrehte. Das Kassettendeck besaß eine 14-LED-Aussteuerungsanzeige, grün, gelb, rot. Die reinste Kirmesbude, aber damals der letzte Schrei. Und ich war begeistert.

      Zur zeitlichen Einordnung möchte ich noch ein paar Angaben machen. Die ersten Geräte der Andante-Familie kamen 1969 in den Handel und lösten das letzte DDR-Stereo-Steuergerät in Röhrentechnik ab. Reinhard, Dein Auge hat Dich nicht getrogen. Die Grundkonstruktion stammt aus der Zeit, die Du abgeschätzt hast.


      Hier eine Übersicht über die 7er-Geräte mit ungefährem Produktionsbeginn:


      Quelle: GFGF

      Der Grundaufbau ist stets gleich. Unterschiede gab es in der Transistorbestückung, beim UKW-Band (DDR 100, später 104 MHz, Export auch 108 MHz), in der Anzahl der FM-Kreise und beim verbauten Stereodecoder mit der Evolution:
      Germaniumtransistoren, diskret mit Filtern,
      Si-Transistoren, diskret mit Filtern,
      IC, filterlos
      Stets gab es 6 Watt Ausgangsleistung pro Kanal und einen kleinen 1-Weg-Regallautsprecher zu den 7xx-Geräten.

      Die 8xx-Geräte gleichen Namens waren oft baugleich, nur die Endstufe hatte durch höhere Spannung und entsprechend spannungsfestere Transistoren 10 Watt Leistung. Dazu gab es größere 2-Wegeboxen.

      Die einzige größere Zäsur in der Geräteentwicklung gab es beim Übergang zu den 744/ 844-Geräten 1981. Immer noch im gleichen Chassis, brachten die Si-Transistoren in der Endstufe und die angepasste Schaltung eine deutliche Verbesserung im Klang. Die per Frontknopf drehbare interne Ferritantenne wich einer festen Version, damit statt des Knopfes eine Kopfhörerbuchse eingebaut werden konnte. Weitere Details wie die Stereoanzeige mittels LED waren damals durchaus ein Kaufanreiz. Die 844er Version schrammte knapp an der Hifi-Norm vorbei.Wenn ich dazukomme, ermittle ich mal spaßenshalber vom NF-Teil den Klirrfaktor und die Ausgangsleistung kurz vorm Clippen.
      Auch der hier erstmals verbaute IC-Stereodecoder sorgte für einen Qualitätssprung. Äußerlich erkennbar sind die Geräte an den Aluminiumleisten oben und unten am Gehäuse, am waagerecht verbauten Abstimminstrument und an der Kopfhörerbuchse.

      Von vielen Geräten der Familie habe ich die Schaltpläne als PDF auf Festplatte, manchmal auch die Serviceunterlagen. Sie sind im Web ja gut zu finden. Falls wer Bedarf hat, kann sich trotzdem gerne bei mir melden.




      Die Abgleichanweisung habe ich mir ebenfalls schon zu Gemüte geführt. Bei FM wird ein Maximum-Abgleich, beginnend beim Primärkreis des Ratiodetektors beschrieben. Dabei soll jeweils der davorliegende Kreis durch Verdrehen des Kerns verstimmt werden. Das müsste doch alternativ auch mittels Widerstand, 1-4,7 kOhm parallel zur Kreisspule, machbar sein.
      Die Einspeisung des ZF-Signals soll am Eingang des ZF-Verstärkers erfolgen, relativ stark mittels 33 nF-Kondensator gekoppelt. Das werde ich jedenfalls auch mit schwacher Koppelung über ca. 15 pF versuchen.

      Der lapidare Hinweis auf eine Kontrolle der Durchlass- und Demodulatorkurve per Wobbler steht in der Einleitung der Abgleichanweisung zum 830er. Blöd ist nur, dass man den Ratioelko (eigentlich sind es zwei in Reihe: C292 und C293), nicht ohne Weiteres ablöten kann. Er ist ohne Auslöten des Demodulatorbausteines nicht zugänglich. Die Aufnahme der Summenrichtspannung (Messpunkt 23 gegen Masse) funktioniert doch so nicht mit halbwegs brauchbaren Wobbelfrequenzen. Na, schaun mer mal. Zur Not muss der Baustein halt mal raus.



      Viele Grüße,
      Christian
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      Update Abgleicharbeiten

      ...die Tücke des Objekts.

      Ein erster Versuch nach Ableichanleitung ohne Wobbler endete mit nur teilweiser Befriedigung seitens des Schreibers. Bei Aktivieren des AFC sank die angezeigte Feldstärke, Sender verschwanden bei Abstimmung nach einer Bandseite eher als nach der anderen... Alles Merkmale eines nicht symmetrischen Abgleichs. Meine Fehler rückblickend, aus denen andere evt. ihre Lehren ziehen können:

      -zu lange freie Leitungen am Ende der Zuleitung des HF-Generators
      -schwache Kopplung, abweichend von der Beschreibung, bei der Einkopplung in den ZF-Verstärker
      -fehlender Serienwiderstand bei der Abnahme des Meßsignals
      -optimaler Abgleich mit Einstellung einer symmetrischen Durchlasskurve gelingt Ungeübten doch besser mittels Wobbeln


      Doch der Reihe nach:

      Das UKW-Teil mit Vierfach-Drehko habe ich repariert und wieder eingebaut. Statt des GT313b sitzt nun ein GT322B3 auf der Platine. Der Kondensator (gelber Pfeil) direkt neben dem oberen Transistor hatte ebenfalls eine Macke. Ein Anschluss hatte sich nahezu komplett von der Scheibe gelöst und wurde wieder verlötet. Jetzt kommt das ZF-Signal auch bei der niedrigsten Abstimmfrequenz sicher aus dem Kasten. Ob der Transistor oder der Kondensator nun der Übeltäter war, kann ich nicht sagen. Das komplette Mischteil habe ich außerhalb grob auf eine ZF von 10,7 MHz vorabgeglichen.




      Den ZF-Verstärker hatte ich mit dem anderen UKW-Teil auf 11 MHz Resonanzfrequenz eingestellt. Dort lag dessen Maximum, das ich ausnutzen wollte. Trotz Diskrepanz empfing die Kiste nach Einbau des Vierfach-Mischteils schon etwas.

      Vorbereitungen zum Wobbeln über den gesamten ZF-Verstärker:

      Einspeisekabel, mit 56 Ohm nahe am Wellenwiderstand (75 Ohm) bzw. Generatorwiderstand (60 Ohm) abgeschlossen, Kerko von 33 nF nach Abgleichvorschrift an der heißen Ader, Masseleitung wenige cm lang.
      All das ist nicht vernachlässigbar, will man Schwingungen und Störeinstreuungen vermeiden. Der 25V-Kerko ist für dieses Radio o.k., für ein Röhrenradio müssten es 400 V Spannungsfestigkeit sein. Ebenfalls nach Abgleichanleitung habe ich die ZF-Zuleitung abgelötet und an diesen Punkt das Signal eingespeist, sprich das andere Bein des Kerkos angelötet.



      Die Abnahme der Durchlasskurve habe ich am Messpunkt M23 für die Summenrichtspannung vorgenommen. In der Abgleichanleitung zum älteren Andante 830 findet sich die Empfehlung, einen 100 kOhm-Widerstand in Reihe zu schalten. Das mindert HF-Einstreuungen und erzeugt eine saubere Abbildung der Durchlasskurve ganz ohne Diodentastkopf.
      Die Demodulatorkurve lässt sich ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen an Punkt 25 gegen Masse abnehmen.





      Praktisch sieht das so aus: 100k-Widerstand an den Prüfpunkt "+" gelötet, Tastspitze, hier ruhig auf Stellung 1:1 nach dem Widerstand angeklemmt. Masse Tastkopf an Masse Gerät



      Links die ZF-Kurve im Startzustand. Gelb umrandet ist die Marke, die hier auf 10,7 MHz steht. Man sieht den störenden Einfluss des Ratioelkos. Seine Ladung/ Entladung hat eine Zeitkonstante von ca. 100 ms, viel zu lang für das Wobbeln. Die Kurve ändert sich in Höhe und Breite mit der Frequenz des Wobbeldurchlaufs. Also wie erwartet, die Elkos C292 und C293 müssen raus.
      Rechts ist die Demodulatorkurve im Startzustand zu sehen, wieder im gelben Kringel die 10,7 MHz Marke. Sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus, aber auch hier macht sich der Ratioelko störend bemerkbar, die Rücklauflinie liegt nicht bei Null Volt.




      Das Auslöten der Elkos geht erst, wenn man die gesamte Demodulatorplatine von der ZF-Platte entlötet. Zumindest soweit haben die Konstrukteure mitgedacht, dass die neun Verbindungsleitungen in Langlöchern sitzen, die nur einseitig vom Platinenkupfer umgeben sind. Damit lässt sich durch Wegdrücken der Leitungen bei flüssigem Zinn in den Nichtkupferbereich die Platine zügig entlöten. Auf der Platine kann man auch deren Geburtsdatum erahnen. 11. November 1982. Rechts davon die Innereien der Demodulatorgruppe. Der Alubecher ist der Ratiofilter mit Primärkreis und Demodulatorkreis. Die Spule ohne Abschirmung gehört zur AM-Demodulation. Hinten rechts lugt einer der Ratioelkos um die Ecke. So lassen sie sich leicht auslöten.
      Die Gruppe habe ich dann wieder eingesetzt.




      Die Bilder von der ZF-Durchlasskurve und von der Demodulator machen doch schon einen viel besseren Eindruck. Hier ist die Marke auf Mitte der ursprünglichen ZF: 11,025 MHz. Deutlich wird aber auch, dass die Durchlasskurve alles andere als symmetrisch ist.




      Zumindest sind die Kurven stabil, die Form ändert sich nicht mehr beim Ändern der Ablenkgeschwindigkeit. Es kann also losgehen. Die Abgleichanweisung schreibt vor, als erstes den Demodulatorkreis zu verstimmen und den Primärkreis auf Maximum abzugleichen. Untenstehend das Bild nach Abgleich der ersten beiden Filter, der Demodulatorkreis ist noch verstimmt. Ab hier steht die Marke auf 10,7 MHz, eine Skalenteilung horizontal entspricht ca. 100 kHz. Die gelbe Linie im linken Bild ist die -3-dB-Marke. Ziemlich schmal, aber das soll sich noch ändern. Auf dem Bild rechts die Demodulatorkennlinie mit nahezu herausgedrehtem Kern. Eine sichtbare Auslenkung war nur noch durch Erhöhen der Empfindlichkeit des Y-Einganges möglich. So sieht man besser, wenn der Primärkreis, L281, sein Maximum erreicht. Hat man diesen eingestellt, kann als nächstes die Demodulatorkurve wieder auf Nulldurchgang gebracht werden.





      Hier die weiteren Abgleichpunkte, Reihenfolge von links nach rechts. Die Filter mit den gelben Kernhalterungen sind für die FM-ZF zuständig. Immer den rechts vom gerade zu bearbeitenden Kreis befindlichen Kern herausdrehen, um den Vorkreis zu verstimmen. Tut man das nicht, bewegt sich die gesamte Durchlasskurve. Die Kreise beeinflussen sich gegenseitig stark, auch über die zwischenliegenden Verstärkerstufen hinweg. Mit verstimmtem "Vorkern" ist es dann aber relativ leicht, das Maximum des jeweiligen Kreises auf Übereinstimmung mit der Marke zu bringen.





      Nach dem Einstellen aller Filterkreise war dann noch etwas Feineinstellung notwendig, um eine symmetrische Durchlasskurve zu erreichen. Das endgültige Ergebnis sah dann wie auf den untenstehenden Bildern aus. 3-dB-Breite: 280 kHz, etwas zu breit, aber ich habe es nicht anders hinbekommen. Auch die Demodulatorkurve war noch nicht hundertprozentig symmetrisch. Die ZF-Mitte muss aber auf der Nulllinie liegen, ansonsten stellt die AFC weg vom Maximum. Es gibt keine gesonderte Einstellmöglichkeit.




      Fortsetzung - Tunerabgleich - folgt

      Viele Grüße,
      Christian
      Bilder
      • ZF_Demod_Kurve_ohne_Rat.JPG

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      • Primärkreis_abgegl.JPG

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      • ZF_Demod_Ende.JPG

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      • Abgleichpunkte.JPG

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      • ZF_Demod_Start.JPG

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „chriss_69“ ()

      Hallo Christian,

      der Kampf kommt mir bekannt vor.

      280 kHz...etwas zu breit, Du sagst es! Dir wird hinterher die Trennschärfe nicht gefallen, sage ich voraus. 100 kHz (am Anfang) war zu eng, das konntest Du nicht lassen, damit gäbe es ein Problem bei Stereo, auf jeden Fall hohen Stereo-Klirrfaktor, allerdings Super (mono-)Trennschärfe. Gut sind 180-200 kHz als Kompromiss zwischen Trennschärfe und Klang. Die S-Kurve bekommst Du auch noch symmetrischer. Ist nicht absolut entscheidend, dass Du die Mitte genau auf 10.70 bekommst. Etwas Abweichung kannst Du akzeptieren - Symmetrie nach beiden Seiten ist wichtiger. Manchmal will sich für Mitte bei 10.70 MHz hartnäckig keine gute Symmetrie einstellen lassen, aber z.B. bei 10.72 oder 10.68 geht es. Dann macht man es eben dort. Alles leicht gesagt.. ich weiss.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Reinhard,
      danke für Deine Ratschläge. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich an den Filtern drehe. Die Breite der ZF-Kurve habe ich trotz mehrmaligem Nachjustieren einfach nicht schmaler bekommen. Sie wurde auch erst so breit, als ich mit der Einstellung am letzten Bandfilter am ZF-Eingang angekommen war. Bei einem früheren Versuch mit 22 pF statt 33 nF Koppelkondensator ergab sich der umgekehrte Effekt. Mit Einstellung des letzten Bandfilters wurde die Durchlasskurve extrem schmal, 80 kHz. Die Eingangsbeschaltung scheint also eine große Rolle bezüglich der Durchlasskurve zu spielen. Wie nahe die 33 nF aus der Abgleichanleitung an der Belastung des Kreises im wirklichen Leben durch den dann angeschlossenen Tuner sind, weiß ich nicht. Jedenfalls merke ich, dass ich bei HF große Lücken bezüglich Theorie habe.
      Im folgenden Beitrag kommt am Schluss noch eine Durchlasskurve über alles. Die ist dann nahe an den 200 kHz, die in der Gerätespezifikation steht. Zumindest bei nicht zu starken Signalen.

      Viele Grüße,
      Christian
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      2 + 2 = 5 (für extrem große Werte von 2)

      Tunerabgleich

      Nach erfolgtem ZF-Abgleich muss der Tuner noch feineingestellt werden. Wozu ist das gut?
      -Empfangsfrequenz in Deckung mit der Skale bringen
      -Breite des Empfangsbereichs mit der Skale in Deckung bringen
      -Gleichlauf der Abstimmung in allen vier veränderlichen Schwingkreisen herstellen
      Diese drei Dinge laufen mehr oder weniger gleichzeitig in iterativen Schritten.

      Es gibt außerdem noch die beiden ZF-Ausgangskreise. Die müssen ebenfalls eingestellt werden, und zwar passend zum ZF-Verstärker.

      Der erste Schritt zur Mischteileinstellung ist rein mechanisch, die Skalengrenzen sind einzustellen. Die Anschläge werden vom Drehwinkel des Seilrades am Drehko bestimmt.

      Also:
      -Drehko auf Anschlag bringen
      -Seilradmadenschraube lockern
      -Skalenanzeige auf die korrekte Stelle bringen, ohne dass sich die Drehkoachse bewegt
      -Seilrad wieder festziehen



      Begrenzung symmetrisch, passt.

      Nun kommt wieder die Signalankopplung. Da der Antenneneingang symmetrisch ist, muss der Koax-Ausgang des Meßsenders über einen Balun symmetriert werden. Der versteckt sich im weißen Gehäuse und war mal käuflich in Rundfunkläden zu erwerben. Die beiden Flachband-Kabeladern habe ich mit je einem 15-pF-Kondensator in Reihe auf den Antenneneingang gelegt. Die Empfehlung stammt aus diesem Forum, als Reinhard und Hans den Abgleich eines Saba 9241 diskutierten.




      Da man beim Tunerabgleich ständig zwischen zwei Frequenzen hin und her stellen muss,ist ein Abgleich mit Wobbeln unpraktisch. Als Signalanzeige habe ich nun ein analoges Multimeter an den Prüfpunkt "Summenrichtspannung" in Reihe mit dem 100kOhm-Widerstand angeschlossen.
      Oben mit im Bild sind auch die passiven Vorkreise zu sehen. Nicht abstimmbar, da sie durch Antenne bzw. Eingangskoppelspule im Mischteil stark bedämpft werden, geht das. Sie bestehen aus zwei Luftspulen mit je einem 39 pF-Kondensator parallel.

      Die Abgleichstellen: Ich schreibe meist auf das Tunergehäuse, welches Element wo sitzt. Zu schnell gibt es sonst Verwechselungen. Ganz oben befinden sich die Elemente des Oszillatorkreises. Sie sind etwas anders zu handhaben als die HF-Kreise. Ganz unten rechts befinden sich die ZF-Ausgangsfilter.




      Los geht's:
      Es ist ein Mischteil mit Drehkondensator. Das bedeutet, am unteren Bandende muss man die Spulen der Kreise einstellen, am oberen Bandende die Trimmerkondensatoren. So steht es in der Abgleichanleitung und in jedem allgemeingültigen Ratgeber zum Thema. In letzteren ist dann manchmal auch die Ausnahme erwähnt. Bei Variometerabstimmung, Spulenkerne mit veränderlicher Lage statt Drehko, ist es genau anders herum.

      Das Generatorsignal habe ich so eingestellt, dass keine Signalbegrenzung auftritt. In der Abgleichanleitung stand, dass man unter 2 Volt Summenrichtspannung bleiben soll.
      Bei 89 MHz Skalenanzeige und Generatorfrequenz wird zuerst der Oszillatorkreis mittels seiner Induktivität auf Maximum Summenrichtspannung gebracht. Danach sind die Spulen der HF-Kreise dran. Alle vier Spulen besitzen bei diesem Tuner Kerne aus Aluminium. Die Frequenz des jeweiligen Kreises steigt, wenn man sie weiter eindreht. Bei Ferritkernen ist es umgekehrt.

      Danach erfolgt die Umstellung aufs obere Bandende, 98 MHz. Mit der Generatorfrequenz habe ich zunächst auf Maximum gestellt. Das lag bei 98,2 MHz. Das Band ist also etwas zu breit.
      Das lässt sich mit dem Trimmer des Oszillatorkreises richten. Hier versagt jedoch die Abgleichanleitung, die immer nur eine Einstellung des Kreises auf Maximum am oberen Bandende vorschreibt. Schneller geht es nach folgender Methode: Ist das Band zu breit, muss die Kapazität des Trimmers erhöht werden und anschließend die Induktivität von der Oszillatorspule wieder auf Maximum gestellt werden.
      Ist das Band zu schmal, läuft es anders herum: Weniger C, mehr L im Oszillatorkreis.
      Ich versehe den Trimmer deshalb auch mit Richtungspfeilen. Sonst kommt man schnell durcheinander.

      Dieses Spiel hat sich dann mehrmals wiederholt:
      -Unteres Bandende: alle Spulen auf Maximum, inkl. Oszillatorkreis
      -Oberes Bandende: Bandspreizung korrigieren, mit L-Osz. wieder auf Maximum, danach alle Trimmer der HF-Kreise auf Maximum
      Nach 4-5 Durchläufen passte die Bandspreizung. Bei der Kontrolle in Bandmitte, 94 MHz, trat eine Abweichung von +0,14 MHz auf. Da es bei diesem Radio keine Möglichkeit für einen Dreipunktabgleich gibt, habe ich die Frequenz des Oszillatorkreises nochmals ein wenig nach unten gestellt, um den Fehler zu mitteln. Nun liegen die Empfangsfrequenzen an den Bandenden etwas unter der angezeigten Marke, in Bandmitte etwas darüber.
      Zum Schluss habe ich nochmals einen Feinabgleich der HF-Kreise vorgenommen, bei 89 MHz die Induktivitäten, bei 98 MHz die Trimmer.

      Wie sieht nun die Durchlasskurve über die gesamte Kette - von Antenneneingang bis Demodulator -aus? Wobbeln bei 94 MHz Mittenfrequenz, Skalenteilung wieder 100 kHz, ergab das folgende Bild:



      Mittels Feinjustage der beiden ZF-Kreise im Mischteil ließ sich die Kurve symmetrieren und liegt nun nahe am Optimum: 200 kHz Bandbreite bei -3dB, flaches Dach, Maximum in der Mitte.




      Auch die Demodulatorkurve schaut nun aus, wie sie soll. Eine winzige Korrektur an der Demodulatorspule war noch notwendig,um Mitte Durchlasskurve mit dem Nulldurchgang in Deckung zu bringen.




      Das müsste nun passen. Bei 30 dB Anzeige am HF-Abschwächer setzt die Begrenzung ein, die Summenrichtspannung steigt nicht weiter (unteres Bild ganz links). Am Mischteileingang liegt ein noch geringerer Pegel an. Der Balun und die beiden 15-pF-Kondensatoren schwächen das Signal zusätzlich ab.
      Bis Stellung 30 dB bleibt auch die Durchlasskurve schmal. Das mittlere Bild zeigt die Durchlasskurve bei 60 dB Ausgangsspannung, das rechte bei 80 dB. Die Durchlasskurve erreicht 400, respektive 550 kHz. Jetzt wird mir auch klar, wieso diese Geräte einen zweiten Antenneneingang besitzen, der das Signal erst über je einen 470-Ohm-Widerstand auf den eigentlichen Eingang gibt. Die Großsignalfestigkeit dieser Tunertypen wurde oft bemängelt.

      An unserem Kabelanschluss werden die Sender mit 400 kHz Abstand eingespeist. Die hält das Andante noch auseinander. Rauschlücken zwischen den Sendern gibt es jedoch nicht. Empfindlich genug ist es auch. Den Vergleich mit anderen Radios unter unserem Blechdach braucht das Gerät nicht zu scheuen.
      Trotzdem, hat jemand eine Idee, wie ich die ZF-Bandbreite noch etwas eingrenzen kann, ohne gleich auf Piezofilter umzustellen?
      Aus meiner Sicht sind die verwendeten Bandfilter in ihrer Durchlassbreite nicht wesentlich schmaler zu bekommen. Der Kopplungsgrad ist durch den Abstand der nebeneinander angeordneten Spulen und die Schaltungsumgebung bestimmt und kann nicht durch Verstellen der Kerne in Richtung kritisch bzw. überkritisch verändert werden. Oder sehe ich das falsch?




      Wer mit überlegen will, hier ist der Schaltplan des ZF-Zuges. Die blau umrandeten Teile sind Kondensatoren, die mittels parallelen Leiterbahnenden hergestellt wurden. Die Enden laufen ca. 1,5 cm parallel, ich schätze die Größenordnung auf 1-2 pF.
      Auch ansonsten, Fragen, Anregungen und Kritik bezüglich meines Vorgehens sind willkommen. Aber habt im Blickwinkel, dass ich Autodidakt bin.

      Viele Grüße,
      Christian


      Bilder
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      Hallo Christian,

      das Ergebnis sieht ja ordentlich aus. Die über alles -3dB Bandbreite (bei 0,7x Max. = 2,5 Skt.; Max. ist bei 3,6 Skt) sehe ich hier schon eher bei ca. 250 kHz. Breit, aber noch nicht wirklich zu breit. Sehr viele USA und Japan Tuner der Zeit hatten diese Bandbreite. Ich kann Dir keine Fernanweisung geben, wie Du sie schmaler bekommen kannst, falls denn überhaupt möglich. In der praktischen Empfangsprüfung bist Du zufrieden, da Du zwei Sender im 400 kHz Abstand trennen kannst. Ich würde es dann so lassen.

      Was den Kopplungsgrad angeht, d.h. wovon er beeinflusst wird, scheint mir eine kompliziertere Geschichte und hängt wohl davon ab, wie das Bandfilter konstruiert ist (nur magnetische Kopplung oder gemischte magnetische/kapazitive Kopplung, ist m.E. aber auch von der Dämpfung und Stellung der Ferritkerne abhängig). Hier im Forum gibt es dazu ja ausgesprochene Fachleute (z.B. Hans); ich traue mir noch nicht zu, da wirklich tief genug eintauchen zu können.

      Ich würde davon ausgehen, dass die Entwickler gezielt 33nF Einkoppelkapazität vorgesehen haben, weil damit die Situation am besten angenähert wird, wie sie vom IFT aus (ohne externe ZF-Einkopplung) besteht. Die Einkoppelkapazität "zieht" ja an der Schwingkreisfrequenz des ersten Kreises, ist deshalb nicht "egal". Du hast Dich an die Anweisung gehalten, also wird das nicht falsch sein.

      Gruss,
      Reinhard
      Hallo Reinhard,

      danke für Deine Antwort. Die Bandfilter bergen in ihrem Inneren nur die beiden Induktivitäten und, versteckt im Sockel, die im Schaltplan angegebenen Kreiskapazitäten. Ich kann ja mal ein Bild mit abgezogener Kappe posten. Und vielleicht hat Hans ja auch zu den Meuselwitz-Filtern etwas auf Lager.

      Das -3dB-Niveau hatte ich mittels des Abschwächers am AS5 ermittelt. Drehschalter auf -3dB, Dach Durchlass auf die nächste passende Skalenlinie gesetzt, Drehschalter zurück auf 0
      -->Schnittpunkt der Durchlasskurve mit der gewählten Skalenlinie zeigt die Bandbreite.

      Soweit mein Verständnis davon. Ich meinte gelesen zu haben, dass man damit die fast immer vorhandenen Nichtlinearitäten im gesamten Signalweg bis hin zum Sichtgerät elegant umschiffen kann.


      Viele Grüße,
      Christian



      Nachtrag: Bilder vom Bandfilter und ein paar Angaben zur Konstruktion

      -Typ: HFW Meuselwitz 06-95.00 ()
      -11 Windungen auf Kunststoffwickelkörper
      -Kammern durch Trennsteg mit Durchbruch getrennt
      Bilder
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      Hallo Christian und Reinhard.
      hallo Leser.

      Zur Filterkopplung:
      Falsch ist in jedem Forum (vielleicht auch hier) die Annahme: durch das Einsetzen der Begrenzung am Gitter einer Röhre oder der höhere Basisstrom und dessen Dämpfung auf den Sekundärkreis, dass die Bandbreite zunimmt. Das gilt für eine Stufe mit einem Einzelkreis, nicht für ein Bandfilter.
      Wie Ihr richtig sagt, nimmt die Bandbreite zu mit größerer Kopplung. Die Kopplung enthält aber
      2 Bedingungen, den stationäre Koppelfaktor „k“ und die Kreisdämpfung „d“ beides in Prozenten.
      Die Kopplung eines 2kreisigen Bandfilter ist k/d bei kritischer Kopplung = 1= also Beides gleich.
      Wenn also entweder „k“ oder “d“ sich nach kleiner bei „k“, oder größer von „d“ sich ändert, wird die Kopplung k/d kleiner (loser)
      Ergo: mit größer werdenden Dämpfung wird der Koppelfaktor k/d auch kleiner und die Bandbreite nimmt ab, das Filter wird schmäler.
      Die Bilder einer breiter werdenden Kurve am Scope sind daher falsch.
      Wenn man die Audio-(Stereo) Bandbreite nachmisst, kann man das beweisen.
      Christian hat mit dem GRUNDIG AS5 und dessen –3dB Funktion es richtig gemacht
      Es gibt nur 2 –3 richtige Methoden das zu tun, aber etliche falsche. Beim AS5 waren nach dem AS2 und AS4, viele Entwickler der RF.-Labors beteiligt, daher braucht der aber auch Fachleute zum benutzen. Grins!

      Zu den DDR-Filtern, und schon lange vorher (1949) bei den PHILIP-Minnifiltern, folgendes:
      .
      Sowohl bei PHILPS als auch der DDR-Version gilt:
      Die engen Kammern aus hochwertigen (hochleitendem) ALU, werden vom Magnetfeld der Spulen dazu gebracht, durch Wirbelströme ein Magnetfeld in der Kammer zu errichten, welches entgegensetzt dem Spulenfeld gerichtet ist. Nur wenige Feldlinien können die Kammern verlassen. Das ist die Abschirmwirkung jede Bechers in dem sich Spulen mit Streufeld befinden. Je besser das konstruiert ist, umso weniger erscheint auserhalb des Bechers oder der Kammer. Das ist die Ideallösung um eine kapazitive Kopplung zu verwenden. Die Kopplung kann unsichtbar mit Leitungsführung gemacht sein als eine kapazitive Kopfkopplung, oder was Reinhard sagt, aber hier beim Modell nicht zutrifft, mit einer Fussspunktkopplung. Das findet man in vielen Fachbüchern.

      Wie das aber bei den PHILIPS oder DDR-Filtern geht, soweit mir bekannt nicht so leicht.
      Nun wie geht es? Man verkürzt vom Boden her den Mittelsteg der beiden Kammern, oder kneift mit einer Spezialzange ähnlich der mir der man Fahrkarten, Hosengürtel usw. locht, einen exakt dimesionierten Durchbruch in den Mittelsteg (Schott) durch diesen gelangen deffiniert, Feldlienien von einer Kamme in die andere. Der Wert „k“ wird geändert, der Wert “d“ bleibt. Wie oben gesagt k/d wir größer als die Bandbreite auch. Mannipuliert man den .Auschnitt nachträglich nach „kleiner“ kann man das Filter schmäler machen.

      Das aus dem Nähkästchen eines Tuner -Entwicklers.

      Nachtrag: die bei OPPERMANN gezeigten Filterm zeigen die Höhe ds Durchbruches
      siehe Anlagen mit 7 und 10mm

      hans
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      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo Reinhard.
      Die Methode die -3db am Anzeigerät als Eichung zu nehmen, geht ja nur wenn diese absolut linear ist.
      Sobald eine Diodenfunktion beteiligt ist, wird das falsch weil diese keine Gerade ist .

      Nimmt man einen HF-Pegel als Bezug am Maximum der ZF-Kurve z.B. 30mm an und erhöht jetzt den HF-Pegel um +3dB und liest den Wert (Bbr.-Versatz) wieder auf der Höhe (30mm) am Scope ab, ist der Anzeigeteil wieder exakt dort wo vorher das Maximum war. Würde man, mit einem Scope direkt die 10,7MHz etc. auskoppeln, ist ja keine Diode dabei, das Scope oder das HF-Millivoltmeter zeigt ja den realen HF-Pegel an
      Bei erhöhen der +3dB muss aber sicher sein, dass keinen Begrenzung im gesamten Signalweg erfolgt.
      Das macht man so, dass nochmals +3dB angehoben werden, wenn das in etwa geht, kann man behaupten die Messung stimm t
      b .
      Verstanden?

      hans

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „decoder“ ()

      Hallo Hans, liebe Mitleser,

      das war doch mal wieder ein Post, der es in sich hat. Innerhalb weniger Minuten hast Du mir zwei Sachverhalte anschaulich begreiflich gemacht. Beim dritten (Kopplung/ Dämpfung und deren Auswirkung auf die Bandbreite) brauch ich noch ein wenig und werde nochmals in meiner Fachliteratur stöbern. Vielen Dank!

      Eine Frage hätte ich noch: Wenn die per Summenrichtspannung aufgenommene ZF-Kurve bei höheren Pegeln durch die Begrenzung oben "abgeschnitten" wird, erfolgt die Begrenzung erst im Demodulatorbaustein. Ist das richtig? Wie genau funktioniert das?

      Dass der Ausschnitt im Mittelsteg wichtig sein könnte, habe ich im Augenblick des Entdeckens zwar geahnt. Einen Reim konnte ich mir trotzdem nicht drauf machen. Nun schon, und wenn sich Aluminium leicht löten ließe, würde ich sogar das Experiment wagen, die Bandbreite auf diesem Weg zu verändern.

      Bei Opperm. gibt es ein Datenblatt zu den Filtern von HFW Meuselwitz:
      Die ZF-Filter hier haben den Grundaufbau MA2, Abschirmkappe E. Die Innenschaltung ist auf Seite 3 ganz unten rechts angegeben.
      oppermann-electronic.de/assets/applets/HFWM-Filter.pdf

      Viele Grüße,
      Christian

      Ergänzung: Wenn ich den Kopplungsgrad nur schwer beeinflussen kann, vielleicht ist es ja bei der Dämpfung einfacher. Was geschieht mit der Bandbreite, wenn ich die in Serie geschalteten Widerstände (R209, 217, 227, 281) der Kreise geringfügig ändern würde?

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      Hallo Christian

      Wenn ein ZF-Teil in die Begrenzung kommt/ geht, beginnt das immer am Ende. Im Normalfall der Ratio.
      Dann weiter noch vorne jede Stufe nacheinander. Wieviele es in deinem Fall das tun weis ich nicht.
      Von mir geschaetz, im Modell nicht Alle.
      Hierzu ein Beispiel Röhren Tuner GRUNDIG RT50

      Der Post von: Donnerstag, 11:50 wurde um OPPERMANN Daten erweitert. Wichig!




      Zur Kopplung: Der Nutzen eiens Bandfilters ist,. Dass man trotzt geringer Daempfung also viel Trennschaerfe, eine groessere Bandbreite erzielen kann. Bei einem Einzelkreis ist das umgekehrt. Viel Bandbreite =wenig Trennschaerfe.
      Wenn man nun was Du denkst, um eine Filter schmaeler zu machen, die Daempfung statt der Kopplung aendert, geht die Bandbreite .zwar zurück aber auch die Trenschaerfe. Dder Vorteil einen Filters geht dahin!

      Wenn Du in der UKW-Box den 15pF C131 in z.B. 10pF (o. Anderes) aenderst und nachgleichst, kannst Du ohne Gefahr die Bbr, reduzieren.
      Wenn der 15pF fehlt, weil im Bild der BOX wird er gar nicht gebraucht weil magnetisch gekoppelt wird, habe ich noch eine Version parat.

      Hans
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      Hallo Hans,

      das Gebiet der Bandfilterkenngrößen ist Neuland für mich. Ein Buchauszug, der mir geholfen hat, etwas in die Materie der zweikreisigen LC-Filter einzudringen, ist im Anhang zu finden. Ich habe leider nur den Auszug, der in einem anderen Forum gepostet war, die genaue Quelle kenne ich nicht.

      Der Auszug enthält ein Diagramm, das die Auswirkungen von Dämpfung und Kopplung bei UKW-ZF sehr gut veranschaulicht.



      Die mehr oder weniger senkrechten Kurvenscharen geben die Bandbreite (x-Achse) und erreichte Selektion (y-Achse) in Abhängigkeit verschiedener Dämpfungsfaktoren an. Die stärker geneigte Kurvenschar steht für die Änderung des Koppelgrades. Hier wird anschaulich, dass eine Veränderung der Dämpfung kaum Auswirkung auf die Bandbreite hat, wohl aber auf die Selektion. Höhere Dämpfung - schlechtere Selektion.

      Den Koppelschlitz im Andante-Bandfilter habe ich gemessen, er ist 10 mm hoch. Bei Oppermann sind leider nur noch Typen erhältlich, die in der PDF-Beschreibung nicht aufgeführt sind. Ich überlege mir trotzdem, einige Filter zu kaufen, denen man äußerlich die vorhandene Trennwand ansieht. Vielleicht ist ja ein passender Typ dabei, der weniger als 10 mm Schlitzhöhe aufweist.

      In der Tat, das aktuell verbaute UKW-Teil aus der 830er Serie hat keinen Koppelkondensator im ZF-Bandfilter. Sonst hätte ich glatt heute Abend Deinen Vorschlag ausprobiert. Umso neugieriger bin ich auf Deinen nächsten Pfeil im Köcher.

      Noch ein Gedanke von mir: Beim Abgleich hatte ich zu Beginn die ZF mit einem 22 pF-Kondensator eingekoppelt und dabei eine extrem schmale Durchlasskurve erhalten. Kann man durch Verringerung des C210 (4,7n) am ZF-Eingang die Bandbreite etwas verringern?

      Viele Grüße,
      Christian
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      Hallo zusammen,

      heute habe ich nochmals den FM-Abgleich wiederholt. Bei konsequenter Abstimmung der Bandfilterkreise auf maximale Peakhöhe habe ich problemlos 100 kHz Bandbreite erreicht. Das ist allerdings für verzerrungsarmen Stereoempfang zu eng, man merkt das deutlich am Klang, wie Reinhard schon bemerkte.

      Durch leichtes Verstimmen der ZF-Kreise bei gleichzeitigem Achten auf möglichst steil bleibende Flanken habe ich die Durchgangskurve deshalb wieder breiter (200 kHz) gestellt.

      Es lag also an meiner Unerfahrenheit, dass ich nicht auf Anhieb eine engere Kurve hinbekommen habe.
      Auch mit dem Einkoppel-Kondensator hat es nichts zu tun gehabt. Mit den empfohlenen 33nF ist eine enge Kurve genauso möglich. Eine testweise Änderung auf 22nF und 10nF hatte keinen spürbaren Einfluss auf die resultierende Bandbreite.

      Viele Grüße
      Christian
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